Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1912)
- Date
- 1912-05-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 200 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 22 fr ansehnliche Summen erbrachten. 1 in lel/ten Jahre wcggefalicu sind. Man hat in < )bvrschlcMc» mit AI)- sicht ein Jahr verstreichen lassen wollen und wird Im laufenden Jahre wieder eine groß .־mgelcgic Saumi-. luii(׳■ in die Wege leiten, da sieh die dortigen Oesinmingsgeiiossen mit Hecht sagen, «lall sie solche Kraftanstrengungen nicht in jedem Jahre zur Hegel werden lassen wollen. Die Landspende hat 1010 1173,85 M. und 1911 079,05 M. erbracht. Die Mindereinnahine dieser Abteilung wird erstens daraus zu erklären sein, »lall im Jahre 1910 die Landspendc zum ersten Male eingerichtet und dafür eine grilliere Propaganda entfaltet wurde, z.weitens aber ist im Jahre 1911 eine neue Abteilung, die Wolffsohn-Stiftimg, mit einer Einnahme von 1508,82 M. hinzugekouuueu, die wohl einen Teil der früher für die Landspendc eilige,gange* neu Gelder absorbiert hat. Der Absatz von N a t i o n a I - F 0 n d s - M a r k e n und T e I e g r a tu in f 0 r tu u I n r e u bleibt nach wie vor ein recht mangelhafter; cs wurden in 1910 hierfür vereinnahmt, 2377,•IS M und in! Jahre 1911 1139,50 M. Heide Sammclmittel haben sich bis jetzt nicht ciubürgcrn können und sind unpopulär genlieben. Die Hauptverwaltung in Köln plant die Ilerausgabe neuer Palästina-Marken, vielleicht wird sieh der Absatz der Marken hierdurch etwas heben. Auch bezüglich der Telegrammformulare wird augenhlicklieh eine Neuerung versucht, die von unserem Freunde Hugo Schachtel in Breslau ausgeht und die hoffentlich eine Hebung des Absatzes zur Folge haben wird. Die S a rn ni c I s t e 11 c für Materialien hat die Eingänge der letzten Jahre erst im Jahre 1912 verrechnet und zwar ergab dieser Zweig eine Gcsamteinnahme von 271,75 M. Das Erträgnis ge. radc dieser Abteilung könnte in erheblichem Malle gesteigert werden, wenn nur jeder Gesinnungsgenosse sicli seiner Plliclit nach dieser Richtung hin immer errinnern würde, in jeder Familie ist Gelegenheit zum Sammeln von Staniol, Illeikapseln und Ziarrcnabsclmitteii vorhanden mul meistens werden iese Gegenstände als wertlos weggeworfen. Die Ortsgruppen sollten Schüler mit dem Sammeln dieser Materialien betrauen. Diese werden gcwitl stolz dar-, auf sein, möglichst viel Material zusammen zu bringen, und wir können erheblich größere Summen auf diesem Konto verbuchen. In einigen Ortsgruppen sind schön ausgestattete Spende n büch er eingerichtet worden, die zu guten Erfolgen geführt hahen und es empfiehlt sich, daß jede Ortsgruppe ein derartiges Buch aulcgt. Das Buch wird von einem Gesinnungsgenossen persiin. lieh überall da vorgelegt, wo eine Gelegenheit für Spenden vorhanden ist, wie bei Verlobungen, Hochzelten, Stcrbcfiillen usw. Der Spender zeichnet seinen Namen und den Betrag selbst in das Buch ein. Da wir in jeder Ortsgruppe jetzt einen Vertrauensmann, gewonnen haben, wird diese Tätigkeit am zweck, mäßigsten von ihm selbst besorgt werden. Die Licht bi Id er-Vor träge zugunsten des National-I'onds haben sich recht gut eiiigefiilnt, so daß die Bilder das ganze Jahr über unterwegs sind. Wir waren bestrebt, «len allen Bildern neue' hinzu• zufilgcii, die die praktische Arbeit des Natiounl-Fonds in Palästina in anschaulicher Weise darstellen.!ווו großen und ganzen haben wir allen Grund, mit dem vorliegenden Resultate zufrieden zu sein, in. dessen ycrhchlcn wir uns nicht, daß die Vermehrung des NationaLFomls in einem zu langsamen Tempo erfolgt, zumal die praktische Arbeit in Palästina ganz erhebliche Anforderungen an die Leistungen des Fonds stellt. Wir sind jedoch davon überzeugt, daß jeder deutsche Gesinnungsgenosse wie bisher auch weiter in finanzieller Hinsicht seine Pflicht tun wird, so da» cs uns möglich sein wird, die künftigen Berichte mit größeren Zahlen schmiickcii zu können. Schließlich sagen wir au dieser Stelle nochmals allen Freunden mul I lelfern unseren verbindlichsten Dank. Die Natlonalfonds-Verwaltung für Deutschland Wollstciner Der V. Jüdische Turntag Der V. Jüdische Turnt ag fand vom 2(». bis 2$.^ Mai in Berlin statt. Er war ou Delegierten lind Gästen aus Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Rußland, Holland, der Schweiz, den llalkauläuderii uuu der Türkei ־.mßerurdcnHicb gut besucht. Die -Tagung war für die jüdische Turucrschuft haimtsädi- , 1 orfFl״is׳dorischcr Bedeutung. Die Verfassung der Tumerschaft fand eine grundlegende Dmgestaltm<g, die dem netigewiililten Ausschüsse eine großzügigere Arbeitsweise ermöglichen wird. Ein Festkommers und ein großes Sportfest galten den jiidiselten Turnern Gelegenheit, einem zahlreichen Puhlikum in Wort und Tat ein Bild ihres Wirkens zu geben, Wir werden in unserer nächsten Nummer ausführlich auf das Ergebnis des Turntages zuriiekkommen, «las für «len deutschen Zionismus von eminenter Bedentung ist. * Die sportlichen Kümpfe des Turntages Das Sportmeeting, das die ״Jüdische Turner- Schaft'* anläßlich des V, Indischen Turntages voranstilltet hat, kann In jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden. Zum ersten Male halten viele junge bewußte Juden ihre Kräfte gegeneinander abgemessen •im frohen sportlichen Wettkampf, Juden, die als jutlcn gegeneinander kämpften mul doch ein Bild von ganz gewaltiger Einheit zeigten. ״Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen I" An dieses Wort und an die Schilderung sportlicher Spiele in ״Altueuland" mochte mancher «leuxeu, als die muntere Schar leichtfülliger Jungen und kräftiger Männergestalten sich vor den Augen einer viellmiiderlköpfigen Zuschauermenge auf dem herrlich gelegenen ״Sitoilplat/e des jüdischen Turuvcrcius ״Bar Koehha" in Sclml/ctidorf fummelte, Wohl war da mancher, dessen Leistmigen den Mangel merken ließen, der uns in körperlicher Hinsicht überkommen ist; aber er lief lind sprang* mul es war kein Neid in ihm oh des stärkeren Gegners, sondern Freude, und sein Auge blickte scharf auf seinen überlegenen Freund, um zu selten, was ihm selbst rin Vervollkommnung fehle. Und mit Recht. Denn manche Leistung überstieg bei weitem das, was man erwartet hatte. So z, 1$. der famose 100-in-Lauf «les Kölner Lagomcr, der das Zeug /u einem Klnssclätifcr in siefi hat, und der in überlegenein Styl seine Berliner Freunde hinter sich ließ, von denen Löwinsohn, von Bar Koehha sieh als der schnellste erwies. Im •lOÜ-m-l.aufen fand jedoch der Sieger jener Distanz in dem jungen Heinz G ä r 111 er-Berlin seinen Bezwinger; den Dreikaiupf gewann Max K i k o I e r, ebenfalls vom Bar Koeltba, Berlin, mit 13 Punkten vor Sabel (Wien-I'iinfhaus), der mit 11 Piiuklcn sicher den zweiten Platz vor der übrigen Berliner Konkurrenz behauptete, litt Wochsprtmg siegte Alex Jacuby (Berlin) mit der mäßigen Leistung von!,•16 in. Allerdings ließ der entsetzende Kegen kein einwandfreies Resultat zu. Jean Lewin (Berlin) warf die 15-Pfund-Kugei 8,29 m weit, uml die 600-m-Stnfcttc (3 >•; 291) m) wiirde eine sichere Beute «ler ersten Mannschaft des Bar Koehha, Berlin, vor dessen zweiter Mannschaft. Die auswärtigen Vereine konnten sich hier nicht zur Geltung bringen. Dagegen gewann «len turnerischen Zweikampf (WeitUodisprung׳ uml Schleuder!),illwcrfen) K a p I a u (Kattowitz). Die Hebungen und Spiele der Danien• und S;hülerableihmge11 konnten sieh;cgcuüber «len Wettkämpfen uiilil besonders belaiipten. Das l'ußballwettspiel der Hamburger Mannschaff gegen die des Bar Koehha, Berlin, beschloß in würdiger Weise das Fest und endete nach Interess.mtem Kampfe, in «lern sich tlie I lamhurger als die besser kombinierende, Berlin jedoch als die schnellere Mannschaft erwies, 1:1 unentschieden. Das Spiel konnte auch den sportlichen Kritiker vollauf befriedigen und iibcrlraf hei weitem die gehegten Erwartungen. Bei gehobener Stimmung fand .־jbcntls die Preisvcrteilimg statt, und das humlertstiminige ,.Ik'ilad" zum Schluß der Rede des neuen Vorsitzen- «len der ״Jüdiselien Tumerschaft", Greifenha gen, der in markigen Worten auf die Bedeutung dieses Tages hinwies, wird noch lange in den Obren aller uachkliugeii, tlie Zeuge dieses denkwürdigen Tages in der Geschichte der jüdischen Turnbewegiing waren. : H6BRA6ISCH : Vor mehr als 5 Jahren hat die damalig,: Palästinakoinmission die Herausgabe einer hebräischen Wandkarte für Palästina beschlossen. Infolge gewisscr, unvorhergesehener Ereignisse und Störungen - die schwerste war wohl der Tod des unvergcllliehen S a p i r —- hat siel« die Herstellung der Karte sehr verzögert. Nunmehr ist die Beaufsichtigung der Karte dem Jüdischen Verlag übertragen worden. Es ist zu hoffen, daß «las Werk, dessen Fehlen beim Unterricht besonders stark empfunden wird, im Laufe des Sommers zu Ende geführt wird. — Der Preis der Karte wird noch bekannt gegeben. Jetzt schon nimmt der Jüdische Verlag, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, Vorbestellungen entgegen. Übersicht der aus Gruppen eingegangenen Beiträge und Spenden für 1911 Orte Schekel M. Landesorgan isasations* bei träge M. N.-t'.-Sprn- 1t*n (ti'kl. der Spcmlcn für vcrifhii-üene pnUi'.iinkclie Zwecke) M. Aachen Allmmtoin llnmlmrg (Ji'osH-Borlin Bouthoii Bmm Bemnon Itrmnnrlmvou Breslau Bliesen 1, W. Cassel Ulionuiitz C'iisnl Göthen Danzig Dnrmstudt Dessnu Dt.-Kyln״ Dortmund Dresden Duisburg Düsseldorf Kbersw'nldü• .Hessin gwnrk K.lherl'old!•!11111011 l'.ri'iirt!׳,,dangen F.sehwoilör Kssen F.yilt kühnen Filolum Ki’mikfurt n, M, Krankl'iirt 11. O, Kreiburg i. JL Kuhtu («nilingen (,ioHsou Gh'lwitz («lognu (Liesen (1(111111» (,T'iuitlcn/. Uross-St rollt* (Jiilimt lliilliorstiult II alle 11, S, Hamburg Hameln Hannover Heidelberg lHldoshoim llnheuHul/.ft Insterburg lvarlHniho i, Kätscher Kattowitz Kiel '.M,~ 127,— öN,— 18,— dH,- 114,— 17.- 11,- 292,— 94, - 33,- llß,— 97,— 42,- J2.-V ß,-k. 20,-!4,- 51,-• 33,— 411,- 16,- 100.- 8,- ־־,ל 08,— «Ir־*‘ 33,— 20,- 207,- 20,— ״) Darunter nachträglich Spenden aus Orten, an B. 10,- 10,- -׳4 —,1113:1 -,18.5 -,10 -,40 -,12 —,075 —,0 -,42 -,4:1. -.17 -,24 55,— U.- 89,— 20,— 75,- 42.— 102.— 115,-!14,- 75,- 24,- 6370,- ־,000 -,49 -,121 ־,13 ־,«07 *,29 -,25 - ,280 ,70 -,09 -,זג¬ ־,! 22 -,70 130,- Hü,־ 110,- 112,- ־.51 ־.250 ־,48 . 0«. 41V ־,Hl ־,155 4 V ־,80 785, lß,־ 80, 112,- 43,- 21V ־,04 -,64 ־,18 -,1115 -,72 ־,995 ־,119 ־,38 ־,30 . -,58 ־,70 -,114 ־,602 ־4L 31,- 131,- 10,— —,01» 10 'יי¬ -,274 1 - ,037 -,42 -,17 -,099 4 -,140 -,161 -,733 -.18 —,90 —,113) -,112 -,792 —,517; - ,314 -,20 -,100 ~,03« -.14 —,007 -,64 -,43 —,(201 -,100 443,- Ft,— 8,- 2 011,- IO(!,- d08,- 0,~ 30,— »42,- »05,- 101,- 1»9,— 80,- 60,- 025,- 789,- 3 215,- 31,- 702,- 105,- 21,- 170.- 80.- 202,- 2020,- ־,«26 gezahlte Beiträge für denen eine *lonlstlsclic Orte Schekel M. Landesorgan isasationsje M. N.-tVSpcn- <len (Inkl.iler Spcnlen (ür vcriililcden« ptlaMinischt /.*ecke) M. Köln 11. Uh, Königsborg i. Pr. Königshütto Konstanz Koschmin KrotoHcliin Lnipxig Ehe Unit/, Loslnii liiihlinltz, Lübeck .Magtlebnrg Mainz Mannheim Marburg Mergentheim Me und Metz MIIohIhw Müllinusoii I, 1׳!. München Xaiiinlau Nicolai Nürnberg-Fürth ()lieiait/.ko Oeln < )Hönbach Dstrovvo Flauen Pforzheim Fless Fasen Uatihor UawitHch Hees Regcnslmrg llybnik Samter Schöntanke Neliiuu Sieghtirg Stettin Stolp I. F, Strussliurg i, K. Stuttgart Tarnowltz Tilsit Tlmrn Treysa Trier Varel Wiesbaden WreHchon Wronko Würzburg Zabrze 210,- 271,- 209,- 63,— 17,- 9,— 100,- ־־,» -,27 —,25 -,58 ~ .11 -,70 -,97 -,28 -,21 - ,40 —.B• -,21 -,81 -,100 -,20 -,10: -,150 -,15 -,11 -,()5 -.21 -,8 -111 -,31 -,222 —.80 -.28 ־־,II -,03 -,30 -,31 -,11; -10 -,9 -,91 -,12 -,90 -,40 — 85 —,23 -,21 -,9 -,12 -,20 _<>0 «-*״• -,35 —,18 n. KatUnlii 22,- 725,- 700,- 118,- 30,- 8,- 164,- -,105 ־,81 -,95 -,876 -,28 -,45 -,108 •,450 -,205 -,10 -,80 ־4L ־;» -,602 -,120 -,20 -,130 -,30 -,16 -,168 05,- 48,- 225,- 20,- 120,- ־,5 -,12 -,45 ־,222 -,27 ־,07 ־,141 -,18 ־,35 Zwleknu 1910. Oruppe nicht besteht, sind nicht mit aafgeführt 1 774,— 10 893,— 411.- 208,— <M,— 290,— 692,— 1)2,- 2,- II,- 073,— 60,— 63,— 1 767,— 160,— 140,- 300,— 241,- 1641,— ־,31 -,76 —,993 —,71 -,2־3 -,1)2 —,112 —,6 -,322 ׳ —,397 2 —,305 -,70 -.34 —.43 —,101 -,4» —,119 82:1,— 200,— 1 103,- 439,— 025,— 142,- 16,- 40, - 41, - 200,- 191,- 42, — 826,- 140,- 82,- 43, -