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Jüdische Rundschau · 1912-03-08 · Heft 10 (8.3.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 10 (8.3.1912)
Date
1912-03-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 10 Seite 84 JU ED ISCHE R UNDSCHAU \ZeR<־INS-:RUNDSCHAU Berliner Vcrcinskalcndcr Sonnabend, den 9. Mürz: J. T. V. Dar Kocliba: Purimball. Montag, den 11. März: B. Z. V.: Jahrhundertfeier der Emanzipation. Vortrag Wiener. Dienstag, den 12. März: Zionistischer Verein W e s t. II e r I i n , Vortragszyklus T r i e t s e 11, zweiter Ahcml, Mittwoch, den 13. März: Jüdisch •nationale Frauen verein!• gung: Kindcr-Purimball. Donnerstag, den M, März: M i s ra ch i U r u p p c. Oeffcnll. Versaiiiinlung. Montag, den IS. März. B. 7.. V.: Zwei grolle öffentliche Versammlungen anlälllich der Sitzung des Grollen A. C. Berlin. Am Sonnabend ist der Purimball des ״Bar Kocliba". Wer wellt, wie unsere Turner ihre Feste zu feiern verstellen, der wird gcwifl auch bei dieser Veranstaltung nicht fehlen. Aus der Heilte der Genüsse, die der Teilnehmer am Feste warten, sei eine turnerische Posse genannt, die den vielvcrsprechenden Titel trägt: ״Pinne steht Kopf" oder ״Der I loscnkavalicr“. Barth, (ironemann und Hildesheimer, alle drei durch ihre* früheren Schöpfungen auf dem Gebiete jüdischen Humors bestens bekannt, bürgen mit ihren Namen für die hohen dramatischen, turnerischen und mtisi• kalischen Qualitäten dieses Stückes, das aus dem Purimrepertoire unserer Vereine nicht so bald verschwinden dürfte. Dali auch für die Kaffeepause gehörig vorgesorgt ist, sei nebenbei verraten. Wer sich seine Karten im Vorverkauf besorgt, spart viel Gehl. Sie kosten dann bloJI, 2 M., während an der Abend• kasse 2,50 M. zu entrichten ist. Das Bureau des Bar Kocliba, Alexanderstr. 39 (•1—(1 Uhr), sowie das bekannte Zigarettengeschäft von 1. e w i n , Ocrtraudtcm.tr. 21, sind die hierfür zuständigen Stellen. 111 dem Preise ist sogar der Kaffee miteinbegriffen. Die weiten Säle der Sezession, Kurfürstendamm 20$ bis 200, wo das Fest stattfindet, dürften auch dem stärksten Andrang gerecht werden. Berlin. Die hiesige Misraclii-Gruppe veranstaltet am Donnerstag, den 14. März, 9 Uhr abends, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, eine öffentliche Ver- Sammlung, in der Herr Rechtsanwalt Ur. A. Loch über die R c n a i 8 s a n c e des J 11 d e n 111 m s sprechen wird. Im Anschlnll daran findet eine Dis■ k 11 s s i o n statt. (läste willkommen. Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet anlälllich der Sitzung des Grollen Actio»*- Comitcs am Montag, den 18. März, zwei große öffentliche Versammlungen in den Prachtsülcn des Westens, Spichemstr. 3, und in der Brauerei König- Stadt, Schönhauser Alice 10/11. Mehrere Mitglieder des Großen A. C. werden Ansprachen halten. Näheres wird noch bekanntgegeben. m Charlottenlmrg. Im zionistischen Verein West- Berlin sprach am Mittwoch, den 2$. Februar, Herr Julius B.1 h über: ״Der Anteil der j 11 d e 11 a 11 der deutschen Dichtung der Ci egenwart. Jn der Diskussion sprachen die Herren Lau• d a uc r, 11 cl soll 11, Dr. Te i I h a b e r und I>r. Nathan B i r n b a u in. Programm für März: Vor- Icsuiigszyklus von Davis Triet sch-(״Jüdische Hmigration und Kolonisation“) und 2 Vortragsabende. — Am Dienstag, den 5. März begann der Vorlesung*. Zyklus von Davis T r i c t s c 11 über ״J (i d i s c 11 e Emigration und Kolonisation“. Herr Triclseh gab zuerst einen allgemeinen Ueberblick über den heutigen Stand der itidischeii Emigration und spraeli dann Uber die prinzipielle Eignung des Orients für die jüdische Eiiiwaiuleriuig. Nächster Abend: Dienstag, den 12. März, in der Mädchenschule, Bleibtreustraße 43. Die Abende beginnen präzise VW ^,r ״״d schließen präzise 10 Uhr. Thema des nächsten Abends: ״Die jüdische Einwanderung und Kolonisation in! Orient: bisherige Entwicklung und neue Möglichkeiten.“ — Jeder Abend behandelt ein für sich abgeschlossenes Thema. Siegburg. Vor kurzem sprach in unserem Orte Herr Julius K a uf in an n •Eschwcilcr über die ״Alliance Israclitc Universelle“. Nach einer klaren Ucbcrsicht über die Entwicklung der Alliance wandte er sich zu ihrer heutigen Stellung חיי Judentum. Treffend schilderte er, wie sie allmählich von ihrem ursprünglichen Ziele abgedrängt wurde, so daß sie heute unter der Führung Hcinadis nicht mehr den Namen einer jüdischen Organisation verdient. Es liege durchaus im Interesse der ״Jüdischa! Konlcrenzgemcinscliaft“, wenn sie strikte mit Paris bräche. Der Redner erntete bei dem verhältnismäßig zahlreich erschienenen Publikum reiche» Beifall. Nach einer kurzen, aber fruchtbaren Diskussion schloß d e Versammlung. Forthhclm i. Bay. Am Sonntag, den 23. Fe• bruar, veranstaltete der Bayerische Gruppenverband der zionistischen Vereinigung für Deutschland liier l'roiiü-aiHlaveoaiiuniiing im Hotel National. tt) Personen, darunter auch Den Vorsitz führte Herr die erste l'ropag Anwesend waren über Herr I.einer Ehrenrcie 1 lerr!.einer i.nreareiin.!׳»■n »>׳<•>־.!׳ ..' Heinrich Maier, Nürnberg. Es sprachen Herr Rechtsamvaii Max Stern, Erlangen, über die ״Jude 11• frage“ und Herr caml. nied.!Martin Ie v 111, Niirii* berg, ober ״die praktischen I.eistuiigcii des Zionis* iinis••. Beide Vorträge ernteten reichen Beil.dl. Der Eindruck auf die Versaiiiinlung war sehr ^stark; das der gute Ertdlg des Abends. zeigte .mel Es nahmen 19״Personen den Schehei; am 11 viele Broschüren, Karten und Marken wurden verkauft. Eine Diskussion fand niebt statt. Herr I.einer Eliienicleh!tankte den Rednern für die belehrenden und anivgcndcii Referate und sprach die Erwartung ans, daß bei spateren Veranstaltungen der Besuch noch größer sein werde und daß sich die Zahl der Schekel in I (irehheim noch verdoppeln werde. Nachdem zum Schlüsse noch Herr Maier der Versammlung seinen Dank ausge* sprodieii hatte, blieb man noch längere Zeit ge* tmttlicli beisammen, ein Erlanger Student saug einige Jargoiiliedcr, und man trennte sich erst spät mit »lein allgemeinen Wunsche, recht bald wieder zu einer zionistischen Veranstaltung ziis.iniuuii/ukommeii. S. D. Nürnberg. Am 27. Februar hielt.Dr. Seit. I. e w i n, Mitglied des ״Engere» Aktionskomitees‘*, in unserer Ortsgruppe im großen Saal des Hotels ״Goldener Adler“ einen Vortrag über das Thema ״Die Tra* gödie der Heimatlosigkeit". Mit ge* sp.'uinlestem Interesse lauschte das Publikum ־ es waren ca. 400 Damen und Herren den nach Form mul Inhalt gleich vollendeten Worten tles Redners. Dr. Lewin zeichnete in geradezu packender Weise mul mit markanten l.inieii das ganze Unglück tles schattenlosen Peter Schleinibl, führte uns mit seltenem Geschick den wahren Keni dieses Märchens von (;liamisso vor Augen, tlie Beziehungen des Dichters selbst, eines Abkömmlings französischer Emi* grauten, zu seinem Werke darlcgcnd und von liier aus übergehend zum jüdischen v»>|ke, dessen ganze Tragik mit dem Worte ״heimatlos“ am besten cliarakicrisicrt werde. Redner entwarf mm ein Bild von den traurigen Folgen dieser I leimatlosigkeit, wie es erschütternder und ergreifender nicht gedacht werden kann. Aber auch einen licht vollen Ausblick in die Zukunft versagte uns der Vortragende nicht, indem er dem sd1atu׳»Iusc11, weil heimatlosen, Juden »len Juden gcgcimherstelltc, der auf der alten Scholle seiner Vater ein neues l eben voll innerer Befriedigung tmd bodeiiwnelisiger Natürlichkeit lebt. — Ueberaus reicher Beifall dankte dem Redner für seinen wahrhaft künstlerischen Vortrag. N. K. Nürnberg. Vor einem überaus zahlreich erschieneiien Auditorium sprach am 19. Januar Frau Johanna F r i e d h e rg -S i m o » aus Heidelberg in verstand es, das Interesse für die Bestrebungen tmd Ziele des Verbandes in reichem Maße zu erwerben, so daß reicher Beifall ihren Ausführungen folgte. Zahlreiche neue Mitglieder traten »lein Verband lici. Audi die im Anschluß an den Vortrag staufindende Spitzenausstellung interessierte sehr und erweckte die Kauflust der Damen. Für ca. 200 Mark Spitzen wurden verkauft. Köln. Der Jüdische Turnverein veranstaltet im Laufe der midisten Wochen einen öffentlichen Vortragszyklus in 4 Abenden über ״Da s i ü cl i s c 11 c Problem“ mit folgenden Themen: t. Die Rassen■ frag Die Nationalitatsfr.igc; 3. Die Degeuerie* ruiigsgefahr; 4, Der Wille zur i'ortexisten/. " Der erste Vortrag (über »lie ״Uassenfrage“), für den Herr Dr. (1 r ü » e b e r g •Elberfeld gewonnen worden ist, findet am Samstag, »len l<>. »I. M., 9 Uhr abends, im Saale des Hotels ״Goldener Stern“ statt. -- Dis* kussimi, ־ Vor dem Vortrag spricht der Leiter des Zyklus einführende Worte über ״N a t i o n a 1 j ü dis che Erziehung". . Bruiuatli I. Eis. Am 3. d. M. halt hier Herr Prof. |)r. Dreyfus aus Straßburg einen Vortrag über ״Das jü »tische Problem“. Der Referent führte in treffender Darstellung aus, daß das Juden• tum heut /wischen As.imilatioii und Nationaljudeiitum zu wählen habe, und daß seine Wahl nur auf »las letztere fallen könne mul «lüde. Seinen mit großem Beifall aufgcnommcucn Ausführungen folgte eine Darlegung, die Herr Dr. Ludwig Mayer von den Grundlagen und den Zielen der zionistischen Beweguug gal). Der Zionismus sei die einzig mögliche Konsequenz aus der nationaljüdischen Auffassung und die bei der heutigen Lage des Judentums einzige I.östing «ler Jmlenfrage. Auch »lie bisherigen Erfolge des Zionismus in praktischer, kultureller und niora■ lischer Hinsicht wurden kurz beleuchtet. Als cin/igci Gegner sprach in »ler Diskussion Herr Rabbiner Dr, Lcvy, der »lie bekannten Einwendungen erhob. In schlagender Weise widerlegte ihn Herr Ref. Edgar W e 111, der hauptsächlich an das unter der elsässiseh• jüdischen l.aiulhevölkening immer noch starke jü. »liselie Gefühl appellierte. 33 Anwesende (fast nlk an der Versammlung teilnehmenden Familieiivor. stände) erklärten sich zur Zahlung des Schekels |>e« reit. Außerdem wurden eine größere Anzahl Büchse! und Broschüren abgeset/.t. In liebenswürdiger Weis» haben sich »he für unsere Sache gewonnenen Herrcr זיעון TXT TXftr• Ilälläi Woill und Kling als Vertrauensleute zur VerfüiMiiu1 ׳u.stellt, I" der Versammlung herrschte für!,״;»!•re Ideen eine ,:rolle Begeisterung. Schluß des redaktionellen Teil*. Jüdische Gemeinde. Berlin Gottesdienst: F reit a g , »I e n 8. M .1 r / , abends: in allen Sy napogcii ö Uhr. S o n 11 a I) e » »I, »I e u 9 M ä 1 z , vormittags, 111 «ler Alten Synagoge 8'.. Uhr, in «len Synagoge» Kaiserstr. und Rykestr. 9 Uhr, in der Neuen, Limlcnstr.. und Imtzowstr.-Synagoge: Früligotlcsdienst 8 Uhr, li.mptgottesdiciist lü Uhr. Predigten: Synagoge Rykestr., I״ Uhr: Rabb. Dr. War* schauer. , ,,, N c 11 e S y n a g o g e , 10' ■t Uhr: Rabb. Dr. Blumen• thal. Synagoge linde ns 11., 10'.• Uhr: Rabb. Dr. Bergmann. ... Synagoge L ü t / «1 w s t r., 10•Uhr: Rabb. Dr. Hoch fehl. J ug e n (I g ot t e s »I i c 11 s t: Synagoge Lindcnstr., nachm. 4 Uhr: Rabb. S. Gans. A b e nd g o 11 e s d i e 11 s t: <> Uhr 39 Min. O o 11 c s d i c n s t a 1111 e n Wochentag c n: morge 11s: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr,- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7'/z Uhr. — A b e iuIs: in allen Synagogen 6 Uhr. )Will Zentrale für Deutschland Gcldtcndungcn *Ind «uiichUctiUch zu richten ta Herrn Max Wollitalnar, Cbarlolttabur?, S/bal-StnM• M. Dor JQitUot!• KatlonatfomU tut <lncu hcatlmmt. pal&iUnizohaa l’oaoa w* O^cftmtoiRontum <lc• judUchtm Volk#• ru trwerb#a nwlgo i50»tou in orholton. Vom 6. ZforvUtonkonffT••# 100t cogrQrutot, nr liout« ein VaratOirtn von Ob#» U'/1 Milllono״ Hark. >f»׳w Im Monat Januar 1912 sind eingegangen Nationalfondsspende!!: aus Rußland 7430 S\. ans Oesterreich 5990 ״ aus Nordamerika 4170 ״ aus Südafrika 3870 ״ aus Denlselilaiiil 3830 ״ Die deutschen Spemlen setzen sich zusammen aus: Allgemeine Spenden 510 M., Sammelbüchsen: 1010 M., Goldenes Buch: 420 M., Oelbamnspendcn: 1700 M., Laiulspenden 100 M., mul ca. <)0 A\. für verschiedene Zwecke. Wir fahren mit der Betrachtung des Jalircscrgcb• nisscs »ler Nationalfoiidss.iiimiltingeii fort! Will mau »len Erfolg der Sammlung in Deutschland richtig werten, so ist ein Vergleich mit den Ziffern der außerdeutschen größeren Sauuuelstellen unumgänglich notig. Um hierbei ein einigermaßen fehlerfreies Bild zu erhalten, müssen zunächst von den offiziellen Ziffern die zufälligen größeren Zuwendungen, welche mit der planmäßigen Kleinarbeit nichts zu tun haben, abgezogen werden: von den Ul 000 M. Deutschlands sind 33 000 M. und von »len 103 000 M. Oesterreichs sind 32 (KM) M. abzuziehen. Dann ist erforderlich, die Höhe der Spenden pro Sdiekclzahler zu berechnen, da ja »lie NatioiialfoudS'Arbeit in »ler Hauptsache von Zionisten geleistet wird, Wir erhalten für die vier größten Sammelstcllci! folgende Resultate: I VI ן .ivniKi 1( doSclicVr zahle!• Rußland , 103 000 M. 30 000 3,60 M. Nordamerika 90 000 20 000 •1,80 ״ Oesterreich 71 000 ״ 5,30 000 13 ״ Deutschland 57 600 ״ 7,20 8000 ״ Unter diesen 4 bedeutendsten Sanunvlstellen stellt also Deutschland an erster Stelle und läßt die übrigen weit hinter sich. Auch von den kleineren Samuielstellen übertreffen nur wenige das deutsche Ergebnis, uainhch: Brasilien Belgien Kroatien Kanada Elugar» 300 M. ״ 000 0 ״ 700 6 800 17 Schekclzahlcr 6 1 000 800 2 300 Elnpane pro Kopf de» Sclitkrliahl' r# 50,00 M. ״ 0.00 ״ 8.40 ״ 7,70 So stolz wir deutschen Zionisten auch aut unsci schönes Sammelcrgchnis sein können, Länder wie Belgien sollen uns immer noch ein Beispiel sein, w sich bei intensiver Arbeit erreichen läßt. as Jüdischer Nationaltonds. Zentrale für. Deutschland.

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