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Jüdische Rundschau · 1912-04-26 · Heft 17 (26.4.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r I I I I I I I I I I I I Abonnements auf die wiicjirntlidi am Kreitajr 11r• mluincrulo ,,JUdiirlic Kundacliau" kn>t«n bei der Ktjicillliun und b״i allrn 1‘oUümlcrn vierteljährlich l,.0<׳M, aulirihalb DruliuJilnml* und 0<׳»ter• rrith-Uiignrn» 2,— M.! für Mügllrdcr jiidi'chrr Vereine im Sammrlbciug durdi den Verein 1,— M. Verlag JUdlath• Rundschau E. G. m. b. II. BERLIN W. IS, SKclialache Straße 8. Telephon! Amt Uhland 845. Geailiäftertunden! 9-1 und 4—7 Uhr, »ulier Sonnabend und Sonntag. n י!!! j "\ f~] n r'י ׳■׳ •־ \ 1 j ä i;; fl! ’ V—i V.׳-׳> .״ LJ 1. \י' \ /O f ■*>r / ■D »'־״•׳ J ,י•״״ »! i L..J V r-o. ץ־ ץ׳—•»/ ך-״־־׳ון ץ״ ■■ ■ a - —V \g. י f Anzeigen 1 körten für die tf(l1«;r-.|1jltr110 Petit• * | reite oder «Irren Kaimt 4U l’f.j Stellen• | Angebote uml •Geiinbe »owie Verein«• I jj Mitteilungen und ״Kleine Anieigen"! I □ □ nur 30 l’fennig. O □ * | Manu>krl|dRwrrdrn, wenn l’nrto beiliegt, | I «tet« lurürkgerandt. Hcdaktlontadilutti I jj Mittwoch vormittag«. ן ■ Rodaldlon JUdlaclto Rumlaehau I i BERLIN W. 1$, SUdu.it.d1c StrnOc 8. ן ן Telephon! Amt Uhland BIS. ן I Spredntunden Dienitag und Dnnnentbg | 5—0 Uhr nachmittag■. ח \n p r׳ כ.—: n n <: ״*/ ן•׳! י׳■ \ c ) Nummer 17 XVII. Jahrgang Ausweis Sclickclt Dessau 5,--, Glat/. I, , Asdiaffciihurg hur« 3, , Haine!״ I,--, Ostroxvo 1, (j|״g;m 2, , Berlin 12, . LandesorganisationsboitrUge; 1. Ortsgruppen: Dessau <>, , Rylutik 13,־ , West-Berlin 30, , Berlin 8, , Berlin:' Ein/dlui• trag 2.* . 2. E i 11 /. e I p e r s o 11 e n: Bruno l'ü-lrkowski- Olatz 5, , Dr. wcr1m1th-Trucl11.׳nbcrg 10, , Leopold Appel-Berlin 5, , Moses «Mayer-Asehaffetibtirg 5, , Hosalie Oinsbcrg-Hcrlin (>,- Hedwig ITu*1ll1d:n• Hanteln 3, -, Eugen Frietlmnnn-Bcrlin 7,* , Atlolf Loiulner-Hannover 6,־, l\ Hauser-Berlin 3, , Dr. Kassel-Wittcnnu 10,—, 3. Verschied e ח c S p e 11 d e.n: Kattowitz B), .• Eingang vom 20. bis 25. April 1912: Schekel: 53.* M., L n n d e s 0 r g a n i s a t i o n s b e i t r ii g e: 110, M. Gesamteingang: Schekel: 2350,• , I. a ״ des• o r g a n i s a t i o 11 s b c i t r ii g e: 7703,13 M. Berichtig״ n g. in Nr. 10 sind irrtümlich 30, Mark Landes• beitrüge aus Nürnberg ausgewiesen, während dieser Beitrag für Schekel bestimmt ist. Die Addition ändert sich entsprechend. Adresse fiir Geldsendungen: Zionistische Voreinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische. Stralic 8. Postscheckkonto: Berlin 5091, Bankkonto: A. H. Heymann & Co., Berlin, Unter den Linden 59. Gemeinbürgschavt Wir Zionisten wissen seit langem, daß es liir unsere russischen BriHlcr in ihrem gegenwärtigen Wohnsitz nichts zu hoffen gibt. Mag der Mann, der liir die Leitung der Stanlsgeschäfte verantwörtlich ist, W i 11 e , S t ״ I y p i n oder K :> k o w kw lu'illen, mag er persönlich im Herzen den grimmigsten Judenhaß hegen oder liberalen Neigungen huldigen, - das Schicksal der nissisclieit Juden ist im Staatsplane seit langem und endgültig beschlossen. Es heißt ״Austreibung“ und ״Vernichtung“ und wird mit unsinniger, aber konsequenter Härte durchgeführt. ' Es war menschlich verständlich, wenn die• jenigen. die selbst unter all den Grausamkeiten und Drangsalierungen des russischen Systems zu leiden hatten, vor nunmehr sieben «Monaten int Glauben, daß es schlimmer nicht mehr werden könne, die Berufung des neuen Premiers mit froher Hoffnung begrüßten und von ihm eine Besserung ihrer Lage erwarteten. Heute läßt sich sagen, daß sie ebenso grau־ sam enttäuscht worden sind, wie alle, die jemals auf eine Aenderung des Regicnmgssysteins in puncto Judenfrage gerechnet haben. Durch die Einführung kommunaler Selbstverwaltung in Polen, das neue! Militärreglemcnt, die Vernichtung des jüdischen Externenwesens, die Einführung der Prozentnonn für die Advokaturgehilfen, die neuerdings mit besonderer Härte verfügten Aus- Weisungen und Wohnrcchtschikanen -־ durch' all das und manches andere hat sich K o k o w z e w dem Schwarzen Hundert und deren (jcsinnungs• genossen als zuverlässig erwiesen; rmmrmm* »n ■— »■ *■>* *■*■י״י■*■*►י»*miih■! «—■»»■■ 1!«mbmm■•«■■• am■■} 1 ״ßce cvßtrcbt für ciao I ן jädlncaa '־Toi!; die wehc.xTunjj einer öffeat- I 1 I!cb־rci־I:v־elj g;ct’.cliei-Cca;:clmslittto la I I Püirr.-olor Pro״rnn3:a» I *;1— ~ '""־־• .£,:"״"־£ ״X1•*"—. ־ -|f ־UM« '1111 ■ T T—I fflffWIt1■ ־>|g —|jfl Rußland leidet an seiner Judenpolitik; das ist gewiß. Aber sie ist von blindem Haß diktiert mul da haben Verminttg'rüiide zu schweigen. Europa leidet darunter, denn ihm fehlt die Auftiahmelähigkeit für die Mengen entwurzelter Wanderer. Die Juden der Welt endlich leiden, weil die /.»wandernden Stammesbrüder die ganze jüdische Bevölkerung eines Landes in sozialer Hinsicht lierabzudrüeken vermögen. Instinktiv wird das von vielen deutschen Juden in gesicherte!• Lage empfunden. Vieles, was als Wohltütigkeit gemeint ist, bedeutet itu Grunde doch nur einen Akt der Selbstwehr seitens der eingesessenen Juden. So ist die Fürsorge, die den durchwandernden russischen Juden seitens ihrer deutschen Stainmesgeuossen zuteil wird, im Grunde doch nichts anderes als das Reisegeld, das man einem kompromittkreiiden Verwandten in die Hand drückt, da mau sielt durch seine Anwesenheit in der eigenen Ruhe und sozialen Stellung gefährdet sieht. Denn das ist sicher: Wenn alle Voraus- Setzungen einem gedeihlichen Zusammenleben von Jttd״n und Nkhfjudcii in Deutschland günstig wären, oder wenn gar fiir eine vollständige Assimilation alle Bedingungen beständen, so könnte doch weilet־ das eine noch das andere cintreten, so lange der Zustrom jüdischer, dem Deutschen fremder Elemente.von Osten her nicht unterbunden ist. Daß wir deutschen Juden tmsereit uaehgewaiulerten russischen Brüdern vieles litt* die Erhaltung unserer Art verdanken, ändert nichts daran, daß gerade jene, die sich heute von allen jüdischen Interessen abwetulen, eigent- ‘ lieh ein erhöhtes Interesse an der Lösung der russischen Judenfrage haben sollten. Hier liegt die eigentliche Gemeiiibürgsehaft aller Juden, die nicht mir ein Akt freien Willens isf, sondern durch geschichtliche Tatsachen mul politische Vcrhältuisse erzwungen wird. Es ist töricht und verblendet zugleich, von einer Lösung der westliehen Judenfrage zu sprechen und dabei die östlichen Juden vom Kalkül aiisznscliließeii. Denn die Ostjuden werden mit der Sicherheit eines exakt wirkenden Naturgesetzes inuner wieder zu den Westjuden kommen und sie an ihr Judentum erinnern, solange ihnen nicht ein anderes Z.iel der Wanderung gegeben ist. Wenn es unserer Propaganda gelingen sollte, diese Erkenntnis zum Gemeingut der deutschen Juden zu machen, dann wäre für unsere Sache vieles gewonnen, Vestra res agitur! müßte der Zionismus den 1 deutschcujuden auch dann entgegenrufen, wenn er ihnen selbst keine inneren Werte zu bieten hätte. Auch dann, wenn sich für uns im Lande unserer Zukunft keine Möglichkeiten böten. Nerz! erkannte •/um erstenmal mit weitem Blick die eine Judenfrage utul gab uns die eine Lösung, den Zionismus. Das Judenmorden in Fez Die Juden «Marokkos sind der breiteren Oeffcntlichkeil meist nur dadurch bekannt geworden, daß sich die ״Alliance Israelite Universelle“ mit ziemlich viel Geräusch um ihre kulturelle mul wirtschaftliche Hebung bemüht hat. Die. hochdiplomatische Aktion gelegentlich der ״Algeeiras-Konferenz“ ist in aller Erittncruiig, von ihren praktischen Erfolgen jedoeli nichts bekannt. Nun hat man dieser Tage in den Zeitungen wiederum von ihnen gelesen. Die eingeborenu Bevölkerung des Landes war mit dem zwischen Deutschland und ITaukreicb vereinbarten französischen Protektorat nicht einverstanden und als Opfer fielen 101)0 Juden. Die runde Zahl vermag vielleicht manchen Europäer ein wenig aus der Ruhe schrecken. Wenn er Jude ist, wird ihm vielleicht dabei auffallcn, welch ein Fiasko die ״Politik“ der A. I. U. erlitten hat, die hier und dort für die Juden «Marokkos und anderer Länder Schutz sucht und mit unverbindliehen Versprechungen abgespeist wird, die niemals gehalten werden. Man sollte doch ja recht genau untersuchen, wie es kommt, daß der Einzug der französischen Kultur in das Land des Slierifen so viel jtidivehes Leben kosten mußte, während die französischen Opfer so geringe sind. Ob die Eroberer wirklich alles getan haben, was in ihren Kräften stand, um das Mellah zu schützen und so einigermaßen die Unterstützung anzuerkennen, die ihnen die diensteifrige Allianz, in Afrika und im Orient durch ihre französischen Tendenzen leistet. Au den marokkanischen Juden scheint sich die historische ״Mission“ des Judentums allüberall, bei jeder Emotion der Volksseele den ״Prügelknaben" ab/ttgeben, in besonderem «Maße zu erfüllen. Das «Mellalt von Fez bat schon manchen johlenden Zug von Plünderern durch seine Gassen ziehen selten. «Mochte das Kriegsglück sich jemals gegen die eingeborenen Stämme wenden, mochte Mißernte, Krankheit oder Feuersgefaltr die «Marokkaner lieimsuchen, jedesmal vergriff sieh die Wut des Pöbels an den schützlosen Julien. Aber das alles ist ja die ״Mission“ des Judentums in der Zerstreuung und ein jeder, der den Versuch unternimmt, die Lebcnsbedingungen unseres Volkes von Grund auf zu ändern, muß gewärtig sein, von ihren Tcmpclhütern vor* folgt zu werden. Wir wissen es: Die Lage der Juden in vielen ihrer jetzigen Wohnstätten ist so anormal, daß es beinahe als ein Wunder zu betrachten ist, wenn nicht in regelmäßigen Abständen die Katastrophen über sie hereinbrcchen. Da helfen keine diplomatischen Quacksalbereien, sondern nur die eine große Aktion, auf die sich alle Kräfte vereinen müssen. Mm***■ Die Vertretung der einzelnen tage richtet sich nach f^ j Att %Jr U - i UI 1 ד ׳״• «י"** ייןuppen auf dem XIII. Delegiertender abgeführten Landesbeiträge!

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