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Jüdische Rundschau · 1913-01-24 · Heft 4 (24.1.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 4 (24.1.1913)
Date
1913-01-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 36 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4 TURnen 5-sport Organisationsfonds der Jüdischen Turnerschaft A. Förderer -Beiträge: (Wer jährlich M. 20, (xler einmalig M. 50, /;1111t, Turnerschaft“.) jälirlich wird ״Förderer der Jüd, Verb, im K. Z V. ״I Ias111011aca“-Berlin Verb, im K.7. V. ״J(>rduni־״-Münvhc1t Verb, im K. / V. ״Ivria“-Frciburg Rechtsanwalt I >r. M. Zirker-Bcrlm Rechtsanwalt J Ileilbniiin-Herhn Theobald Scholcm-Berlin Dr. Walter Wcigert-I lainbnrg Leopold Abraham-Hamburg Leopold Landau-Mamburg l>r, Adler-Liibeck A. (ielhcr-Düsseldorf Kurt Hliimenfeld-Ikrlin Rechtsanwalt Ascher-Schönlanke Redakteur Anton I.ewin-Berlin B. Sonstige S p e n den: Theobald Stholcnt- Berlin Leo Michael * I lambttrg Josef (ioldschmidt - Mamburg Walter (triin-Wicn 1111) 2, b, 1.00 Angeregt durch die gimstige Lntwiekltuig der innerhalb seiner Verbands) ereine bestehenden Spor tab teil ungen hat der ״Deutsche Kreis“ der ,,Jüdischcn Turnerschaft‘‘ ein ausführliches Rundschreiben versandt, in dem die (irtinduug solcher Abteilungen in allen grillieren Vereinen angeregt wird. Ls werden dort weiterhin auf (iriind der bisherigen Erfahrungen detaillierte Angaben gemacht darüber, wie sich die Durchführung dieser Mallnabmen am sichersten bcwerkstclligcn lasse, welche Sportarten unter bcstimmten Verhältnissen /u wählen seien und in welcher Weise sich die Sportabtei'ung organisatorisch in den Rahmen des Ciesamtvcreins einzufügen hat. Auch den I. K re i s t u r n t ag , der für die Ostcrfcicriage nach Berlin einberufen ist, werden diese Fragen bcschuftigen und es wird den Besuchern neben theoretischen Referaten auch praktische Anleitung auf den verschiedensten Sportgebieten geboten werden. Fraglos wird es gelingen, durch eine vorbehaltlose Aufnahme des Sports in das Programm der Turner- Schaft, wie sie bereits auf dem V. Turntage im Mai v. J. erfolgt ist, der jüdischen Turnsache weite Kreise zu gewinnen, die ihr bisher noch fern stehen. Aus Haifa wird die Bildung eines Turnvereins gemeldet. Der Berichterstatter der ״Welt“ schreibt dazu: ״Hier, wo es weder eine Turnhalle noch Turngerate gibt, ist das nicht so cin'ach wie in Europa, aber man darf hoffen, dal! d :r Eifer der jungen Leute alle Schwierigkeiten überwinden wird, lk׳r Verein, dem sich sofort 32 Mitglieder anschlossen, turnt in der Schule des Hilfsvereins, deren Lehrer, Herr Neumann, unter Mitwirkung von Dr, Auerbach den Tumbctrieb leitet. Die Mitglieder sind in der großen Mehrzahl Arbeiter. Besonders erfreulich ist die Beteiligung einer erheblichen Anzahl junger Sephardint, denen diese Körpcrübimgen etwas völlig Neues sind, die sie aber mit großer Begeisterung aufgreifen. Es versteht sich von selbst, daß im Turnbetrieb nur Hebräisch gesprochen wird, Vielleicht ist diese Organisation dazu bestimmt, die bisher getrennten Elemente der jüdischen Gemeinde auf neutralcm Boden zusammenzufübren.“ Laut Beschluß ihres letzten Kartelltagcs sind die drei Verbindungen des ״K. Z. V.“ der Jüdischen Turnerschaft als Förderer beigetreten. aus dem Gemnben Berlin. In der Dezembernummer des Gemeindebiatts werden folgende Austritte aus dem Judentum bekannt gegeben: Arzt Dr. Ludwig Nagel, Neukölln, Bergstr. 151 - Buchdmckereibesitzcr Fritz Hermann. Derflmgcr Str 8. ״ Frau Else Schultzc, geb. Rosenthal, Aalesunder Sfr. 1. Kaufmann Paul Liebenlhal Charlottenburg, Nettclbeckstr. 11. -- Frau Bertha Ranschoff, geb, Neuberg, Charlottenburg, Sybelstr. 20. T i'1?״*1״' Clara Margot Asch, Charlottenburg, Wieiandstr. 24. - Stoßarbeiter Karl Cohn, Neukölln, Bergstr. 129. - Schneider Max Markus Guth, Neukolln. Sandcrstr. 16. — Bankbeamter Ludwig Sohn, Charlottenburg, Monunscnstr. 19. - Prakt. Arzt Heimann Arndt, Lichtenberg, Möllendorfstr. 43. - San.- Rat Dr Hermann Frank, Keithstr. 4 - Ingenieur Georg Rosenhain, Solmsstr. 24. Frau Franziska Rüdiger, geb. Mendel, Bcrlin-Schöiieberg, Goltzstr. 2. ~ Fräulein Alice Rund, Charlottenburg, Schillcrstr. 10. Frau Martha Tilge, geb. Asch, Charlottenburg, Mommsenstr. 34. — Fraulein Meta Läufer, WeindÜÜKT8 2ו‘ ~ Arzt Dr. Georg Zepicr, Charlottenburg, Reichskanzlerplatz 5. — Dr. rer. pol. Fritz Bauer, Charlottenburg Nürnberger Str. 22. Lagerist Alfred woh5, Bcrim-Hohcnichdahauscn, Obcrsccstr. 16, Fabrikbesitzer Ludwig Sternberg, Charlottenburg, Hardenbergstr. 14. Frau {;Ina Slcrtdierg, geh, Moor, ebenda. Kaufmann Siegmund Schleimer, Berlin- M;iriemlorf, Chaussocxtr. 50. Frau Noemi Paulmc l'rank,!׳eb, l.evy, Keithstr. I. (.iselettr Isidor Aronsohn, Charlottenburg, Neue Christstr. 4. Berlin. lk׳r gciuciiisamen Kundgebung dcr.״Judisehen (ieineinde zu Berlin“ mul der ,,Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M.“ vom 1. Dezember v. J. gegen die Erklärungen der Rabbinerverbande bähen sich außer den Gemeinden Köln, München, Königsherg, Wiir/burg auch die Vorstände der Gemeinden III Otfeiilmcli a. M., Darmstadt, Mainz I-audauj i. Pfalz, und Worms aiigcschlossen. Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hat, wie die Cieineinde Königs* herg Pr., den Abschnitten I, 2 und 3 der Erklärung zugestimmt, zugleich jedoch für Abschnitt 4 eine andere Fassung beschlossen, die jedem Vorgehen entgegentreten will, das geeignet sei, die Autorität der liberalen Rabbiner zu beeinträchtigen. Berlin. Wie wir erfahren, hat der geschaflsführende Ausschuß des Verbandes der deutschen Juden beschlossen, tlie nächste General vers a in in 11111 g des Verbandes, die in diesem Jahre (1613) statulenniäßig stattfmdeii muß, diesmal nach Hamburg einzuherufen, und zwar gleich nach den Herbstfesttagen, auf den 9, November. Desgleichen können wir initteilen, daß die Herren Dr. Bärwahl und Prof. Dr. Kalischer in den Ausschuß neu berufen wurden, zum Vorsitzenden der jHilitischen Abteilung Herr Jusli/rat Fevinson mul zum stellvertretenden Schriftführer Herr (ich. Justizrat Dr. Fuchs gewählt worden sind. Berlin. Professor William Wolf, der Chordirigent der Synagoge in der Fiiideustr., ist während eines Vortrages 1111 Letteverein einem Herzschlag erlegen. Er halte eben seine Ausführungen beendet, als er plötzlich yiisaiiiiiicnbrach und wenige Augenblicke spater verstarb. Prof. Wolf war aus Breslau gebürtig, kam aber frühzeitig nach Berlin und genoß liier seine musikalische Ausbildung; er wandte sich später der Forschung und dem Lehrberuf zu. Als Miisikscliriffsleller hat Prof. Wolf einen Itervorragenden Ruf genossen. f>er Verstorbene ist 75 Jahre alt geworden. Pinne. Der Oberpräsident der Prov. Posen, Herr 1). Dr. Schwartzkopff, hat der jüdischen Gemcimlc Pinne zum Umbau ihrer baufällig gewordenen Synagoge eine Beihilfe von fünftausend Mark gewährt. Hannover. Von dein Lchrgutc Steinhorst geht jetzt der erste Jahrgang landwirtschaftlich ausgebildeter junger Glaubensgenossen ab. Die jungen Leute kommen resp, kamen alle gut’ unter, auf bäuerlichen Betrieben und großen Gütern, und sie bewähren sich in ihren Stellungen. Wie iiier schon öfters hervorgehoben wurde, ist cs bei geeigneten Verbindungen keineswegs schwer, auch für jüdische Landwirte Stclhingen zu finden, die entsprechenden Positionen im Gewerbe oder Handel auch an Einkommen durchaus gleichwertig sind. Da nun zum Frühjahr der älteste Jahrgang unserer Stcinhorsier Lehrlinge ausgelcrnt r 1 r\ n r\ N f!r ,1י1 , ין חי״״ י* *r-a 11J kJ ü yjy ■ Aus. Tel-Awiw meldet der Draht, - Man ist verzweifelt, man weiss keinen Rat. Die Dienstbotennot ist ungeheuer, Kein Mädchen an des Herdes Feuer, Kein Stubenmädchen mit Stäuber und Wedel, Kein Lampenputzer, kein Kindermadel. Es fehlen Knechte. Mägde und Kutscher, Waschfrauen, Ammen und Stiefelputzer, l'.sgibtdor(keinen Dienstmann,kcinMessenger- Nicht cinmal’ncn richtigenScltabbesgoy! [Boy Ycmcniten, Araber, Türken und Juden Stürmen alle Vermietungsbuden Und suchen Diener und Dienerinnen, Gärtner, Winzer und Winzcrinnen, Kurz alle dienstbaren Geister der .,Welt“, Bei guter Behandlung und vielem Geld. Drum hat die Frauenvereinigung nichts Wichtigeres vor, Als schnell zu gründen ein Mietskontor, Wo das Gesinde bei Kaffee, Gesang und Ball ’ne Herrschaft findet auf jeden Fall. Am Dienstag, der 4.Februar, abends nach 8, Wird in den Prachtsälen des Westens das Bureau aufgemacht. Vcrmieuingsgebühr 1,50 Mark pro Person, Vier Dienstboten haben für 5 Mark es schon. h$ rechnet auf grosse, zahlreiche Beteiligung Die Jüdisch-nationale Frauen Vereinigung. UillnttH zu imlxm bni: Kl«. tingor, Wilnwidorf, Diitmolitor Str. &S, Fm״ pr. Foevy, Knatanlonalloo 2 uml 111 «Inn lluchlmndiun(״«,׳ von Foul» Lumm, N0un Kriodrlclmti*. 6I-G3, 8, Linlmuur. 210, Oonzor <>rtt11li?nb11rgf1r*tm*M0. ' ' ■יייסא haben wird, werden 1913 auf dem Lehrgut Steinhorst wieder eine Anzahl Plätze frei. Junge Leute, die Neigung und Begabung für den landwirtschaftlichen Beruf bc ■ätzen, fmdeii in Stcinhorst eine musterhaft auspcstattete Lehrwirtschaft, aber auch eine gute, gesuiide allgemeine Erziehung und Fortbildung. Die Lehrzeit dauert drei Jahre. Wege« tler Bedingungen im einzelnen erteilt Auskunft: die Alexander und Fanny Sinionscltt Stiftung, M a n s a 11 a u s, H a n n o v e r. Köln. Zu Beginn der diesjährigen Winterkatnpagitc sind, dank der Initiative unserer rührigen Elberlelder (iesinmingsgenossen, in sechs rheinischwestfalischen Städten, nämlich: Köln, Dortmund, Düisbürg, Düsseldorf, Elberfeld und Essen, hebräische Kurse ins Lehen gerufen worden, tlie teilweise bereits glänzende Lrfolge auf/uweisen haben. Als l.eiter sämtlicher Kurse wurde in Herrn rand. pbil. Adler. Düsseldorf, eine Persönlichkeit gewonnen, tlie durch ihre wissenschaftliche und pädagogische Qualifikation in gleichem •Maße prädestiniert ist, das begonnene Werk entgegen den Erfahrungen früherer Jahre - zu einem guten Ende zu führen. Die Kurse umfassen etwa 75 Teilnehmer Akademiker, Kaufleute, junge uml ältere Damen , und das Interesse au tler Sache nimmt von Stunde zu Stunde zu. Die Unterrichtsmctltodc des Kursleiters vereinigt in glücklicher Weise eine systematische Ausbildung in der Grammatik mit tler Eintührung in tlie moderne Literatur und Anleitung zur Konversation. In letzter Zeit zeigt sielt das Bcstreben, nach Möglichkeit tägliche Kurse b/w, Hebungen zu arrangieren. Ist auch dir Zahl von 75 Kursteilnehmern nicht gerade überwältigend, so heweist doch die ganze Veranstaltung, daß nunmehr auch im assimilierten Westen der ernste Wille zu planmäßiger, positiv-jüdischer Arbeit sich Bahn gebrochen hat. So scheint die Pflege der hebräischen Sprache geradezu zuin Seliiboleth einer wahrhaft zionistischen Gesinnung zu werden. Möge das Beispiel der rlieinisehen Gesinnungsgenossen in anderen Oruppcnverbinden Nachahmung finden! München. Bekanntlich gestattet das Münchener ()risst,11111 denjenigen Geschäftsinhabern jüdischer Konfession, die ihren Geschäftsbetrieb am Sabbat (Sonnabend) und an israelitischen Feiertagen ruhen lassen, ihr jüdisches Personal am Sonntag von 10 12 Uhr hinter verschlossenen Türen m beschäftigen. Ein Münchner Kaufmann, der seine Gehilfen am Samstag Abend nach Ende des Sabbats von < ,7 9 Uhr beschäftigt hatte, wurde wegen Uebertrejung des Ortsstatutes angeklagt mit der Begründung, daß die Bezeichnung Sabbat (Sonnabend) int (jesetze den ganzen Sonnabend, d. h. also bis Mitternacht umfasse. Obgleich eine derartige Auslegung offensiclitlieh dem Sinne und dem Wortlaute der Bestimmung ins Gesicht schlägt, hatten sich ihr sowohl Schöffengericht als Landgericht angeschlossen. Der ober-te Gerichtshof hat nun die vorinstanzlichen l .nt- Scheidungen zwar aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen allein er hat gleichzeitig die ganze Bestimmung des Ortsstatutes für rechtlich ungültig erklärt. Die gegenwärtig gellende Gewerbeordnung lasse einen Unterschied in der Festsetzung der Arbeit»- Zeiten nur für G e s c h ä f t s b r a n c 11 c n nicht aber für Konfessionen zu und das Ortsstatut befinde sich daher im Gegensätze zu den zwingenden Bcstimmungen des geltenden Rechtes. Nach dieser bedeutsamen Entscheidung werden die gcsctzestreucn Kaufleutc angesichts ihrer sclnvergeTält rdeten religiösen und wirtschaftlichen Interessen um so mehr alle Kräfte aufbieten müssen, um die Annahme des zurzeit in Ausarbeitung liefindlichcn neuen Gewerbeordnung»■ Entwurfes durclizusctzen, der endlich klare Bahn schaffen und eine schwere wirtschaftliche Ungerecht!״• keit, zum kleinen Teile wenigstens, ausgleichcn will. Floß b. Weide (Bayern). Es wird uns mitgeteilt, daß in der hiesigen Gemeinde eine Lehrerstelle frei ist. Fixum 1700 M., dazu ca. 400 M. Nebeneinnahmen durch Stiftungen, Schächten usw. V/SR6IN5־ RUNDSCHAU Berliner Vereinskalender Januar. Dienstag, 28.: Jugendverein Charlottenburg: Gescluchtsvortrag Blitz. Mittwoch, 29.: Talmud Thora Kncseth Israel: Vortrag. >4> Februar: Sonntag, 2.: Bar Kochba: Wetturnen. Vortragsabend im Ticrgartcnhof. Montag, 3.: Verein zur Pflege hebräischer Musik: Konzert, Sonnabend, 22,: Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport: Maskenball. Berlin. Wie allgemein bekannt sein dürfte, befindet sich seit einigen Jahren in Berlin eine Talmud- Thora-Schule Kncseth Israel, von derem sogen»- reichen Wirken man sich in den von Zeit zu Zeit veranstalteten Prüfungen zu überzeugen Gelegenheit hatte. Es hat sich nun ein Komitee von Damen gebildet, zwecks Gründung eines Frauenvereins der abgenannten Talmud-Thora zur Förderung der Interessen dieser Anstalt und hauptsächlich soll für das leibliche Wohl der Schüler nach jeder Richtung hin Sorge getragen werden, und zwar durch Beköstigung bedürftiger Kinder, Lieferung von Schulutcnsilien Veranstaltung von Fcricn-Ausflügcn usw Am Mittwoch den 29. Januar, abend» t/,9 Uhr, findet int Burghotcl’

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