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Jüdische Rundschau · 1913-04-25 · Heft 17 (25.4.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 17 (25.4.1913)
Date
1913-04-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnements *tf dt« wbritmtlich am FreHaf m• 1+tmtnA• »»Jüdisch« Rundschau*' l^tcn bei der Kipadttion und bei •n««n FosUmlern vierteijlhrlirh 1,®M, •eSethalb Deutschland« und Oester• rturh-Unfarn• 2,״ M.j fÖr Mitglieder ffirfiMfcer Vereine im Sammelbaiuf durch den Veraii» 1,-* M. Varlag JUdlach• Raadadiaa K. G. m. b. H. gFRLIN V. tS, SUrhsliche Straft« 8. Trlrphoni Amt Uhland IMS. OeahidlMlundrni 9 I und A-l Uhr, iiitirr Hitnnabcnd und Sonntag. L. 1 ך־^ \י f o J r% \ \ J V / ).j \ ך־־׳) ן־־׳) N J I | l ivi u \.״y ann - ו ווו“* ׳־^ ך״ין ץי־־ץ ך־״־־׳־י»^ I ‘ ) ' ־! *' | I V U C ׳ V ר׳/ ף^ח ס/ ר ר- ) \ , j ־ ן , V3 cJ LJ ב~1 f Anzeigen I bostan fÖr di« aeohagespaltan« PaUt• fl saila oder deren Raum 40 Pf.ן Stellet»- ן Angebote und -Gaautha »»wie Verein•- i MtUetiungsn und *Klein» Anseifea* fl□□ nur 30 Pfennig. O O § Manuskript« werden, wenn PortobelUegt, | •Uta •urüdrgesandt Re<lnkt1uM*-hlu|1 ן Mittwoch vormittags. ■ Radalctloit JUdlach• Randach«■ I BERLIN V. 19, Slchslsch« Straft« I, ן TtUpboai Amt Uhland 845. CT״״H Nummer 17 Berlin, den 25. April 1913 — 13. Nissan 5673 XVIII. Jahrgang Ausserordentliche Tagung der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland** Das Zentralkomitee der ״Zionistisehen Vereinigung für Deutschland*‘ hat auf Donnerstag, den I. Mai 1913 Himmelfahrt, nachmittags 5 Uhr, eine ausserordentliche Tagung der Ortsgruppen Vertreter und Vertrauensmänner nach Berlin einberufen, um zu den Beschlüssen des ״Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ figen den Zionismus Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen sind öffentlieh und finden im grossen Saal des Brüdervereinshauses Kurfürstenstr. 11C statt. Bei der aktuellen Bedeutung der Tagung dürfte die Beteiligung der Berliner Zionisten eine allgemeine werden. Den öffentlichen Verhandlungen wird am Vormittag eine interne Besprechung vorangehen, in der die aktuellen Fragen unserer Organisation behandelt werden sollen. Der Zutritt ist vormittags nur gegen Vorzagung der Legitimationen gestattet. An diese Besprechung wird sich ein gemeinsames Mittagessen in den Räumen der Bnei Brith Loge Kleiststr. 10 anschliessen. (Trockenes Gedeck M. 3,— ־. Anmeldungen zu diesem Essen können nur berücksichiigt werden, wenn sie bis Mittwoch, den 30. April früh, bei uns eingegangen sind. Diejenigen Ortsgruppen, die uns hre Vertreter noch nicht bekannt ge-!eben haben, werden gebeten, dieses sogleich nachzuholen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. ״Der ZlonbmiM erstrebt für daa jüdische Volk dia Schaffung claer Uffentilch-rcchlllch {;esScIteriea IIc!cw«£tt• in Palästina•*4 Banaler Programm. Zionistische Propaganda in Oesterreich (Von unserem Prager Berkliierstattcr.) In diesem Jahre, da der zionistische Kongreß /um ersten Male in Oesterreich tilgen wird, ist es wohl angebracht, zu untersuchen, welche Methoden die zionistische Propaganda in Oesterreich bisher befolj^t hat, welche Erfolge die einzelnen Arbeitsweisen zu \ er zeichnen haben mul welche Lehren aus der (ieschichtc des Zionismus in jenem Lande zu ziehen sind, in dem bis zu Theodor Hcrzls Tod die Zen• trale der zionistischen Bewegung wirkte. Die Ent• Wicklung ist nicht ganz einheitlich und nicht kon• tiimicrlich vor sich gegangen. Die t1cgcns.1t/c im politischen!,eben Oesterreichs sind so scharf, die verschiedenen nationalen mul politischen Strömungen kreuzen und verwirren einander so oft, dal! cs ein Wunder zu nennen wiire, wenn gerade die Juden auf dein ersten Sammlungsruf des nationalen Zio• nisimis /um und im Zionismus deutlich und ver• Künftig .Stellung genommen hiittcn. Solange Jlerzl lebte, wurde der Zionismus, dem lierzl mul der Kongrcß/ionisimts eine nicht miß• zuverstehemle nationale Färbung gegeben hatten, auch in dem Nationa litätcustaate Oesterreich von den Assimilanten aller Schattierungen an• gegriffen mul gefürchtet. Schon damals suchte man der Propaganda des Zionismus die Kennmarke des Radikalismus aufzupriigen. Herzls wahrheitsmütige Mahnung zum offenen Bekennen, die mit dem Zio• nisimis unlöslich verbundene nationale Auffassung der Judenfrage hatten die berufsmäßigen Verschiedener erschreckt lind zur Abwehr des radikalen Zionismus ziisanunciigejagt. Damals wurde kein Unterschied ge■ macht, ob der Zionismus eine kolonisatorische oder eine nationale Bewegung darstelle; man hatte das ganz sichtige Empfinden, daß die ganze palästinen* sische Kolonisation vom nationalen Geiste getragen werde und die Entwicklung des modernen Judentunis in nationalem Sinne beeinflusse. Man fürchtete und hallte Theodor Hcrz.l als den unbedingten Gegner der Assimilation. Es war nicht zufällig, daß Theodor lierzl den Mauschel schrieb. Nach Herzls Tode eigneten sieh die Antizionistcn eine nicht ungeschickte Methode der Bekämpfung an. Sic vergällen den alten Haft gegen Theodor lierzl, sie billigten, in Worten, allmählich mehr und mehr alle Bemühungen, in Palästina ein neues jüdisches Leben zu schaffen, und sie ließen sich später sogar zu gewissen materiellen Unterstützungen des palästinensischen Werkes herbei. Nicht, weil ihr Wille zum neuen Judentum intensiver geworden wäre, sondern nur deshalb, weil sie die kompromif)• lose Stoßkraft des Zionismus aus einem Zuflucht«• winkel nach dem anderen verjagte. Der Zionismus hat jn Oesterreich weite Kreise der früheren Gegner zur Neutralität, ja zur Mitarbeit In praktischen Pa• lästinnfragen gezwungen, weil er in nationaler Be• zielumg durchaus keine Konzessionen machte. Die Erfolge des ״R a d i k n I i s m u 8“ — wie ihn schon Theodor Hcrzl betätigt hatte — lassen »Ich deutlich erkennen, Nun haben allerdings die errungenen Erfolge gerade die Zionisten oft in den Wahn gewiegt, die guten Juden seien uns nun schon so nahe gekommen, daß die Betonung der Unterschiede, die Hervorhebung des nationalen Charakters des Zionismus besser unter• bleiben könnte. Dazu trug bei, daß sich ein großer Teil der nationalen Zionisten auch im inncrpolitischcn Leben Oesterreichs als nationale Gruppe be• tätigte und als solche Innerpolitische Partei in .eine Wegen der Feiertage gelangt die vorliegende Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ in beschränktem Umfang um einen halben Tag später in die Hände der Bezieher. No. 18 unseres Blattes wird in gewohntem Umfange gleichfalls erst am Freitag der Post übergeben. Redaktion und Verlag der ״Jüdischen Rundschau4*. Krolle Zahl von Kämpfen verwickelt wurde, lieber die Art und Weise, wie die nationalen Juden sich im inncrpolitischcn Leben Oesterreichs verhalten sollen, bestanden seit jeher gewisse taktische und prinzipielle Meinungsverschiedenheiten. Jene nun, die die innerpolitische Betätigung der Zionisten ablehnten, kamen oft zu der mißverständlichen Auffassung, damit auch gegen die scharfe nationale Richtung des Zionismus auftreten zu müssen. Es kam im Laufe der Jahre dazu, daß in manchen Gruppen der Zionisten mit der i n n e r p o I i t i - sehen Betätigung auch die radikale nationale Richtung perhorresziert wurde. IX־r Radikalisrmis und Uei Nationalismus sollte e.ngcblieh nicht um Platze sein. Die milde Kompromissen zugeneigte Riehtung, die immer wieder betonte, daß der Zionismus seine ganze Kraft nur auf das Palästinawerk konzentriere und deshalb auf allen Seiten Förderung und praktische Mitarbeit der Nichtzionisten erstreben müsse, gewann an manchen Orten die Oberhand. Aber bald zeigte sich, daß diese Richtung auf die Dauer durchaus nicht erfolgreich sein könne. Man gewann liier und da einen Indifferenten zur Zeichnung eines Beitrags; man erhielt da und dort die Belobung, daß der Radikalismus des Zionismus zum Glück schon abgcflaut habe — aber man gewann auf diese Weise weder die Jugend, auf die allein cs ankommt, noch überhaupt Menschen, die sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit für den Zionismus ein• setzen. Das ist vielleicht der größte Nachteil der inncrpolitischcn Betätigung, daß sic den Nichtzionisten eine billige Ausrede zur Ablehnung des nation a I c n Programms bot. Damit aber ist cs in Oesterreich seit den letzten zwei Jahren erheblich besser geworden. Das unbestreitbare Verdienst an der Klärung der Lage im jüdischen Lehen Oesterreichs gebührt dein zionistisehen Actions-Comite, das seinen Sekretär Herrn Kurt Blumenfeld immer wieder nach Oesterreich — vor allem nach Westösterreich — zu systematischer Propaganda- und Organisationsarbeit entsendet hat. Kurt Blumcnfeld, der im Laufe der letzten Atonale fast in jeder deutschen Stadt Westösterreichs, in der zionistische Vereine tätig war, Vorträge gehalten hat — Vorträge, die überall einen beispiellosen Erfolg erzielt haben — wußte den nationalen Grundzug des Zionismus mit aller Schärfe herauszuarbeiten und er bewies vor allem den Zionisten selbst, welche unerschöpfliche Kraft im nationalen Gedanken ruhe. Sie bekamen wieder Selbstvcrtrauen, sic empfanden wieder die sittliche Erhöhung, mit der der Zionismus seine unbedingten Anhänger belohnt, und jetzt wußten sic wieder, welche Methode der Propaganda dem Zionismus neue Menschen und neue Mittel zuführt. Was Kurt Blumenfeld z. B. in Böhmen an propagandistischer und organisatorischer Arbeit bloß in den letzten Wochen geleistet hat, beweist eine derartige Zielbewußtheit und Energie, wie sie im österreichischen Zionismus 80 wenig wie in einer anderen politischen oder nationalen Bewegung bisher bekannt war, Die letzte Tournee führte Blumenfeld durch Nord- und Ostböhmen. Am 12. Marz fand der erste Vortrag in Karlsbad statt. Das Thema war ״Das jüdische Wirtschaft»• problcm“. Am 13. März wurde in einer großen

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