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Jüdische Rundschau · 1913-03-28 · Heft 13 (28.3.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 130 J U E DI S C HE RUNDSCHAU ■״ ־™״- ־־־־“ ׳״—״ —׳— ־- ־— ״ ■ - Nr 3 von tler ,,unglücklichen'' Liehe zum I )cutschtiim, , der kürzlich in einer jüdischen Akadctnikervcrsnmin- | lung in Berlin gefallen ist. Ja, Herr l)r, Marx, ich gebe Ihnen gerne zu: Wer sucht, findet! Ich war bei der Versammlung nicht zugegen Sie wahrscheinlich auch nicht: aber es ist mir nie eingefallen, aii/unehmen, ilall der betreffende Kediiet unter der unglücklichen Liebe zum I>ct1tsc)1tum etwas anderes als eine unerwiderte Liebe verstanden hüben wollte. SiC verstehen unter ungiiicklk hei Liehe eint komische oder unglückselige Liehe! Meiner Lehei- Zeugung' nach, ganz onttc Grund, Aber, Iteir l>r. Marx, Sie werden vielleicht sagen, die ganze Sache mit der patriotischen Gesinnung der Zionisten sei gar nicht 8״ wichtig; Sie hätten sie mir nebenher j!1 einem kurzen Satze behandelt. Ich will Ihnen fine (iesehiehte erzählen; Sie werden sie vielleicht schon kennen, das schadet aber nichts; sie ist wichtig genug; man kann sie auch zweimal hören mul soll sie vor allen Dingen nicht vergessen! Ende Dezember 1412 war in Bonn der XII. Kartell• tag der im ״Bunde jüdischer Korporationen‘‘ vereinigten Vereine jüdischer Studenten. Wie üblich, wurde dabei ein Lestkoiuiners veranstaltet, mul, wie üblich, wurden dann die Vorstände der Bonner und der benachbarten jüdischen Gemeinden eingcladcii. Die ״Kölnische Zeitung“ vom JO. Dezember brachte einen Bericht über den Fcstkommers mul erwähnte, daß ־auch ein Herr Dr. Eckstein von der Kölner jüdischen Gemeinde hegrüllemie Woite gesprochen habe. Darauf fühlte sieh der Vorstand der Kölner S y n a g o g e n g e in e i 11 d e hemiilligt, zu einer arn 2, Januar 101 d in der ,,Köln. Zcijung‘1 veröffentlichten Erklärung des inhälts, dall der Herr Dr. Eckstein nicht dem Vorstände der Kölner Synagogeiigeineimle angcliori־, und d e r Hauptsatz der Erklärung; ״Wir erk I!1 r c » hiermit, da IS wir der E i 111 a d 11 n g <l;es Bundes jüdischer Korporationen n'i c h t 1־ o I g e geleistet haben, weil wir die die d c u t s ch n a t i o 11 a I c Gesinnung der deutschen Juden b c k ii m p f c n d e n Bestrebungen des Bundes j ü d i s c 11 c r Korporationen aufs entschiedenste tu i flb i 11 i g c n!“ Das Präsidium des Bundes jiidischcr Korporationen antwortete in einer würdigen Erklärung am 7. Januar in der ״Köln. Zeitung“, dah die jüdische Tendenz des B. J.C. nirgendwo mit deutsch-patriotischen Interessen kollidiere. Aber Schmach und Schande auf das LI a u p t tl e r Männer, die a u s g e h e n , ihre Br ii - der zu verraten, u 11 tl s o d e n j ii d i s c 11 e n N'ja m c n e 111 w c i h e n! W e 11 n e s 11 o c h c i 11 öffentliches jüdisches Gewissen in Deutschland gibt, werden sie von ihren Sitzen gefegt werden! Ich kehre zu Herrn Dr. Marx zurück. Herr Dr. Marx erhofft Besserung von einem Siege der Linken in Deutschland. Ich stehe da allerdings auf cibem prinzipiell anderen Standpunkt. Weder glaube ich an den Sieg der Linken, noch erwarte ich etwas vqii ihm. ich darf mich dabei auf meinen Artikel ״Zu den Wahlen“ (diese Ztg., Jahrgang 1412, Nr, 2) berufen. K. C. und Alkohol. Herrn Dr. Simon als weilten Rahen im K. (1. erkenne ich an! Zum Artikel des Herrn Dr. Marum wäre zu bemerken, dall tler Artikel des Herrn Dr. Alsberg mit den von mir zitierten goldenen Worten nach dem Artikel von l)r. Marum und mit ausgesprochener Tendenz gegen ihn ge• schrieben ist. Herr Dr. Marx weist mir nebenher eine Unrichtigkeit nach. Er hat recht. Ich habe den Autor des Artikels ״Bicrkoinmcnt“, Herrn Dr. P, Alsberg, mit dem früheren Redakteur (!er K. C. Blätter Dr. A. Alsberg verwechselt. Aber ich habe trotzdem Herrn Dr. A. Alsberg kein Unrecht getan! •יי einer Rezension des bekannten Studentenromans ״Helmut Harringe“ I, 7, 114 erweist er sich gleichfalls als eifriger Verfechter des Bierkominents. Daß in nationaljüüischcn und zionistischen Korporationen das Saufen gleichfalls als Selbstzweck hetrieben wird, bestreite ich auf Grund eingehender Keimlnisse ganz ciiUcluedi'ii. Diese 1(01 poratiiiiicii haben eben andere Ideale, als die, da•» deutsche Oiiileurshidcnkntum mit allen seinen Auswüchsen möglichst naturgetreu zu kopieren. AUS D€N Ö€M£IHDeN Frankfurt a. M. Das orthodoxe Judentum Deutschlands ist durch den Tod Louis Fei&is eines seiner markantesten Führer beraubt worden. Er war einer von denen, für die ihre überaus günstige materielle Lage nur ein Grund mehr war, sich mit ganzem Herzen für das Judentum einzusetzen. Das Zustandekommen der Agudath Jisroel war mit in erster Lirtie sein Werk und als inan ihn dort zum Präsidenten üc» ״Provisorischen Komitees“ wühlte, da durfte man hoffen, den Mann gefunden zu haben, der diesem größ gedachten Werfe ein berufener und htngcbungsvo^cr.Führer sein würde. Im Vorstand tler ״Israelinscheu Rcligiousge.scllschafl“ 1 raukfurt a. M. und au zahlreichen anderen Stellen hat er seine grolle Arbeitskrafl dem Iheilste seines Volle״ gewidmet. Das deutsche Judentum ist durch seinen I od um eine Persönlichkeit!inner geworden, wie es deren beute nicht viele besitzt. \ZSR6! i'i 5 ־ ü U i S DSCJ i A U Berliner Vcrclnsknlender » M ii 1׳ z. Sonnabend, '״ :.0״Kaditnah“ (Gruppe der B. Z. V.); Oef(entliehe Versammlung. Sonntag, 30.; Jüdisch Literarischer Arbeiterverein ״Gordin“'; Vortrag B. Jedidia. 0 Berlin. Die Kmilinali (Gruppe tler B. /. V.) \eranst;iltct am Sonnabend, den '20. V» 11' t 4 Uhr abends, im Hotel N'isselbaum, Oranienburger Str. 2ft, eine öffentliche Versa m m 111 n g , in der die Herren Dr, Nathan Birnbaum und M. Groll mann über ״Die n a t i <> 11 a I e Be w e g 11 n g unter der o s t - j ii d i s e h e 11 S.t u d e 111 c n s c h 1» 11“ sprechen werden. Im Anschluß daran findet eine Diskussion statt. Die I lenen Referenten, welche an den jüngst stattgehabten Konferenzen der jüdischen Studentenschaft teilgencmimcn haben, werden zugleich auch über dieselben Bericht erstatten. In Anbetracht der grollen Bedeutung dieser Bewegung und ihrer besonderen Aktualität jm gegenwärtigen Zeitpunkt, dürfte die Versammlung für weitere Kreise, namentlich unter den Akademikern, besonderes Interesse bieten. An der nusclihel’enden Diskussion werden auch andere Konferenzdelegierte teiinchmen, Berlin. Sonntag, den 30. März, 1וווו»<> Uhr abends, im Lokal ״Hiirgcrheim“, Alte Schönhauser Str. 21, findet eine Versammlung des Jüdischen Literarischen Arbeiter-Vereins ״Gordin" statt; Vortrag des Herrn B. jedidia über J. L. Pcrez mit anschließender Diskussion. Gäste willkommen. Kalibor. In tler Zionistischen Ortsgruppe sprach am 17. d. M. als Vertreterin lies ״Verbaudes jüdischer Fra u c 11 für Kulturarbeit in Palästina“ Fräulein Helene liaimah Cohn (Berlin) über ״K 111111 r a 11 f g a h e 11 der jüilisehen Frau“. Der interessante Vortrag bewirkte verschiedene Beitrittserklärungen für den Verband. Auch die ausgestellten Palästina-Spitzen fanden altgemeine Anerkennung. Leipzig. Nach nahezu vierteljährigem Bestehen hielt der Zionistische Jugendvcroin der Zionistisehen Ortsgruppe zu Leipzig am Sonntag, den 23. März 1013 im ״Volkswohi“ seine erste öffentliehe Generalversammlung ab, zu der auch zahlreiche Gäste erschienen waren. Der rührige erste Vorsitzende, Herr Simon Katz, sprach über ״Zionisnuis“. Seine Ausführungen, die als Agitationsrede gedacht waren, wurden mit Beifall atifgenommen. Dann erstattete er den Bericht über die bisherige Vereinstätigkeit. Die junge Gemeinschaft zählt gegenwärtig 76 Mitglieder, eine höchst erfreuliehe Zahl. Am 26. Januar 1613 wurde sic mit einem Vortrage des Herrn Dr. Prager über ״Z i o 11 i s - in u s und g e s e t z e s t r e u e s J 11 d e n t u in" eröffnet. Weitere Vorträge hielten die Herren Louis T u m p o w s k v über ״Die letzten Ergehn i s s e des J 11 d c 111 u m s" , Josef G o I d über ,,Die j ü d i s e h e_ Sp r a c h c“ mul Jacgues Adiet über ״Das jüdische Proletariat in eien in ״(lernen K u 11 u r s i a a t e 11“. Ferner fanden mehrere Ausflüge in die Umgebung(• Leipzigs und eine Zeitungsrimdschau statt. Weiter hat tler Verein jü■ disdi-wissensehaftliehe und Turnkurse begründet. 111 der dem Jahresbericht sielt anschließenden Debatte wurde der Wirksamkeit des Vereins lebhafte Aner■ kciimm!; zuteil und mancher Vorschlag zu ihrer künftigen Ausgestaltung gemacht. Ersatzwahlen für zw׳c ausgcschiedene Vorstandsmitglieder beendeten die Zu saiiiiiicnkmift, die wieder einmal Zeugnis dafür ab' legte, wie tief hier zionistische Gedanke in Leipzig seine Wurzeln geschlagen hat. Leipzig. Ein zionistisches Purim-Kindcrfcsi veranstaltete am Montag, den 24. März 1013 Frai Johanna Birsen in den Räumen des Leipzigei Küustlcrhniixcx und fand hiermit für ihre aufopfernd! I'enililiimg einen m-Iioucm I rfolg, Lin iiciiallsiicudi gt׳x I ul* ne von kleinen (lasten, von den niedlich steil Nesthäkchen bis hinauf zu den Reihen der tir!» den, folgte mit regem Interesse und lebhafter Teil milime allem Schönen, was ihnen oben auf den weit bciicLitcndcn Brettern von Altersgenossen voruestm gen, vorgetanzt, vorgespicit wurde. Den offizielle! I uruncharakter erhielt das Fest durch eine Anspruch! des liemi Rabbiners Dr. Carle hach, der in bah entstell, bald humorvollen Worten seinen jungei Dorern zeigte, wie das Purim fest als Symbol der he sonderen Gnade Gottes für Israel seit über 2001 Jahren noch nichts an seiner Bedeutung vcrlorci I1״t und immer wieder die Zagenden und Schwanken ‘ f“ "11־fr 11,"״ Zukmifts/.uvcrsich 1 ... 11 , Gleiche Gedanken sprachen auch eil von Elsa L e h r f r e u n d vorgetra!׳encr von ihren Bruder verfaßter Prolog und ein helbräischcs Gedieh aus, welches•das Erwache!) des jüdischen Kinde v•1 »1 ״״L.!CrW"‘■1“!1'׳. i,״ ü01lls *chiklcitc son Leo Hirsen verständnisvoll deklamiert wurde 2iom8tmche Note brachte ein kleines — 1913 Wodienkalender 5673 תרע״ג März Aeiar ii Freitag 28 יס 19 Sonnabend שנת 29 ב 20 >11111,11 1. S. t'*fah שמיני, פ־ פדר Nacht 4ו,ל Jih h״al<׳l 36, H - »,־ ויהי דבד ר׳ אלי לאפי ני אדם Sonntag 30 כא 21 Montag 31 April כב 22 Dienstag 1 כג 23 Mittwoch 2 נד 21 Donnerstg. 3 נה י 2 Freitag 4 כו 26 Sonnabend שבח 5 כז 27 Th;1«n», H, HbcImhJi'm |! תודיע, פ׳החודש Nmbt 7,1* NeumotiUverkündigung מברנין החודש כל העם הארץ ״Das Purimfcst ist da!“ Sämtliche Darsteller erfreuten als Kolonisten- und Auswaudererkinder und Helden der cingelloeliteiien Esther-Komödie durch munteres Zusamnu-nspiel und frische Auffassung der Situation. Als vorzügliche Leistungen verdienen jene Klärchen Birsens Klaviervorträge .und Deklamationen, Sallv und Oskar Berliners fanzduett, Hella Mandelhrojs Klavier- 11ml Leo Birsens (ieigenvorträge hervorgehoben zu werden. Sie debütierten aber auch vor dem dankbarsten Auditorium, das mau sich nur denken kann. Nach kurzer Pause folgten den geistigen die materiellen Genüsse au langgestreckter Kaffeetafel. Dann die Kindcrpolonäsc, Spiel und Tanz . , . bis man zuletzt in spontaner Huldigung auf Frau Birsen, die lestgeherin, ein Hoch ausbrachte, in welches alle begeistert einstiinmten. So wird dem Zionismus auch in Kimlerherzen in Zukunft eine Stätte bereitet sein. Elberfeld. Am 16. März sprach in unserer Zionistischcn Ortsgruppe Herr Rechtsanwalt Dr. Bod c n h c i m c r (Köln) über das Thema: ״E i n e F r ii 111 i 11 g s f a 11 r t durch P a I ä s t i n a“. Zahlreiche instruktive Liehibililer unterstützten die lehrreichen, fesselnden Ausführungen des Redners und gaben den trotz ungünstigster Witterung zahlreich erschienenen Zuhörern eine gute Uebersicht über die Erfolge unserer Arbeit in Palästina. Eine N.-F.- Sammlung ergab ein recht befriedigendes Resultat. Herrn Dr. Bodenheimcr sei nochmals unser Dank für seinen Vortrag ausgesprochen. Hagen i. W. Am 13, d. M. wurde hier auf Veranlassung von einigen Hagener Zionisten ein Vortrag von dem Gruppenverband Rheinland-Westfalen gehalten. Der Redner war Herr Dr. Platz aus Köln, der die Ziele und Zwecke des Zionismus klar auseinanderxet/te und großen Erfolg hatte. Herr Carl Bacr aus Köln hatte das Präsidium übernommen. Es haben sich 10 Damen und Herren gemeldet, die bereit sind, einer Ortsgruppe beizutreten und wird diese voraussichtlich soiort nach Ostern gegründet, nachdem sich 1 terr Dr. Stargarthcr, hier, hereit erklärt hat, den Vorsitz zu übernehmen. Corbach. Am Sonntag, den 16. d. M., hielt Herr Parteisekretär Rose 11 bau 111 in Corbach (Waldeck) vor einer zahlreichen Zuhörerschaft aus Corhach, Arolsen und mehreren benachbarten Orten einen sehr interessanten Vortrag über ״Die Zukunft d e r J tt (I e n“, in dem er das Problem des Zionismus entwickelte. Das Publikum, das bisher über diese Jüdischer Maschinen ־Ingenieur -oder Kaufmann als --— GSulGod* ucäS^aber mit 00 000 hfl, Kapital für eine ausdehiitingsfiihlge Maschinenfabrik mittU n-u Umfang* Vorort Berlin gesucht. Auf Wunsch Arbeitsbefreiung an Sonnabend und Feiertagen. Angebote unter B. C. 3874 an Rudolf!!flösse, Breslau, erbeten. ~ ״ . .. "י־"« Akademisch gebildeter Herr kanu bei uns 01» VOLONTÄR einen instruktiven Puste״ linden. — Schriftlich« Bewerbung, Lebenslauf und Angabe von Referenzen ---— sind betzufitgou.-- Borlin W. 15, Sächsische Strasse 8 JUEDISCHER VERLAG

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