Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1912)
- Date
- 1912-12-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 52 :■«Me 507 die in Loiulun stehenden jütlischcii Mannschaften der englischen Armee, unter ihnen die berittenen Truppen, baumlange Kerle in seltsamer Uniform, die Londoner Territorial» und viele ehemalige Soldaten und Veteranen wurden in grollen Kolonnen zur Synagoge geführt, unter jüdischen Offizieren mul Korporalen. Einige Graub.irtige trugen nur noch Soldatenroek oder Hose, alle aber marschierten str.uiuucn Schrittes herein. I )am! kamen die Schwestern und Samariter des Koten Kreuzes in ihrer Tracht und nahmen eine Seite des Tempels ein. Die grolle Anzahl der jndisehen Frauen, die sich diesem Berufe gewidmet hnhen, überraschte mich; sie legt jedenfalls Zeugnis davon ah, dall sie auch hier nicht znrnckstehen. Den Schinit bildeten unsere Scout ho ys, diese frischen gesim• den Burschen, in ihrer schmucken Uniform, stolz oh der Beachtung, die ihnen heute wieder einmal geschenkt wurde, voran ihre!•"ahnen, eine englische' Nationalflagge und ein Männer mit dem Mögen David. Die Musikkapelle eines l.omloner Regiments nahm auf den hinteren Bänken Platz. Dann kam der Hauptuiomeiil: der Einzug der höheren Offiziere (es gibt hier manchen jüdischen Oberst), und - mit seiner ganzen altcnglischcn Pracht — des Lorilmayor* (()herbürgcrmcisters) und des Sheriffs (obersten Uielilers). Der (iottcselienst wurde geleitet von Rcv. Michael Adle r, dem jüdischen l eldkaplan der englischen Armee, und dein• Chason A. L. Gordou. Nach dem Maarivgcbet wurden die Lichte angezündet. Der Kaplan hielt eine Predigt von der mit einem Union Jack geschmückten Kanzel herab. I r sprach von den Makkahaeni, von dem jetzt wuicu• den Krieg, in dein jüdische Soldaten sieh überall hervorgetan hätten, und ermahnte zur Tapferkeit mul Vaterlandsliebe. Darauf wurde die Cltaimkahliyiuue gesungen, für die Rabbi F, L, C o 11 e 11 eine meiste!•• hafte englische Uebersetzung geschaffen hat, die in ihrer Art viel schöner ist als die bekannten Ver* dciitschungen. Die englische Nationalhymne beschloll die Feier. Draullen ordneten sieh die Truppen zum Abmarsch und kehrten unter Musik in ihre Kasernen zurück. Ich niiilMe all andere Länder denken, in denen die Juden weit mehr als es hier in England geschieht, Kraft und Lehen zur Verteidigung des Landes dar• bringen. Ist auch dort eine solche, von der Obrig* keit patronisierte Feier möglich? England versteht es, a 11 e seine Bürger patriotisch zu machen, mul Heer und Marine sind hier nicht schlechter deshalb, weil sie jüdische Offiziere besitzen. Diese militärische Chanukaiifeier ist eine hohe Schätzung des ,,Fremd• lings im eigenen Lande", ein schönes Beispiel für alle Nationen. AUS;D€M GCM6IMÜ61 Berlin. Hier wurde soeben ein Komitee 7.11r Erhaltung der Einheit der deutschen Judenheil auf breitester Basis gegründet, welches es sich zur Auf• gäbe setzt, gegen die drohende Gefahr einer sdiismatischen Zerklüftung innerhalb der deutschen Judenheit Vorbciigiiiigsmaürcgeln zu tielfen. Dieser Heuegiing kann sieh jeder Jude ansehliclicn, der dieses Programm des Komitees anerkennt. Dein Komitee geboren I Icircn aller Rhhfimgeii au. Berlin. Das Zentralkomitee des Hiltsvereins der Deutschen Juden hat einstimmig Herrn Oscar T i c t z, Berlin in den geschättsfnlirenden Ausschuß und I lerrn D. w i c s o t / k y , Moskau, in das Zentraltralkomitee gewählt. Beide Männer haben sich bereits seit langem um das aiisgehtviule Werk des I lilfsvcr• eins in hohem Malle verdient gemacht. Berlin. Am Id. d. M, fand im Hause von Herrn Franz Philipps o 1111 zu Brüssel eine Aussprache zwischen Vertretern grober jüdischer W o 1111 ä t i g k e i t s g e s e I i s e h a f t e 11 stall. Es wurde besonders über die gemeinsame llilfstätigkeit zur Milderung des durch den Krieg hervorgerul>nen Elends auf der Balkauhalhiuscl eine prinzipielle Verstär.digung herbeigelührt. Berlin. Das Mitglied des Kuratoriums der Lehr* anstalt für die Wissenschaft des Judentums, Herr Gclieiinrat Professor Dr. Hermann Cohen, ln ab• sichligt, vom 7. Januar ah, Dienstag abend 8—0 Uhr, in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestr. El, über .,Den Begriff der Religion" Vorlesungen zu halten, lieber die Vorlesungen sollen dann auch einstündige Ucbtmgcu abgehaltc» werden, zu deren zeit* liehen Festlegung diejenigen, die au ihnen tcilzunehmen wünschen, nach der ersten Vorlesung in der Aula Zurückbleiben mögen. Meldungen wegen der Zulassung zum unentgeltlichen Zutritt sind persönlich werktäglich z w i s e h e n 10 u » ü 2 U h r oder Schriftlieh an das Sekretariat (Artilleriestr. M) zu richten. Bremen. Eine wahrhaft ergreifende Chanukah- Feier veranstaltete das hiesige Komitee des Hilfs- Vereins der deutschen Juden den jüdischen Aus• Wanderern in den Auswaudererhallcn. Die etwa 300 Auswanderer wurden reichlich mit Gebäck, Obst usw. bewirtet. Nach dem Anzünden der Clianukahlidde stimmte ein unter den Auswanderern anwesender russischer Chasser mit schöner, mächtiger Stimme das Hatikwoh an. Herr Rabbiner Dr. Rosenak hielt JUEDISCHE RUNDSCHAU eine zu Herzen gehende hebräische Ansprache, die mit grobem Interesse autgeiioiiiim ii wurde. Zu heller Bi■gcistcruug entflammte Herr Sektcl 1r Bloch alle Teilnehmer in seiner warmen, lebendigen, national• jüdischen Jargoiircdc. Nicht emleiiwolkiiiler Beifall wurde ge/ollt, ai-. der •Redner vor der Menge ein hl.ui-weiile. F.ilmchen entr«rille, dasselbe küble und die I leim.ulo .111 mit wahren Makk.1h.it 111 wrglicb, die noch linile חס . Judentum leiden und k.mipicii. Im junger Emigrant rezilicitc russische indische DiclUcr. Unvergeßlich wird wohl allen der schöne, erhellende Augenblick bleiben, wo der Chasser mit einige״ jungen Leuten ein ergreifendes Sil mclcch raehanum lür die gefallenen Bruder im li.dkaiikiiege sang. Slraßnurg. Wie wir den ״Nachrichten des Sta* tistisrhcii Laiulesaiules Itir hlsaß-Lulluingcii‘‘ eiltnehmen, Italien sieh 1111 Jahre 1011 101 jüdische Mannet und 187 jüdische Frauen verlieh.•itet. In 175 Fällen waren beide "leih• indisch. Zwischen Katholischen und Juden wurden 11, zwischen Evangclisdtcn mul Juden 20 Elten gCM'hloswu. Berner- Kcnswert ist die Abnahme der IleiraUn unter den Juden. I heirateten 1000: III, 1011): •KB, 1011:381 Juden. Die äuberst geringe Fruchtbarkeit der jüdischeii Elten hat neben dem ständigen Rückgang der jüdischen Bevölkerung überhaupt auch die Ver• niintlerung der jüdischen Eliesehliebtmgeii zur notwendigen Folge. c i m s י r? u H DSC h a u Nürnberg. Anläßlich des Ahlohens des Prinztegeiiteii Luitpold von Bayern sprach der zionistische (inippeiiverli.ind Bayerns «lein Priuzrcgciitcn Ludwig seine Teilnahme aus. Er erhielt hierauf folgendes Telegramm: ״Dem zionistischen Gruppen verband Bayerns danke ich bestens für die herzliche Teilnähme an der Trailer tun meinen in Gott ruhenden I lerrn Vater. Ludwig, Priiizregent." Nürnberg. Sonntag, den 5. Januar 1013 findet in Nürnberg die Tagung des zionistischen Gruppen- Verbundes Bayerns statt. Die Angabe der Ingesorduung, des Lokals und der Stunde erfolgt in der iiüclistcu Nummer der Jud. Rumlsc•hau. Berlin. Im Jüdischen Ruderklub ״Ivrla" sprach am 10. d, M. Herr Parteisekretär Kurl Blumenfehl über: ״Nationale Kämpfe int Judentum". In der gewohnten meisterhaften Weise führte Herr Bhimcitfeld, ausgehend von den Mnkknhäcrkiimpfcn und ihren Ursachen, ans, dab im Gegensatz, zum Ae.similaiitentum auf unserer Seife statt einer nur kritischen Objektivität eine freudige, begeisterte Parteinahme Platz greife. Infolgedessen läge auch, während «lie Ideen jener ״guten Juden" mit ihrem ’l’ode ebenfalls dem Untergang geweiht seien, nur hei uns «lie llo! mutig auf eine frohe Zukunft, auf ein starkes Geschlecht. Die Verwirklichung dieser I loffmmg erstrebe auch «lie ״Ivria", indem sie וון ihrem engen Kreis zur Ertüchtigung unseres Volkes beitrag«•. Der Herr Referent erntete für seine ausgezeichneten Ausfühlimgcii den vollen begeisterten Beifall der Versammlung. Stettin. Am II. Dezember veranstaltete der Jüdische Turnverein eine interne Chamikahleier. Die Fcstiedc hielt Herr Dr, B a e r. -- Am 17. sprach Im Jüdischen Jugendbund Herr RahU. Dr. Worms über die l<!tust w a r t d e b a 11 c. I )avou ausgehend, «lab mit dem Aufliöicu «|cs Antisemitismus «lie ״Judenfrage" attfliöre, führte er ans, «lab mau heute von einem ,,Jmleiijiroblem" spreche. Goldsterns Aufsatz sei geeignet, uns zum Nachdenken anzuregeu, inlialtlieh sei vieles widerspruchsvoll und falsch: in «ler Aufrichtung des jmlcustaatcs m Palästina sei keine Lösung zu ei blicken. Oh nicht solche Aussprachen «ms mehr sch,nieten als nützten, stehe «laliin. In der Dehatte sprach von zionistischer Seite Herr Dr. Ha er. Er führte aus, «lall mit «lern Ende «les Antisemitismus die Judenfrage nicht attfliöre ־• sondern beginne (Abfall, Mischehe). Der Zionismus sei «las stärkste jüdische Ideal und mit KuHurdeutseUtum wohl vereinhar. Der Zionismus wimsehe die öffentliche Ausspräche über das Jtidenprohlein und verdamme die '! olsehweigelaktik der liberalen lllälter. Sud.um sprach Herr Rabbiner Dr. Wiener: Nationaljuilenluin sei eine Sache des Willens, es lasse steh nicht beweisen und nicht widerlegen. Auch wenn *ler Jiidcnstaat entstanden sei, werde cs noch ein Piasporajudcnlnm geben, das allerdings stark ahbröckcle und vielfach sich auflösc. Für «lies finlcutiun sei die Religion als erhaltend notwendig. Die Stellungnahme Lissaucrs sei ebenso ab/uielmeii wie «lie Totschwcigetaktik «1er liberalen Blätter. Die offene Aussprache schade dem Judentum nicht. Im Sdilubwort gab der Vortragende seiner Befriedigung über die sachliche Diskussion Ausdruck und verlas «las Schlußwort des Goldstein• scheu Artikels. Nürnberg. Die grobe Versammlung, welche wir am lö. Dezember mit Julius S i ווו o 11 als Referenten vermistaHctcn, bedeutete einen unheslrcitbarcn Erfolg für unsere Sache und, wie gleich gegenüber einer tendenziösen Berichtnotiz des Fränkischen Kurier betont werden soll, eine eklatante Niederlage des liberalen Rabhinatsvcrtrcters. Hatte schon unser Pro* test gegen die Angriffe Dr. F r c tt d c n t h a 1 s wie eine Bombe in die Nürnberger Judcnhcit cingesch'a• gen, so taten die greil-gelben Plakate, welche die ״Protcstvcrsanunlung" mit d«'1n Thema: ״Ziontsm u s und liberales J u d c 111 u m" ankündigten das übrige. Tage vorher wurden die Dinge, die da kommen wurden, cifrig-t *rollert, und «lie so n,ci!>t wui «In! (legiii rii geübte Piopag.isitki zeitigte «las e1l1«‘11li(he kc-.11Sl.1t, da!) <i1 r gioiic Adler'•;!.(! am Ver*.aininhin;;;abeml «lieht;:ciullt war. I'1111 auch die /uliiiici-ali.iit, wchhe bei fiuliereii Anlassen nur■ vereinzelt Angehörige liberaler Kreise auf wies, zeigte diesmal ein .imlncs Bild, /.war waicii wetler 8e. 1.111 \*. iinleii Di. I muiciilii!1 ■!lu-t crsGiit neu, noch ein hnwiiiagemles Mitglied dt r Kului-geiiiciiidc, weither vor kurzem den Zionisimr• als die verdirb- I11l1-.lt* Hewej.iiii;; 1111 Jiuleiitimi 1 >l 11‘iitjit 11 bezt u lmete und «lein 111.111 durch äpczinlcml.nlmig Gelegenheit gej;eben hatte, seine Behauptung zu beweisen, aber das liberale Element w ar sehr s|.,1k vertreten und wir bemerkten zu miscin Eiciido im Saale manch-11 N'ürulurg.ci und I ווו ther Kom111erzienr.it mit Gattin, denen der Ziiuiisiniis w*»hl loslier lediglich *lureli I ).!!Stellung seitens 1ms«׳rer Gegner und tltier Presse tick.mnt war. Unser I. Vorsitzender, Singer, gab in kurzer und vornehmer Weise ein Bild von *len Anlassen zu der VciSammlung und benutzte «lie Gelegenheit, tun energisch «t« 11 Abgeordneten Beek, «ler sielt wieder fi11111.1l ui einer Versammlung des Bundes der Landwirte 111 Ntirnlierg den Zionisten aiilnedcni wollte, ab• ziKchültcln. Dur« 11 ,Singers kategorische Erklärung war *len I lens«liaitcii, die gierig «lie Becksclic Aeiißcrung als willkommenes Argument gegen «len Zionismus ergiiflen, der Wind aus den Segeln genommen. (Das Israelin•.«he Wochenblatt in < lebweiler!reut sieh h«> reit - königlich 1111er den letten Bissen und druckt anderthalb Spalten von dem .inliseuiitisclieii Gewäsch alt. D. Red ) Julius Simon, der dann «las Wort eigfilt, schilderte die zionistische Bewegung, weit .111 holend, m meisterhafter Form. Wie vmiu-hm er <i!h ui.I «len iibci 1R11 Angriffen, insln oiul. re Dr. I icudnithal, .01 ,eiii.oidei a tzte, w ie er (las indische ( uw 1-•« u iiuw ulilti*, «lie zwingende Logik des /ioiiisiisclieii Gedankens «larlat, das wird allen, die seiner Rede lauschen «luriten, 1111 vergeblich hleiheu. Ganz abgesehen von der aktuellen Zweckm.iliigkeit des Simons«hen Vortrages, war man 111 Kreisen der Gesimmiigsgciuissen einmütig der Ansicht, il.ib es zur eigenen Lihaumig und Stärkung der ArbciDfremligkeit notig ist, des öfteren solche Itcmiemii und begeisternden Interpreten moerer Idee zu hören. Als Simon geendet hatte, ertönte minutenlanger Beifall, der so einmütig und staik war, «lab (ler Vorsitzende Muhe hatte, siel! Gehör zu schaffen. Die Diskussion sctz.te sofort scharf ein curcli das Auftreten des 2. Rabbiners (eines der b i l :1 teiscliredier «kr famosen leichtlinieii), der in Vertretung seines Vorgesetzten und im Namen des liberalen Judentums dem Referenten ungemein seliarf cntgcgciitrat. so heftig, dab er zuweilen durch unwillige Zurufe und Lachen aus dem Publikum unterbrochen wurde. Seine sachlichen Linwände waren herzlich schwach, uni so kräftiger die Schmähungen, die er sich gegenüber dem Zionismus leistete. Als sich der sehr erregte geistliche Herr in schroffstem Sehulmeistertoii das Lachen verbat, fühlte man so recht die Wahrheit des Sprichwortes: Freund, du ha.l unrecht, denn du wirst grob! Simon führte den Redner sogleich timl sehr sch. 11 f ab, ohne in den gleichen Ton emziistiimiieii, wie jener. Und dann kam, w.is' nicht za vermeiden war, cm ausgedehnter Redekämpf zwischen der Orthodoxie und den Schöpfern der Richtlinien. 111 vorgerückter Stunde wies dann noch O r d c 11 s t c i 11 nach, wie die Notwendigkeit der zionistischen Gemeinschaft gerade angesichts dieser Streitigkeiten unter den Richtungen im konfessio- . lullen Judentum plastisch vor Augen trete! Gegen l Uhr nachts erst wurde die Versammlung geschlossen, welche in ihrer Großzügigkeit an die Zeilen der Gründung unserer < )rt-gnippc erinnerte und sicher das Interesse au dem hohen zionistischen Ideal in der Nürnberger Jtideiiheit mächtig gefördert hat. Im gemütlichen Zusammensein mit Julius Sülioit wurde der Dank der Oitsgruimc durch Sammlung von 3t) M, lür das bayerische Yemenitenhaus zionistisch hetätigt. Stuttgart. Sonntag, den S. Dezember, sprach in einer allgemem zugänglichen Versammlung der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Parteisekretär Kusenbaum über das Thema: ״Der Jüdische N a t i 011 a I f o 11 d s, seine O r g a n i s .11 i o n 11 u d seine A u f g a h e n". Glogam '1 rotz grober Schwierigkeiten halte cs sieh der Zionistische Diskuticrklim nicht nehmen lassen, w*mi::slens «lureli eine «leine Feier der ,Makk.1häcrzcit würdig zu gedenken. Zu diesem Zwecke hatte «kr Vorstand für den <>. Dezember die Mitglieder des Klubs und mehrere unserer Bewegung nahestehende Personen zu einer Ciiniuikah-Fostsitzung eingeladen. Der Vorsitzende, Herr Moritz. K r i s t c 11 e r. eröffucte die für «Sic hiesigen Verhältnisse ziemlich gut besuchte Versammlung und wies auf den Zweck der Sitzung hin. Hierauf wurden die Chanukahlichter aiigczuiidct mul das Moattssur gemeinschaftlich gcstingcn. Dann ergriff der 2. Vorsitzende des Vereins, Herr Kurt i t tut an 11, das Wort zu der Festrede. Im weiteren Verlauf des Abends wurden von einigen Mitgliedern Gedichte von Rosenfeld tt. a. sowie mehrere jüdische Lieder vorgetragen. Der schöne Verlauf der Veranstaltung ixt um so erfreulicher, als sieh um das Zustandekommen last mir die jüngeren Mitglieder bemüht hatten, während die älteren es v0׳r/.0gen, zu der Feier gar nicht zu erscheinen. Bcsonders aber bat cs in zionistischen wie antizionistischen Kreisen Befremden erregt, dab die hiesigen zionistisehen Akademiker seihst dieser Feier fernblichen. Memel. Das Makkabüerfcst der Zionistischen Vereinigung hatte außerordentlich viel Besucher in den Viktoriasaal gelockt, die den doch immerhin bcträchtlich großen Raum bis auf das letzte verfügbare Plätzchen füllten. Die Einleitung des überaus reich-