Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 45 der bekannte jüdische Schriftsteller Onoichi der sich auch als vortrefflicher Rezitator bewahrt’ hat wird aus eigenen Werken vortragcu; Frl. Tennen' bäum, die dem Berliner Publikum nach den von ״Ost und West“ veranstalteten Abenden wohlbekannte (leigcnvirtuosin, wird jüdische Volkslieder /um Vor• trage (Violine) bringen; Herr l>r. Heinrich Löwe halt ferner einen Vortrag über Land Israel, verblinden mit Lichtbildern aus dem Leben Palästinas, Nach dem Konzert Tan/. Billetts a M. 5, 1 2 1 sind zu haben; Verein jüd. Studenten aus’ Rußland (Friedrichstr. 129); Oonzcr, Oranienburger Str, 2(1 und an der Abendkasse. ' Berlin. Die Kadlmah (Gruppe der B, Z. V ) ver• anstaltet am Sonnabend, den I. Februar, abends <) Uhr, bei Nisselbauin, Qranienburger Str. 2b, eine Versammlung, in der Herr Prof. I >r. M. Bai aha n (Lemberg) über das Thema ״Die llaskalah- E p o c 11 e in Galizien“ referieren wird. (Liste willkommen. Berlin. Zugunsten der Untcrsliit/ungskasse des Bachurim-Vercins hatte Herr Prof. I)r. A. Heri i n e r die Abhaltung von 3 Vorträgen giitigst zu• gesagt. Infolge Unwohlseins dieses Herrn müssen die Vorträge verschoben werden. Die ausgegebenen Ein• trittskarten behalten Gültigkeit. Von dem neuen Termine wird Mitteilung gemacht werde״. Berlin-West. Am Montag, den 10. Februar, spricht im Zionistischen Verein West-Berlin Herr Dr. Julius Becker über das Thema ״Z i o n i s - mus und G o l u 8 j u de n t u m“. Als Gäste sind jüdisch interessierte Damen und Herren willkommen und zur Diskussion eingeladen. Lokal; Cafe Kutschcra, Charlottenburg, Wilmcrsdorfcr Str, 53/51. Beginn: abends 0 Uhr. Berlin. Für Mittwoch, den 2<L Januar, halten die Berliner Verbindungen des B. I. C, und des K. /.. V, eine öffentliche Studcntenvcrsammlung nach den Sophiensälen einberufen, um zur A 11 s I ii n־d e rfrage an den d e u t s c 11 e n Hochs c 11 u I e 1: und zu den Beschlüssen der kürzlich stattgefundeiien all• gemeinen Sludenteiiversammluiig Stellung zu nehmen. 1200—!500 Personen füllten bei Beginn der Versainin• lang den Saal, der zeitweilig polizeilich geschlossen werden mußte. Das Referat des Abends lag in den Händen des Herrn Dr. R o s c n b c 1 g. Von unserer Seite sprachen in der Diskussion: Ref. Rosen• blüth, Rechtsanwalt G r c i f c 1111 a g c 11, Prof. Dr. Carl L e w i n , Rechtsanwalt Oron e in a 11 11 und Herr ׳Motzkin, dessen Ausführungen mit besonderer Be• gcistcrung aufgenonnnen wurden. Er führte u. a. aus, welche niederschmetternde Wirkung die An• nähme der von den Klinikern vorgeschlagenen Maß• nahmen auf die jüdische studierende Jugend Rußlands ausüben müßte. Es sprachen außerdem Herr C1 a p s k i und Herr Dr. Bernhard vom K. C. Ein jüdischer Student aus Rußland überbrachte den Dank der Ausländer dafür, daß die jüdischen Stu• deuten ihren Stammesgeiiossen in ihrer bedrängten Lage ihre Solidarität bewiesen. Es sei besonders bemerkenswert, daß die nationaljiiilisclien Studenten hier wieder einmal die Initiative ergriffen hätten Schließlich wurde eine Resolution einstimmig .׳tilge• nommen, in der sich die Versammlung mit der Forderung des Physikums für die ausländischen Studierenden einverstanden erklärt, in der aber jede Maßnähme*, die, wie etwa eine Prozcntnorin, geeignet sei, den von den russischen Universitäten verdrängten Studierenden das Studium an deutschen Universitäten unmöglich zu machen, mit Entschiedenheit ab* geleimt wird. — Die in der erwähnten allgemeinen Versammlung angenommene Resolution entspricht int wesentlichen den Hallenser Beschlüssen und weist zudem die folgenden verschärfenden Zusätze auf: 1. Ausländer bedürfen eines Führungszeugnisses einer heimatlichen Behörde; 2. Sie müssen ein dem Abiturimii und 3. das Physikum oder ein demselben gleichwertiges Examen abgelegt haben; 1. ein Examen in der deutschen Sprache; 5. Beschränkung der studierenden Ausländer auf einen bestimmten Prozentsatz nach Maßgabe der betr. Universitäten usw. usw. Weiterhin noch andere, weniger wichtige Heschriinkungsniaßregcln, die von den zionistischen Klinikern und den Betroffenen selbst als der erste Schritt zur systematischen Verdrängung russischer Juden von den deutschen Hochschulen angesehen werden. In der Versammlung, die sich von antisemitischen Aeußcrungen noch Ausschreitungen Sreihielt, erklärte zunächst ein Vertreter des K, C., daß seine Freunde diese Bewegung, deren prinzipielle Berechtigung sic nicht verkannten, nicht initmaehen könnten, da das antisemitische Motiv letzten Endes docli nicht zu verdecken sei. Als ihm vom Vorstandstisch hertihigcndc Versicherungen gegeben wurden, zog er seinen Widerspruch zurück. Dr. Zwirn war cs Vorbehalten, die antisemitische Tendenz der ganzen Bewegung rückhaltlos aufzudecken und insbesondere den Vorschlag der Prozcnfnorm energisch zurückzu• weisen, als eine kleinliche Maßnahme, die Deutsch• laiuls unwürdig sei. Seine Ausführungen wurden von seiten der Versammlung vielfach durch erregte Acuße• rungen des Mißfallens unterbrochen. Berlin-West. Der Vorstand des ״Zionistischen Vereins West-Berlin“ bestellt in diesem Jahre aus den Herren Julius Berger, I. Vorsitzender; Dr, Julius Becker, 2. Vorsitzender; Fräulein Gertrud liaase, 1. Schriftführer; Herr Theodor Levy, 2. Schriftführer; Max jakobsohn, Kassierer, und den Herren Davis T r i e t s c 11, W a r s c 11 o w i t z und A, Levy, Beisitzer. ־ - Am Sonnabend, den 25. Januar, sprach im ״Zionistischen Verein West-Berlin“ Herr Davis Trietsch über: ״Das Schicksal des O s 111 a 11 i s c 11 e n R c i c 11 c s“. Der mit der Materie genau vertraute Redner entwarf ein überaus interessnntes Bild der gegenwärtigen politischen Situation und fixierte die *;einer Meinung für uns Zionisten wesentlichen Gesichtspunkte, An der Diskussion heteiiigten sich Herr Dr. Kronstein, Dr. Flachs, Mr. Israel Cohen und A. Levy. Stettin. Am 21. Januar sprach in unserer Ortsfruppe Herr Dr. Sandler- Kudowa über das liema: ״Jüdische Kulturarbeit in Pa• lästina“. Der Redner bewies durch Wort und Bild, daß ein jüdisches Zentrum in Palästina im Ent* stehen begriffen sei, und hob besonders hcrvor; welche wichtige Rolle der Nationalfonds dabei gespielt hat. l;r streifte auch die Ycnienitenfrage, so daß im Anschluß an den Vortrag die Sammlung für die Yenienitenhäiiscr begonnen werden konnte. Auf den Namen des Redners wurden zwei Oclbäume ge• pflanzt. — Im Jüd. Turnverein sprach flcrr Julius Caspar! über: ״Unsere Stellungnähme zum A n t i s e 11111 i 8 in u s.“ Per Redner fb einen historischen Ucbcrblick und chic kritische ürdigung der Bewegung. In der Diskussion sprach Herr Levy Insbesondere über den Hochscliul״ antisemitlsinus, Das N,-F,•Kommiss,׳iriat hat Herr Hermann Jacob, Turnerstr, H>, Wertzeichen und Tele• granimforimilare sind bei ihm erhältlich. Lübeck. Am Dienstag, den 21. d, M,, sprach Frau Dr. Landau in der Zionistischen Ortsgruppe über den Verband jüd. Frauen für K u I tu rarbeit in Palästina. Der interessante, Wirkung»• volle Vortrag veraninfitc eine größere Anzahl der Zuhörer zum Eintritt In den Verband, Danzig. Am ld. d. Mts, sprach in einer stark• besuchten Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Pelz, Königsberg über: ״Palästina als J u d c!11 a n d“. Dem ausgezeichneten Vortrag folgte unter lebhafter Beteiligung von nicht* zionistischer Seite eine rege Diskussion, die sich verschiedenen aktuellen Fragen, insbesondere dem Eingreifen der Zionisten in die Qcmcindewahlen, zuwandte. In sehr wirkungsvoller Weise wurde der zionistische Standpunkt von Dr. Pelz, vertreten. Die Ortsgruppe gewann mehrere neue Mitglieder. Unsere N.-F.-Konimissärin ist t rau Jeuny Smolizanski-Tnubcr; bei ihr sind Wertzeichen und Telegrammformulare zu haben. Danzig. Uie Zionisten treffen sich an jedem I. und J. Donnerstag des Monats, abends 9 Uhr, im Schlüter-Cafe. l.eipzig. Am 28. Dezember Id 12 veranstaltete die Zionistische Vereinigung ein Winterfest als Clianukaliuachfcicr, das recht gut besucht war und einen schönen Erfolg hatte. Von den marinig• fachen Darbietungen interessierten am meisten die ״Neuen Aufnahmen aus dem Leben des heutigen Palästina“, Diese neueste Liehtbildmerie des Jüdisehen Nationalfonds in vorzüglicher Wiedergabe fand großen und lebhaften Beifall, obschon nie Bilder durchaus nicht idealisiert sind, sondern im Gegen• teil vereinzelt zeigen, wieviel nach in Palästina unsererseits zu schaffen ist. Bei dieser Gelegenheit wurde zum erstenmal das neue Spendenbtieh für den Jüdischen Nationalfonds aufgelegt. Wir hatten die Freude, 15t) M. in zwei Spenden ausweisen zu können, welche als Grundstock zur Sammlung eines ״ersten Leipziger Yenicnitenliaiiscs“ dienen werden. Einige neue Mitglieder waren das weitere Ergebnis des wohlgchingcncn Festes. Erfurt. Am Sonntag, den 10. Januar, sprach Herr Isaak Fcucring aus Halberstadt in einer gut besuchten Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe Erfurt über: ״Die geschichtliche Entwick- 11111g des Zionismus". Der Redner würdigte insbesondere die Verdienste Achad Haain’s und verstand es, in kurzer aber gehaltvoller Rede die mit dem Werdegang des Zionismus noch nicht vertrauten Mitglieder der Ortsgruppe in die Geschichte des Zionis- 11111s einzuführen. Von hohem Wert war für uns auch ein auf den Vortrag folgendes Referat des Herrn Feuerring über: ״Organisatorische Fragen“ (u. a. über N. -F,•Arbeit, die bei uns Herr l>r, Wolfheim. Johanncstr. 78, kürzlich übernommen hat). Der Abend erhielt eitlen besonderen Reiz dadurch, daß der zu• fällig in Frfurt weilende Direktor des Palästinaamtes, Flerr Dr. R 11 p p i n, Jaffa, als Gast zugegen war. Auch an dieser Stelle sprechen wir Herrn Fcucring und Herrn Dr. Ruppin unseren herzlichsten Dank für den schönen, anregenden Abend aus. Kattowitz. Der Vorstand des Gruppenverbandes O. -S. bat beschlossen, auf den Namen der Gg. Max H e c k c r und Frau aus Anlaß ihres Wegganges von Obcrschlcsien ein Yemenitenhaus zu errichten. — Die Ortsgruppe Kattowitz trägt den Gg. Alfred Müller anläßlich seiner Verlobung ins ״Goldene Buch“ ein, — N.-F.-Kommissar für Kattowitz ist Fräulein Grete K I e in a n n , Querstr. 10, für Gleiwitz Hermann Aron h c i m , Turmstr. 4—6. An diesen beiden Stellen werden die Beiträge für die oben erwähnten Zwecke entgegengenommen, Stuttgart. Wenn in der letzten Nummer der ״J. K.“ berichtet wurde, daß hier in Stuttgart eine Bczalcl-Ausstcllung geplant ist, so können wir heute schon Bestimmteres sagen. Die Ausstellung findet vom 12. bis 18. Februar im großen Saal des Aus• »tcllungsgcbämks der Kgl. Württ, Zentralstelle für Gewerbe und Handel statt. Da in diesem Gebäude fast ständig Ausstellungen sind, ergießt sich schon an und für sich ein Strom von Besuchern hierher. Dem großen Komitee, das zu dem Bestich der Ausstellung entladet, gehören außer den Vorständen fast samt• lieber jüdischer Körperschaften noch an: Herr Prof. Dr. Gu st mann, Kgl. Hofrat, Emst Keil. Chefredaktcur des Neuen Tageblatt, Kirchenrat Dr. K ron c r, Prof. P a n ko k, Direktor der Kgl. Lehr- und Versuchswerkstätte, I'rof. Dr. Pasanrck, Dircktor des Landcsgewerbamuscums, Landau (Pfalz). Auf Einladung des Vorstandes hielt am 25, d. M״ abends, Im Verein ״Concordia" Herr I’rof. Drcyfuß aus Straßburg einen Vortrag. Als Thema hatte er ״Das jüdische Problem“ gewühlt. Unsere ״zionistenreine" Gemeinde hatte Gelcgenlicit, sich mit dem nationalen Problem bekannt m machen, und aus der Stimmung, die Jm Saale herrschte, war herauszulühlen, daß der Vortragende cs verstanden hatte, Saiten anzuschlagen, die einmal später lauter erklingen werden. « ft Anfang Februar erscheint: ן ft RICHARD LICHTHEIM: ft ״Das Pr0£L2::£״n1 des Zionismus“ Neue veränderte Auflage 1 1 -21. bis 30. Tausend- * ft ♦ 1 Preis SO Pfennig 100 י Exemplare M. 20,— ■ Preis 30 Pfennig f . ** I f m