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Jüdische Rundschau · 1912-09-20 · Heft 38 (20.9.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 38 (20.9.1912)
Date
1912-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 362 JUCDISCIIE RUNDSCHAU limischcn unterscheidet und der jüdischen Religion ähnlich ist. Sie essen kein KnincKleisch uiut trinken auch nicht die Milch dieses Tieres. Diese Klein!'*׳• keit ist sein• wichtig, doch konnte ich' nicht erfahren, ob sic den Sabbat feiern und hebräisch reden. Die hiesigen Juden glauben, daß dies die Nachkommen des Stammes Jissachar sind, von dem ihr Name stammt — Beni-Snkhar. Ich glaube, daß eine Forschungsreise nach dem Naljed viele wichtige historische Fragen nufldären würde, denn alle glauben hier an die Existenz. ineh• rerer Jüdischer Noiiiadcnstümmo in Arabien. Ich werde Ihnen später noch weitere Mitteilungen ziikommcn lassen, da ich Briefe au Ibn*Rachid, den Scheich eines arabischen Stammes, und an andere bedeutende Scheichs gerichtet habe und deren Antwort demnächst erwarte. 5נ AUS.AU.eR miT r JOeutsdfiland hin in Ostpreußen ansässiger Arzt bewarb sieh um eine erledigte Arzt st eile in der Provinz West preu (teil. Fr wurde an den zuständigen Kreisarzt verwiesen und erhielt von diesem I lern» den naehsh henden charakteristischen Brief, der der ״Künigsbcrgcr Hartungsehen Zeitung" zur Verfügung gestellt wurde: ״Sehr geehrter Herr Kollegei Im Medizinal• kniender habe ich als Ihren Vornamen ״Siegfried" angegeben gefunden und glaube daraus schließen zu dürfen, daß Sie Jude sind. Da der Staatszuschuß der Stelle im Betrage von 12(M) M. jährlich nur au ganz sichere Deutsche gezahlt wird, als welche hier mir evangelische Christen gelten kön• neu, und mit dem Haben und Nichthahcn des Zu• Schusses die Stelle stellt und fällt, so werden Sie es mir 1u:ht verdenken kimneu, daß ich erst über diesen Punkt Klarheit schaffen mochte. Sollte ich hu Irrtum mich befinden, su können wir ja weiter verhandeln. Diskretion gegen Diskretion." Wir bähen schon öfters darauf hingewieseu, wie unpraktisch und töricht die Negierung verfährt, wenn sie die Juden der östlichen Provinzen immer wieder durch Mali! ahmen vor den Kopf stößt, die mit der Verfassung 11» Widerspruch stehen. Dem Kenner der Verhältnisse bietet die Notiz in dieser Hinsicht aller• dings nichi• Neues, wenn auch die naive Offenheit des betreff, udui Kreisarztes nicht gerade alltäglich »st. Spaßhaft ist der Passus des Schreibens ״Dis• krelion geg .1» Diskretion". Wollte der Herr Kreis• arzt etwa *;־» freundlich sein, nicht weiter zu sagen, daß der betreffende Arzt Jude sei? Oder welche Dis• kretion wollte er sonst üben? Weniger heiter ver• mag uns d:e Tatsache zu stimmen, daß der Name ״Siegfried" heute in deutschen banden bereits als ״belastend" gilt, wenn es darauf ankommt, die Zu• gehürigkeit zum Judentum feslzustellen. Das ist eine von den vielen an siel» unerheblichen Tatsachen, die fortwährend eine nicht »niherecliligte Mißstimmung gegen die deutschen Juden als Gesamtheit nähren. Demi uns wäre der Wunsch eines Deutschen sehr Wohl verständlich, seinem Solme einen deutschen Namen zu geben, der ihn eben als Deutschen ger* manischer Abkunft kennzeichnet, und es war ein taktischer Fehler der frisch emanzipierten jüdischen Generation, ihren Mitbürgern deutschen Stammes diese Möglichkeit zu nehmen. Oesterreich Der deutsche Juristentag, welcher in den letzten Tagen in Wien tagte, beschäftigte siel» im Ver• laufe der Verhandlung über die Beibehaltung oder Abschaffung der T o d e s s t r a »' e mit dem Fall des in der Strafanstalt Stein wegen angeblichen Ritual• »iiords schmachtenden Leopold llilsner. Da man über die Möglichkeit rcclitsirrtümlichcr Verurleilungen verhandelte, so mußte naturgemäß der Name des unglücklichen llilsner genannt werden. Schon ' in den Referaten über diese Materie wurde auf den Prozeß I filsuer hingewieseu als auf den typischen Faß einer reehtsirrtüiuliehen Verurteilung. Dr. Schnee• berger verwies unter anderem auf die I alle Katharina Steiner und Leopold llilsner, die heute in der I iler.itur die durch die allgemeine Meinung bestätigte Sigiialur von schweren Iustizi1׳rtü1ne1׳n empfangen )iahen. In dem gesamten Verlaufe der Verhandlungen ist diese Konstatierung der Unschuld l lilsners ohne Wider• sprtieh geblieben, und Dr. Schncchcrgcr erhielt wäh• rcml seiner Rede vielfache Zeichen des Beifalles und der Zustimmung. Nun ist es Sache der öster* reichisihen Justizverwaltung, die Konsequenzen dieser '1,'alsache zu erwägen. Ho fland An» Dienstag werden in Amsterdam die Lüden besonders früh geschlossen. Mit Rücksicht darauf, daß die jüdischen Teiertage diesmal am Mittwoch, den 11. lind 25. September, beginnen, haben der Bürger* »ncister und die Repräsentanz der Stadt dem Gesuch der jüdischen Gemeinde slattgegeben, daß die jii• dischcn Geschäfte am Abend zuvor bis 11 Uhr offen• halten dürfen. Itus st and I >ie Kommission, die sich mit der nrncucrung des Handelsvertrages mit Amerika zu befassen hat» sucht bereits nach Möglichkeiten, Jiir die bisher nach Amerika gelieferten Produkte ein Absatzgebiet in solche»» Ländern zu finden, die auf die Rechte ihrer im Ausland reisenden jüdischen Bürger weniger Nachdruck legen als die Union. Allerdings machen sich auch Stimmen geltend, die mit Rücksicht auf die Verhältnisse im lernen Osten von einem Bniclie ah• raten. ' ׳< Spanien I >ic Bestrebungen weiter Kreise, den Zuzug von Juden nach Spanien anzuregen, wollen trotz, der Ablehnung, die diese Ztnmilmigen in Ost »nid West erfahren haben, nicht abflaiien. ״Fl Mundo" ver• öffentlich! einen Artikel, in dem er den N’ulzei) dar■ legt, den der spanische Handel aus einer solchen Wendung der I )inge ziehen müßte. Fr zählt die Staats• mämicr und sonstigen Berühmtheiten auf, die die Juden ihrem damaligen spanischen Vaterland« gestellt haben (auch Kolumbus spricht er als Juden an) lind beincrkl, daß der aufmerksame Beobachter mich auf den Bänken beider spanischen Parlamente jii• dische Typen erkennen muß. Türkei Das Ccntral-Connte der Alliance in Paris hat für die Opfer des Hrdhebcns in der Türkei weitere 500(1 l'rcs., also im ganzen 11000 Frcs., gespendet. Tripoiis Falls die italienische Besitzergreifung des Landes eine (lauernde bleibt, dürfte der Großrabbiuer der richterlichen Funktionen, die er bisher über die Juden des Landes ausüble, verlustig gehen. Amerika Mr. Nathan Straus hat sich bereit erklärt, das Amt eines stellvertretenden Fhvenpräsidenlcii der Federation of American Zioiiists zu übernehmen. JCanada An einem Kindcrmisflug, den die Zionisten von Toronto am FL August veranstalteten; nahmen 2000 Kinder teil. F.inc zionistische l'ieiscluile für Mail• dien wird dort von 50!» •Kindern besucht. PALA€5TINA:RUilDSCHAU In dem jüdischen Stadt viertel TeLAwiw in Jaffa ist der Bau eines guten Hotels ein dringendes Be• iliirfnis. Der Vorstand des Stadtviertels in Verbiiidüng mit einigen au der Sache interessierten (leseil• schäften ist bereit, ein Hotel mit etwa 15 Zimmern zu bauen, falls sieh ein im I lotelwcseii erfahrener Pächter findet, der •genügendes Kapital hat, mit die Ausstattung des Hauses mul den Betrieb des Hotels auf eigene Kosten zu übernehmen. Wegen alles Näheren wende mau sich au• das i1 a I ii s t i 11 a - f 11 d 11 s t r i c S y 11 d i k a t, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. * Die Arbeiter des ״Be/, a lei" bereiteten dem Leiter der Anstalt, Herrn Prof. Schatz, bei seiner Rückkehr aus l'iirupn einen feieilieheii Fmpiäiig. Fs wurden einige Ansprachen gehalten, und Prof. Schatz erzählte in seiner I rwideiimg von den Frfolgen der Sehlde auf den letzten Ausstellungen. Bei seinem Aufenthalte in Fnglaud ist es Prof. Schatz gelungen, einige I bindert wertvolle Bücher für die Jerusalemer j ü d i s c 11 e Z e 111 r a 11» i b I i o 11» e k zu erhalten. Auch das Museum des Be/alcl wurde durch Zuwendung einer Anzahl wertvoller (ic• mäldc bereichert. TURM6M &.SP0RT Mit den» Herhstsportfcst, tlns die Sportahteihuig des Jüdischen Tm'uvei'cins ״Har Kochba" auf ihrem in Sclud/eiulurf gelegenen Sportplatz, am letzten Soun• lag aiisgeliageu hat und au dem nulle,• dem ver.111• stallenden Verein auch eine ganze Reihe jüdischer Korporationen teihiahu», ist dieser rührige Förderer der physischen Regeneration der Juden zun» zweitenmal vor die größere Oeffeiitliclikcit als Veranstalter getreten, und, »im es gleich vorweg zu sagen, mit den» gleichen großen Frfolg wie dem des Meetings anläßlich des ״Jüdischen Turiilagcs". Wiederum wie damals herrschte rege Kampfesfreude, und der Eiaist, mit welchem die Wettkämpfe ausgefochten wurden, sowie die Begeisterung und der Beifall des trotz des unbeständigen Wetters ziemlich zahlreich er• sdn'cnciie!» Publikums möge»» deutlich gezeigt haben, daß dieser Weg der richtige ist »nid daß den Juden eine hohe Freude an rein körperlicher Schönheit, Kraft und Vervollkommnung innewohnt, Aber nicht I . * fV. 38 f ' -- f mir diese Freude, sondern auch das Gefühl der Zu• sammeugehörigkeit »mit Brüderlichkeit, das merk• würdigerweise gerade durch das Messen der Kräfte gegeneinander verstärkt wird, ist das neue und ge* wailige an der Sache, und das Beispiel dieser jungen jüdischen Generation, die dadurch erzogen wird, mit dem Aufgebot ihrer letzten Kraft zu kämpfen und ihren Willen in eiserne Energie uinzuset/eii, wird sicherlich in allen Orten und Landen, wo das Streben nach einer Neugelmrt der Judenheit lebt, Nachahmung und Verhrcituug finden. Die ״Ziouislisehe Vereinigung", die offiziell durch Hern» Dr. Klee vertreten war, hatte einen kost• baren Wanderpreis für eine Sehwcdciislalcltc (tut), 3l)t), 200, 1 DU in), die offen für alle jüdischen Vereine war, gestiftet einen Wamliellcr aus der Kunst• geweibeschule Bczalel-Jerusalem. Der erste Mann von der Mannschaft des ״I Icr/Ikliihs" (Gärtner) gab mit einem Vorsprung von S m vor der Manu• Schaft der ״I lasmoiiiia" (f )enlseliniami), die wieder• um ea. 3 u» vor der A-Mannschaft des ״Bar Kochba" wechselte, den Stab als erster ab; der 300-in-Mnnn der letzteren (Kikoter) vermochte jedoch nicht nur den Vorsprung ... sondern noch ea. 21» in vor dein nächsten hcrauszulaufei», so daß die' beiden letzten Leute nichts mehr zu kämpfen hatten. Die A-Mannschaft des ״Bar Kochha“ passierte als über• legener Sieger das Ziel, gefolgt von der!{•Mannschaft, die die ״I lasinonäa" noch sicher auf den dritten Platz, verweisen konnte. Vierter wurde die Mann• schaf; der ״Ivria", während die des ,Herzlkhibs" weit znriickgefallen war. Die siegreiche Mannschaft, die ans den Mitgliedern Kaminski, Kikoler, Löwen stein lind Lü wen 111.11 bestand, legte die 100:» m lange Strecke in 2 Min. 22-;;, Sek. zurück. Die andere Stafette (10 X 10!) in) wurde ebenfalls eine sichere Beute der A-Mannschaft der SporlalUcilung, die damit den von ihr seihst gestifteten Wanderpreis gewann. Das 100-iii-Mallaufcii sicherte sielt Lb• wcnst ei 11 mit 2 m Vorsprung vor I. ö w e n s o 1111, der mit ebensoviel Abstand den Drillen, Löwen• 11» a I, hinter sich ließ. Die Zeit in dic-cii» ״wilden" Reimen war 121׳;, Sek. In den 200 mul ■1:10 m ilomiliierte wieder der famose Gärtner, der besonders in heilten Rennen durch seinen energischen und kräftigen Endspurt aufiiel. In den 200 in ׳hatte er tüchtig Dampf anf/uwlzcn, um den schnellen Lö* we «ist ein, der sieh an die Spitze gekämpft hatte, iiieilerzmingen, während er in den 100׳ m keinen ernstlichen Gegner hatte und die letzte Gerade ver• halten lief. Salz. 111 an 11 konnte wieder in den 800 in einen sicheren Sieg über K u |> p 0 r s t c i 1» feiern und ebenso in den 30(»;) m seine Ueherlegenheit beweisen. Den Divikampf gewann F g e r (Sport-Abt.) vor I. ii w e 1111» a i. Eistcrer zeichnete sich besonders im Speerwerfen aus. Mil einer Leistung von 8,(13 m wurde Jean Lew in (Sport-Abt.) im Kugelstoßen Erster vor Eg er mit 8,53 m. Im Weilsprung konnte Kikoler mit einem Sprunge von 0,10 m aufs neue beweisen, daß er noch *ranz, anders springen könnte, warn er trainieren würde mul auch sein Sieg im Hoelispning war in Anbetracht des Umstandes, daß ^lie Entscheidung erst durch das Los fiel, etwas ge• dämpft. Der andere Sieger war Forsten/er, ein vielversprechender junger Sportsnianu. Viel Inter• esse erregten das 11iiidcituslniifei» fit! Jugcinlmit* glieder, das א e be n za I» I gewann, und das Stafettenlaufen der Damen. Die II. DameualUeilung gewann in einem ״aufregenden" Reimen vor der III. I),uiuhabteihmg. Fiu 50-ni-l.aufeii für Damen, za dem 20 Meldungen ciugegaugeu waren, entschied l'rl. II i r s e I» fc I d gegen 1 ri. E p c I lür siel». Nach Schluß der Veranstaltung nahm der erste Vorsitzende Dr. Teilhaber das Wort, um in markiger Rede von dem Zweck, den Zielen mul den Wünschen der Abteilung’ zu den Anwesenden zu spreeheu, Dann überreichte Herr Dr. Klee als Vertreter der ״Zionistischeu Vereinigung für Deutschland" den Wamler• preis au die siegreiche Mannschaft, nicht ohne seine Freude darüber zum Ausdruck zu •!»ringen, daß der ״Bar Kodiba" als Veranstalter und ältester Verein ־zugleich auch der Preisträger sei. Mit einen» dreifachen ״I Icilail", das weit in den herrlichen Wald liiiicinschalltc, schloß das harmonisch verlaufene Fest. I 1 > * 1 נ 1 f a) 14 b• w N ü• Ji ca kt. zu M in zu kl• fü Al; du wtj zu dei «.'! v«t CO CK jxj 4 :׳•! Ix fot det bet Bc) Ent IllSi wh: fon non סייזו n ist lieb voll m in 1 n ich bei auil< H e die Ang Bes» Stuc lin! * Sonntag, den 0, September a. c״ Luid im I )011:111־ kauale das ״Schwimmen quer durch Wien" statt. Die Wasserlanperatnr <) Grad — hat von den genannten 82 Schwimmern die große Majorität abgcschreckt, mul es stellten sich dem Starter bloß 18 Sehwimmer timl eine Schwimmerin. Von den 18 Genannten waren <1 11 a k o a I! ne r, die Herren t)>kar Altniann, Irilz. Wagner, Josef I iönigsherg, Moritz. Gi'aiiß, Sigmund (iohlkhmg und Roheit Freund, al>o alle Genannten. Bis zur Brigittabriieke - also weit über die Hälfte der Strecke - hielten sich unsere Hakoalmcr sehr stramm. Doch von da an gaben fünf nufj während Moritz. Grauß das Ziel als Fünfter der Junioren passierte. Die jüdischen Turnvereine in Jerusalem, Jaffa und P e t h a cl» T i k wa h fordern in einen» War Seim Voll Veid Wähl zufüi r.1 ג־ sein« Prof! eine) Dien, t

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