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Jüdische Rundschau · 1913-01-17 · Heft 3 (17.1.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnements auf die wodi^ntlirh am Freitag er• *eJiriwml• ״Jüdiarhe Hundari1auM kontrti bri der Kiprditbn und bei allen l’tMamtrrn vierteljährlich 1,8DM., autierhftlb DeutsdilaiuJa und Oealerreich-Ungarn• 2, ~ M.j für Mitglieder jüdischer Vereine im Sammclberug durcJi den Verein 1,— M, Verlag JUdiach• Rundschau E. G. rn. b. H. BERLIN W. 15» SMchaladie Strafte 8 Telephon t Amt Uhlam! 845. (learlilifUntundeni 9 1־ und 4 autter Sonnabend und Sonntag. I I I I I I I I I I_ L*. w״. Anzeigen kosten für di« ■<“dh*ge*j»aUen# Petit- Zeile oder deren Raum 40 1*1.| Stellen- Angebote und •Gea««’h« sowie Verein«• Mitteilungen und ״Klein« Anzeigen* □ □ nur 30 Pfennig. □ O Manuakripte werden, wenn Porto beiliegt* stets *uniek gesandt Rrdaktionaachluftt Mittwoch vormittags. Redaktion Jüdische Rnndachan BERLIN W. 15, Sächsisch« Straft« ft, Telepbooi Amt Uliland 845. Im 1 . . rv . 1n Vmm mmJJ ל U U VJ Nummer 3 XVIII. Jahrgang Ausweis Scliekel: für 1912: Berlin 1, für 1913: 1 rankfort :1. M. 20,-•, Hürde 1,--, Gladbeck I,—, Gey b. niircn 2, , Nurdliauscn 2, , Festcnhcrg 1. , Reiikum 1,- , Wanne 1, Rappenau 2, , llalber- Stadt 10, , Kotthus 1, , Bliunentlial i. II. I, , Wcl/Iar I, , Weilienfels I, , Koriin 7, , (Iran• den/ I, , üuttstadt 1 M, Landesorganisationsbeilrägc: 1. Ortsgruppen: uir 1012: B. Z, V, 351, , Kosclimin 8,--; für 1013: B. Z. V. 12, , Dusseldurf (Ein/elhcitrng) 3, , Flberickl-Ikiniien (I. Rate) SO,־-, Berlin (Lin/1׳!hcitrag) '3, , |-'r,־mkü1rt a. M. 0,- , Gladbeck j. W. 3,--, Hürde 2, , Gey bei Diireu 3,•Festenberg 2, , BlnmeitUial i, II. 2, AL 2. L i n 7. e 1 p e r s o n e n: für 1012: Be/alel Glücksnhn, Danzig, 5, ־׳, l)r. Jul. Lüh, Rcichenhall, 25,־-■; liir 1013: l)r, William Unna, llanibiirg, |;), , K’eclUsanwalt Laelimaiin, Berlin, III, , I);■. Leoi, Weilienfels, 5, , Meier Rosentbal, Wet/Iar, 0, , Else t'mldstein, Kotthus, 5, , Ur. Würzburger, Rappenau, 10,- , S. Salonion, Wanne, 13, , Bernhard Baum, i’enkim, 5,—, Reinliold Warburg, Nurdluuren, 11, , Joseph Warburg jun., Nordhausern, I», , Rechtsainvalt Dr. Lpsicin, Duisburg, 2Ü, -, Be/a'el Glück* Sülm, I .׳ 111/1:׳, S,—, Dr. Kassel, Rosen, 21), , Dr. Weigert, Berlin, 10,—, David Rakowski, Stettin, 5, , Referendar Erwin Cioldemann (V.j.St,), Berlin, 5, , Dr, Gustav Bradt, Berlin, 10,—, Bruno Rictfk.'nvski, DIat/, 5,—, Max Kober, Breslau, 20, . Referendar (in tav l.evy (V.j.St.), Boleben, 5,- , F'rau Jula Herrm.'imi, (iraudenz, LI,—, Rudolf Schick, Leipzig, 7,0!), Raak Heimann, Frankfurt a. M., 20, , Rechtsanwalt Dr. jur. Koppel, Horde, 3, , S. Stern, I lankfurt a. M., 7,--, Leopold Bmnell, Frankfurt a. M., II), -, Josef Schachmi, München, 10,—, M. Stcrnberg, Varel, 3, , M. Kolm, München, 5,—, Moses Mayer, Frankfurt am Main, 5,—, Dr. L. Jutkowski, Militsdi, 5, , J. Hahn, Posen, 3,—, Dr. Arthur Reiz, Konigsberg, 20,- , J. Mai'kowilz, I lohensalza, 10, ־, Kurt Bettsak, Friedenau, 3, M. Rothschild, Magdeburg, 3, , Frau Helene (ialcwski, Rleschen, 10,—, S. Ilurwitz, Dresden, 10,—, B. Ilurwitz, Dresden, 10, -, Karl Rosenlieimcr, Frankfurt a. M,, 10,—, Louis Woiff; Heilsbirg, 5,—, N. Joseph, Berlin, 8,—-, Frau Johanne de Taube, Karlsruhe, 3, , Dr. in cd. Sachs, Berlin, 50,—, Max Jacobe, Nürnberg, 5,—, M. Sambursky, Königsberg, 3,—, 'S, Meyerowitz, Wanne i. W., 3,--, D. Seluvarz, Guttstadt, 5,--,׳ Dr, llantke, Berlin, 200,—, Dr. Scjiemarja Lewin, Berlin, 30,—, Joseph Bernhcimer, (iailingen, 10,—, Apotheker Boschwitz, JelSniiz (1. Rate), 1(),—, Frank S. 1 Icrrmaim, München, 25,—, J. Rasclielcs, Wilmersdorf,!<>,־-, Dr, Alfred Maall, Berlin, 20,—, AL Bodanski, Kotthus, 5,—, William Arnsdorff, Bartenstein, 50,—, Martin Ruppin, ALigdcburg, 10,—, Julius Simon, .Mannheim, 50,—, Zahnarzt Schrugenlicint, Berlin, 5,—, I >r. Rücck,. Liehstetten, 5,—, l'ruu Dr. Zade, Stettin, 5, - , Dr. Mai, Zerkow, 5,—, Leopold Alt mann, Breslau, 5,-, Gustav Kugel man 11, Wagenfcld, 5,—, Otto Weinberg, Dortimiml, 3,—, Hermann Lob, Biii/bach, 3, -, Max Silbersohn, Massow, 5,—, Gustav Gladtke, Osterode, 5. , J. Garfunkel, Schmallcningkc11,5 ׳,--, Dr. Bainbirgcr, Kroiiach, 25,—, Dr. ALijcrc/uk, Berlin, 10, ■■׳, l.onis Rerlmann, Tilsit, 0,־ •, Rruf. Dr. R. DreyfuH, Strahlung, 20, , Dr. TI1. Zlueisti, Berlin, 20, , Frau Rosa Fuchs, Gels, 5,—, Frau Johanna Weinberg, Dortmund, 5,— M. 3. Verschiedene Spenden: Königshüttc 4,- M. Eingang vom 9. bis 15. Januar 1913: Schekel: für 1912: 1,— M.; für 1913: 00,— M. Landes- « rg a n i s a t ion sbc i t rii ge: für 1912: '189,— AL; für 1913: 1120,50 AL Gesamteingang•. Schekel: für 1912: 7232,25 AL-1rk; für 1913: 220,— AL L a n d c s o r g a n i - s a t i o 11 s b c i t r ii g e: für 1912: 19 580,46 AL; für 1913: 2017,50 M. Berichtigung, Die in Nr. 2 als Landcsorganisationsbeiträgc für 1913 ausgcwiesencii 5,— AL von Herrn Auerbach- Essen und 20,— M. von Herrn Daniel Trcti-Lsscn Waren für den Zentralfonds des Aktions-Komitees eingczahlt. Die Addition ändert sich dementsprechend. Die Sammlung für unseren Landcsorganisationsfonds 1912 wird tu den nächsten Tagen geschlossen, und wir bitten dringend, alle noch rückständigen ״Der Zioninznus erstrebt für das jüdisdto Volk die Schaffung einer öffent• ildt-rcclitUch gesicherten Helms tiltte in Palästina. Baseler Programm. Beträge ohne Verzug an uns gelangen zu lassen. Mit Genugtuung können wir feststellen, dal) eine grolle Anzahl unserer Freunde die Notwendigkeit eingesehen hat, der Leitung auch ir,1 netten Jahre sofort ihren Beitrag zu leisten. Da wir naturgemäß über einen ständigen Fonds nicht verfügen, sind wir bei unserer Arbeit auf einen früli/cüigen Eingang unserer Ein* kaufte besonders angewiesen. Der Januar sollte allmählich von jedem Zionisten als der Monat angesehen werden, in dem er seinen Jahresbeitrag zu leisten hat. Wir dürfen wohl hoffen, dal! uns die Einsicht und Disziplin unserer Gesinnungsgenossen auf diese Weise manche zeitraubende und unangenehme Erinnerung erspart. Adresse für Geldsendungen! Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bankkonto: A. H. Heyiminn & Co., Berlin NW., Unter den Linden 59. Hermann Cohens Erbe Seitdem Ju.diz.rat BentHrd Breslauer in der bekannten Denksclinlt des ״Verbandes der Deutschen Juden“ d;e moralische Kränkung und wirtschaftliche Schädigung, die den jüdischen Universitätslehrern in Deutschland dauernd zu* gelügt wird, zahlemnälSig erlaßt hat, wissen wir, dal) die Aussicht aut ein Ordinariat sich beim jüdischen Dozenten im Verhältnis zu seinem christlichen Kollegen mir etwa wie 3:10 verhält. Durch die Taufe lassen sich die Aussichten allerdings reichlich verdoppeln und wir gelangen zu dem Ergebnis von 5:8. Wer nun nicht etwa in das russische Prinzip der ״Rrozcntnorm“ vernarrt ist und es auch auf die Anstellungsvcrliältnissc der akademischen Lehrer in Deutschland angewandt wissen will, der wird einer kleinen Verschiebung dieses Verhältnisses — zum guten wie zum schlechten — im allgemeinen keine besondere Bedeutung beimessen; und wir hätten keinen Anlaß, uns mit der Neubesetzung des von Hermann Cohen so lange Jahre hindurch verwalteten Marburgcr Lehrstuhles zu befassen, wenn nicht die Maglichkeit, einen jüdischen Philosophen zu berufen, :0 0 10 Die Vorstände derjenigen d Vereine, welche die Abonnementsbeträge für das I. Quartal 1913 noch nicht eingesandt haben, werden dringend gebeten, die Überweisung sofort vorzunehmen. Beträge, die am 25. Januar d. Js. etwa noch nicht eingegangen sind, werden wir unter Spesenberechnung durch Nachnahme erheben. BERLIN W15 Sächsische Str. 8 hier in allzu offenkundiger Weise umgangen worden wäre. Mit dem Namen Hermann Cohens verbindet sich bekanntlich der Begriff der Marburgcr Schule. Diese geistige Schöpfung Cohens verkörpert eine ganz bestimmte (irundrichtung der systematischen Philosophie, die sich in bemerkenswerter Weise durchgesetzt hat und es gewiß verdient hätte, daß ihr auch nach dein Rücktritt Cohens die Wirkensmöglichkeiten einer akadänischen Tribüne gewahrt würden. Allen, die mit den Verhältnissen vertraut waren, bot sich mm in dem Berliner Privatdezenten Ernst Cassierer die gegebene Kandidatur für die Neubesetzung des Lehrstuhles, und wer gewohnt war, solche Dinge unter unpolitischem, wissenschaftlichem Gesichtswinkel zu betrachten, nahm mit Sicherheit an, daß ihm als dem einzig wirklich Berufenen das akademische Erbe seines Meisters anvertraut werden würde. Bei dieser Annahme hatte man allerdings nicht in Rechnung gesetzt, daß Cassierer zu jener Kategorie gehört, deren Aussichten in solchen Pallen im Verhältnis von 10:3 herabgemindert sind. So kam es, daß die Marburgcr Professur der systematischen Philosophie überhaupt entzogen wurde und daß man den jungen Straßburger Experimentalpsychologen , Erich Ja entseil berief, dessen wissenschaftliche Qualitäten nicht in Zweifel gezogen werden sollen, der aber im eigentlichen Sinne als Nachfolger Cohens nicht anzusehen ist. Damit ist das einzige im engeren Sinne philosophische Ordinariat, das einem Juden anvertraut war, in seiner besonderen Eigenart kassiert worden und auf einen Nichtjuden übergegangen. Das ist die Art, in der Deutschland seine großen Denker und ihr Werk zu ehren weiß — wenn sic Juden sind! Achnlich wie in den meisten Fällen, wo bei uns befähigte Juden hinter minder qualifizierten Nichtjuden zurückstchen müssen, ist auch hier die Schukh'rage schwer zu entscheiden. Machen die Fakultäten wirklich ganz frei von äußeren - Einflüssen ihre Wünsche geltend, wenn Leute wie Cassierer, Georg Simmel, Jonas Cohn, L. W. Stern und andere systematisch von den Stellen, die ihnen zukommen, fcrngchalten werden, oder haben wir hier nur wieder einmal eine besondere Spezies des regierungsseitigen Antisemitismus vor uns? Man wird gut tun, beide Stellen von der Schuld an dieser Rechtsbeugung nicht ganz freiziispreciicn. Unsere Gelehrten und Forscher aber, die in selbstloser Weise den Wissenschaftliehen Ruhm ihres Vaterlandes mehren helfen, wissen schon längst, daß ihnen in Deutschland weder die Resonanz ihres Wirkens noch die äußere Anerkennung ihrer Arbeit bcschiedcn ist, durch die ihre nichtjüdischen Kollegen ausgezeichnet werden. Cohens Marburgcr Schule, deren besonderer jüdischer Gedankeninhalt schon oftmals aufgezeigt wurde, wird auf deutschem Boden ihre schönsten Blüten nicht treiben können, weil ihr die Pflege und Förderung, die solche Ideen nun einmal nicht entbehren können, versagt bleiben muß. W i r aber leben der Hotfnung, daß noch einmal die Zeit kommen wird, wo der jüdische Genius auf heimatlichem Boden im kongenialen nationalen Milieu, unbehindert durch feindliche Strömungen, sein höchstes schöpferisches Ver- 1 mögen entfalten wird.

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