Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1913)
- Date
- 1913-04-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 JULDI8CHE RUNDSCHAU Seite 141 Klinge“. In Inst zweistündigen Amdühruu•;en entwickelte er vor einem sehr /ahlrciclun Publikum («t.irunter /.icnilich viel Nicht/innisten) die uns nus «einem Jtachc bekonnk• HewWsftilirimg. An seine Widerlegung der Chainbcrlninsdieii Gcrmanentbcorie «eliloll sich eine Beschreibung der drei I l.mptiassin ,lei Menschheit, die Einreihung der Juden in die weihe Rasse als In/11chtH^ruppc iniierludh der dunkel• hantigen Unterrasse (Mittelineerrasne). lis folgte eine Untersuchung über die Bedeutung der (relativen) Rassenreinheit im allgemeinen mul über den Kulturwert der jüdischen Rasse im besonderen, sodann eine durch sehrcekcncrrcgcndc Zahlen belegte Darstellung, in welchem Grade diese Rasse durch Mischehe und Depossedierung gefährdet ist, und die Beweisführung, dah nur in einer Konsolidierung die Rettung des Volkes liegt. Aus diesen mit grobem Beifall aufgenominellen Darlegungen zog der Leiter der Vers,1mmlung, I>r. Ileymaim, die praktische Folgerung, indem er die Erschienenen aufforderte, der zionistischen Organisation beizutreteu, die allein an der Verwirkliilmng dieser Konsolidierung arbeitet. Berlin. Die jüdischnationale Frauenvcrcinigung veranstaltete am Mittwoch, den 2b. März, in den Räumen des Tiergartenhofes ihren P u r i m - K i n d e rh., II, Mädchen■ aus dem hebräischen Kiuderklub der J. N. F. V,, Knaben und Mädchen aus den Jugcmlabteilungcn des Bar Kochba, hatten unter Anleitung von Fraulein Felde 11 und Beihilfe des llcrm Josef Lewin ein Purim-Festspiel eingeübt. Kinder, fast 500, und die begleitenden Angehörigen folgten mit grober Aufmerksamkeit dem Festspiel und dem darauffolgenden Reigen. Hei Tanz und Spiel blieben die Teilnehmer, klein und groll, noch lange zusammen. Leipzig. Die Zionistische Ortsgruppe zu Leipzig veranstaltete am 29. März ein Kostümfest ״Purim 111 Tel Awiw“. Sämtliche oberen Räume des EtablKscmcnts Kristallpalast standen zur Verfügung. Glanzend war die Ausstattung, hervorragend die Darbietungen, angeregt die Stimmung und allen Erwardingen entsprechend der Erfolg des Festes. Ein Festkon/ert unter der umsichtigen Leitung des Komponisten Ludwig Dubincr cröffnetc den Abend, dann folgten eine Reihe lebender Bilder ans der Purimgcschichtc nach babylonischen und assyrischen Duellen, die vom Kunstmaler Jul. J. Rothschild mit feinstem Stilempfinden arrangiert waren mul allgemeinste Bewunderung erregten. Die seltene Treue der Bilder, die Echtheit des Kolorits, die Harmonie der Raum- und Farbenwirkung, der graziöse Tanz rissen die Zuschauer zu stürmischem Beifall hin, der mit zahlreichen Daeapis seine Erwiderung fand. Die Darsteller waren sämtlich Damen und Herren der Ge- Seilschaft. Den Abschluli des Abends bildete ein Ccllmortrag des jungen Cellisten Leo Schön hach aus Halle a. S. Seinem Spiel, der Gabe eines ernsten, vie/versprcchcnden Künstlers, wurde warme Ancrkcnnmig zuteil. Zu den Freuden Tcrpsichorcs leitete dann der Purimumzug über, der sich die ganze Fest- Straße von?,Tel Awiw“ entlang bewegte. Zum Schluß gruppierte sieh an der Kaffeetafel nochmals ein glänzendes Bild, bevor man aus der bunten Laubenweit Tel Awiws in Leipzigs graue Nüchternheit zurückkehrte. Bei vielen aber blieb der Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen im wirklichen Ercz Jisroel. Ccbwcilcr. Letzte Woche hielt Herr stud. ittr. Robert Lcvy vor einem zahlreich versammelten Puhlikum einen Vortrag über .,!> i c J u d c n f r a g c“. Reicher Beifall lohnte die klaren Ausführungen. In der darauffolgenden Diskussion bekannten sich zwei Herren als Gegner der vorgchrachtcn Ideen. Herr c.'iiul. med. Bär suchte hierauf die vorgchrachtcn Einwände in durchaus sachlicher und ruhiger Weise zu widerlegen, wobei er jedoch stets von den beiden vorhingenannten Herren unterbrochen wurde. Als Herr Bär von dem Liberalismus sprach, fühlte sich plötzlich ein Mitunterzcichncr der Richtlinien persönlieh getroffen und griff in einer heftigen Weise den Redner an, wobei besonders letzterer eine hedauerliehe Unkenntnis der parlamentarischen Sitten zeigte. Unser Gast verzichtete unter diesen Umständen auf das Wcitersprechcn. Das Publikum war sichtlich cm* Port über die unlicbenswürdigc Behandlung, die man einem Gaste hat angedeihen lassen und lud Herrn B ii r ein, doch baldigst einen Vortrag hier zu halten, welchem Wunsche dieser naclikommcn wird. Mit "eichen Mitteln unsere Gegner kämpfen, ist hier wieder einmal klar zutage getreten. Ist vielleicht durch die Richtlinien auch die altüberlieferte jüdische Gastfreundschaft aus (dem Judentum verbannt worden? Remscheid. Am 11. März hielt hier Herr Partei- Sekretär Kurt Rosenbaum, auf Veranlassung von Herrn Benno Goldstein einen Propagandavortrag mit dem Thema ״Der Balkankricg und das jüdische Problc m“. An den Vortrag, der einen großen Beifall fand, schloß sich eine lebhafte Diskiwsioii an. Hier kann durch siete Arbeit ein neues Feld für den Zionismus gewonnen werde;!. Königshütte. Der Verband jüdischer Frauen «ür Kulturarbeit In Palästina veranstaltete in Ober- Schlesien eine Vortragstourncc von Frl. Helene Hanna Cohn aus Berlin mit anschließenden Spitzenausstclhingen, Frl. Cohn sprach in Beuthcii, Königslüittc, Uatibor, Myslowitz und Zabrze über ,,Eine Aufgäbe der modernen Jüdi 11“. Ucbcrall fanden ihre tief zu Herzen gehenden Worte großen Beifall und sehr reges Interesse. Was aber die Hauptsache und der größte Erfolg ist, daß der Kulturverband durch diese Propagandavorträge 71 neue Mitglieder bckommen hat, und es wäre sehr wünschenswert, daß die Damen vom Kulturverein durch diesen Erfolg Mut zu neuen Vortragstournecn bekämen, denn nur *o kann der Verein seine Mittel vergrößern und schneller vorwärts kommen. Die ausgestellten Spitzen fanden reichlichen Absatz, Kempen (IJ׳•/, Posen), Am ')(). März hielt in einer von der /. V. f. I). eiuberufcneu 11ml gut besuchten Versammlung Herr Parteisekretär Kurt Hosenba u in einen interessanten Vortrag über ״J i'1 d Isc 11 e E in i g r a t i o!1 u 11 cl Kol o 11 i»a t i o 11“. Nach dem Vorträge fand eine kurze ni-l!11׳;>iicu1 und ein längeres der privaten Agitation gewidmete# gemütliches Beisammensein statt, Es wurden Broschüren verkauft. L'ic Agitation beginnt Früchte zu tragen. Schönlankc. Herr Rechtsanwalt Dr. Köllensilur hatte• sieh der Mühe untrr/ogen, in unserer Ortsgruppe einen Propngaiutavortrag zu halten. In amehmilicher Weise entwickelte er seine Ansichten, die darin gipfelten, daß nur der Zionimus eine gedeialjehe Lösung der Judenfrage herbeiführen könne, ln instruktiven Darlegungen wies er die bisherigen praktischen Erfolge der zionistischen Arbeit in Puiästina nach mul forderte die Erschienenen auf, an diesem großen Werke in rastloser Arbeit tcilztmchneu. Der Vortrag hinterließ bei den sehr zahlreich erschienenen Zuhörern einen naclihaltigcu Eindruck. Der Verkauf und die Verlosung von Bezalcl-Gcgcnständen brachten einen Erlös von 250 M. Etwa 85 M. wurden dem Poscner Ycmcnitetiliaus überwiesen. Wir danken auch an dieser Stelle Herrn Dr. Köllenscher für seinen fesselnden Vortrag. ' Königsberg. Die Purimfeicr der ״Ibriah“ war ganz dazu angetan, die Hoffnung auf die Erfüllung eines ccht-national-jiidischcn Ideals zu stärken, oder gar zu wecken -- nämlich; die Wiederbelebung der hebräischen Sprache. Und wirklich, man bedenke, in einer Stadt, wo parteiliche Gegensätze innerhalb der verhältnismäßig geringen jüdischen Gemeinde das gemeinsame Streben für ein Ziel zur IJnmöglichkcit machen, füllen am Purim-Abende Hunderte von Juden ״aller Richtungen“ einen weiten Saal, um für einige Stunden wenigstens mir der Sprache der Propheten zu lauschen und — soweit cs geht ~ sich ihrer selbst ־zu bedienen; denn heute abend darf .nur hebräisch geredet werden! Nach'der Anspräche des Vorsitzenden, der selbst beim Anblick dieser Menge bei solcher Gelegenheit vor Ergriffenheit an sich halten muß — vor acht Jahren noch wäre es nicht der zwanzigste Teil gewesen — folgt ein Purim-Spiel, nur von Kindern im Alter von 8 bis 1(1 Jahren dargestellt. (N. B. Soweit ich mich erinnere, die erste derartige Aufführung in Deutschland überhaupt.) Wer es mitansehen und mitanhnren durfte, wie diese Kleinen ganz in ihrem Spiele aufgingen und den hebräischen Dialog mit einer Selbst- Verständlichkeit führten, als wenn nie die Laute einer anderen Sprache über ihre Lipnen gekommen wären, dein mußte das Herz vor Freude und Genugtuung aufgehen. Tatsächlich trieb die Erfüllung einer — wie viele bisher glaubten — UnmöglichKeit so manchem Tränen der Freude und Rührung ins Angel — Diejenigcn, die dies alles vermittelten, in hervorragender Weise Herr Oberkantor Birnbaum auch mit eigenen Kompositionen, können keinen größeren Lohn finden, als die Genugtuung über diesen Erfolg;. Und auch den ebenso idealen wie tatkräftigen Vorsitzenden des Vereines, Herrn Rosen zweig, wird dieser Abend mit so manchen Hemmungen seines gar nicht dornenfreien Strcbens wieder luissühnen. — Als umi 1 Uhr, nach endlosen Wiederholungen der Gesänge und Rezitat innen die ״Hatikwah“ angestimmt wurde, brauste eine derartige Begeisterung durch den Saal, daß mau vielleicht doch hoffen darf: Einst wird der Tag kommen, und nicht wenige ״jüdische Herzen" werden einig .sein In dem Wunsche, der der Tat nicht scheuen wird: zurück zur Sprache der Propheten — im Lande der Propheten! Memel. Am Sonntag hielt in der hiesigen Zlonistischcn Vereinigung Referendar Bry aus Insterbürg einen Lichtbildcrvortrag über das Thema: ״I ü dische Volksarbeit im Lande Israels.“ In Abwesenheit des Vorsitzenden cröffnetc Dr. Kallenbach den Abend mit einer kurzen Ansprache und erteilte dem Redner das Wort, der in einem etwa einstündigen Vortrag ein treffendes Bild von den Leistungen und Erfolgen des jüdischen Volkes in Pa- Iästina entwarf. In seiner Rede schloß sich Herr Bry eng an die Vorführung von Lichtbildern an, die das Lenen und Wirken der dort ansässigen Juden scharf und deutlich zur Darstellung brachten. Den Abschluß des Vortragsabends bildete ein kurzes Referat über die Ziele des Zionismus. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine lehrreichen und interessanten Ausführungen. Schluß de• redaktionellen Telle. Geschäftliches Eine bewährte Methode zur Desinfektion der Mund- und Rachenhöhle. In der rauhen Jahreszeit ist die Gefahr der Erkältung und die Aufnahmefähigkeit für die Bakterien der sogenannten Erkältung*- krankheiten am größten. Infektionskrankbeiten, wie Diphtherie, Scharlach, Typhus und andere, werden bekanntlich dadurch hervorgerufen, daß die Keime mit der Atmungsluft, durch die bjahrung oder Hände in die Mundhöhle gelangen. Als Schutz vor Ansteckung bewähren sieh die Forniamlnt- Tabletten der Firma Bauer & Cie., Berlin. Sic machen beim Aufsaugcn im Munde den Speichel zum Desinfektionsmittel, das In alle Fältchen der Schleimhäute cindringt und die dorthin gelangten Krank* heitskeime vernichtet. Wir verweisen ausdrücklich auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt. Der Gesamtauflage der vorliegenden Nummer imscrcr Zeitung liegt ein l'reiskurant des rühmlichst bekanntc׳n Versandhaus(« fiir Kolonialwaren und I>elikateMH‘11 Samuel Finanz, Berlin C 54, Gipsstr. 12 a bei, den wir der besonderen Aufmerksamkeit un* sercr Leser empfehlen. jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst! Freitag4 ,׳. April, abends: in allen Synagogen ft״/,» Uhr. Synagoge L i n d e n s t r.: Zweiter Gottesdienst, abends 8</z Uhr: Predigt: Rabbiner l)r. Bergmann, Sonnabend, 5. April (Ncumondweihc), vorm.: in der Alten Synagoge 8י/, Uhr, in der Kaiserstr.- und R}kcstr.-Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Früligottcsdicnst 7</g Uhr, H n 11 p t g o 11 c s d i c n s t 10 Uhr. Predigt: Alte Synogoge: Rabbiner Dr. Petuchowski. Synagoge Kaiserstr.: Rabbiner Dr. Lewkowitz. Synagoge Kykcstr.: Rabbiner Dr. Stier. Schriftcrklärung: Neue Synagoge: Rabbiner I>r. Warschauer. Synagoge Lindcnstr.: Rabb. Dr. Blumenthal, Synagoge L ü t z o w s t r.: Rabbiner Dr. Weiße. Synagoge Fas a ne 11 st r.: Rabbiner Dr. Baeck. Abcndgottcsdicnst: 7 Uhr 28 Minute». Gottesdienst aii den Wochentagen: morgens; in allen Synagogch 7 Uhr; abends: in allen Synagogen fti,׳״ Uhr. Jiilselier Matioealfonds ' Zentrale für Deutschland SaldModunten tlnd tuticMleitllch tu richten tn Herrn MtsVollelelner Chu-lalUnburf, Ro*ch«r-Straft• i. .. Verwendung der N. F.-Marken In Verfolg eines Einzclfalles haben wir uns wegen Ein 110hing eines prinzipiellen Bescheides über die Vcr- Wendung von Nationalfoaulsmarken an das Reichspostamt gewandt. Wir geben in folgendem die Bestimmungen des Bescheides wieder, um unseren Freunden Unannehmlichkeiten tu ersparen, 1. Bei Briefen darf nur die Rückseite de• Umschlages mit N. F.-Marken beklebt werden. 2. Bei Postkarten steht auch der Unke Teil der Vorderseite zur Verfügung des Absender». Wir mochten noch ,darauf hinweisen, dass viele Gesinnungsgenossen die Marken im Innern der Briefe an der -Stelle des Briefkopfes verwenden. Ferner er- Imlton w!r nur 11 häufig Postscheck-Abschnitte mit N.-F,■Marken, die stets unbeanstandet zur Aushändigung gelangt sind. Wir bitten unsere Freunde von den hier angegebenen Arten der Verwendung unser« Marken recht eifrig Gebrauch zu machen. Der kürzlich in üulawayo (Südafrika) verstorbciie David Popkin hat dem Adions-Comit* der zionistischen Organisation 1000 Pfund Sterling für Jerusalemer Wohlfahrtszwcckc und den Rest seine■ Vermögens im Betrage von 2—3000 Pfund Sterling für den Jüdischen Nationalfonds hinter* lassen. M. Bloch und Riese (Ilasmonaea), Berlin, danken d. Breslauer Freunden <1. K. Z. V. für liebenswürdige Unterstützung.' . . 3,־“ Lisheth Hamburger, Nikolai, sagt allen lierzl, Lebewohl ..8,—* Moritz K r i s t c 11 c r u. Frau, Glogau, danken f. d, Gratulationen t, Verlobung ihrer Tochter d, I ferro« Arthur Schweitzer, Erich Landsberget, Rieh. S c h c y c r , Martin Hirsch, Karl Hirsch u. d. Z. D. C.10,— Lotte K r i s t e 11 e r, Glogau, dankt f. d. Gratulntionen t. ihrer Verlobung cl, Z. V. f. D., d, K, D, IC, f. Oclbaumspemlc.10,— Purim Sammlung durch Eli u, Ruth Schacht e 1, Breslau.80,60 Erlös f. 'Zinnpapier durch Schachtel, Bresl,1ü ....12,76 Hermann Hirsch, Hamburg, dankt f. die Glückwünsche z. Examen.. 20,— Challohgeld d. Gemeinden Merzhausen u. Willingshauscn (Kr. Ziegenhain) durch Lehrer I. Schirataki .* 16*82 #י