Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1912)
- Date
- 1912-07-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 JUED13CH E RUNDSCHAU bei tu 253 fcT Vollmachten von anderen Mitgliedern des Landesp:״p, Vorstandes vertreten lassen, jedoch kann kein Mit- “׳י1״ l>licd über mehr als zwei Stimmen verfügen. 8 16. Der Oeschäftsfülircndc Ausschuf) hat zu seinen Sitzungen olle Mitglieder des Landesvorstandes unter Mitteilung der Tagesordnung einzuladen und hat ihnen laufend Berichte über seine Tätigkeit zu geben. Gruppenverbünde. 8 17. Die Aufgaben der Oruppenverbünde sind: a) die Propaganda in ihrem Bezirk nach Verstäudigung init dem Lnmlcsvorstand, b) die Ueberwnehung der Arbeit der Ortsgruppen, c) die Vorbereitung der Gründung neuer Ortsgruppen, d) die Benachrichtigung des Landesvorstnndes über den Domizilwechsel von Oruppenmitgliedern. 8 18. Die Oruppenverbünde haben vierteljährlich dem Zentralkomitee einen Bericht über ihre Tätigkeit und über den Bestand an Mitgliedern zu erstatten. 8 IV. Der Vorstand jedes Griippenveibandcs wird von den ihm zugehörenden Ortsgruppen nach einem vom Landesvorstand genehmigten Modus auf die Dauer eines Jahres gewählt. Jede innerhalb des Verbandes bestehende Ortsgruppe hat das Recht auf Vertretung. Ortsgruppen. 8 20. ' Sind an einem Orte wenigstens 25 Zionisten vor-!landen, so sollen sie sich zu einer Ortsg-uppe zusainincnsclilicßcn. Der Vorstand der Z. V. f. D. ist jedoch berechtigt, auf Vorschlag des zuständigen Oruppenverbamies auch kleineren Gruppen von Zionisten die Rechte der Ortsgruppen zu verleihen, wenn wenigstens 15 Zionisten sich Zusammenschlüßen und regelmäßig Vortrags- oder Diskutierabende veranstalten. Mitglieder der Z. V, f. D. an Orten ohne Ortsgruppen unterstehen direkt dem Lnmlcsvorstnnd, sofern sic sielt .nicht einer nahe gelegenen Ortsgruppe anschließen. 8 21. Die Leitung der Ortsgruppe obliegt dein Vorstände. Statuten der Gruppen bedürfen der Genehmigung des Landesvorstandes, der auf Verlangen geeignete Entwürfe zur Verfügung stellt. Die Oruppen sollen für jedes ihrer Mitglieder ein Exemplar der ״Jüdischen Rundschau“ abonnieren. § 22. Mitglieder zionistischer Sonderverbände können, soweit sie im Oebiete des deutschen Reiches wolmhaft. sind, auch Mitglieder von Ortsgruppen der Z. V. f. D. sein; sie haben dann alle Rechte und Pflichten der Ortsgruppemnitglicdcr. Das Wahlrecht zum Zionistenkongreß haben Sondcrvcrhaudsmitglic• der jedoch nur in ihrem Sonderverbände, gemäß dessen Bestimmungen. Der Landesvorstand hat Anordnungen zu treffen, um die doppelte Ausübung des Wahlrechts unmüglieh zu machen. Einkünfte. .8 23. Die Einkünfte der Z. V. f. D. bestehen aus den Landesbeiträgen, den Beiträgen zum Organisation^• fomis des Landesverbandes, sowie aus Spenden und Zuwendungen. ־ . 8 24. Der Landesbeitrag beträgt für nicht in Orts gruppen organisierte Zionisten mindestens 5 M., für Mitglieder von Ortsgruppen mindestens 1 M. ‘Die Gruppenverbände bzw. Ortsgruppen sind verpflichtet, Hir jedes Mitglied den Landesbeitrag von 1 M. und einen Zuschlag von 2 M. abzuführen. Das Wahlrecht zum Delegiertcntag ist von der Zahlung dieser Beträge abhängig. Außerdem sollen die dem Landesverbände angehörenden Zionisten, gemäß ihrem Einkommen und ihrem Vermögen feste freiwillige Jahresbeiträge zum Organisationsfonds der Z. V. f. D. zahlen. Ermäßigungen der Laudesbeiträge für Mitglieder von Sonderverhättden, die gleichzeitig dein Landesverbände angchörcn wollen, kann der Landes- Vorstand bestimmen. ״ . # Statutenänderung. § 25. ’ Eine Statutenänderung kann durch den Delegiertentag mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden De- , legierten beschlossen werden. Sät« {■׳*/ L* ' ‘ZW*• . i.*׳V . 14 *4 '׳«*% ... *f n-j, > w&IlO 1!111 Kiewer R i 111 n Im0rd proze ß beschloß einer telegraphischen Meldung zufolge, das Bezirks• gcrieht gemäß einem Anträge des Staatsanwalts! bei der ücrichtskammcr vorstellig zu werden, den Anklagezuxtand des verhafteten Collis nufzuhchen und die Angelegenheit einer ergänzende!} Untersuchung zu unterziehen. C G e ii c i m r a t Ludwig Geiger und di e Deutschen, in Nr. 21) der ״Aligeni. Ztg. d. Judentums“ am Schluß der Wockcimuuischnu bedankt sich üehcinirat Geiger mit Recht ־- für den Vorschlag der ״Staatr.bi'ii'ger/.eituiig“, ־״zum Lehrkörper der zu begründenden Frankfurter Universität nur Juden zuzulassen, und zwar 1/״ Modalsten und 1/i Niclitmosaisten; dagegen müßten die jüdischen llucli- Schullehrer von den deutschen Universitäten ganz verschwinden" und verteidigt sieh dann gegen den Vorwurf, daß seine Zugehörigkeit zum Judentum seinem wissenschaftlichen Wirken, namentlich als Herausgeber des Goethe-Jahrbuches geschadet habe. Beim Lesen sowohl des Angriffes der ״Staatsbürger/eitinig“ wie auch der üeigcrschcn Verteidigütig wußte ich nicht, was ich in mir erlebte: Empörung, Mitleid, Scham? Oder Zorn, grimmen Zorn gegen alles Asiimilantentuin I Ich kann Geigers׳ Entrüstung begreifen — ach, icli wollte, sic wäre ein donnerndes Aufbriillen gewesen, statt daß sic winselnd verteidigt. 33 Jahre, man bedenke, ein Menschcnalter müht Geiger siel! treu und ehrlich für seinen Goethe, und nun muß er sieh von der ״Staatsbürgerzeitung“ sagen lassen: ״es kann nicht gut tun, wem» ein Ludwig Geiger gleichzeitig über deutsche Literatur liest und in der ״Gesellschaft für jüdische Geschichte und Literatur“ tätig ist.“ Armer Geheimrat Geiger! Wäre die Sache nicht so furchtbar tragisch, man könnte lachen. Warum null) er sieh verteidigen? Wenn er der Anerkennung seines Wirkens so gewiß wäre, was bedeutete ihm ein Angriff der ״Staatshtirgcrzcltung“? Ich habe noch nie gehört, daß ein Löwe sieh gegen den Angriff eines Fuchses verteidigt, wenn sein Thron nicht furchtbar wacklig ist. Das scheint cs zu sein: den Vertretern des Assimiiantentums ist die innere Sicherheit verloren gegangen, ich will Geiger wünschen, daß trotz dieses Angriffes sein Ruhm als Oocthcforschcr noch nach 100 Jahren im Munde deutscher Gelehrt• r ist — aus purem Mitleid wünsche ich es ihm. Aber ich will ihm auch die Erkenntnis wünschen, daß, solange Männer wie er sich Vertreter der deutschen Juden neunen, immer wieder ״Stantsbürgerzcitungen“ den deutsch-jüdischen Gelehrten die Fähigkeit absprechen werden, Mitschöpfer einer deutschen Kultur zu sein. Geigers ״Wort in eigener Sache“ kommt gerade recht, da die Debatte, die Moritz Goldsteins Aufsatz im Kunstwart, ״Deutsch-jüdischer Parnaß“, hervorrief, noch in vollem Fluß ist. Geiger, der cs nicht .für nötig hielt, über Goldsteins Artikel in seiner Zeitung zu berichten, bringt hier selbst die Probe aufs Exentpel. Goldstein sagt: ״Wir Juden verwalten den geistigen Besitz eines Volkes, das uns die Bercchtigung und Befähigung dazu abspricht.“ Daß Geiger, just Geiger diesen K c r n s a t z der Qoldstclnschcn Ausführungen durch sein Beispiel bestätigen mußl Es liegt mir fern, über Geigers Wollen zu spotten. Ich möchte nur wünschen, daß er aus seinen Erfahrungen die Lehre zöge, auch den Zionismus als ein edles W.011 cn zu betrachten, vielleicht — das ist ein verstiegener Wunsch — cinzuschcn, daß trotz den weißen Haaren und trotz einem Menschenalter entgegengesetzter Arbeit, doch noch die Möglichkeit für ihn da ist, mit klaren Augen die Richtigkeit unseres Wollens zu erkennen. H. G. זו 1 i $;u i»U » o i> 0 *ü l ti *\J י' Die Hersteilu!:;;:kosten des neuen Hafens von Jaffa werden auf 6'500000 Fr. geschätzt; sic wurden, wie wir hören, von verschiedenen Gesellschaften gezcichilet, darunter vor allem durch die Jaffa-Jerusalem- Eisenbahn. Diese Gesellschaften Und an der Ausfülirung deshalb intcrcssieri, weil sic durch eine Balm Haifa—Jerusalem den Todesstoß erhalten würden, wenn kein Hafen in Jaffa gebaut wird. — Der Schiffsverkehr in Jaffa hat 1911 ziemlich nachgclassen, 74 Schiffe mit 90 033 Tons weniger. . (Deutsche Levantezeitung.). f.. *nt-m;1 v •׳ V 14* ׳•׳ר*־/ ׳ « t# W %־׳ י׳ Die Agitation ln den Badeorten um die sich einzelne unserer Gesinnungsgenossen sowohl wie die Leitung der Landsmannschaft schon In früheren Jahren mit Erfolg bemüht haben, soll und 'muß in diesem Jahre systematisch ausgebaut werden. Wir •dürfen wohl von einem jeden Zionisten, der in der Lage ist, eine Badereise zu unternehmen, erwarten, daß er sieh für kurze Zeit in den Dienst unserer Agitation stellt. Bietet doch gerade die Muße •der Fcriciiruhc vielfältige Gelegenheit zur Fühlungnähme mit Stammcsgeiiossen, die unserer Bewegung bisher (entstellen. Wir selbst werden einem jeden gerne mit geeignetem Agitatioiismntcrial zur lland . Zur Durchführung dieser Arbeit verlangen svir fürs erste nichts weiter, als daß uns ein jeder unserer Gesinnungsgenossen, sobald Ziel und Zeit seiner Reise feststcht. entsprechende Mitteilung macht. Auch in den Füllen, wo der einzelne glaubt, daß die Mdglichkeit einer zionistischen Betätigung am Orte nicht gegeben sei, wird oftmals durch Pülilungitalirnc mit Gesinnungsgenossen in 'benachbarten Plätzen etwas zu erreichen sein. Auch Jene rednerisch befähigten Oesiimuiigsgeflössen, die bereit sind, sieh durch Reisen und Tournees in den Dienst der Bäderagitation zu stellen, wollen ihre Adresse freumllichst baldigst an uns aufgeben. Der mitteldeutsche Gruppenverband beabsichtigt in Harzburg eine Agitationsversammiuiig zu veranstalten. Gesinnungsgenossen, die zum Souimcraufcutlialt nach Har/burg gelten, werden daher gebeten, ihre Adresse Herrn David Freund, Hohenzojlcrnstr. 06, Halberstadt, aiif/ugchen. ÄU&DfiN G6M£!MDeN Berlin. Professor Martin Pli i I i ppso n hat nunmehr das Amt eines gcschäftsführemlcu Vorsitzenden das Deutsch - israelitischen Gemeindebumlcs 11 i e d c r g e I c g t. Bereits einen Tag nach der letzten außerordentlichen Tagung des Geiiiciiulebuiules, auf der die Abänderung der Statuten unter Dach und Fach gebracht war, hot er an den stellvertretenden Vor- MtzenUcn, Herrn Prof. Dr, Sobernheim, eine Zuschrift gerichtet, in welcher es heißt, er sehe ein, ״daß unter den gegenwärtigen verantwortlichen und sciiwic• rigen Umständen eine jüngere und frischere Kraft die Leitung der großen Körperschaft tibcrncliincn muß, die für die deutsche Judeiilieit eine so hervorragende Wichtigkeit besitzt.“ Der Ausschuß des Deutsch- Israelitischen Gciueiiulebtiiulcs ernannte einstimmig׳ dou scheidenden Professor Philippson zum E11 r e n Präsidenten. Elberfeld. Unter Leitung einiger Mitglieder der zionistischen Ortsgruppe Ivria veranstaltete ein neutrales Komitee Ende Mai d. J. eine Ausstellung von Üezalel-Arhciten, der eine kleine Unterabteilung von Spitzen aus den Ateliers des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina ungegliedert war. Die Ausstellung fand im neuen Gcscliättshausc der Firma Leonhard T i e t z A.-O. statt, und von vomherein sei bemerkt, daß die Leitung des Hauses unseren Arbeiten das freundlichste Entgegenkommen zeigte. Der Erfolg war insofern ein recht hefrie« digeuder, als nicht nur für rund 1000 M. Waren abgcsetz.t wurden, sondern auch 60 Damen und Herren, meist aus nielitzionistischcn Kreisen, dem Verein Bezalel beitraten. Nicht wenig trug zum Gelingen der Veranstaltung ein Vortrag bei, «len Frau Rechtsanwalt Dr. Epstein - Duisburg übernommen hatte. Ihr sowie allen Damen und Herren, die siel» um das gute Gelingen der Bczalelausstelliing , verdient gemacht haben, sei der herzlichste Dank der Ortsgruppe Ivria hiermit zum Ausdruck gebracht. — Bemerkenswert ist ferner ein sorgfältiges Referat, das unser Delegierter zum Posener DelegivTtcntag, Herr Dipl.-tiig. SVtosberg, der Mit* gliedcrversamnihmg der Ortsgruppe erstattete. — Am 27. Juni endlich sprach als freudig begrüßter Gast in einer gutbcsueliteii Versammlung Herr Rechtsanwalt Dr. Weinberg-Dortmund über die Probleme des Posener Delcgiertcntagcs. Juifciidpropaganda, praktische Palästinaarbeit, politischer Zionismus, praktischer Zionismus, Finanzfrage, eines nach dem andern, wurde von dem Redner kristallklar be* leuchtet, und der Wunsch des Herrn Referenten, daß in Zukunft nie wieder der gespensterhafte Streit, den das Schlag wort politischer Zionismus so oft hervorgerufen hat, die Freude und die Befriedigung, die uns die realpolitischc, zionistische Tätigkeit gibt, stören möge, beseelte mit ihm alle seine Zuliörer. Königsberg i. Pr. ln mehr als einer Hinsicht war eine der letzten Sitzungen der Repräsentanten- Versammlung der Synagogengemeinde von Interesse. —■ Es stand u. a. die Bewilligung eines größeren Beitrages für den zu errichtenden Lehrstuhl für jüdische W s s c 11 s c 11 a f t an einer deutschen Universität zur Beratung! Von seiten des Vorstandes