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Jüdische Rundschau · 1912-08-02 · Heft 31 (2.8.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 31 (2.8.1912)
Date
1912-08-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite VH ־ JU [;DlSClir- RUNPSC MAU Nr. 31 eines jut. :en ungarischen Doktor-Rabbiners hervor• gellt, wo'i’cu die Herren Ungarn ebensowenig wie ihr dcutse!er Führer etwas von der ״Agudali" wissen, wenn Rabbiner, welche uielit mit dem Tretumugs• stniidpuul.lc stellen, au der Leitung teiliiehiiien. Gegen di.se Auffassung wendet sich eine andere Seite, wel :110 eine Agudnh nur gutheißt, wenn n 11 e Glieder der Orthodoxie in gleicher Weise an der Leitung beteiligt sind. So st hen die Dinge zurzeit, und es ist nicht nbziiselien, wie die Entwicklung sich vollzieht. Um allen Teilen gerecht zu werden, dürfte es sich empfehlen, dreierlei Rabbiner in die Leitung zu berufen und zwar: a) Rabb 11er, welche für Trennung in den Gemein• den sind; b) solche, welche in ungetremiteu Gemeinden amtieren, und c) Rabbiner, welche zwar auf dem Treiimingsslaiid• punkte stellen, über trotzdem in solchen <jc* * meitideu amtieren, deren Mitglieder zum grollen Teil neolog sind. Da es auch c-Rabbiner gibt, dürfte diese Zusammen• Stellung leicht realisierbar sein. A m i t a i. Gegenwärtig wird von den Juden eine atillcr* ordentliche Steuer von 101)1» Reals pro Jahr erhoben. Diese Steuer soll ihnen aber nicht nur für jetzt, 8011• dem aiteh liir die kt/tverflossciicu vierzig Jahre auf• erlegt werden. Am Vorabend des Passahfestes drangen die Leute des 1111:1111 Jaeiija in das Judetivierlcl zu Sauna ein, verhafteten alle angesehenen Männer und warfen sie ins Gefängnis. Dabei drohten sie ihnen mit dauernder Haft, wenn sie die besagte Steuer für 40 Jahre nicht euliiditeu würden. Line Abordnung der Ge• meiiide begab sich mm zu Iz.zel Pascha und ersuchte ihn, zugunsten der Juden zu intervenieren. Der Ge• ncral vcr.iiil.ilile darauf den Imam Jaeiija, ihnen die Freiheit wieder/iigehen •־• wenigstens für die Dauer des Festes.• Dies geschah denn auch. Die grausamen Verfolgungen werden aber jetzt fortgesetzt. All diese Vorfälle vermögen nur einen schwachen Begriff von den Leiden unserer armen Brüder im Jemen zu gehen, und niaeheii es erklärlich, dad nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung von Nord* jcmeii sich zur Auswanderung nach Palästina anschickt, wo bereits mehrere hundert Familien in den jüdischen Kolonien als Landarbeiter Beschäftigung gefunden haben. ג: AUS ALLCR W£LT ״ AmeNfw Die Föderation der amerikanischen /innisten hielt Anfang dieses Monats ihre Jahresversammlung in Clevelniul ab. Unter »len Zuschriften, die dort zur Verlesung gelangten, befand sieli auch ein sehr inter• essantes Sehreihen des bekannten jüdischen Philan• thropen Nathan S t r a u s, dessen Bruder Isidor Straus bekanntlich bei der Katastrophe der ״Titanic" ums Lehen gekommen ist. Mr. Straus schreibt an die amerikanische Zionislculüdcration u. n.: ״Bei meinem jüngsten Besuch in Palästina machte der gewaltige Fortschritt im Vergleich zu den Zu• ständen hei meiner früheren Palästinareise vor sieben Jahren einen überaus tiefen Eindruck auf mich. Uehcrall treten eile Wirkungen von l)r. I lerzls Geist und den grollen Idealen, die er in Jung-Israel wachgerufen hat, deutlich zutage. Gleichwohl bleibt noch manches zu tun übrig. Dr. Mag n es, der!irrer Versammlung bciwnlmt, wird Ihnen über unsere Be• nrülnmgen zur Besserung der Lage berichten . . . In den letzten drei Monaten war mein ganzes Sein vom Gedanken des Zionismus beherrscht, und ich habe eine Fülle von Plänen fiir eins Wohl des Heiligen Landes erwogen. Infolge unseres jüngsten Mißgeschicks (der Titanic-Katastrophe) waren jedoch meine Nerven derart angegriffen, dall ich unfähig war, sogleich, wie es mein sehnlichster Wunsch gewesen wäre, ans Werk zu gelten. Aus diesem Grunde fühle ich mich auch außerstande, in öffentlicher Versammlung zu sprechen," Tür/tvi Alle Zeitungsberichte über die schrecklichen Vcr* folgmtgen, unter denen die Juden im Jemen zu leiden haben, verblassen gegenüber der Wirklichkeit. Die Lebcusbcdingungen der Juden in dieser Provinz sind bis /tun Acullerslen unerträglich geworden. Es ist wahr — die Juden haben zu allen Zeiten viel erdulden müssen von seiten der mohnimueduuisehen Bevölkerung, aber die jetzige Lage ist unhaltbarer als je. Eine der Bedingungen des zwischen Izz.et Pascha, dem Befehlshaber der ottomaiiisehen Truppen im Jemen, und dein Imam Jaeltja geschlossenen Friedens lautete dahin, daß das Gerichtswesen in diesem Laude reformiert werden müsse, und dall unparteiische Richter an die Spitze der Gerichtshöfe zu berufen seien. Dies ist aber nur scheinbar ge• schelten. Viele Juden, Männer und Frauen, wurden in letzter Zeit verhaftet und in ganz ungerechtfertigter Weise eingekerkert, Um die Willkür zu kennzeichnen, mit der man bei der Festnahme der Juden verfährt, sei folgender Fall angeführt: Ein jüdischer Drechsler wurde auf Befehl des Gerichts von Chcri unter der Anklage verhaftet, er gebe sieb mit Zauberkünsten und mit Umtrieben gegen die mohammedanische Religion ah. Das Gericht verurteilte ihn zu einer langen Frcihcits• strafe. Mau legte ihm Hände mul Fülle in Ketten und tmtv.vog ihn int Gefängnis allen möglichen Foltern. Und uiemaiut ist da, der für diesen Unschuldigen Gerechtigkeit fordert. Vor Zeiten gab es im Jemen einen seltsamen Brauch, wonach kein Jude zur Rechten eines Arabers . gehen durfte. Dieser.mittelalterliche Brauch ist jetzt wieder elngcführl wurden, mul weite' dem Juden, der an der Seite eines Arabers betroffen wird. Er wird in der grausamsten Weise mißhandelt. Außerdem wird den Juden strengstens verboten, einen Turban, Strümpfe und überhaupt saubere Klei• düng zu tragen. Auch inüsesn sie 'zwangsweise die Straßen und Abtritte der Araber säubern, mul die jüdische Gemeinde hat obendrein die Kosten dieser Säuberung zu bezahlen. il Persönlichen Unser Freund, Herr l)r. W i 11 ( ri t/•Deutsch• Eylau hat durch den Tod seiner Gattin, die den Folgen einer Operation erlegen ist, eilten schmerz• liehen Verlust erlitten. Die deutschen Zionisten wer־ den das Andenken der Verstorbenen, die zu unseren tätigsten Gcsiuuungsgenussinnen zählte, dauernd in Ehren halten. PALfleSTlNA:RUMDSCHfHJ * Auf der Nation,׳dfonds-Farm in Ben-Sehamen werden die Bnumpfhmztmgcn fortgesetzt. Volt den 2200 1 )1111.« 111 Boden, über die die Farm verfügt, sind etwa ItHlü Dimam hcpllau/t, mul zwar ,)Ol) Uimani mit ()elbüiimeii, 30 mit Maudclhäumcn, 10 mit Weinreben, $ mit Eukalypten, 10 mit verschiedenen Obstbäumen und 20 mit Zierhäumcit, die keine Früchte fragen, Etwa die Hälfte der Oelbaumptlanzungeii ist gepfropft worden. Ferner wurden in diesem Jahre auf 700 Dunant Getreide und IJitlscufri'tchtc angebaut, darunter 300 Dirnani Weizen, •15 Dunant Gerste, 80 Dunam Bolmen tisw. Die Zahl der auf der Farm beschäftigten Land•' arbeitet־ wechselt nach Maßgabe der vorhandenen Arbeitsgelegenheit. Im Frühjahr betrug die Zahl der jüdischen Tagelöhner mehr als 50, nämlich 35 Ascit• kenasim und 15 -20 Jemeniten. Daneben waren auch eine Anzahl jüdischer Arbeiter gegen Monatslolm beschäftigt. Gegenwärtig ist die Zahl der jüdischen Arbeiter etwas geringer. Der Gesundheitszustand auf der Farm ist zufriedeiistclleiid, das Klima vorzüglich. Es ist auch Badegelegenheit für die Landarbeiter vorhanden. Diese haben ferner eine Bibliothek eingerichtet, deren Be• stände sich immer mehr vergrößern. Die Einnahmen der Bibliothek betrugen in den letzten acht Monaten 200 I'res, I Ke jüdischen Landarbeiter von Judäa sind bekanntlich bemüht, eine Arbeiter-Krankenkasse ins Lehen zu rufen. Diesen Bestrebungen haben sich aueh die hiesigen Arbeiter augesclilossen, und ein Komitee in Ben-Seh;unen sammelt fleißig Mitglieds• beitrüge für die zu begründende Kasse. In den letzten Monaten empfing die Farm öfter Besuch, Der Lehrer der jüdischen Kolonie Knstinic veranstaltete einen Scluilatisflug nach Ben-Sehamen, desgleichen der Schulleiter in I’ethaeli-Tikwah. Es war für die Kinder dieser Kolonien, in denen die landwirtschaftlichen Arbeiten zum ׳großen Teil von Arabern versehen werden, überaus lehrreich, zu he• ohachten, wie in Bcu-Schameu ausschließlich jüdische Arbeitskräfte die gesamte Feldarbeit verrichten. Von den ausländischen Gästen besuchten die Herren Dr. Tse bleu ow aus Moskau, Dr. Klausner aus Odessa, Dr. B o d e n h e i m e r aus Köln 11. a. die Farm. BcmSeh.unen hat in seiner unmittelbaren Nachharschaft auch zwei Zweigniederlassungen: links die klein»׳ JciucnitcnkoUmic <les ״Bezalel" und rechts die Ocl• und Seifenfabrik des Herrn Krinkin. In der BczalohKnlonie wohnen 18 jemenitische Filigran• arheiter in schmucken I länsern, die der Jüdische Nationalfouds errichtet hat. Die Aiisicdhmg weiterer jemenitischer hidiislriearheiier ist in Aussicht genominell. 111 diesem Falle wird natürlich auch die Zahl der Häuser vermehrt werden. Auch in der Ocl- und Seifenfabrik ist eine Anzahl jüdischer ,Arbeiter beschäftigt, für die unlängst eine gemeinsame Küche eingerichtet wurde. ־riyRneh 5,spgrt Die großen internationalen olympischen Spiele, die während der Zeit vom 2<), Juni bis '.!2. Juli in Stockholm ausgetragen wurden, sind vorüber, und die sporttreibenden Völker der Fide gehen daran, die Bilanz ihrer Erfolge zu ziehen. Da liegt es denn reell( nahe, daß aucli wir Juden versuchen, einen Ucberldiek darüber zu gewinne״, wie unser Volk, das ein verhältnismäßig großes Kontingent zu den Olympiakämpfern gestellt hat, ahgest luiitteii hat, und es wäre gewiß interessant, in die Punkttabelle, in der man die Erfolge der einzelnen Nationen registrierte, auch uns Juden gesondert cin/ureilien. Leider ist eine derartige, lialhwegs gewissen• hafte Statistik heute, wo unsere Volksgenossen noch unter den l aihen aller Länder der Welt starten, nicht möglich. Vielleicht wird das einmal anders werden. Für heute wollen wir daran/ verzichten,, in allen den Fällen, wo bei einzelnen Olympioniken ein ausgesprochen jüdisches Aenßeres, jüdische Namen oder gar das Zusammentreffen beider Um• Stände unsichere Schlüsse /idicßen, untere Vcrmutiin• gen anzustellen, und wir werden 111.s damit abfinden, daß Juden, die wirklich Gutes leisten, allen niög• liehen anderen Völkern, nur nicht dem eigenen, zugezählt werden. So ist es im Spurt, in der Kirnst und Wissenschaft und bei zahllosen anderen Gelegen• beiten. Eines Erfolges mir wollen wir gedenken, weil er einen unserer engeren Gesinnungsgenossen aiigchl: Herr Ing. Edmund Bernhard, Mitglied der Wiener Kadimali und organisierter Zionist, konnte sieli im modernen Fünfkampf unter •II Bewerbern als achter plazieren. Der moderne Fünfkampf wurde gelegentlich dieser Olympiade ziitn erstenmal aiisgclragcn und verdankt dem Baron Pierre de (fotilicrtin seine Schüp• fimg sowie eine Preisstiftimg; er setzt sich aus den folgenden Uehimgen zus,1111111׳enf deren Beherrschung einem modernen Mannesideale, im Gegensatz zu dem antiken des hellenischen Pentathlon, gleichkommen soll: 1. Dncllscliicßcn auf 25 nt. 2. Schwimmen, 'JOD in, freier Stil. 3. Degenfechten. •I. Fin/elreiteii auf einer im Terrain markierten Bahn von höchstens 5000 ui Lange. 5. Groß Coiiutry-Latifcii ca. 4000 in. Es liegt auf der Hand, daß hei dieser Zusammen• Stellung die militärischen Teilnehmer die besten Chancen halten. Den Schweden mochte ihre Gelände• kciintiiis noch besonders zustatten kommen. Ihnen ge• lang es denn auch, voji den ersten sechs Plätzen füiif zu belegen. Bernhardt placierte sieh als erster Mitteleuronäer, obwohl er bei der Reilkonkur• renz. arg vom Wege abkatn. Da Oesterreich im übrigen recht jämmerlich abschnitt, mag dieser Lr• folg sein sportliches Renommee noch einigermaßen gehoben haben. Im Fechten vermochte, wie 1008 in London, wiederum der ungarische Jude Fuchs die goldene Medaille zu erringen. Ur. 11. Jacobs (England) lief in der siegreichen 4> 100־m-St.1׳fette und iiuißte sieli ju den beiden kurzen Strecken int Zwischenlauf der Ucberlcgenlieit der Amerikaner beugen. Audi T ai t Kanada unterlag im Vorlaut der 1500 111. « Bei dem akademischen Olympia in Königsberg gelang es Herrn Siegfried Rose 11 hau m, dem Vor• silzenden unseres dortigen Turnvereins, der für die Farben des Vereins jüdischer Studenten startete, den lOO.m-Lauf in der Zeit von 11,2 Sek. zu gewinnen. Dem ״lewisli Groniele" entnehmen wir die Nach• rieht von der Gründung des ״Jvwish Gymnastic and Atliletic Glüh" in Kimbcrley (Südafrika). Der KI11I), dessen hauptsächlichste Betäligungsgehiete Turnen, Bosen, Ringen, Fechten mul das in englischen Athlctcnkrciseii beliebte ,,Keulenschwingen" sind, hat in der ״Zionist l lall" äußerst zweckentsprechende Traiiiingsräiiine inne. Er zählt z.u seinen Mitgliedern einige der tüchtigsten Athleten Südafrikas und hat bereits zu den BoNtueisteischaßen von Griipialand einige Meldungen abgegeben. V6R6INS-RUNDSCHAU Berlin. Zionisten treffen sieh jeden ,Mittwoch Abend im Garten des Restaurants Tiergarlenhof. Mit• glieder der jüdiseliiiationalen l'raitcnvcreinigung sind zum Empfang der Gäste anwesend. Köln. Am 30. Juni er. iialiiu die hiesige Zionlstischc Vereinigung von ihrem von Köln selieideii• den Vorsitzenden, Herr Max Gold re ich, Abschied. Im großen Saale des Hotels Goldener Stern hatten sieh zu der Ahsehiedsfeier zahlreiche Mitglieder unserer Ortsgruppe, der jüdische Turnverein Köln, sowie eine Anzahl .Mitglieder des konservativ-jüdischen Vereins eiiigc'ftmden. In seiner Eröffnungsansprache begrüßte der Leiter der Versammlung, Herr Lehrer Reinhardt, insbesondere Herrn Goldieich und seine Frau Gemahlin. Er streifte daun kurz die Verdienste, die Herr Goldreich sieh in jahrelanger Arbeit um das gesamte jüdische Lehen Kölns und vor allem \ , { * i > f * [j; f 4 ׳ ’ f i ׳' i .־ I | }% ל, 4 1 >; N *י״יי I , s'. I* . ' N ,u . י י») h , , und , c!..s ' ü״s , : eins ־ I1.nl , ' Im r ן! Vcr« ■ ' lo'tv; s: in ,ו : l'.'Ü '.«• 1;׳״!׳ , i lו 1׳׳ Kol •, * adi t <J''S'|, ‘ o n< ,; z; 11:׳ ־ .il I hi•!!'. '•lll\ um•», des : soll | MH•»‘ •'־ י •>, וווי! II« I |, Ge seit | xon n hei ״ W< mit, 1 ,'ו׳ vei; s c 111 wa Vci ן 25(1\ יי 11:11 um Arl ,v teu ,{. M;. dei ' 5 I )i1 ׳ 311(; ' F Vc [ hei 1׳ Lei: HGh ׳le d. Ai h! «II» II an ( ob 1• es t fü I di ( ' kc Ih f M z Ü f in 1 al I hl r 8< 1 7 ü z S' ( 1•!1' K a c I t l! 1 ר £ S I C I i ' \ I L 1 \ \; t I 1 ו!! i I

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