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Jüdische Rundschau · 1912-04-12 · Heft 15 (12.4.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r I I I I 1 I I I I I I I I Abonnements *ul die wödifnllidi «m FieiUj» er• I ulinnrnilo ,,JUdiarlit ilumladiau'' ן ko*len bei der K«t>«-d1tion und bei ■ •llrn PoatSmtcrn virrtrljalulid) 1,50M., | *tilfrhalb Drut-cMi.r.,1• und Order• I r»iA-Unf»rn« ל,-• M.s lör Mitglieder i jüdiedirr Vereine im K*mmelb«*ug I durch den Verein I,— M, | Vurlag JUdlidi• Rundetliau I K, (i, 111. 11. 11, | ULRUN W.1S, Siich>UcJ1e Straß« 8. I Telephon! Amt Uhland MS.! Cetdiaftiitunden: 9 -l und 4—7 Uhr, a *uder SnnnaUtml und Sonntag. I ד""־/ ח,יז :31 ‘ U"ü C j .) "ךיץ ך־/ ‘ ך**■׳ ׳*■% ' f ' ‘ i k, ' V J \ ו \ A r-j f-"; '• ׳־, ■\(i Anzeigen י J . *' 'S hocten (tir die »e1h'2׳cj<»Ue11e Petit• . j /f 1,׳ | »fälc mite «J«r*n Kaum 40 H.; Strllrn• | i t ** * 1 \ ' g An*ftJ»olr und •Ce*«ni»e sowie Verrmt״ fl 1 * M 1il»!l.,a an ■, e!,4 1Z I# ,na An(•■ <•41 (1* — I , , 'A 5 Mitteilungen und .Klein« Aoitif«•* J t t" I \ A> ■ O D nur 30 Pfennig. 0 0* \yii~ jj Manuel■ rijilewrrdrn, wennl'ortobelliegt, | ' ' > ~T—~I '1 *''** luriukgreandt. Kedaktuinaaeiiluttt I ן Miltwmli vormittug•. ן ן Itoilakttnit JUtUacho Rumlitltau I I BtKLIN W. IS, SSeliaUehe Straß« I. I ן Telephon 1 Amt Uhland MS. ן | Spredutunden Pienetag und Donnentag | ■ '1a.fi III!# na, limillana — %־׳- J )H H / Sa,,«/ 'w-J —_^ 5—& Uhr naüimittaga. נ־׳/ ף. ח ס? ס ח ץ־יז י־ (י- / ן ן \ «י 1 I , ן j y uUל.v ע t / u c cכ“״£ ח ר־*׳/ 7״ 1 י־ ) ' /! 1,.ב U ü Nummer 15 Berlin, den 12. April 1912 — 25. Nissan 5672 XVII. Jahrgang Ausweis Schckcl: l.tilicck 10,- , Hetiilieti 100. , [)nis• 1׳rg י*'. . Königsberg 13, , Scltonkiiikc 28, Stolp ", Köln it. Rii. II, , Lissa 3,—, Kaiserslautern!, . Erfurt 2, , Mannheim 13,—. Lnndosorganiaat ionsbeit rüge: 1. Ortsgruppen: Maimlicim 18, , Duisburg 0׳, , Wronke 28,‘בי, Königsberg 100, , Schönlauke יI, , Ülolp 23, , Köln a. KI1. 80,-•, lisscn 3. , lissa 2, , Erfurt 3, . I lalbcrslailt 23,-—, Vilbel (Hessen) 3, , Kaiserslautern 3,—, Hamburg-Altona 100, , 2. E i n / c 1 p e r s o n e n: Albert Bernstein, St limitlcnttilil, 3, , Prof. l)r, Opet, Kiel, Prof. Masitier, Breslau, 12,—, Dr. Eitelstem, Berlin, 3. , ibpl.-Ing. Marlin Hcclitcr, Stettin, 3,-, Ad. Reich, Mt mellen, 20, , Apotheker S. Wolff, Breslau, 3, l;!n.!/ l'iirst, Hrcslan, 3,• , I liij״׳ l.ewin, Könixshei'rf, >, . Willi Mever, Schwelm, 20, •״, i. Vers c 11 j e tl e n e S p e 11 d e n: Kiinip.sliiitte .',(10, Hetltn l, , Kathiwit/. 1, , Ih.-Uvlatt 0.70,'Htm/• lau 2 . l'-in1׳anH vom 28. Aliirz bis 10. April :Schekel: 70׳״, M. I. a 11 d e s o r 1׳ a n i s a t i ‘י n s b e i t r a t; e: 1210.23 M. Gcsainteinjiani»: Schekel: 2228, M. I. a n tl 1• sorg a n i!. a t i o n s b e i t rii g e: 7333,13 M. Zwei Vereine Die Fr-ifre ״Zentralisation oder De/entrali• KttttonV“, die in so vielen l5e־\ve,K11n1;e'11 oltni'ils die Sehla^worte für eiterte innere Kümpfe al»• Kcben inollte, ist in unserer deutschen Lands• inannschaft niemals rccltt akut gewesen. Trotz tleT stratfen organisatorischen Zusaiiintenfassim« unserer ()nippen fiir alle zionistischen Hauptzwecke blich doch immer noch Raum für die Initiative einzelner, Tcilz.wecke des Zionismus zu lordcrn, die für die Behandlung durch die he־ nt feile Vertretung der Oesamtbewej,mnjf weniger ueeij׳net erschienen. Unsere Hamburger Freunde haben da zwei sehr schöne Institutionen geschaffen, die an d eser Stelle eindrillglichst der Förderung eines jtden deutschen Zionisten empfohlen seien. Die ci :t, die der Verbreitung jüdischer Literaturwerke aiii dem Wege der Auslosung dient, scheint h rufen, durch ihr Beispiel zu wirken und so in absehbarer Zeit den literarischen Waffen 1111• •st •er Bewegung, die wir in erster Linie tutsivein ״Jüdischen Verlag“ verdanken, zu einer ve lfiiltigen Einwirkung auf das deutsche Juden• ht:r! zu verheilen. Vielleicht bietet unserer Dele* gi-itcntag, der ja jedesmal auch aul’.erhalb des Ri.nums die Vertreter unserer Gruppen zu iruditbarctn Gedankenaustausch zusammeiifübrt, manchem arheitsfreudigen Gesinnungsgenossen Gelegenheit, sich mit dieser Institution zu Nutz m.d Frommen seiner Meiumtgcmeinile genauer v• •traut ztt machen. Line zweite Institution, die ״RaiästinvReise• g* Seilschaft“, hat sich aufierordentlich schnell I 1‘tinde in m’id aulkrlialb Hamburgs geworben, sie einem starken seelischen Bedürfnis cin.s jeden Juden entgegenkommt. Sie füllt au׳ der uralten Liebe zu Zion, die gerade in oonren Tagen aus der neuen jüdischen Hcwcgung vervielfältigte Kräfte und Anregungen /»du. Welche Rolle der Wunsch, das Land der jüdischen Zukunft aus eigener Anschauung kennen zu lernen, in den Plänen und Hoff• nungen eines jeden Zionisten spielt, wissen wir alle. Wir kennen auch die grollen Schwierig• keiten materieller Natur, die sich uns da'oftmals entgegenstellcn. Möglichst vielen, die bisher ״Der Zionlnmua cratrabt für daa judlncho Volle die Schnffuiu; einer üffent- Ilch-rcc!1tl!ch ^calcbcrton Hchuelütto in PalüaSlnti*“ Dnncler Programm• entsagen mullteii, hier beiz.uspringen, ist der Wunsch der Palästina-Reisegesellschaft. Lin möglichst grober Kreis von Leuten, die sich zu gegenseitiger Milte zusammcnschliellen, soll es ermöglichen, wenigstens einer kleinen Anzahl eine Beihilfe von jedesmal 500 M. zur Reise beizusteuern. Die Aufnahme erfolgt gegen eine jährliche Gebühr von 10 M. und die Verteilung der Beiträge alljährlich in den Halbfeier,tagen des Pessachfcstes durch das Los. Bei der ersten Auslosung, die kürzlich in I l.'imhurg statuand, konnte der Betrag von 500 Mark mir einmal verteilt werden Unser rühriger Fmuul Dr. S t 1111 - Tarnowitz war diesmal der Glückliche, der als moderner Kundschafter out-. saudt wird. Im kommenden Jahre wird sich hoffentlich die Summe der Eingänge verviel• faltigen und damit die Möglichkeit gegeben sein, eine gröbere Anzahl von Beihilfen zur• Verteilung zu bringen. Statiitengemäli muH die Reise im Verlaine von zwei Jahren angetreten oiler der Anteil an ein anderes Mitglied der (icM'Ilsili.ii t zctliua werden. Besonders wichtig 11ml bezeichnend für den licfcrui Sinn der ganzen Institution ist der Ah• satz, der davon spricht, dall ein jeder der Reisenden gehalten sein soll, nach seiner Rückkehr über die gesammelten Erfahrungen mul Eindrücke in einer Versammlung der Gesellschaft /1t berichten. Hier ist der grolie Nutzen angedeutet, den unsere ganze Bewegung aus der Veranstaltung solcher!(eisen ziehen wird. Durch einen jeden von uns, der das Land gesehen hat und in Wort und Schrift über seine Schönheit und Bedürfnisse, über unsere Fortschritte und das, was noch zu leisten ist, zu berichten weilt, wird ein neues Glied geschaffen in der Kette jener Beziehungen, die die Judenheit der Diaspora mit unserem Lande verbinden. Haben wir is doch eist in der jüngsten Geschichte misuir Bewegung erlebt, dall die palästineusische Richtung unseres Strcbens erst recht erstärkte.chdem eine gröbere Anzahl unserer führenden Leute im Lande seihst ihre zionistische Anschauung zu bilden vermocht hatten. Dann aber ist noch das eine sicher: Von denen, die von der Reisegesellschaft entsandt werden, wird gcwill der eine oder andere im Lande eine Mögliehkc'U der eigenen Niederlassung ausfindig machen mul so den Weg zur persönlichsten mul positivesten jüdischen Arbeit, die sich uns überhaupt bietet, besehreiten zu können. Das tinanziciie Opfer, durch das sich ein jeder Zionist die Chance, seinen Heimlichst erwiiiiscliten Reiseplan verwirklicht zu sehen, erkaufen kann, ist gering, und der Nutzen, der uns allen daraus erwachsen kann, grofk Es sollte deshalb niemand den Beitritt zu der Gesellschaft versäumen. Damit jeder weilt, wohin er sich zu wenden hat, sei die Adresse unseres Dr. CI1 wo II cs, der sich der Sache mit hingeben־ dv.m Pleiße widmet, hierher gesetzt. Sie lautet: Hamburg-Bahrenfcld, Mozaristr. 34. In Berlin hat sich außerdem Herr Theodor Levy, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8 (Zionistisches Zentralbtiicaii), in ihren Dienst gestellt. Für den Versaiul von Prospekten und für Anmeldungen sind beide Stellen zuständig. XIII. Delegiertentag Inwieweit die Tagung, die uns zu IMingstcn bevorstellt, unsere Sache fördern wird, das wird großenteils davon abhängen, ob jene Fragen, die uns dort beschäftigen sollen, zuvor in unverbindlieber Aussprache unter unseren Gesimmngsgenossen so weit geklärt werden, daß in den wenigen Stunden, die uns in Rosen zur Verliigmig stellen, alle unfruchtbaren Debatten vermieden werden und die Zeit den wichtigsten prinzipiellen Entscheidungen Vorbehalten bleiben kann. Die ״Jüdische Rundschau“ wird wie in früheren Jahren auch diesmal ihren Raum dieser nützlichen vorbereitenden Arbeit zur Verfügung stellen und wir laden alle unsere Freunde, die sich zu den zur Verhandlung stellenden Fragen äußern wollen, ein, an der Diskussion in unseren Spalten tcil/imehinen. Wir seihst haben nur noch die Bitte iiiis/.usprcchcn, daß ein jeder, der das ־ Wort ergreift, sich kurz lasse und eine Wiederholiing des von anderer Seite Gesagten nach Möglichkeit vermeide•. Zwei Beiträge, die uns heute vorliegen, befassen sieh mit Fragen der Propaganda und Agitation. Der zweite speziell mit der Jugendbewegung, die ja fraglos im Rahmen,der Rosilier Verhandlungen einen brüte;; R.itun einnehmen wird. Der Ausbau unserer Propagandairittel Von Fritz Martlucliai Kaufmann, Leipzig. Das K e r 11 p r *> b I v m der / i o 11 i s t i s c 11 e n Werbearbeit in den Wesllitmlern ist im tiefsten Gründe ein L r z i e 1111 n g s p r o h I c in. Darin bestellt cs: l;11twur/elten, volkcnifienulelen jüdischen Mensehen ihr jüdisches Erlebnis zu bringen, in hiniitert Bildern, l'arhen, Skizzen,. Tonen ihnen ihr Volkstum sein drohendes entset/liihes Sterben und das ungeahnte Ringen um Leben mit) Liebt, den jüdischen Frühling erstellen zu lassen all ihre schlummernde unhewulllc Jüdischkeil durch!lies liefe I rlebms waili/unilleln, und das neticrwciktc jüdische I lerz zu stahlen, kcrnliaft zu machen au den ehernen ethischen Forderungen, die diese heldische Zeit dtfii Juden slellt, ־ dall es f a 11 i g w i r 11 zu j 11 dis 111 er Tal, Wer so das Problem erkannt hat, der weilt: dall der neue Jude, der ihm die Lösung bringt, in unseren Tagen langsam und machtvoll erstellt, daß er wenig Aebnliclikeit haben wird mit dem blassen, grau in grau malenden Statistiker, dem kühlen Denker, dem abstrakten Soziologen unserer Tage, die den Massen »immer das jüdische Erlebnis bringen konnten, - daß der Agitator der Zukunft* viel mehr sein wird: ein Künder tiefer, großer Wunder und Gesichte — ein M.trchener/ählei ein Gottcrlcbcr ein blutdurihströiiitir, ghdatmcmler Orientale - eine Rahne unter kühlen, preußischen Eichen -- ein Erz I e he r z u r J ü 11 i s e 11 k e i t. Langsam erfüllt sich, reift heute dieser neue Typus des Vollblutjuden. ־ Und stände er schon heule auf dem Plan — war* jeder Agitator in Zion schon solch ein Erzieher zur Jüdisdikeit;• - und fragte uns nach den Waffen, die nötig, und die wir ihm geschmiedet — er würde lächeln. ״Aber unsere Statistik, unsere soziologischen Tat- Sachen — all unser reiches Zahlenmaterial?“ fragt ihr. ״Genügt nicht,“ wird er antworten. ״Denn nicht in i It r c m H i r n , ihrem D c n k e n liegt die schwerste Krankheit der Wesljtulen. Das Hirn ist krank, weil es nicht gespeist wird von ihrem Herzen, weit diese wcstjüdische» Herzen arm, blutleer sind an jü-

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