Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1912)
- Date
- 1912-06-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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und dann die Eingänge aus diesen Orten auf 100 jüdische Einwohner reduziert. Dabei gelange ich allerdings zu einer ganz anderen Gruppierung, in meiner Tabelle nimmt z. 15. für die Schckelzahlung Berlin nicht den 1״ sondern den 34. Platz unter den 35 Ortsgruppen ein. llam• bürg, Breslau und Frankfurt a. M. müssen ihre An* sprüche auf die 2,, 3. und 4. Stelle nufgoben und sich mit der 20., 23. und 30. bescheiden. Dagegen kommt Lübeck von der 32. in die 2., Kiel sogar von der 76. in die 10. Reihe. ״Die Letzten werden die Ersten sein.“ י Herr Schachtel will ein wenig zensieren, mir liegt dagegen diese Absicht durchaus fern. Für eine Zensur oder Kritik reicht nämlich auch die von mir angewandte Methode keineswegs aus. Man müßte da eine genaue Kenntnis der Verhältnisse jeder einzelnen Ortsgruppe haben, die ganz aullcrordentlieh verschieden liegen. Be:.״.:!.;״ die N'.-P,•Ein,׳länge sind den mamji;f׳f«ei;.׳ teil Zu,'.,ili;■,keilen unterworfen, w׳as auch Herr Schachtel selum auageführt hat. Hier kommt es liebest der Verschiedenheit der Vermögens• Verhältnisse vielfach darauf an, ob sich auch Nichtzionisten heranzichcn lassen, Das sott an manchen Orten der Fall sein, liier in Stettin kommt es dagegen kaum vor. Auffällig bleibt cs, daß die Universitätsstädte trotz der gewiß sehr bedeutenden Leistungen der studenti• sehen Korporationen keineswegs durchweg in der. ersten Reihe stehen mid daß die Großgemeinden verhältnismäßig am wenigsten befriedigen. Wo liier die Ursachen liegen und wie da Ab• hilfc zu schaffen sein u׳ird, das zu untersuchen, kann ich indes nicht als meine Aufgabe betrachten, Stettin. Hermann Jacob. Auf 100 jüdische Einwohner Ort Bevölkerung Schekel Mark Kcilicn* folge j lauulesj beitrage | Mark Reihenfolge N.-F. Palästina Mark und zwecke Reihen• folge Insgesamt 1 Reihen Mirk ן folge Königsh&t.e .... 1000 SM) . i —? -? 41, i 0 -? -? I.iibcck » ooo 0,7 2 27,6 1 112,- »2 140,2 2 ״Freiburg 1. ß, , , . a נ HK) 8.6 8 7,8 0 6,6 81 21,8 18 Kattowitz , . , , , 8 WX) 7,0 4 14,6 6 ־־,67 0 70,1 4 Ilciiilien ...... 2600 7,1 6 12,— 0 66.- 7 74,4 0 Duisburg. a 1 r.oo 0,8 0 0,8 10 7,8 2! 21,4 17 I'mden. a IXX) 0,6 7 6/J 16 0,- 80 J7.8 22 *Künlgabarg .... a 4 6» J0 8 17,- 8 210,- 108,— l 203,- 1 Halberstadt .... 1100 6,0 U 17,- t 8 125,8 8 *Kiel .••ו... a 400 6,— 10 10,- 7 08,- 4 7H,~ 63,7 & Polen.. . OCKK) 8,7 11 10,- 8,6 8 ־־,40 10 0 Stettin. Chemnitz , , , , , a 8000 8,8 12 26 18.- 20 10,8 21 1 6(8)!),- 18 18,0 2 62,- 17,6 H 73 0 7 Essen 2600 2,6 11 18 16 20,- 18 *Holle ...... ] 600 •>*> 16 1,8־ 10 68,- 6 06,- 8 Danzig .. 26(X) 2,2 10 4,- 21 26,- 12 81.2 11 Mainz. 9 B600 *> _ **1 17 2,7 28 1,6 84 0,2 82 Hannover . a 9 6 (MX) _ (י וי* 18 2.4 20 16,8 10 20 2 20 Metz. I 6(X) -.ע 10 0,4 86 8,4 . 83 6,8 88 Hamburg-Altona . . . 22(XX) 1,0 20 i 4,6 10 14,7 18 21,1 10 *Leipzig. 1 0<KX) I,H 21! 1,8 82 0,0 20 10,2 80 Cölu a 12 6( X) 1,7 22 0,- 12 14,6 10 22,2 16 *Breslau. t 22000 1,7 23 »,- 27 22,7 18 27,4!2 Mannheim. «000 1,0 21 0,8 11 20,6 11 87,4 10 *München. « 10 (XX) 1,0 26 4,6 20 15,4 17 1.6 ג¬ 10 *Stroisburg .... a 0000 1,6 20 8,75 24 10,4 14 סס,21 14 Nürnbcrg-Eürth , , . ♦ a 7 000 1,6 27 2,- 81 1 0,0 20 18 4 27 Kassel. 8 (XX) 1,4 28 1,4 88 6,1 82 7,0 81 Karlsruhe. a 2 &(X) 1,8 20 4.0 18 1 8,— 27 18,0 20 Frankfurt a. M. . . . 26 (XX) J,2 80 8.1 20 1 11,0 22 16,0 23 Düsseldorf. 8000 1,16 81 4,7 17 10,- 25 16,86 24 Stuttgart. a a 4 (XX) 1,16 82 0,6 81 11,- 23 12,06 28 Dresden. 4 000 1.- 88 2,2 80 0,6 85 8,7 84 *Gross-Berlin . . . » 140000 0,05 84 8,8 28 7,86 28 12,1 20 *Heidelberg. *j Universitätsstädte. 1 1 (XX) 0,8 86 8,8 22 10,6 24 16,1 26 üMüSSüii Zu unserem Bericht über den XIII. Dclegiertentag מ AUS.AIX6R liuftsland #* wird uns geschrieben: -־׳ Vcrchrl. Redaktion der Jüdischen Rundschau, Berlin W, Sächsische Str. 8. Sehr geclirter Herr Redaktcurl Bedauerlicherweise ist mir die Nunimer 23 vom 7. Juni d. J. mit dem Bericht über den Posencr Delegiertentag verspätet zugegangen. Ich hin deshalb erst heute in der Lage, Sic um folgende Gefälligkeit zu ersuchen. Nach dem Bericht über die Gcncrnldiskussion soll ich gesagt haheu: ״Mit den sachlichen Ausführungen meines freundes Dr. Zwirn identifiziere ich mich von Anfang bis zu Ende, mit dessen T011 kann ich allerdings nicht übereinstimmend. Ihr Herr Bericht* erstatter muß mich falsch verstanden haben. Ich lege Wert darauf, festzustcllcn, dal) ich diese Aeulk* rung nicht getan habe, daß Herr Dr. Zwirn auch im Ton außerordenliieh maßvoll gewesen ist und daß er cs Im Gegensatz zu anderen Rednern vermieden hat, irgend jemand persönlich anzugreifen. Ich habe sowohl, was den Ton, als auch was den Inhalt der Ausführungen anlangt, mich mit Dr. Zwirn durchaus identifiziere. 1 Sic würden 'mich zu Dank verpflichten, wenn Sic diese kurze Erklärung in der nächsten Nunimer voröifentlichten. ׳Hochachtungsvoll! Dr. K1 c e, Rechtsanwalt. Wir bitten diejenigen unserer Leser, die bishet versäumten, ihr * Abonnement für das III. Quartal 1012 zu erneuern, dies umgehend nachzuholcn, damit eine Verzögerung in der Zustellung vermieden wird, Verla!{ der Jüdischen Rundschau. Trotzdem alle Welt von der Richtigkeit der An• gaben Hrasul-Bruschkowskia und des früheren Kriminalbeamten Krnssowski überzeugt Ist, hält das Kicwer Gericht an der Annahme des ״Ritualmordcs“ fest und lehnt es ab, das Prozeßverfahren gegen den Angeklagten Beilis zu revidieren. in einem Interview, das der Gehilfe des Justizminister», Weriowkin, einem Petersburger Journalisten dieser Tage gewährt hat, erklärte er, das Gericht habe viele Beweise für die Schuld ßcilia' cn der Ermordung des Knaben Justachhinltl. Die Enthüllungen Brasuls und Krassowskis — führte Weriowkin weiter mm — würden in maßgebenden Gcrichtr.kreiscn als haltlose P |1 a 111 a s i e g c b i I d e angesehen . . . Krassowski und Brasul würden unter Anklage gestellt werden!... Dieses fast unglaubliche Verhalten der Justiz zu den neuesten £nthül!er.;;cn in der Mcrdaffärc Justschinski begegnet in angesehenen juristischen Kreisen ausnahmslos größter Empörung und wird als .der Höhepunkt des J u s t i z s k a 11 d a 1 s bezeichnet, den die Kicwer ״Ritualmord“-Affärc von allem Anfang au bildete. Auf Grund einer vor kurzem gefällten Senatsent- Scheidung, wonach der Besuch einer Fachschule den jüdischen Schülern kein Wohnrecht außerhalb des Ansiedlungsrayons gewährt, hat der Gcneralgouverneur von Kiew mit Zustimimm:: des Ministeriums des Innern verfügt, daß sämtliche jüdischen Zogliugc der dramatischen, Musik- und Zcichenschulen von Kiew, sowie deren Eltern, sofern sie keinen anderweitigen Anspruch auf das Wohnrecht haben, die Stadt Kiew Irmcrh.;!!» sieben Tagen verlassen müssen. Dieser A1::.v.׳dr.un,׳;v.hefehl, von dem mehr als 5000 jüdische Seelen bclrouc.i werden, hat auch in nichtjüdischen Kreisen ״rolle Bestürzung hervorgerufen, U. a. wird die Verfügung zur Folge halten, daß 23 Fachschulen aufgelöst werden müssen. Sollte die Verordnung, wie nicht ohne Grund befürchtet wird, auch auf die Zöglinge der Handels• und Handwcrkcrschulcn ausgedehnt werden, so würden weitere 5000 Juden der Ausweisung aus Kiew verfallen. Amerika Im April 11. J. sind im Hafen von New York 2126 jüdische Emigranten gelandet gegen 2066 im April 1911. Von den Einwanderern sind 1203 männliehen und 023 weiblichen Geschlechts. MIO von ihnen stammen aus Rnfilnrici. Das Bargeld, das die jüdischen Emigranten mit sich führten, belief sich auf 62 187 Dollar. Von den 2126 Emigranten wurden 118 seitens der Eirnvaudcrungsbehördc zuriiekgewiesen. emfle5TI.NA־'RU.MDSCHAV Dank der Initiative der ״Allgemeinen Organisation der jüdischen Landarbeiter in Judäa“ haben sich die Motorarbeiter in den jüdischen Pflanzlingskolonicn zum Zwecke der Schaffung einer Unfallvcrslclicrungskasse zusammengeschlosscn. In dieser Angelegenheit fand Ende Mai eine Arheitcrkonfcrenz in Pethach-Tikwah statt, an der Maschinenarbciter aus verschiedenen Kolonien tcilnahmcn. Es wurde festgestellt, daß die Motorbcsit/cr unter gewissen Bedingungen bereit sein werden, Beiträge. zu der geplanten Vcrsichcrungskasse zu leisten. Nach eingehenden Beratungen wurde eine Kommission eingesetzt, die die vorbereitenden Arbeiten zur Schaffung der Unfallvcrsicherungskasse durchführen soll. TiyRnen 5*sport Der jüdische T u r 11 v c r e i 11 ״B a r K o c h b a“, Berlin, veranstaltet auf dem Ttirnbodeii seiner 3. Männcrabtcilimg, Alt-Moabit 23, jeden Dienstag von 8--10 Uhr F e e 111 ü b u 11 g c n und bietet so Gelegen• heit zur Ausübung eines gesunden und höchst an• regenden Sportzweiges. Es wird zunächst ein Kursus im Florettfechten «!)gehalten. Die Teilnahme stellt jedem Bar Kochbaucr gegen eine geringe Waffen* gebühr frei, Gäste sind herzdichst willkommen. ' . Der jüdische Turnverein Bar K o c h b a, B e r I i n , gibt die folgenden Turnzeiten seiner Abteiluiigen bekannt: I. Akinncrabteilung: Dienstag lind Donnerstag 8—10 Uhr Gr. Hamburger Str. 27. 2, Miinucrahtcilung: Sonnabend 8 — 10 Uhr Gr. Ham- Burger Str. 27. 3. Münnerabteilung: Dienstag und Donnerstag 3—10 Uhr Alt Moabit 23. Kiirabend und Kurse für die Miiniicrahteilungeu: Sonnabend 8 bis 10 Uhr Gr. Hamburger Str. 27. Alte•! lerren-Ricgc: jeden Dienstag 8 — 10 Uhr Niederwallslr. 7. Sportablcilung: jeden Sonntag nachmittag im Sommer auf eigenem Spielplätze; Wochentags nach Uehcrcinkimft. 1. Frauciiabtcihing: Montag und Donnerstag 8 bis 10 Uhr Auguststr. 67/08. 2. FraticnabtcihiugfMuh• tag und Donnerstag 8-»)!/» Uhr Scbleswigcr Ufe£14. 3. Frauenabteilung: Mittwoch und Sonnabend 8 bis 9'/a Uhr Ifflamlstr. 9. I. Jugendabtcilung (Lehrlingsabteilung): Montag und Donnerstag 8—10 Uhr WeiBenbiirger Str. 4 a. II. Jugeiulabteihing: Mittwoch 71/a—91,3 Uhr Scbleswigcr Ufer I I. Mädchenabteilung: Montag und Donnerstag 6~7Va Uhr Auguststr. 67/68. Schü!erabteilung: Montag und Donnerstag 6—8 Uhr Hiptcr der Garnisonkirclie 2. : H6BRA6ISCH :־ ״Der VVaad-Halaschon“ Das hebräische Sprachkomitec zu Jerusalem, dem die Sichtung und Feststellung der hebräischen Terimnologic auf allen Gebieten des Wissens, sowie der Umgangssprache obliegt, hat sich neuerdings rcor* garusiert und seine Tätigkeit begonnen. Einige inateriellc Atittel, die dem ״Waad rlalaschon“ teils von der ״Histadruth“, teils von der Zionistischen Organisation, sowie von Privatspendcrii zur Verfügung ge* stellt worden sind, haben ihm die Möglichkeit gegeben, wenn aucli in beschränktem Malle, an uie Verwirklichung seines Arbeitsprogranuns hcranzutreten. Er beginnt demnächst mit der Veröffeutlichung einer Reihe von kleinen Wörterbüchern, die die Präzisierung und Prägung der technischen, natur- und geisteswissenschaftlichen Terminologie zur Aufgäbe haben. Wollen wir hoffen, daß die vielvcrsprechende Arbeit des ״Wand Halasclion” noch ganz andere Mittel erhalten und sich dum ungehemmt fortentwickeln wird, was für die Bereicherung der hebräischen Sprache von großer Bedeutung werden kann. Mt