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Jüdische Rundschau · 1912-10-18 · Heft 42 (18.10.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 42 (18.10.1912)
Date
1912-10-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 402 JUEDISCHE RUNDSCHAU Ni 42 iii- Be* angchörig, Frauen um! Tochter vmi Advokaten, Acrztcn. Baumeister» uml gutsituierten Kain'lenteii. Diese Tals.iclie nimmt die ״Jüdische Zeitung“ /.um Aiilall, tlcii oftmals verhängnisvollen Einfinll der ״modernen" f;rau auf das Fainilieiilebcit des disclien Mittelstandes /um Ausgangspunkt einer trachtiing zu maelieii. Sie schlicht: ״Hs ist zur Ailgcincinerscheimiug im jüdischen Miitcl-äandc ge* * worden, dall der vom weiblichen Teile der I amilie getriebene Aufwand einen ganz unveiiliiltmsmällige» Teil des {iesainteiukonimens absorbiert." Die Wiener Zionisten sind anlälllieli der bevor• sichenden Neuwahlen für die K11II1isgen1ei1ulca׳|uäscu* tanz mit ihrem KuUusgemeindeprogrnnim in die Ueffenlliehkeit getreten. Galizien Die von den galizischcn Zionisten eingcleitetc Sammlung zur Schaffung eines llaiifomls für das lichrHisclie Gymnasium in Jerusajem hat bisher einen Helrag von nahezu •10 001) Kronen ergeben. Die Sammlungen sollen fortgesetzt werden, bis die Summe von HM) 000 Kronen aufgebracht ist. Um die Aktion bat sieh insbesondere Herr l)r. (i. Zipper aus Lemberg verdient gemacht, der seit Monaten das ganze Land bereist, um für die Jerwsa•!einer Anstalt in grollzügiger Weise Propaganda zu machen. Itussfund ln der ״No wo je W re in ja" veröffentlicht M. M c n s c h i׳k o ff einige hochpolitische ״Enthüllnngen“ über die Balkankrlse. Danach 5 eien sieh Deutschland und Oesterreich einig über die Aufteiliuig der Türkei: Oesterreich erhält Saloniki, *las gegenwärtig den Juden ״gehört" (I), Dafür erhalten die Juden weite (ichictc Kleinasiens, um ihren Juden• Staat zu begründen, Das ist wohl der Gipfel politischer Hinsicht, und alle weiteren Enthüllungen können uns nicht mehr staunen machen. Frankreich Auf die von der französischen Menschenrecht־'• liga an den Ministerpräsidenten Poincnre ge• richtete Aufforderung, er möge auf (iniml der fran* zösisch-russischen Handclsvertrüge von 187-1 und 100b bei der russischen Regierung in der Angelegen• heit der Pässe der frnn/ösisehcli Juden intervenieren, erwiderte Ministerpräsident Poincnre iu einem ein• gellenden Schreiben, dall er eine derartige Inter• veiition für unnütz und gegenstandslos ansdieii müsse, da in dem Vertrage vom Jahre 1871־ ausdrücklich erklärt werde, dall die Vertragsbestimmungen iu keiner Weise die politischen und sonstigen Vor• Schriften bezüglich der Hcliamllung der Ausländer heciuträcliligeu können. fanatische werden. Hetzreden gegen die Juden gelullten Naeli einer neueren Statistik gibt es in Mazeilonieu iusgYsaiut bl '*10 luden. Davon leben im Viluici Salonoki V>3.!<) Juden, während die Gesamt• lH־v<1ik1*n11i|' in tliosctu vilajft, wclchv* das siulliciH* Mazedonien umfalil, I H6 JUI) Bewohner zahlt. )111 west liehen Mazedonien leben •1730 Jmlcn. In Albanien gibt es insgesamt 11 (MM) Juden. Amerika Der amerikanische llolscliaflcr in Petersburg, (:mlis (mild jr., der zurzeit iu Washington auf Ur־ taub weilt, hat dein Präsidenten lall vor kurzem über die Vorschläge der russischen Regierung be* treffs der Erneuerung des gekündigten I laudelsver־ Irages Bericht erstattet. Wie in gntiiiforniierien, der' Regierung naliestelieiidcn amerikaiiisclieu IHätteril versichert wird, sind die bisher mündlich gepflogenen Verhandlungen des Botschafters mit den zuständigen russischen Stellen soweit gediehen, dall demnächst zu einer schriftlichen Weiterbehandlung der Auge* Icgcnhcit vorgegaugen werden soll. Nach den (ie* nllogi uheüen der russischen Diplomatie finden näm• lieh derartige schriftliche Unterhandlungen erst statt, nachdem im mündlichen Meinungsaustausch eine gewisse Annäherung zwischen den beiderzeitigen Stand* punkten erzielt worden ist. Jedenfalls hat, wie in guümtcrriditctcu politischen Kreisen Amerikas ver* lautet, Knhland seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, die amerikanischen Wünsche in Erwägung zu ziehen und die Erneuerung des Handelsvertrages auf neuer Grundlage;mzustr'chcn. Nun ist es vollkommen ausgeschlossen, dall Amerika den im Vorjahre ge* kündigten Vertrag erneuert, ohne dall Rullland hin* sichtlich des I latiplbescliwerdcpuuktes, der im* gleichen Behandlung seiner jüdischen Bürger, weit• gehende Konzessionen macht, I 4J «Lml Hilf/fand Mr. Arthur Michael $ a in 11 e I hat die Wahl dci konservativen Partei des 'Iowa Council von Nur* wich angenommen und wird für das kommende Jahr den Posten des Lord Mayor bekleiden. Mr, Sa* mtiel ist 'JO Jahre alt. Er studierte 11. a. iu Deutsch* laud, Frankreich, Italien mul ist besonders als Kunst* Schriftsteller bekannt geworden. So erfolgreich die englische Reise Sazonofts iu mancher anderer Hinsieht auch gewesen sein mag, das eine lälit sieh mit Sicherheit aus den russischen Pressestiiuinen schon heute feststellen: In der persi* scheu Frage ist ein Zusammengehen der beiden mtcr* essieiten Mächte nicht erzielt worden. Hs wird he* banntet, dall Sir Gre v seine Stellungnahme von ihr autirussischeii Strömung in der öffentlichen Meinung Englands habe bestimmen lassen, deren Stimmung mit: in erster Linie durch die Bedrückung der Juden im Russischen ){eiche hcciutlulU ist. וי In Paris hat die Hochzeit des Baron Lionel Rothschild, Mitgliedes des englischen Unterhauses und Sohnes des Baron Leopold Rothschild aus 1,011• dou, mit Marie Luise Beer staUgeltmdeii, Die Braut ist die Schwester der Baronin Robert Rothschild in Paris uml eine Groliniehle Meverbeers. PALfleSTINA-'RUMDSCHAU Her neue Gouveniciu• von Jerusalem, M 11 ha d di li 0 y, hat bekanntlich nahl nach seinnii Amtsantritt dm grolteren jüdischen Ackerhaukokmieu in Judäa he* Leistungen Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung Kiir Deutschland Das Sciiekeljahr des A. schlicht am '11. Oktober d. J. Wir müssen daher alle Schekel, deren Gut* sehrift wir für dieses Jahr noel! wünseheit, mit dem A^C. bis spätestens Dienstag, den 20. Oktober• verrechnen. Wir bitten datier alle ()rtsgnippeii mul Vertrauensleute, die mit der Einsamiuluug der rück* ändigen Schekel beschäftigt sind, die Sammlung so zu beschleunigen, dall wir die Gelder bis zu dem oben genannten Termin in Händen haben. Wir ver* weisen hierbei auf unsere direkten Zuschriften und rechnen mit Bestimmtheit darauf, dall wir in den Nummern H mul •15 der ״J. R." vom I. und 8. November grolle Schekclatiswcisc werden veröffent* liehen können. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W15, Sächsische Str. 8, Postscheckkonto Berlin 8001. וי Das vom 13, Delegicrtentag beschlossene Statut der Z. V. f. D. liegt nunmehr gedruckt vor uml wird von uns zum Selbstkostenpreis von 3 Pf. pro Stück abgegeben. Wir halten es für aidierordentlich wiin* sehenswert, dall jedes Mitglied unserer Organisation ein Statut besitzt, mul bitten unsere Ortsgruppen, für sämtliche Mitglieder Statuten zu bestellen. Türkei ,Hie Kriegsgefahr hat mm auch die auUsvmi ttscUcn 1 K־V/vr zur Ruhe gebracht, und dieselben Blatter, iu denen noch kürzlich die unsinnigsten Ver* däehtigimgoii gegen die Juden der Türkei' zu lesen waren, wenden sieh an die jüdische Bevölkerung mit der Aufforderung, zur Rettung des Vaterlandes in patriotischer Weise helzutragen. Dieser Äuffordortmg hätte es kaum bedurft. Aus allen Teilen des Reiches laufen in Konstantinopel Angebote der ver* schiedensten Art ein, die zeigen, da» die Juden bereit sind, sieh in diesen schweren Tagen iu die erste Reihe der Vaterlamlsfieiuule zu stellen. Die Militärpflichtigen sind allerorten zu den Waffen ge* eilt, und die Zahl der jiidiselieu ITeiwilligcu wiuie.t von Tag zu Tag. Mindestens lOtHMt Juden Werden hei Beginn des Krieges linier Waffen stehen. I )er Orollrahhiucr, der von seiner l'uropaieise /muck* gekehrt ist, stellt sieh an die Spitze der patriotischen Bewegung. Unmittelbar vor der berühmten St. Sophia-Moschee hielt ein Scheik vor etwa 20(100 Personen eine begeisterte .Ansprache, die er begann: ״Meute Brüder,'Muselmanen und Juden." Das war an derselben Stelle, an der noch vor wenigen Tagen sucht und sich sein• anerkennend über die der jüdischen Kolonisten ausgesprochen, indem er ihnen gleichzeitig den Schutz der Regierung verspiaeli und ihnen Ratschläge zur Erhöhung der offen(* liehen Sicherheit in dou Kolonien erteilte. Diese jmleufreimdliehett Aetillermigeii des Gouverneurs )lallten den antisemitischen Kreisen natürlich nicht iu den Kram, in Koiistaiitinopel iiinchten sielt dunkle Bestrelmiigeii gellend, den netten Gouverneur von Jeiiisalein hei der Zeiitralicgieruiig und in der Presse aii/usehwär/cn, um ihn womöglich gleich hei Beginn seiner crsprielllichen Tätigkeit von seinem Posten /11 ent fei nen. Diese gehässigvit (»hiertreihercie» sind glücklicherweise fchlgesdilageit. Der Pascha erhielt dieser Tage vom Minister des Innern, Dänisch Hey, ein Telegramm, in dem die Erwartung ausj'csproeheii wird, dall er seine nützliche Tätigkeit iu Jerusalem mit Erfolg fortset/cn werde. * Gcmäll der Anregung des neuen Gouverneurs von Jerusalem, M 1111 a d d i B e y, hat sieh Uisehou le*Ziou im Verein mit dem benachbarten Ness-Zionah (Wadi-Clianiu) als Ball,׳nlie (Mimi/ipnljtä!) im Sinne des türkischen Gesetzes konstituiert. Audi die Kolonie Reehohoth ist zur Ball.ulie erhöhen worden. So* Wold hier wie in Reehohoth kamen hierbei di,e neu* eiiigewamleiteu jemenitischen Juden, die sämtlich ott״. m.inisdu־ Staatsbürger sind, zustatten, da das Gesetz die Erteilung der Mimi/ipalitätsrechte an das Vor* liiiiidcnseiu einer gröllereii Anzahl von Reichsaiigc*!)öligeil knüpft, * I len׳ S. M a n k e w i t z aus Wilna, der sich jetzt ziiiii vieilenmal in Jerusalem aufhült, hat Schenkungen im Beirage von über 10 (MIO M. gemacht, die in erster Linie dem alten Jisdmb zugiilo kommen, Seitens der Vereinigten Staaten wurde Samuel Edelmann, ein junger jüdischer Konsiilarheamter, zum Vizekonsul der Vereinigten Staaten iu Jern* salem bestellt. Herr Edelmann ist der einzige jüdische Konsul iu Palästina. In Pcthach Thikw.ih wurde Dr. Eutin aus Hehrem als Kolonialarzt engagiert. Bericht über die am 6. Oktober in Köln stattgefundene Tagung des Rheinischwestfälischen Gruppen Verbundes Sämtliche ()risgruppcu des Bezirks, sowie einige Schekel/ahleigrnppvn waren durch annähernd 50 Delc* jperle vertreten. Nach'der Eröffnung der Tagung hcgrülltc Herr I). W <> 11 f s o 1111 die Erschienenen in einer Au* spräche, in der er unter lebhaftem Beifall der Ver- Sammlung /u tatkräftiger Arbeit im Dienste der Ile* wejpmg aul'forderle. Sodann erstattete Herr Rechtsanw.ilt Dr. W e i 11 h e r ״ Dortmund im Aufträge der Z, V. f, I). ein eingehendes Referat über ״Die g e g e 11 w ä 1־ t i g e I. a g e des l i o 11 i s in u s“. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden ging hervor, dall im Berichtsjahre 2 Ortsgruppen und Viiie Anzahl Schchcl/ahlcrgrtippen neu entstanden sin! und dal! au einer grölteieu Reihe von bisher iiiclil in׳• arbeiteten l >1teil die Agitation eingesetzt uml viel* versprechende Anfänge gezeitigt hat. Sodann ule• rierte Herr I >inl.־lng. S 11 u s h c 1׳ g ElhoilVId m .ms• gezeichneter Weise über ״I) i e Auf g a 11 e 11 d e r G r U P |) c II V c rhü Iid c". An dieses Reterat kmiplic die Debatte an, die sieh aullcnmlciitli'li »11011•־•%,mt gestaltete und eine Tülle .teuer Anregungen brachte. Diese neuen Anregungen waren so /aiilreieh, dall die zur Verfügung stehende Zeit zu ihrer Erledigung nicht ausreiehte. Sie wurden daher dein Arheiieraiissclmll überwiesen, der sie diirehherateu und einem anller* ordentlichen Gnippeiiveibandsfngc zur Ik'sehltill* fasstnigvoi legen wird. Diese aulScioidcntliche Ta* gung wird voraussichtlich am 1, November in Liber* fehl slattfiiideii. Einige dringende Punkte der Tages* ordmmg wurden jedoch endgültig erledigt: 1. Es wurde eine neue Rednerliste anfgestellt. '2. Es wurde beschlossen, dall jede Ortsgruppe und jede Schckcl/ahlcrgruppc vcrpllichtct sei, «len Griippeiiverb,1)111׳ von allen Veranstaltungen recht* zeitig zu benachrichtigen und aulterdem rcgolmüllig über ihre Tätigkeit zu berichten. 3. Zur Regelung der Kassenvcrhältnisse wurde bestimmt, dall es bei dem hislicrigcii Beitrag von 0,30 M. pro Mitglied der Gruppe verbleiben solle, dall aber die Gruppen im Uml.igcverfahreii angc* halten werden können, den zur Ausgleichung des Budgets erforderlichen Betrag iiach/usdu'eileii. •I. Die Statuten des Grttppcnvcrbaiules wurden durch folgende Bestimmungen über die Vertretung auf dem Gruppcuvcrhandstagc ergänzt: a) Jede Ortsgruppe darf zwei stimmberechtigte Vertreter entsenden: Ortsgruppen, die mehr als 50 Mitglieder haben, entsenden drei, Ortsgruppen von mehr als 75 Mitgliedern vier Delegierte. Kein J)elegierter kann mehr als eine Stimme fuhren; die Vertreter einer Gruppe brauchen nicht einheitlich zu stimmen. b) Die Vertrauensleute der Z. V. f. I). haben Stimm* recht auf dem üruppenverbamlstag; dieses Stimmrecht kann nur persönlich ausgeüht werden. TURtieh *.SPORT Am Sonntag, den 20־. Oktober, naelnii. 3 Uhr, findet in Nieder׳scliöticweide eine U u d c r r c g a 11 a zwischen der Rtidernhieilinig des V. J. St. Berlin und dem jüdischen Ruderklub ״Ivria" statt. Es werden '2 Vicrcrrcimen. über ‘2000 m gefahren, für die unter anderen auch die Zionistische Vereinigung von Deutschland einen Ehrenpreis gestiftet hat, der der Kunstgeweibeschule Bc/alel entstammt, AUSiDCM ö€M6JMDe0 Berlin. Die Berliner Sitzung der ״Histadruth" besehloll, dall ihr nächster Kongreil im August 1013 noch vor dem Wiener Zionistciik.mgrell staHBuden . soll, lieber den Kongreläoif hat mau sieh noch nicht entschieden, jedoch ist Wien nicht in Aussicht genommen. Berlin. Nach langem, schwerem Leiden ver* schied dieser Tage hier der frühere Professor der Physiologie au der hiesigen tierärztlichen Schule. Gchcimrnt Prof. Dr. Munk, einer der grollten uml fruchtbarsten Eorschcr auf dem Gebiete der Physio* ו <

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