Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1912)
- Date
- 1912-02-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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T\> r\ 3)1׳ , ü ü V.3 n n c ך0 CA :J K V 1J c.3 V d u ü 1v.) C7~) A3 // (? %1 II K*. 113 Nummer 8 Berlin, den 23. Februar 1912 — 5. Adar 5672 XVII. Jahrgang Ausweis Sclickch Straßburg i. 1:1!,. 51, . Pcneun I,—, Werben 1,—. Halbcrsiad! 15,--, Berlin 1,-, Manuheim 76,—, Königsberg 10,״, Glogau 5, , Evdtkühnen 12,־ , LandesorganUatlonsbcltrüge: 1. Ortsgruppe n: Straßlmrg i. I£. 51, , Frankhui a. M. 3,—, Pciicun 2,—, Werben 2, , Halber• stadt •15,־־, Mannheim 110,—, Wronke 91:,•-, Niirn• berg• Fürth 30, . 2. IC in/, el person e 11: I. Roscuihal, Wronke, 5,—, Berthold Feiwcl, Straßlmrg, 10, , Theobald Schulen!, Berlin, 20,״, I)r, Adolf Zimmcrmnnu, Berlin, 5,--, Adolf Graupe, Berlin, 10, , Gustav Doniker, Berlin 5,—, Dr. M. Warschauer, Berlin 15, , S, Hepner, Berlin 50,—, J. Oppenheim, Berlin, 10,—, Alex Jacobus, Berlin, 10,—, Elise Marcus, Göthen, 5,- , Dr. A, Sachs, Berlin, 50,—, L)r. Adolf Frietlemann, Berlin, ■10,—, M. Kuhn, München, 5,—, Or. Wermut!!, Berlin, 5,־־, Sieginund Samuel, Berlin, 5,-, Dr. Ludwig Goldberg, Frankfurt a. M.-l Icddernlteiin, 10,—, Lipp• mann Bloch, Breslau, 50,—, Leopold Brüneil, Frank» furt n. M.j 10,—, Beruh. L. Hurwitz, Dresden, 5,—, Hedwig Wohlfarth, Frankfurt a. M., 5,—, Max Braunthal, Frankfurt a. M., 10,—, Dr. Albert Straus, Dev penatt, 25,—, Dr. Rueck, Lichstctten, 5, Rechts, anwalt E. Goitein, Mannheim, 10,—, Leo Dincsniann, Königsberg, 20,—, Zahnarzt Hugo Schachtel, Breslau, 12,—, Louis Wolff, Heilsbcrg, 5,—, Medizinalnrakt. Ivar Wcissbrem, Königsberg, 5,—, Prof. Dr. Prevfuß 20,-. 3. , Verschiede n e S p e 11 tl e n: Kattowitz 10,50. l:inj;an|| vom 15.—21 Februar 1912: S c It e k «: I: 165,— M. Landejorg n ni&atio 11 ■י üc ■trage: 701,50 M. Gesamteingang: Schekel: 10II,־ M. Lau• d e 8o r g it n i s a 1 i o n s h e i t r ii g e: •1005, 6$ M. B c r i c h t i g u n g. ln Nr. 7 wurde ein Beitrag von N. N. aus Essen im Betrage von •I,— M. ausgewiesen, der versehentlich bet den Ortsgriippcn-Beiträgcii unter ״Essen“ noch einmal aufgeführt worden ist. Die Addition bleibt unverändert, Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vcr* cinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Strauc 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bank• konto: A. H. Heymann & Co., Berlin, Unter den Linden 59. Der XIII. Delegiertentag Laut Beschluß des Zentralkomitee, vom •1. Fe* bruar findet der XIII. Delcgiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in der Zeit vom 26. bis 28. Mai a. c. (Pfingsten) in Bosen statt. Lokal und Tagesordnung werden noch bekanntgegeben. Wir fordern unsere Ortsgruppen und Vertrauens״ leute schon heute dringend auf, für rechtzeitige Ab• führung der Landcsbcitriige Sorge zu tragen. Laut Beschluß des Zentralkomitees vom •I. Fe* bruar sind die Landesbeiträge von 1912 für das Wahl* recht der Ortsgruppen maßgebend. Nuch unserem Statut ist das Wahlrecht zum Dole• giertentag abhängig von der Zahlung des Landes* beitrages. Jede Ortsgruppe wählt einen Delegierten. Ortsgrujjpen von mehr als 50 Mitgliedern zwei Dele* gierte, Ortsgruppen von mehr als 100 einen Dele• gierten •für jedes angefangene 100. . Zionistische Vereinigung für Deutschland Zentralkomitee ״Der Zionismus: crotrcbt für da■ jücllsdia Volk dlo Schaffung einer öffentilclx-rcclitllck gesickerten Helmstütto in Palacllna.“ Baseler Programm• Freude am Programm Die Zusammenhänge zwischen Partei und Parteiprogramm aufzudecken, nach/.tiwcisen, wie sa manche Partei ihr Gedeihen der glücklichen Formulierung ihres Programms zu danken hat, während andere mangels eines eindeutigen und klaren Grundgesetzes scheitern mußten, das nachzuprüfen und zu begründen böte dem Soziologen eine dankbare Aufgabe. Es ist nicht richtig, wenn bei uns so oft mit Emphase betont wird, der Zionismus sei keine P a r t e i, sondern eine B e w e g u n g. Und andererseits, er sei keine Bewegung, sott* dei n eine Welt- und L c b c n s a n s c 11 a u u n g. Er ist alles dreies zugleich, und was er als Partei zustande gebracht, das ist wahrlich nicht die ge* längste seiner Leistungen. Die Vorbedingungen für seine Entwicklung und Ausbreitung werden demnach die gleichen sein, wie bei anderen Par* teien auch, und seine Geschichte wird in gleichem oder doch ähnlichem Rhythmus vcr• laufen, wie er auch für andere Parleigebilde kenn* zeichne.ul Ist. Die Freude am Programm und die daraus resultierende Sicherheit alles unseres /.in• nistischen Wollens lind Handelns ist eine der festesten Grundlagen unserer Arbeit. Welche Be* deutung jenen glückhaften ,Baseler Stunden, denen es seine Entstehung verdankt, für die Zukunft unseres Volkes zukoimnt, das ganz zu ermessen bleibt der Geschichte Vorbehalten. Wir wissen aus dem Munde derer, die damals!nitraten durf* ten, daß es feierliche Stunden waren, wie sic dem Einzelnen und vielleicht auch unserem Volke überhaupt nur selten hcschicdcn sind. Wir wissen auch, daß Geist vom Geiste unseres Theodor HerzI in diesen wenigen Sätzen steckt und daß sich sein politisches Genie uns seit* dem tausendfach bewährt hat. Dennoch sind wir stets weit davon entfernt gewesen, das Programm von Basel für ״Tabu“ zu erklären. Wir haben uns oft und gründlich darüber ausgesprochen, ob nicht irgendwelche Rücksichten auf Ereignisse des Tages oder zukünftige Möglichkeiten eine Acndcrung als ratsnm erscheinen ließen. Immer wieder aber haben wir erkannt, daß das, was wir anfangs für einen Mangel unserer programmatischen Grundlagen hielten, in Wahrheit mir ein Mißverstehen ihrer Forderungen bedeuten konnte. Daß unser Programm sich so in allen Wand* hingen der äußeren politischen Verhältnisse und innerzionistischen Anschauungen bewähren konnte,das danken wir vor allem seiner tinbedingten W a h r h a f t i gk c i t.־ Es sagt uns und allen Fernstehenden klar und eindeutig ״was wir wollen“. Ohne etwas zu verheimlichen oder unsere Ziele weiter zu setzen, als sie unser fester Wille gesteckt hat. Da ist keine schwäch* liehe Rücksicht auf propngantistische Möglich* keilen und keine Forderung, die nicht ganz auf dem Boden der Tatsachen und der Geschichte bliebe. Es gab noch keine zionistische Handlung und wird niemals eine geben, die nicht schon durch unser Programm gefordert wurde. Es ist uns Höchst- und Mi ulestforderung zugleich, und Niemand darf sich Zionist nennen, der auch nur einen der vier Sätze nicht anerkennen will. Seine Mitarbeit auf diesem Gebiete oder jenem wird uns willkommen sein, niemals aber wird er nach außen als Vertreter unserer Partei auftreten diirfeit. Auch wir sollten uns hüten, einen solchen Mitarbeiter, mit dem wir wohl eine Sticcke Weges Zusammengehen können, als Parteigenossen in Anspruch zu nehmen. Gewiß wird nach dem Gesetze der Arbeitsteilimg, das in einer jeden gut entwickelten Organisation .Geltung hat, ein jeder seine Kraft dem Gebiete der gesamtzionistischen Tätigkeit widmen, das seinem Herzen mul seinem Können am nächsten ist die gegenwärtige Leitung unserer Bewegung bildet für die Synthese dieser verschiedenen Kräfte ein gutes Beispiel —, aber für einen Juden, der auch nur einen Satz unseres Programms verwirft, ist in unseren Reihen kein Raum. Wir aber freuen uns des Besitzes an einem Programm, das uns in seiner unteilbaren Ganzlieft jetzt 15 Jahre lang sicher geleitet hat, und werden daraus immer nette Kräfte ziehen zur Arbeit für unser großes Ziel, der ״S c It n f f u n g einer ö f f e n 11 i c h - r e c It t - 1 i c It gesicherte 11 H v i m s t ä 11 c für das jüdische Volk in Palästina“. Palästina-Ausstellungen Von Davis T r i e t s c 11.*) Wenn es sich darum handeln sollte, die Produkte der jüdischen Kolonien aus/ustellen, so hätte ich meine Zweitel darüber, oh wir eine gute Palästina- Ausstellung zu machen bereits in der Lage wären; aber kein Zweifel kann bestellen, wenn wir eine Aus- Stellung bieten wollen, die nicht nur der Welt zeigen will, was wir in Palästina geleistet haben, sondert» ,mell uns seihst, was ihh.Ii in Palästina zu leisten ist. I'.auu aber liegt es bei einer zionistischen Palästiiia.Aiissiellung nahe, bei einer solchen Gelegeniieit übersieht lieh zu /eigen, was die zionistische Bewegung, abgesehen von Palästina, zuwege gebracht hat, mul wir wissen ja alle, wie unendlich viel grillier die zionistischen Wirkungen in der Judenheit der Diaspora zutage getreten sind, als in P a I a s t i n a. Wir können also eine Austeilung d e s in o d e 1 n e n Judentums bieten, in der uiiscivu Palästina-Interessen ein großer *) Auch dieser Vorschlag hat bereits seine kleine ״Geschichte“. Ursprünglich von Heinrich Roscnbamn im Herbst 191)6 für das zehnjährige Jubiläiim der zionistischen Organisation (1997) angeregt, wurde der Vorschlag von Dr. I lantkc in einer Sitzung des Großen Aktionskomitees am 23. November 1910 für den ״Juhil.uunskongrci',׳' (dem zehnten von 1911) wieder vorgesclilagen. Als dann der julüläuniskongrcO übgclelmt wurde, zog Dr. I lantkc auch den Ausstelhmgsvorschlag zurück. ־ Ich nahm den Antrag dann aut und er wurde einstimmig angenommen — leider mit dem so oft tödlichen Zusalzworte: ״möglichst“. Man kam dann von der Sache ah, weil ״das beste Ausstellungsobjekt, — eine große Sendung Jaffa-Orangen — im August nicht mehr in gutem Zustande nach Basel kommen würde“, (!) mul schließlich wurde eine der üblichen kleinen Aus- Stellungen hei Gelegenheit des Kongresses voranstaltet. - Der Zufall, daß genau 1׳ Jahre vor jenem Beschlüsse (am 23. November 19C<>) von mir ein detaillierter Vorschlag (mit dem Nachstehenden in der Hauptsache identisch! erschienen war, machte auf manche Eindruck. — Jedenfalls ist der Vorschlag nachgerade alt genug (und gut genug doch sicher* lieh), um endlich realisiert zu werden. D, TK