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Jüdische Rundschau · 1912-11-01 · Heft 44 (1.11.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 44 (1.11.1912)
Date
1912-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 44 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 423 Juni erstattete Herr David Freund den Bericht über den Delegierteitlng, während Herr!sank F ene rring im September über die Sitzung des Zentral• komitces referierte. Sämtliche Vortrage fanden in Schekclzaldervcrsamiiilimgcn mit geladenen Gästen statt, von der Veranstaltung einer öffentlichen Vcr- Sammlung wurde im vergangenen Jahre abgesehen. Die zionistische Erziehung, insbesondere der jüngeren Mitglieder, wurde wesentlich durch den Aushilduugs• kursus gefördert, der zur vollsten Zufriedenheit der 34 Teilnehmer, unter Leitung des Herrn Ref. Felix Rosenblüth- Berlin, abgenalten wurde. Die Zahl der Schekelzahler stieg auf SS (darunter 33 Mis* rachistcn) — bei einer jüdischen Bevölkerung von zirka 850 Seelen. Die Arbeit für den Nationalfimds versah eine besondere Kommission, die uainentlieh im zweiten Teil des Jahres gute Erfolge erzielte. Von Werken des Jüdischen Verlages wurde ein ständiges Kommissioiislager unterhalten, der Ums'alz in Büchern des Jüdischen Verlages erreichte die Höhe von 37צ M. Der Verbreitung jüdischer Literatur unter den Mitgliedern diente ferner der Verkauf Von Losen des Hamburger Vereins, die Propaganda fiir den Uczalcl oblag ebenfalls einem besonderen Vcr* freier. Der Gcsamteingang für zionistische Zwecke überstieg wiederum den des Vorjahres 11m zirka 30U M. Im Laufe des Jahres wurde fiir die Ortsgruppcnnütglicdcr dasobligatorische ״R u n dschau" •Abonnement eingefübrt, zur Hebung der Nationalfonds-Eingüuge wurde ein Spendcnhuen eingerichtet und die Selbstbesteuerung weiter aus• gebaut. An den Arbeiten des Mitteldeutschen üruppenverbandes nahm die Ortsgruppe regen Auteil. — In der Debatte, die sich an den Ikricht anschloß, wurde das Arbeitsprogramm des kommen• den Winters eingehend bcsnroclicu. Es wurde he* schlossen, wenn möglich auclt in diesem Winter einen Ausbildungskursus zu veranstalten und das zehn• jährige Bestehen der Ortsgruppe Ende des Jahres durch ein Stiftungsfest zu feiern. -- Z11111 Vorsitzenden des Vereins wurde Herr David Freund, zu Mitgliedern des Vorstandes die Herren J'c 11 erring, H c i d c m a 1111, Fritz. O p p c 11 h e i m c r und Rosenthal gewählt. — Vor dem geschäftlichen Teil der Generalversammlung batte Herr l>r. I'ritz Bacr ein Referat über: ״Die nationalen Ideen in Jehuda Hälevjs Kusari“ erstattet. Bilanz der Zionistischen Vereinigung ״Tikwath Zion"־Halbcrstadt für das Jahr 5672 — 1911/12. Ei 11 na 11 men: Bestand am 1. Oktober 1911 .... M. 00,76 Vereins-Beiträge und Spenden . . . 376,- Beiträge zum Ausbildungs-Kursus . . . f| n- Zeitungen . 10(1,70 Kommissions-Gewinn Jüd. Verlag . . I» H,')0 Schekel . 88,— Organisations-Beiträge ....... 107,- Zentralfouds, Tachkemoni, Mass . . . 05,- Shares-Club. 75,- A. P. C. u, P. L. D. C. Shares . . . 225,50 Misracbi-Koloninl-Fonüs . Nationalfonds: »> 10«,- Allgemeine Spenden. ti 08,50 Sclhstbestcucrang ....... 283,50 Telegramme und Marken .... 05,- Oelhäumc . 306,- Büchsen . H>6,35 Landspende .. 40,- Sammclbogen und Karten .... 27,05 Summa M. 2151,20 Ausgaben: Versammlungen und Ausbildungs-Kursus Zeitungen, Bücher tmd Broschüren . . Landes- und Organisations-Beiträge . . Mitteldeutscher Oruppcn-Vcrband . . . Porti und Spesen. Ucberweisungen an den Nationalfonds . Ucherwclsuiigen an diverse Institutionen Schekel . ........ Bestand . ... . .. M. tf II II I» I» >♦ 131,20 HS,- 202,— •l()r. öS,(16 10׳,1076 405,50 ׳ ,88 15,10־1 Summa M. 2151,26 N a c 11 b e in e r k u n g der Redaktion: Wir haben dem Berichte unserer Halberstädler Freunde mit besonderer Oemigtimng in dieser Ausführlichkeit Raum gegeben, da er uns ׳mit einigem Recht als Musterbeispiel dienen kann dafür, wie eine zionistische Ortsgruppe mittleren Umfangs ihren mannigfachen Aufgaben gerecht werden kann, ohne daß auch nur ein Zweig ihrer Tätigkeit vcrnach• lässigt wird. Bemerkt sei noch, daß uie Verhältnisse in llalbcrstadt für den Zionismus durchaus nicht besonders günstig liegen, so daß ähnliche Erfolge bei gleich gewissenhafter Arbeit gewiß auch in vielen anderen Orten Deutschlands zu c!׳zielen wären. Hannover. In einer von etwa 50 Personen hesuchten Versammlung der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe sprach am 26. Oktober Herr Assessor Dr. Jacob sobn aus Lüneburg über: ״Die Sc gen w artige Lage des Zionismus“. 111 er Diskussion wurde besonders unsere Stellung• nähme zu den neutralen Jugend vereinen besprochen. Mit Ausnahme eines einzigen stellten sich nlfc Dis• kussionsredner prinzipiell auf den Standpunkt, den Dr. Weinberg- Dortmund in seinem Artikel: ״Neutralität“ in Nr. 41 der ״Jüd. Rundschau“ präzisiert hat. Octeilter Meinung war man über die Frage, ob cs richtig ist. die Entscheidung schon jetzt 11erbeizufübren. ~ Es erfolgten zwei Ncuanmeldungcn zur Ortsgruppe. J. K. Damit die Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" ordnungsmäßig erfolgen kann, richten wir an die Herren Orts• gruppcnvorstchcr sowie unsere Einzelmitglicdcr das höfliche Ersuchen, uns von Adressenänderungen umgehend Kenntnis zu geben. Bei Reklamationen über den Nichtcrhalt des Blattes konstaticrcn wir in den meisten Fällen, daß das betreffende Mitglied verzogen, ohne uns seine neue Adresse anzugeben Verlag ״JlldiacSie Rundschau“ BERLIN W. 15, Sächsische Straße 8 Iserlohn. Der hiesige Literaturverein eröffnetc seine Wintcrtiitigkcit mit einem Vorträge des Herrn stud. pliil, Lauge aus Elberfeld über das Thema ״Judentum und Messianismus“. Ikr Redner entwickelte den uns bekannten Missionsgedanken der liberalen Rabbiner, nach dem dereinst die jüdische Religion über die ganze Menschheit verbreitet tmd ein ewiges I'riedeiisreieli errichtet sein wird. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Referendare E 11 r I i c 11 und M e 11 d e I aus Altena. Sie hielten dem Redner entgegen, daß zur Verbreitung solcher großer Ideen über die ganze Menschheit eine machtvolle Stellung der Missionare gehöre, daß abei dem heutigen Judentum die äußere und innere Kraft dazu fehle. Deshalb müßte es die näclistliegeudc Aufgabe sein, der anormalcii Lage und der inneren Auflösung der Jmleiilieit abzuhelfeii. Die sich nnsclilielh nde Ichhafte I )chatte ülwr den Zionismus, — in der einige Zionisteufresser den Zionisten 11. a. auch vorwarfen, sic wüßten seihst dann die Diskussion auf zionistische Fragen zu lenken, wenn von Steuerpolitik die Rede seil! hatte den Erfolg, daß unsere Gcsiuimugs• genossen die Gelegenheit hatten, manch irrige An* sicht aiifzuklärcn. Der Eindruck, den die Diskussion zurückgelassen hat, ist jedenfalls günstig genug, um die Hoffnung zu liegen, daß die von den beiden Herren in diesem Winter geplante zionistische Arbeit von Erfolg sein wird. Stuttgart. Am 27. Oktober eröffnet« die hiesige Zionistische Ortsgruppe ihre Wiiitertätigkeit mit einem internen Vorlrag des Herrn Naeltum Goldm a 11 n - Frankfurt über ״Zionismus und Pers ö 111 i c 11 k e i t“. Dem Referenten gelang cs, hei dem wohldurchdachten Aufbau des Vortrags in seiner bekannt guten Rhetorik jedem in überzeugender Weise darzuttin, daß Bekenntnis /.tun Zionismus und Arbeit für den Zionismus Voraussetzungen zur ״Persönlichkeit der Juden'* sind. In der angeregten Diskussion sprachen die Herren Kopetzki, Roscnthal, Schwarz, und Dr, Loch. Schluß des redaktionellen Teils. Geschäftliches Homburg v. d. H. Zu einer Zeit, wo die meisten Kurorte ihre!*forte schließen, um einen längeren Winterschlaf nn/utreten, dürfte es von Interesse sein zu hören, daß in diesem Jahre zum erstenmal das einzig bestellende rituelle Sanatorium für Erholung*• bedürftige, Nervöse tmd innerlich Kranke auch wallrciul der Winterzeit seilten Betrieb aufrecht erhält. - Seine freie sonnige Lage, die völlige Heizbarkeit, die große Anzahl von Oescllscliaftsräumcn, die gute Erreichbarkeit Frankfurts, sowie der ständig gute Besuch dürfte auch während der Winterszeit einen Aufenthalt hier empfehlenswert erscheinen lassen. Verein zur ieliieidung armer Jüüis&itor!!Inder ׳»—- ■■■-■—. E. V. - .־־י ■■■■■— Am Sonnabend, den 9. November d, J, vcuuvstillten wir in ihm Oohiiintr.’iUnion der ״Pllllharmonlc", Bernburger Straße 2223־ eia , Künstler-Konzert mit ilaruuf fulgt'ttdi'iulom Ball. Ihr«• Mitwirkung für •las Konzert haben in llchensw1!r4ig*t<־r Weise zugesagt: Königl. Umu|1ern»itngerin Frau Melanie Kurt, Ka1n1mr*itnge1in Frau Margarete Arndt •Ober von 4er Hontet. K1unmt׳r!>äm׳er ihrr Rudolf Berger von dar Konlitl. Hofajmf, Köuigl. ll״lo)M׳r11s:i»g1>r Herr C. Bfonsgccst, Herr Alfred Wittenberg. mmmmmmmmm Anfang da! Konxart• prätlto 8'/, Ubr | Dar Vertu»״( d״r V.tntrUtiknrton An<lut*tut6 Im ])iironnde• Voroln«, W M, IltHontlr. 105, Uartoiil». I (Amt l.tltzow, lei'-׳) uml |)!1י A. WtrlliMni, t«ulpt(|־ar Htr. Iit'4־l!tl mul keiitilr. S. AulJ.ir dort Klntrit'.*knrt1'11 ti g,0>׳ M. wonlun noch in bcirlirinkl«r Antalil onmcrlnrtn l’lut/o 1»u«1t0j״־l)an nml «wart Kn»orvlurto Uallio 1—5 A 5 Mir, Kollio 11 —10 ä 4 11k,, Itoihn 11—15 5 U 51k, L0|(0n• und Unlkon-PlitUo d 6, 4, U Mk. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst: Predigten: Freitag, 1. N o v e m bc r, abends: in allen Synagogen •11! Ulir. Synagoge Lindenstr.: Zweiter Gottesdienst: abends 8'/.׳ Uhr: Rabbiner Dr. Bergmann. Sonnabend, 2. November, vormittags: in der Alten, Kaiserstr.- 11. Rykcstr.׳•Synagoge 9 Ubr, in den anderen Synagogen: *Fruligottcsdicnst 8 Ulir, I I a u p t g o 11 e s d 1 c n s t: 10 Uhr. Predigten: Synagoge Rykcstr.: Rahh. Dr. Stier. Neue Synagoge: Rabl». Dr. Weiße, Synagoge Cüt/.owstr.: Rabb. Dr. Biuinentlial, Jußcudgottcsdlensti S v u a g o g e F a s a 11 e 11 s t r,, n a c 11 nr. 4 Ubr: Ral»b. Dr. Hoclifeld. A b e n d g o 11 e s d i e 11 s t: 5 Ulir 21 Minuten. Ü o 11 c s d i e n s t a n d e n W o c 11 e n t a g c n: m o rgen 8: in der Alten, Kaiserstr.- u. Rykestr.-Syn* agoge 7 Ulir, in den anderen Synagogen 7'/z Uhr; abends: in allen Synagogen 4'/.׳ Ulir. Die Bibi iot lick der jüdischen Gc* me i nde, Ornnicnhiirgcrstr. 28, - Biiclieraiisgabc und Lesesnal — ist geöffnet: Montag bis Freilag 10 bis 2 Uhr, Sonntag 10 -I Uhr, Lesesaal außerdem Montag bis Donnerstag 1—8 Uhr und ia den Monaten Oktober bis März am Sonnabend von 7—9 Uhr. Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland Gtldicndurfgcu lind •imchtfcullch tu flehte!»'»״ Herrn 1 Mai WolI«t*ln«r, ChtiloUcnbiarg, Roether-SlraB« J. * lll»"' ■» *"■Hl —II * Dar JttdUeh• Natlonnlfnmt« i»t dntu huitimmt. pntiutlnliohoa 110400!»1• flo»1»mtolK«ntura da« jadltchan Volk״« m erwerl>oo and nuf 0wIk<1 Znitan «u orlinltcn. Vom li. ZiouUt«nkon1(ro•• . 1001 gegrUiulnt, bo'lUt ar linnta ein VnrmOgua von Ubor 8 Million«״ Stark. Der Jüdische Nationalfonds hat für die verflossenen drei Quartale einen Gesamtbetrag von 392 473,31 M, an eingegaiigcncn Spenden aus• weisen können. Das bedeutet gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Steigerung von zirka öl (MM) M., während dieser Zeitraum von 1911 mir eine solche von zirka 51000 M. brachte. Ein erfreuliches Wachstum zeigen insbesondere die Eingängc aus Rußland trotz der dort herrschenden un« normalen Verhältnisse. Unter den Hauptstützen der Sammeltätigkeit des J. N. F., Rußland, Oesterreich, Nordamerika, Deutschland, weist Deutschland die stärkste prozentuale Zunahme auf, die Spendencrträgnissc haben sieb bei uns um 32 ״.! erhöht. So angenehm dieser Aufstieg auch sein mag, mehr als ein Hinweis auf eine zukünftige noch intensivere Arbeit darf er für die Nationatfomlskommissärc nicht bedeuten. Verglichen mit den palästinensischen Aufgaben des J. N.-F. für die nächste Zukunft erscheint das Gesamtergebnis der Sammlungen sogar durchaus ungünstig. Der Nationalfonds bedarf sehr erlieblicher laufender Mittel zur Durchführung auch nur eines Minimalprogramms. Es steht zu befürchten, daß die im Jahre 1912 erwarteten Summen nicht mehr aufgebracht werden, wenn nicht für den Rest des Jahres eine «och viel energischere Propaganda einsetzt. Wir sind überzeugt, daß sich die Gesinmmgsgenossen, insbesondere die N.-F.-Kommissäro, mit Eifer einer Arbeit widmen werden, die fiir die Haupt• atifgabe unserer Organisation, die Palästinaarbeit, die notwendigen Mittel beschafft. Der Gesamtauflage dieser Nummer Ist eine Zahlkarte der Nationalfondsvcrwaltung für Deutschland beigelegt worden. Wir bitten die Gesinnungsgenossen, von diesem Zahlungsmittel recht ausgiebigen Gebrauch zu machen. Die Berliner Gesinnungsgenossen, deren N.-F.- Büchsen in diesem Jahre nocli nicht geleert worden sind, werden gebeten, dies der Zentrale für Deutsch-!and, W. 15, Sächsische Str. 8, initzuteilcn. Die Leerung der Buchsen wird dann alsbald veranlaßt werden, Lconie Salomo 11, Berlin, gratul. ihrem I. Schwager Nathan Kaminski zum bcstandenen Examen.1,— Leopold Appel, Elwina L a c 11 rti a n n, Hans u. Trude S t c 1 n i t z, Berlin, danken allen, die ihnen kondoliert haben .30,— Dr. Ludwig P i n c 11 s, Berlin, freut sielt über d. Sammeleifer d. Orüiibergcr.1,— Fritz Schneemann, Myslowitz, gratul. 8. I. Vetter Fritz Schneemann (V.J.St.) München, zum Geburtstag .. —,50 v.

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