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Jüdische Rundschau · 1913-03-14 · Heft 11 (14.3.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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BERLIN W. 15, SlchslsrJae Strafte». ן Telephon t Amt Uhland 845. Vnm j n״ i .3 LJ 3־׳/ n ר־ 1 . U Aj C7 /- CTT3 "3 FS^ Nummer 11 Berlin, den 14. März 1913 — 5. Adar 11 5673 /*/ *v י XVIII. Jahrgang Ausweis Schekel: Würzburg 17,—, Halbcrstailt 5,—, Lüdenscheid 1,— M. Landesorganisationsbeit rll ge: 1. Ortsgruppen: Würzbcrg 47,— M, 2. Einzelpersonen: Isidor Feuerring, Haiberstadt 6,—, John Wolf, Stadthagen 5,--, Isidor Ncubcrgcr, Halberstadt 5,—, Dr. Weinberg, Dortmund 20,—, Dipl.-Ing. Ch. Abelcs, Dortmund 24,—, Frau Anna Ciumnerz, Hildesheim 5,—, Frau Helene Davidson, Hildesneim 5,—, Isidor Hausmann, Lüdenscheid 5,—, Adolf Pollak, Berlin 5,—, (loldmann, Chemnitz 10,— M. 3. Verschiedene Spenden: Berlin 2,—, Nordrach 5,— M. Eingang vom 5. bis 12. März 1913: Schekel: 23,— M. Lande sorga 11 isationsbeiträge: 140,- M. Gesamteingang: Schekel: 603,— M. L a n * desorganisationsbeiträge: 4739,75 M. 'Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bankkonto: A. H. Heymann & Co., Berlin NW., Unter den Linden 59. ״Der Zlonfocnun erstrebt fßr dam Jßdlaclie Volle die Schaffung einer öffentildi-rcchtllch geslriicrtea Heimstätte in PalL» tlna.“ Baseler Programm. Unsere Jugend Die Parole von der ״Eroberung der Jugend“ ist heute bei allen Völkern, bei allen politischen und religiösen Gruppen, die sich den Glauben an ihre eigene Zukunft nur ein wenig bewahrt haben, ausgegeben und bedeutet überall eine der vornehmsten Sorgen derer, die für das Wohl des ganzen verantwortlich sind. Dieser Kampf um die Träger unserer nationalen Zukunft ist im deutschen Judentum seit langem entschieden, und es wäre gewiß überheblich, wollten wir unscrer umfassenden Werbearbeit allein das Vcrdienst zuschreiben dafür, daß diese Entschcidüng im Sinne unserer Anschauungen gefallen ist. Daß heute der wertvollste Teil der jüdischen Jugend Deutschlands i!1 unserem Lager steht, verdanken wir im Gegenteil weit mehr dem gesunden Instinkt, der für die Stellung der Jungmannschaft noch immer maßgebend gewesen ist, wenn es galt, sich über Sein oder Nichtsein einer angestammten Gemeinschaft zu entscheiden. Um nicht mißverstanden zu werden, sei ohne weiteres zugegeben, daß die Zahl unserer jugendlichen Anhänger allein uns noch keinen Anlaß gäbe zu so stolzer Genugtuung. Wir wissen sehr wohl, daß die überwiegende Mehrheit der jungen Juden unsere Anschauungen heute noch nicht teilt und daß sich eine betrachtliehe Anzahl von Mitgliedern zu einem Verbände vereinigt hat, dessen Programm sich in bewußter Absicht auf minimale Forderungen beschränkt, die in jüdischer Hinsicht eine Qualitätsauslese kaum bedeuten können. Deshalb können die Zahlen, mit denen der ״Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands“ aufzuwarten weiß, auch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich hier im eigentlichen Sinne um eine Jugendbewegung nicht handeln kann. Der Standpunkt der ״Neutralität“, den sich der Verband als einigendes Band gedacht hat, hat ja denn auch schon in eklatanter Weise Fiasko erlitten. Denn die alte Erfahrung, daß der, welcher es jedem gerne recht machen möchte, sich schließlich mit allen verfeindet, bewahrt sich auch an diesem Beispiel. Nachdem die jungen Zionisten die Hohlheit des Neutralitätsprinzips seit langem erkannt haben, führen jetzt auch die liberalen und die orthodoxen Mitglieder Beseitwerde, daß die Toleranz, die man im Verbände zu tiben bestrebt ist, nicht gerade die ist, welche ihrer besonderen Geschmacksrichtung entspricht. Wie ganz anders liegen da die Verhältnisse in unseren nationaljüdischen Vereinen! Unsere Jugend ergreift mit Lust und mit vollem Bewußtsein Partei. Sie scheut nicht den Vorwurf, daß der Jugend eine Parteinahme im politischen Kampfe nicht anstelle. Denn sie weiß, daß das, was bei den anormalen Verhältnissen in unserem heutigen Judentum ״Parteinahme“ genannt werden muß, nichts weiter ist, als positives Judentum überhaupt ein Auflehnen gegen den inneren Feind unseres Volkstums, das zu allen Zeiten als patriotische Pflicht auch der Jugend eines Volkes anerkannt wurde. Und deshalb, weil dieses Ideal unsere Jungmannschaft innerlich zu bereichern vermag, deshalb ist sic unserer Idee auch im besonderen Maße verbunden und deshalb dürfen wir von ihr auch persönliche Opfer verlangen, wie sie seit langem im deutschen Judentum nicht gefordert wurden. Wir verlangen in erster Linie von unseren jungen Anhängern, daß sie sich mit Eifer und Gründlichkeit all das geistige Rüstzeug aneignen, um unser Programm gegen jeden Gegner verfechten zu können. Die Kenntnis unserer Geschichte und der Bedingungen unserer heutigen nationalen Existenz, bilden so die Grundlage der erzieherischen Arbeit in unseren akademischen Verbänden und in den Hcrzlklubs. Darüber hinaus aber hat man in unseren Reihen sehr früh erkannt, daß eine Bewegung von so weittragender Bedeutung, wie die zionistische, nicht darauf verzichten darf, auch die allgemeine Erziehung ihres Nachwuchses zu aufrechter Männlichkeit in die Hand zu nehmen. Als vornehmstes Mittel dieser erzieherischen Einwirkung haben wir turtierische und sportliche Betätigung im Sinne der nationalen Idee erkannt, wie es in den Vereinen des Deutschen Kreises der ״Jüdischen Turnerschaft“ betrieben wird. Diesem Verbände ist heute beinahe die gesamte nationaljüdische Ju* gend Deutschlands in der einen oder anderen Weise angcglicdert und hier liegt die Stärke der Position, die wir ans innerhalb der jüdischen Jugend errungen haben. Gerade in diesen Tagen sind mehr als dreißig jüdische Studenten und Turner unter Leitung unseres Freundes Theodor Ziocisti aufgcbrochen, um nach Turnerart mit bescheidenen Mitteln und ohne Scheu vor körperlichen Strapazen Palästina, das Land unserer nationalen Hoffnung zu durchstreifen. Sie werden von dort Kenntnisse und Erfahrungen heimbringen und in ihrem Kreise verbreiten können, die den Zusammenhang unserer jüdischen Jugend mit dem jüdischcn Lande ׳von neuem beleben und kräftigen werden. Und wenn es gelingt, diese Turnfahrten zu einer ständigen Einrichtung unseres jüdischen Lebens zu machen, dann dürften sie zu einem der wichtigsten Faktoren unseres nationalen Er- Ziehungswerkes werden. Solch eine Fahrt mit ihren großen ideellen und auch physischen Anforderungen, konnte aber nur zustande kommen, weil bei den Teilnehmern nationale Oesinnung und turnerischer Geist in glücklicher Weise vereint zu finden sind. Während die Schar unserer Palästinafahrer den Boden unserer nationalen Vergangenheit be» tritt, rüsten sich viele der Daheimgebliebenen, um an einer weiteren Veranstaltung unserer Jugend teilzunelimcn, der für unsere Bewegung gleichfalls eine hervorragende Bedeutung zukommt: In Berlin tagt während der beiden Ostertage der I. Turntag des deutschen Kreises unserer Turnerschaft. Die Anmeldungen der Delegierten, die wir weiter unten bekannt geben, lassen erkennen, daß das Interesse an dieser Veranstaltung überall ein überaus reges ist und schon heute scheint der Tagung ein schönes Ge־' lingen gesichert. Unsere Jugendverbände wissen sehr wohl, welche verantwortungsvolle Arbeit im Rahmen der nationalen Bewegung ihnen zugeteilt ist. Sie leisten ihre Arbeit mit Ernst und verlangen von ihren Anhängern Hingabe und straffe Selbstzucht. Dafür bieten sie ihnen aber einen Lebensinhalt, der sie dazu bestimmt, tätig teilzunehmen an» Bau einer besseren Zukunft ihres Volkes. Deshalb werden sic allen denen überlegen sein, die sich auf Grund bescheidener Kompromisse zusammenfinden. Denn ״immer und notwendig siegt die Begeisterung über den, der nicht ber geistert ist“. * Plan der Palästina-Turn fahrt 1. Tag. Ausschiffung, Den ganzen Tag in Jaffa (Tcll-Awiw, Gymnasium usw.). 2. ״ Marsen nach Pcthacn Tikwah, Aufciithalt dort bis zum andern Morgen. 3. ״ Marsch nach Rischon te Zion und Aufenthalt. 4. ״ (Mit Wagen): Ber -Jakob, Nea-Ziona (Mittagbrot), Rcchoboth. 5. ״ Rcchoboth Festspiele. 6. ״ Rcchoboth Rast. 7. ״ Marsch nach Katra und Aufenthalt. 8. ״ Marsch nach Ekron (Mittagbrot), Hulda. 10,, 11. ״ (Fahrt mit Eisenbahn von der Station Sedjed): Jerusalem und Aufenthalt dort. 12. ״ Marsch nach Moza—Artuf und Aufenthalt dort. 13. ״ (Mit Bahn): Lydda—Benschemen und Aufenthalt. 14. ״ (Mit Bahn): Jaffa und Aufenthalt. 16. ״ (Mit Schiff): Haifa (Ein- und Au*• schiffung). 17. ״ Haifa. 18. ״ (Mit Bahn): Merchawja. 19. ,, (Mit Wagen): Mescha—Jemma, 20. ״ Marsch nach Poria—Kincrcth. 21. ״ Dagania—Samach—Haifa (Bahn). Gemeldete Deleglertenwahlen zum Kreisturntag Bar Kochba, Berlin. Delegierte: Adolf Lcsscr, Apotheker 1.andsberger, Frl. Sophie Lewin, Julius Hirsch, Carl Soberski, Dr. Thcilhaber, B. Dobreynski, Frl. E. Cohn, stud. arch. Schragenheim. — Ersatzdclegicrtc: Bialler, Salzmanu, Scholem, Dörnberg, Kikoler, Frl. Altcrthum, O. Israel, J. Ratzky, Frau Dr, Jalowicz. Turnaotcilungen de* V. J. St., Berlin. Dr. E. Kretschmar, cand. 1ur. L. Dovidgohn. Ruderabteilung de» V. J. St., Berlin. Referendar M. Bielcsky. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport, Berlin. Delegierte: Frl. Anette Löwenthal, Frau E. Lachmann, Frl. Lene Cohn, Frl. Paula Baschwitz. Frl. Job. Tomaschcwsky, Frl. Rosa Lewin, Frl. Oertrud Levy, Frl. Edith Hcnscncl. -!-Ersatzdeltgltrte: Frl. Käthe Daniclewicz, Frl. Alice Kahn, Frl. Grete Ascher, Frl. Marg. Paradies, Frl. Paula Qr&nbcrg, Frl. Martha Ohnstein. Bar Kochba, Hamburg. Delegierte: Dr. Auerbach, Herr Enoch, Frl. Wigderowitsch, H«

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