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Jüdische Rundschau · 1913-03-07 · Heft 10 (7.3.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 10 (7.3.1913)
Date
1913-03-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 10 JUEDISCME RUNDSCHAU Seile 97 Toil entrissen wurde. Der Verewigte, der sich in weiten Kreisen einer großen Beliebtheit erfreute, gehörte hindere Zeit dem Vorstande der Stettiner Z10* nistisrhen Vereinigung an, bis ihn die Uehcrhaufuug mit Bcrufsgcschäftcn zwang, sein Ami nieder/ulegen Auch nach dieser Zeit hat er unserer Sache, wie auch der jüdisehnationalen Turnbcwcgimg, immer ein reges Interesse zugewendet. Wir werden das Andenken unseres verewigten Freundsc stets in Ehren halten, Stettin. Zionisten treffen sieh jeden Freitagabend beim Vorstand, Herrn II. Jakob, Turnerstr. 10, Eingang Arndtstr., I, I, Danzig. Die Zionisten treffen sich au jedem 1. und 3. Donnerstag des Monats, abends Q (ihr, int Schlüter-CafC Königsberg i. Pr. Fine Gruppe nationaijüdischer Studenten aus Rußland au der Albertina hat sieh bei Beginn des Wintersemesters unter dem stolzeit Namen ״lheodor Herzl" ztt einem Verein zu• sainmeitgcsehlossen, der sieh die Aufgabe gestellt hat, seine Mitglieder zu selbstbewußten Juden heranzubilden und Propaganda für die zionistische Idee zu machen. Der junge Verein, dessen Statuten vom Senate der Universität genehmigt worden sind, zählt bereits 28 Mitglieder und entfaltet unter dem Vorsitz, des Herrn stud, med. et Dr. jur. F e 11 c r m a c 11 e r eine rührige Tätigkeit. Allwöchentlich finden wissensehaftliehe Vorträge statt, die von den Mitgliedern eifrig besucht werden. Auf Einladung des Vereins hat Herr Parteisekretär Kurt Bhmieitk-Ul vor einiger Zeit einen Vortrag gehalten, der von der zahlreichen Versammlung mit großem Beifall atifgeiioiuinen wurde. Möge der junge Verein blühen und gedeihen mul größere Kreise der jüdischen Studierenden aus Rußland für die heilige Sache gewinnen! Leipzig. ״Wie soll sieh die zionistische Bewegung zum Balkankriegc stellen, welche Folgen wird er für sie haben, und wie wird sich die Zukunft der Juden in der Türkei mul in den lialkanhindern gestalten?“ Ueber diese interessanten, aktuellen Fragen sprach am Dienstag, den 25. Februar, in der Zionistischen Vereinigung zu Leipzig Herr Parteisekretär Kurt Roscnoaum aus Berlin. Das Thema seines Vortrages lautete: ״Der Balknnkrieg und die Juden in der riirkci.“ In der überaus regen Debatte sprach man über die praktische Arbeit in Palästina, über die Frage, wie die Festsetzung einer europäischen Macht auf den Zionismus und seine Ziele einwirken würde, ferner über die Not der gali/.isehen Juden und schließlich über das Treiben der ״Leipziger Neuesten Nachrichten“, des judeiifeindliehen Organs, das in der altbekannten schmutzigen antisemitischen Manier die türkischen Juden in Konstantinoplcr Briefen zu verleumden sucht. Am erfreuliehsten und von allgemeinster Zustimmung begleitet waren die Worte des Vorsitzenden, der zum Schluß bekannt gab, daß während der Versammlung 120 M. für ein Ycmenitcnhüuschcn der Leipziger Zionistischen Vereinigung eingekommen seien. Duisburg. Uie hiesige Gemeinde hat den traurigen Ruhm erworben, durch den an unserii ausländisehen Brüdern begangenen Wahlreclitsraub einen Sturm der Entrüstung weit über Deutschlands Grenzen hinaus hervorgerufen zu haben. Die hiesigen Liberalen hatten recht, als sic Herrn Justizrat Breslauer nach der *Von ihnen erlittenen Niederlage antworteten, cs sei nicht an der Zeit, hier den jiidisehen Liberalismus zu organisieren. Trotzdem begann vor kurzem ein liberales Komitee, nachdem man den bisherigen Vertrauensmann der Liberalen Vereinigung, über dessen Passivität sich Berlin beschwert hatte, hatte fallen lassen, für den Riehtlinien-Liberalismus nicht öffentlich, aber durch Rundschreiben, Druckschriften, Untcrscliriftensammeln, und zwar auch in nichtlibcralen Kreisen Propaganda zu machen. Das mußte um so mehr befremden, als in dem Gemeindewahlkampf die Führer der Liberalen die ihnen unbequemen Richtlinien lieftig abgeschiittclt hatten. Am 26. Februar veranstaltete mm das Rheinische Komitee zur Abwehr der Richtlinien eine Versammlung, zu der jeder eingeladen war, und in der Herr Zahnarzt Ehrmann (Werden) referiertc. Die Versammlung war stark besucht. Die CERTWJüTEMstr. casvmm VORNEHME HERREN״Ä)DEN ili NACH IW>S S Bl lÄEDOV E₪NOEDOBRZYNSKI GOLDSTEIIE ***********®**®•**'•**••**••*••••••*•••••*•*••••••*#•••••••••«•••••ס Liberalen hatten alle ihre Leute in emsiger Weise ahkommaiidiert, und es tauchten Erscheinungen auf, die man noch nie tu i jüdischen Veranstaltungen zu Gesicht bekommen hatte, in sachlicher Weise legte der Redner dar, daß in theoretischer Hinsicht die Richtlinien 'dein Protestantismus näher stünden als dem Judentum, daß die praktischen Vorschriften keinerlei Prinzip mifwiesni und schließlich, daß diese Kodifikation eine Gefährdung des Judentums bedeute. Der hiesige Rabbiner Dr. N c u in ,1 r k , der die Richtlinien mitunter/eichnet hat, suchte in dreiviertelstündigen Ausführungen die ersten beiden Thesen des Redners zu widerlegen, wahrend er den letzten Punkt zu entkräften nicht unternahm. Das versuchten auch nicht die beiden andern liberalen Redner (darunter der bisherige Vertrauensmann der Liberalen Vereinigung), denen die Legitimation zur Verteidigung der jüdischen Religion durchaus fehlte. Wenn sie wirklich ״die Leine dem Leben anpassen wollten“, so müßten sie bei der demnächst zu erwartenden Novelle zu den Richtlinie» das Gebot des weihnachtlichen Chfistbaumeii befürworten. Vom nationalen und Einheitsstandnunkt sprachen Lazarus Barth (Berlin), der zufällig hier weilt und Dr. Harry E p s t e i n, Das Verhalten der Liberalen in dieser Versammlung, insbesondere während der Ausfühi'ungen des letztgenannten Redners kann nicht beschrieben werden. Ueber die Kampfesweisc der Duisburger Liberalen kann man sieh draußen keine Vor- Stellung machen. Bei Erteilung des Schlußwortes au Herrn Ehrmann verließen die Liberalen mit wenigen Ausnahmen demonstrativ den Saal. Die Ver- Sammlung wurde in sehr objektiver und vornehmer Weise von Herrn Max Le v y׳ geleitet. Beutben, O.-S. Am 26. Februar veranstaltete die hiesige Zionistische Ortsgruppe nach längerer Pause einen Vortragsabend, an dem Herr Davis Trletsch über den Bttlkankricg und die o s m a n i s c h e 11 J u d c n sprach, Ausgehend von der Verteilung der Juden in den BalkaiiläiHleru und den verschiedenen Bezirke« des Türkenreiches besprach der Vortragende in fesselnden Worten die voraussichtliche Neugestaltung der politischen Verhältnisse des Balkans, die der Krieg zur Folge haben würde, und die sich aus ihr ergebende politische Lage 41er dortigen Juden, mit besonderer Berücksichtigung Salonikis. 13er Redner kam zu dein Schluß, daß die Interessen der Juden in der gleichen Richtung liegen wie die der Türken, unter deren Herrschaft unsere Stamniesgenosseu zu allen Zeiten ein men• scheuwürdiges Dasein geführt haben, und daß den Juden die weltgeschichtliche Aufgabe Zufällen werde, den semitischen Völkern die europäische Kultur zu Übermitteln. — Gleichfalls nach dein Orient versetzte uns der Vortrag, den am Sonntag, den 2. d. M. Herr Dr. Heinrich Lö-we über die ״Not und Stellung der yemenitischen Juden“ hielt. An der Hand von woltlgclungencn Lichtbildern führte uns der Redner in das Land unserer Väter, in das dieser kräftige, intelligente, genügsame Volksstamm vor den schweren Verfolgungen iii seinem bisherigen Wohnsitz seine Zuflucht zu nehmen beginnt und wo er als tüchtiger Arbeiter willkommen geheißen wird. Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, die Rettungsaktion für die Yemcniten zu unterstützen, schloß der Redner seinen mit vielem Beifall auf• genommenen Vortrag. Schluß des redaktionellen Teils. Geschäftliches Unser Gesinnungsgenosse, Herr Ludwig Bestermann, hat in Berlin, Alt-Moabit 86b, ein Dentaldepot eröffnet. Wir machen die Herren Zahnärzte und Dentisten auf sein Inserat in der heutigen Nummer aufmerksam. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst: Freitag, 7. März, abends: in allen Synagogen 6 Uhr. Synagoge Lindenstraße: abends 8(4 Uhr: Zweiter Gottesdienst. Predigt: Rabb. Dr. Blumenthal. Sonnabend, 8. März (Ncutnotulsweihc), vorm.: in der Alten Synagoge 8(4 Uhr; in der Kaiscrstr.- u. Rykcstr,-Synagoge 6 Uhr; in den anderen Synagogen: F'rüligottcsdienst 7(4 Uhr, Haupt* gottesdienst 10 Uhr. Predigt: Alte Synagoge: Rabb. Dr. Stier. Synagoge Kais ert str.: Rabb. IV, Eschclbachcr. Synagoge Rykcstr.: Rabb. Dr. Lcwkowitz. Schriftcrlifilrunga Neue Synagoge: Rabb. Dr, Warschauer. Synagoge Linde 11 s t r.: Rabb. Dr. Bergmann, Synagoge L ü t z 0 w 81 r.: Rabb. Dr. Weiße. Synagoge F a 9 a n c 11 י t r.: Rabb. Dr. Hoch- Im Anschluß an die Predigt und Schrifterklärung: Gedenkwortc zur Jahrhundertfeier der Erhebung Preußens. Jugendflottcsciicnst: Alte Synagoge nachm. 4 Uhr: Rabb, Dr. Pctuehowskl. Abendgottesdienst: 6 Uhr 37 Min. Gottesdienst an den Wochentagen, raor• gen 8: in der Alten, Kaiscrstr.־ und Rykcstr.- Synagoge 7 Uhr: in den anderen Synagogen 7(4Uhr; abends: in allen Synagogen 6 Uhr. Montag, den 10. März, vorm. 10 Uhr: Festgottesdienst aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Erhebung Preußens in nachstehenden Syn* agogen: Alte Synag0׳ge: Predigt: Rabb. Dr. Eschelbacher. Neue Synagoge: Predigt: Rabb. Dr. Blumenthal. Synagoge Rykcstr.: Predigt: Rabb. Dr. Petu* enowskt. Synagoge Fasanen str.: Predigt: Rabb. Dr. Bergmann, Die Bureaus und die Kassen der Gemeinde (pranienhurgerstr, 28-26 und Roscnstr. 2-1) sind mit Ausnahme der Bureaus der Durchrciscndctt-Kommission und der Friedhofs-Kommission Montag, den 10. Mürz, geschlosst• n. Jüdischer Nationalfonds ׳ Zentrale für Deutschland Gtlditndungen ilnd auuchllcitlich tu richten ■n Harra 1 MaaWallatalaar Charlottenburf, Roechcr-Straft«5. * Dar JOdtioli» Natlonntfonda {■( du« baatlmmt. palMlintaeha■ Boden alt Gmamtolgontxim doa )adlachsn Volke» an •rwarbaa und auf ewig» Zotten an arbaltan. Vom 6. Zlonlatankonfraaa 1801 gazrttndet, baaltat ar baute ein VtrmScaa von Ober Millionen Mark. Nationalfonds-Statistik fQrdasJahr 1912 11. Während noch im Jahre 1611 die Baumspende 21000 M. und die Sammelbüchsen nur 15 000 M. gebracht haben, hat sielt im abgclaufenen Jahre das Verhältnis nahezu umgekehrt: die Sammelbüchsen ergaben 21 000 M., die Bauinspcndc 19 000 M. Auf-, fallend ist dabei, daß entsprechend den Eingängen für Bäume in den ersten drei Quartalen cm Oesaintcrgebnis von ca. 22000 M. erwartet werden konnte. In Berlin ist der Eingang aus Baumspenden nur unwesentlich gestiegen, ebenso in Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover und Königsberg. In fast allen anderen Orten sind sehr erhebliche Rückgänge zu verzeichnen, so in Breslau von 1635 M. auf 1402 M., Dessau von 564 M. auf 108 M., Posen von 801 M. auf 454 M.: die Eingänge aus Halle gingen um mehr als die Hälfte zurück, Kattowdz ging auf ungefähr ein Drittel, Mannheim auf wenig mehr als ein Viertel der vorjährigen Erträge herunter. Plcß, das in der vorjährigen Statistik mit 308 M. verzeichnet war, ist in diesem Jahre gar nicht aufgeführt worden, Tarnowitz lieferte statt 476 M. nur 60 M. für Oclbaumspenden. Dagegen stiegen die Eingänge aus Danzig von 325 M. auf 546 M., aus Elberfeld von 305 M. auf 528 M., aus Leipzig von 264 M. auf 420 M. Die hier mitgcteilten Zahlen sollten alle Gesinnuugsgcnosseii veranlassen, bei jeder Gelegenheit für die Baumspende zu sammeln; gerade diese Spendenart erfreute sich bisher einer großen Popuiaritat, und es gingen gerade hierfür Beträge aus allen Kreisen bei uns ein. Es ist auch nicht der ge* ringsfc Anlaß vorhanden, im Sammeleifer für die Baumspende naclizulassen; im Gegenteil, die Notweudigkeit, Palästina wieder soviel als möglich mit Waldbeständcn zu versehen, stellt sieh immer noch stärker heraus. Im Gegensatz zu den weniger günstigen Ergehnissen der Bauinspcndc liefert der Ertrag der Büchsen- Sammlung ein erfreuliches Bild unserer verschärften Arbeit und ausgezeichnet funktionierenden Organisationen. In sehr vielen Orten sind die Ergebnisse der Büchsenleerung ganz erheblich gestiegen. So brachte Ailcnstcin 203 M. statt 51 M., Berlin 4100 M. statt 1850 M., Bo'1111 165 M. statt 41 M., Chemnitz 350 M. gegen 60 M. Danzig stieg von 73 M. auf 174 M. Die Eingänge aus den Büchsen in Duisburg stiegen auf das Achtfache, Essen brachte 429 M. gegen 260 M., Hamburg 1300 M. gegen 1000 M., Heidelberg mehr als sechsmal soviel wie im Vorjahre; die Eingänge aus Kattowifz haben sich mehr als verdreifacht. Leipzig ergab 452 M. gegen 246 M.; aus Nürnberg erhielten wir bisher nur eine geringe Steigerung, da jedoch in den letzten Wochen des Jahres eine große Anzahl von Büchsen verteilt worden sind, so ist zu hoffen, daß sich die Erträge im laufenden Jahre ganz außerordentlich vergrößern werden. Naturgemäß gibt es auch eine Anzahl von Orten, deren Leerungscrgebnisc nicht die Höhe des Vorjah res erreichen. Sie sind jedoch mit geringen Ausnahmen nur unerheblich gegen das Erträgnis im Vorjahre zurückgeblieben. Es handelt *ich hier u. a. um Beuthcn, Dt. Eylau, Dortmund, Erlangen, Freiburg, Halberstadt, Holle, Königsberg, München, Posen. Der Rückgang in Stuttgart beträgt dagegen fast zwei Drittel der Eingänge aus 1911. Da es nahezu überall möglich gewesen Ist. dem N. F. aus den Büchsen mehr zuzufilhren, 10 hoffen wir, daß cs auch bei den Orten zu einer Steigerung kommen wird, die in diesem Jahre nicht das Er*

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