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Jüdische Rundschau · 1912-03-08 · Heft 10 (8.3.1912) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 10 (8.3.1912)
Date
1912-03-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Rusen zweig, Königsbirg, 3, , Frau Rusen/.weig, Königsberg, 5, - Dr. 1• ritz Simon, Berlin, 5,—, J. Garfunkel, Schmal* leningkin, 3,—, Julius Kaufmann, Eschweiler, 10,— Frau Apotheker Kary, lauer, 5,— , A,* Sillle, Königsbirg, 0.—, Dr. Nissel, Königsberg, 10,—, S, Freuml, Bunzlau, 10,—, Ludwig Müritz, Breslau, 5, - Dag. Walter, Elberfeld, 10,—, Dr. Max Ruilnicki 5,—, Dr. Boilenbeimer, Cölu, 50,—, Gustav Lcwinsolm, Gera- Keuli, י,- , aus Berlin: L. Estermann. 10,—, Dr. Jacobsrhn 3,—, Dr, Kirschuer 10,—, Dr, Maas •10,-- (davon 20,— uir 1011), Dr, Rosenberg 20,—, Dr, Tiiuhle» .20, Dr. Weillcnberg 10,—, Rechtsanwalt Sleinilz 10,-־, Dr. Rosenkranz 5,—, Julius Rasebcles 100,-. 3. Verschiedene Spenden: Berlin 3, , Dt.-Eylau 3,50. Eingang vom t. bis 6. Mürz: Schekel: $V M. L a n d e s o r g a n i s a t i o n s b e i t r ä g e: 662,50 M. Gesamteingang: Schekel: 1737,- - M. 1. a n * d e s o 1• g a n i s a t i o n s b e i t r ii g e: •1938,88 M. Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vor* ciniguiig für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 3. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bank• konto: A. H. Heymann & Co., Berlin, Unter den Linden 59. Zürn Deutschen Delegiertentag Am 28. Mai findet der XIII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in Posen statt, und cs ist kein Zweifel, daß diese Tagung bei allen unseren Oesinnungs* genossen das größte Interesse .erwecken wird. Sind doch seit dem letzten Dclcgicrtcutag in Frankfurt a. M. sehr wichtige Ereignisse innerhalb der ücsamtorganisation und innerhalb der deutschen Landesorganisation vor sich ge* gangen, zu denen der Delegierten tag Stellung nehmen wird, ln erster Linie ist hier die äußere und innere Erstarkung zu erwähnen, die unsere Landesorganisation in den letzten beiden Jahren erfahren hat. Die organisatorischen Maßnahmen des Frankfurter Delegiertentages, die dieser Er* Stärkung dienen sollten, haben sich voll und ganz bewährt. Mit der definitive» Verlegung des Zentral* komitees nach Beilin. unter dein Vorsitz Dr. H a n t k e s, begann eine Aera erhöhter propagandistischcr Arbeit, deren Erfolge sich in dem starken Anwachsen der Schckelzalil dokumentierlen. Diese erhöhte Tätigkeit wurde durch die Schaffung des Parteisekretariats ermöglicht, das sich in ungeahnter Weise bewährte. Zwei Jahre lang stellte unser Gesinnungsgenosse Blumenfeld uns seine große agitatorische Kraft zur Verfügung, und alle unsere Ortsgruppen wissen, was sic dieser zweijährigen Arbeit, zu ver* danken haben. Die Zahl der Schekel, die zwar nur ganz allmählich von 3000 auf 4, 5 und schließlich 6000 gestiegen war, stieg auf 8i)ü0, ״Der Zionismus crutrebt für das jüdiaclic Volk dlo Schaffung einer öffent• Ilch-rcckllick gesicherten Ilcimutütto in Palüstinn.“ Baader Programm. und nie zuvor herrschte so reges geistiges Leben in allen unseren Gruppen, wie heute. Zahlreiche neue wertvolle Kräfte wurden gewonnen, manche Städte— namentlich int Westen Deutschlands — in denen in früheren Jahren nichts von zionisti* schein Geist zu spüren war, entwickelten ein mustergültiges Vereinsleben. Seitens der Zen* | trale wurden die erzielten Erfolge mit größter Energie festgehalten (und ausgenützt. Planmäßige Bearbeitung durch Broschüren und Flngschrif* ten, eine Korrespondenz, die nach Möglichkeit jeden einzelnen Gesinnungsgenossen in Deutsch*!and zu erreichen trachtete, bewirkten die innere Festigkeit unserer Organisation, auf die wir heute mit berechtigtem Stolze hinweisen können. Es ist das Verdienst des Frankfurter Dcle* giertcutages, all diesen Fortschritten die male*!idle Basis gegeben zu haben. Die Einführung der Jahresbeiträge und die Erhöhung des Landes* beitrags bewirkten, daß das Budget der Zio* nistischcn Vereinigung für Deutschland, das früher reguläre Einnahmen von zirka 3000 M. zu verzeichnen hatte, jetzt mit über 18 000 M. balanciert. Diese raschen Fortschritte der letzten Jahre haben freilich ihre Ursache nicht nur in organisatorischen Maßnahmen. Mehr und mehr ist die zionistische Bewegung in das Denken und Fühlen der deutschen Judenheit eingc* drungen. Rings spüren wir, in Büchern und Zeituii* gen, in Zeitschriften und Reden, die Macht un* serer Gedanken, rings spiegelt sich unsere Ideen* weit. Daher rührt auch das Aufblühen der nichtzionistischen jüdischen Vereine und Organi* sationen, die heute noch aus ihrem Nichtzionis* mus ein Prinzip machen, obgleich es klar zutage Hegt, daß sie viele Gedanken von uns übernommen und die organisatorische Form ihrer Betätigung von uns gelernt haben. Auch soll nicht übersehen werden, daß sich Deutschland, und speziell Berlin, immer mehr zum Zentrum aller Bestrebungen entwickelt, die der Pflege jüdischer Interessen dienen. Hier konzentrieren sich in immer steigendem Maße diejenigen Vereine, die an der Kolonisierung der jüdischen Massen und an der Begründung eines modernen jüdischen Schulwesens im Orient arbeiten. Der Kampf der Deutschen Konferenzgemeinschaft gegen die cinscHig-lranzösischcn und unjiidischcn Tendenzen der Pariser Alliance kann als Zeichen der Zeit betrachtet werden. Hier entfaltet der Hilfsverein seine segensreichen Bemühungen, und nun ist auch die Zentrale der zionistischen Weltorganisation nach Berlin verlegt worden. Es ist kein Zweifel, daß der Delcgicrtentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sich einer mächtig aufblühenden Bewegung gegenübersehen wird, daß seine Beratungen unter einem günstigen Sterne stehen und seine Beschlüsse geeignet sein werden, der kräftig wachsenden zionistischen Bewegung neue Im* pulse 7,u verleihen. Konsularische Bestätigungen Von Davis T r i e t s e h (Berlin). In dein vor wenigen lägen erschienenen Berieln des deutschen Konsuls von Jaffa findet sielt folgender Passus: ״I >ic jüdische Einwanderung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und zur Anlage blühender Kolonien in und um Jaffa geführt. Da unter den Juden die deutsche Sprache, wenn .1111.11 bei vielen nur in der korrumpierten Form des sogenannten ״Jargon“, bekannt ist, so bestehen zwischen ihm 11 und Deutschland wirtschaftliche Be- Ziehungen, die noch größerer Ausdehnung fähig sind. Exporteuren, die mit diesen Kreisen in Verbindung treten wollen, kann eine zum Inserieren geeignete Zeitung auf Antrag vom Reichsanit des Innern benannt werden. Jüdische Lieferanten werden bevorzugt/' Im vorigen Jahre klagte der englische Konsularbericht (des Distriktes Jerusalem-Jaffa) über den R ii c k g n n g des englisch e n El a n d e 1 s, der hier ebenfalls darauf zurückgeführt wird, daß die deiUschsprechemlen Juden, in deren Händen ein großer Teil des Handels sich konzentriere, infolge der SprachverhülUiisse den Verkehr mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn vorzögen. Und bereits vor längerer Zeit berichtete das österreichische Konsulat von S a f e d in Galiläa in ganz ähnlichem Sinne und empfahl den heimischen Exporteuren, die mit dem Distrikt arbeiten möchten, das Inserieren ״in den national-jüdischen Zeitungen“. Es besieht also die merkwürdigste Debcrünstiinnumg in diesen konsularischen Stimmen über die wirtschaftliche Bedeutung der Deutschspraehigkeit der aus Osteuropa nach Palästina ausge* wandertcu Juden. Aber mit den ca. 70000 Juden Palästinas, die dem deutschen Sprachgebiet zuztw reelmeii sind, ist doch das Thema noch keineswegs erschöpft. In meinen Untersuchungen über diese Sprachverhältnisse (u. .1. veröffentlicht in den ״Vierteil, jahrslieften des Vereins für d n s Deuts c h t u nt im Ausland“) habe ich gezeigt, daß nicht weniger als 111/j. Millionen Juden dem deutschen Sprachbereich zu/urechnen sind, und die wirtschaftlichen und kulturellen Vorteile, die das Deutschtum im In- und Ausland aus diesen so wenig beachteten Tatsachen ziehen könnte, sind außerordentlich groß und mannigi. fach. Um den anderwärts veröffentlichten Materialien nur eine kleine Einzelheit beizufügen, erwähne ich eine Stelle des Vortrags, den Prof. Dr. P. S. Reinsch (am 16. Februar 1912) in der ״Freien Studentensehaft“ über ״Die Bedeutung־ des Deutschtums für Amerika“ gehalten bat. Dort wird eine Reihe von Namen aus verschiedenen Berufen usw. angeführt, die das Deutschtum in Amerika zu Ehren gebracht haben. Unter der Rubrik ,,Bankiers“ werden vier genannt: Schiff, Speyer, Lob und Selig, mann! Sie wurden zweifellos mit Recht als Pioniere des Deutschtums gerühmt. Aber um wieviel freudiger könnte die Betätigung gemeinsamer deutscher und jüdischer Interessen — hier und in Millionen anderer Fälle — geübt werden, wenn deutscherseits die mannigfache Ucbcrcinstinummg der beiderseitigen Interessen besser erkannt, und wenn dementsprechend gehandelt würde. Gilt dies so ziemlich für aller Herren Länder, so gilt es doppelt und vielfach für den türkischen Orient. Deutsche und Juden sind mehr als alte anderen in Betracht kommenden an der Stärke der Türkei . interessiert. Die neuerdings «ingewanderten Juden sind fast ausnahmslos ein deutschsprachliches Elcment. Neben den vier deutschen landwirtschaftlichen Kolonien in Palästina gibt es vierzig jüdische. Wieviel Möglichkeiten des Zusammcnarbeitens ergeben sich da zum beiderseitigen Nutzen! Zahlreiche deutsche Schuten des Orients zählen mehr jüdische Schüler ab eigentlich deutsche, und wären kaum aufrcchtzucrhall* ten, wenn dieses jüdische Element in Fortfall käme. Usw. usw.

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