Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1912)
- Date
- 1912-01-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 21 ziomsTisciie ßeucGune Die zionistische Organisation und die ßaslcr Lcbcnsversichcrungs-Gcscllschutt Das A. C, bat mit der Hader Lebeiisversiche• rmigsgescllschaft unter dem M./21. Dezember 1911 einen Vertrag abgeschlossen. Auf Omml dieses Ver• träges errichtet die Basier Lebensversicherungsgesell• sciiaft in Hasel eine j ü d i s c h c Abteilung, welche sämtliche von der Basier Lchcnsvcrsichcrimgsgcsell• schalt mit Juden auf «ler ganzen Erde abgeschlossenen Versicherungsverträge uuifnllt. Die Basler Lebens• Versicherungsgesellschaft hat sich dem A, C. gegen• über verpflichtet, allen Versicherten und auch der Zionistischen Organisation eine Heilte genau siipu• lierter Vergünstigungen /ukomiiicii /ti lassen. Schlich• lieh hat sich die Basler Lebcnsvcrsicherung>gcscll• Schaft auch verpflichtet, unter gewissen Voraus- Setzungen einen Teil ihrer. Prämiciirc.scrve» aus den jüdischen Versicherungen der Türkei in Palästina an• /!liegen. IHt zionistischen Organisation steht auch jederzeit das Kontrollrcdit über den Stand der jiidischeu Abteilung der Basler Lckcnsvcrsiehcriingsgesell• schaft zu. Der Abschlult »liescs Vertrages siehe!t also jedem jüdischen Versicherten der Basler Lebeiisversiche• rungsgescllschnft 111 Basel, ganz gleichgültig, in welchem Lande er wohnt, die verlragsinäliige Ver• günstigung zti mul wird gleichzeitig Mir unsere Or• ganisation zu einer immer wachsenden I;i1malnue«|11clle werden. Unter diesen Umständen diirllc es keinem Zweifel unterliegen, dnü der Ahsclilull dieses Verträges überall sympathisch aufgenoinmeu werden wird, und daß die Basler Lcheiisveoielienmgsge.ellscli.ift ill Basel auf das Entgegenkommen und die Mitarbeit unserer Freunde rechnen darf. Den Interessenten erteilt das Zionistische Zentral• bureau sowohl als auch die Basler Lcbcnsversiclic* rungsgesellschaft in Hasel auf Wunsch jederzeit aus•! führlichc Auskunft. J 1 _ י Ende Dezember batten die holländischen Zionisten die Fretule, Herrn I>r. A. Klee in ihrer Mitte he• grüßen zu dürfen. Im Haag, Rotterdam und Amstcr• dam fanden seine ernsten, über/eugeiulcn Worte großen Anktang und eine Anzahl netter (icsüuiungs• genossen trat unserer Organisation hei. 0 Unseren Gesinnungsgenossen teilen wir mit. daß , soeben das Stenographische Protokoll des X. Z io n is t e nkon g rcs se s erschienen ist. l)cr Preis des Huches mußte infolge der bedeutend gestiegenen Herstellungskosten gegenüber den früheren Protokollen etw׳as erhobt werden. Das broschierte Exemplar kostet 1,50 M., geschmackvoll gebunden beträgt der Preis pro Exemplar 2.25 M. Außer• dem wurde eine Luxusausgabe auf besonders feinem Papier und in Gaitzleinenbaud hergestellt, Preis pro Exemplar 2.50 M. broschiert und 2.50 M. gebunden. Wegen Bezug des Protokolls wende man sich an den ״Jüdischen Verlag“, der größere Partien aller Ausgaben des Protokolls zu ermäßigten Preisen an Ortsgruppen und Wiederverkäufer liefert. aus dem eeMeittDew München. Am I. Februar wird im großen Saale det ״Bayer. Hofes“ hier Prof. Werner Söul hart über ״Die Z u k u 11 f t d c r Jude n“ sprechen. Dem Vorfrag sieht man allgemein mit großem Interesse entgegen. Scliönlankc. Da die Osterferien am 3. April beginnen, den 2. Tag Pcssaclt, hat Herr Rabbiner Dr. Bant berge r dahier, beim Proviii/ialschulkolle* gitiin Posen den Antrag gestellt, daß die Direktoren der kgl. Anstalten ermächtigt werden, auswärtigen Schülern am Ercw Pcsach, d. i. am 1. April, die Heim• reise bereits zu ermöglichen und cs ist für Sehönlaukc mUtcUt Verfügung vom H. d. M. diese Ermächtigung er* ־*ilt worden. Da die Verfügung jedoch keine gmereite ist, so ist cs notwendig, daß die I lerren Rabbiner resp. die Ocmeindevertreter einen diesbezüglichen An• trag bei dem hetr. Pravitt/ialseliiilkollcgitiin stellen. Bcr in. Wie seit Jahrzehnten veranstaltet auch in diesem lahrc die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum besten i tres Stipendienfonds. Auch in diesem Jahre weist die Liste der Vortragenden die glänzendsten Namen auf. Am 22. Januar spricht Geheimer Re• gicrungsrat Professor Dr. Eduard Dachau über: ״Aus den Papieren der jüdischen Militärkolonie in fclephantinc“, am 12. Februar Professor Dr. (io Id* »tcln aus Darmstadt über ״Die Scltöpfungsidee und die Philosophie der Gegenwart“, am PL Februar tic• heitrer Mcuizinalrat Professor Dr. A. von Wasser׳ mann: ״Ucbcr das Wesen der In Palästina en* dänischen Infektionskrankheiten und die Möglichkeit ihrer Bekämpfung“ (mit Vorführungen am Proicktiousapparat), am 26. Februar Rabbiner Dr. Hacek, Düsseldorf, über: ״Paulus“, am 4. März. Privatdozcut Df. Caro aus Zürich über: ״Die Juden und das Wirtschaftsleben", .1111 II. März. Dozent Dr. J. Freund über: ,,Zur Emanzipation der preußischen luden". Die Vorlesungen linden in der Aula »ler Lehranstalt, Artillerie-dralle I I, M o 111 a g s, abends ין D 11 r, statt. Einlaßkarten zu 5 M. für »len ganzen Zyklus, l M. für eine Vorlesung sind zti haben beim I lofjmvelier Herrn Eugen Markus, Unt. d. Linden 31, heim Sekretariat der Lehranstalt und am Eingang in den Saal. Kolntar. lieber. die Frage, ob eine Urkumle gültig in den Schni'izeiclien einer tremdeit Sprache unterschrieben werden könne, hat das Oberlandesgerieht KoIm.11• folgende in der ״Rechtsprechung »ler Obcrlandcsgerichte auf dem Ochictc des Zivilrechts" uiitgeteilte Entscheidung gefallt: Daß die Verkaufs• urkunde in deutscher Sprache vorgclescn, von »len Beteiligten genehmigt und eigenhändig unterschrieben worden, hat der Notar gemäß 3 177 Satz 2 des Gesetzes über die Angelegenheiten »ler freiwilligen Ocriclitsbar* keii mit dem Bemerken festgestellt, daß der Verkäufer mit hebräischen Schrifizciclteu unterschrieben hat. Daß die Beteiligten in deutschen Schriftzeichen unter• sehreihen müssen, verlangt »Ins Gesetz nicht. Auch eine in den Scliriftzeiclien einer fremden Sprache voll• zogene Darstellung des v»>11 dem Schreibenden geführten Namens ist eine eigenhändige Unterschrift. Auch die entsprechende Vorschrift in § 2231■ des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird in »ler Rccht-dclire allgemein so aufgefaßt, daß die Unterschrift »les eigen• händigen Testaments auch in »len Scliriftzeiclien enter fremden Sprache erfolgen kann. Daß »las Freiwillige Geridilsbarkeibgcsctz, eine Unterschrift in deutschen Schrift/cichen nicht verlangt, ergibt sielt besonders daraus, »laß es int k 177*' nur »len I all vorgesehen hat, wenn ein Beteiligter erklärt, daß er tiheiliaupt nicht schreiben könne, nicht aber den Fall, wenn die Erklärung »les Beteiligten »l.iliiu geht, er könne nicht »leutseh sehreiheu. Di»• letztere Erklärung steht »h r ersteren nicht gleich, und «leshalb kann in solchem Falle »ler Erklärende nicht einem Sehreibunkttudigeit gleichgestellt wenlen. Richtig ist, »lall bei Untersehrif• teil, »lie in Irciudeu Schriftzcichen vollzogen wort len sind, »ler Urkumlsheamte, sofern ihm diese Schrift• Zeichen nicht bekannt sind, nicht ohne weiteres feststellen kann, »laß eine Unterschrift, »las heißt »lie schriftliche Darstellung des Namens »ler Sehreihenden, vorlicgt. Dieser Fall ist hier aber nicht gegeben, da der Notar, wie das Protokoll ergibt, in der Lage war, di« Feststellung vor/tmehmen. Die Erwägung, »laß diese unter Umständen schwierig oder gar tut• möglich sein könnte, kann nicht dazu führen, ein vom Gesetze nicht aufgcstelltes Formcrfonlernis für die Gültigkeit «ler Urkunde auf/.ustcllcn. Sache des Urkmidsheamten ist es, nötigenfalls mit Hilfe des etwa gemäß k 170 /tizuzichemlen Dolmetschers oder Selireihvei ständigen sieh die Ueberzeugung zu ver• schaffen, daß eine Unlcrsehrift vorliegt oder aber, falls •lies nicht möglich, die Unterschrift zitrüekzmvcisen. Hat er dagegen die Feststellung getroffen, so liegt eine in »ler gesetzlich vorgescltriebcitcn Form errichtete Urkunde vor. Die Feststellung der Urkunds• beamten hierüber ist (vorbehaltlich des Gegenbeweises . »»der weiterer von Amts wegen vor/unehincmlcr Ermiitehmgeit) ebenso maßgebend wie seine Feststellung der Identität der vor ihm erschienenen Personen. AUS ( iA;־iDURG־ALTONP Zionistische Ortsgruppe I )onnerstag, den 1. Februar 1912, abends 9 Uhr, im Logenhoim, Harlungstraße 9/11: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Wahl des 1. Vorsitzenden cv. Wahl eines Vorstandsmitgliedes; Evcnltialla, ¥ Es wird hierdurch statt besonderen Avises he• kannt gegeben, daß die Kassenverwaltung ab 21. Jan. die bis dahin nicht gezahlten Jahresbeiträge zur Zio* nlstisehcn Ortsgruppe 11.uiiburg-Altoiia durch Postnaciinahmc Ciukassiercn wird. Gesinnungsgenossen, welche »ler Kassenverwaltung »lie Nachnalnnespesen ersparen und die hierfür zu verausgabenden Be• träge der Bewegung erhalten wollen, werden er• stieid, ihren Beitrag dein Konto der Zionistischen Orts• gruppe Hamburg-Altona hei ihr Dresdner Bank in Hamburg oder heim Postscheckamt Hamburg Nr. 3275 bis zum 21. Januar zu überweisen. Vollendet ausgeübte jung-jüdische Kunst in Ton und Wort zu genießen, bietet sich in Hamburg leider nur höchst selten eine Gelegenheit. Die Nanteu Gollau in und Amhriiun auf den auffallenden hl.iuweiticn Plakaten, die zum ״Juiig-Jüiliselicn Kunst- Abend" aut Dienstag, «len 23. er., irrtgrollen Saale des Curio-Hauscs cinladcn, haben daher auch nicht in ihrer Zugkraft versagt: die Nachfrage nach Eintrittskarteu ist eine enorme. Wir können unseren Fre,unden nicht dringend genug empfehlen, sich recht• zeitig, das heißt umgehend, mit Eintrittskarten zu versehen, welche nur noch in beschränkter An• zahl zum Preise von 3,30, 2,20 und 1 M. cinschlicßl. Lustbarka'tssicner zu haben sind im Logenheim, Hartungstr. 9/11, bei Max Leiclisscitring, Ncuerwall t, A. (iolilselimidt, Grimlcl.illce 85, llcuschel ft Müller, Gr.*Bleid1c11 67, Koopmaims Hotel, Stcimlamm 29, A. Bjcimiss, Oben Borgfelde 3; in Altona bei Iwan Grttener, beim grünen Jäger 25; in Wandsbek bei O. Bleiweiß, Königstr. 65. 0 Jung-jüdischer Kunstabend unter Mitwirkung von Leo (1 olIa 11 i 11 Berlin und Josef Anibrunn• München am Dienstag, den 23־, Januar, im Curio• Haus, Rotcnbaiimcltaitssee. Karten bei Max L e i c 11 s s »• n r i n g, Ncuerwall I, und den bekannten Verkaufsstellen. 0 Dienstag, den 9. Dezember v. Js., fand in der Zionistischen Ortsgruppe ein Diskussionsabend statt. Der Vorsitzende L. Landau begrüßte speziell Dr. Soskin mul Herrn Ing׳. Treidel aus Haifa, der über die Entwicklung Palästinas speziell in der Gegend von Haifa mul Tihcrias in fesselnder Weise referierte. Die Vcrkehrsverli.ilinissc haben sielt in den letzten Jahren vielfach gebessert, das Eisenbahn• netz wird immer mehr ausgebaut. Herr Ing. Treidel rügte das zu vorsichtige Vorgehen »ler zionistischen Bankinstitute und verlangte Anstellung geschulter Bankbeamter. Das Land ist noch sehr aufnahmefähig, und die Gelegenheiten, die Krcditvcrhältnissc zu entwickeln, mehren sielt von Tag zu Tag. Viel Aufmerk• snmkcit schenkte Herr Treidel «ler Arbeiterfrage in Palästina, die viel zu schaffen gibt. An das Referat schloß sich eine angeregte Diskussion, au der sich zahlreich«! Herren beteiligten. UCReiNS-RUMDSCHAU Berliner Vcrcinskalcnder Sonnabend, den 20, Januar: Jüdisch •dramatisch er ArbcltcfVer• c in ״G o r d i n“: Literarischer Abend. Sonntag, den 2t. Januar: Verein jüdischer Mädchen: Litcrari* scher Tee. Mittwoch, den 24. Januar: H i s t a d r u t h: Ocffcntlichc hebräische Ver• Sammlung. Mittwoch, den 21. Januar. Zionistischer Verein West-Berlin. Vortrag Gustav Landauer. Sonnabend, «len 27. Januar; V e r e i n z u r P f I e g 0 11 e b r ä i 8 c h c r M u 11 k. Konzert. Sonntag, den 23. Januar: Jüdischer Turnverein Bar Kochba: Schauturnen der Jugcndabteilungai. Montag, den 29. Januar: Berliner Zionistische Vereinigung. Moses Heß-Gedenkfeier. Donnerstag, den 1. Februar: Jüdisch •nationale Frauenvereini• g u n g. Chamischa assar Frühlingsfest. Sonntag, den tl. Februar: Jüdischer Turnverein Bar Kochba: Schauturnen der II. Frauenabteilung. Sonnabend, den 2. März: P u r 1 m f e i e r der B. Z. V. Berlin. Zionistische Vereinigung: Ain Montag, den 29. Januar, abends 9 Uhr, findet im Tiergarten• hof anläßlich »les 100 jährigen Geburtstages von Moses Hell eine Ge'hmkfeier statt. Herr Dr. Zlo• c i s 11 wiril über ״M o s e s Heß und sein Werk“ sprechen. Wir erwarten, daß diese Veranstaltung von imsereit Mitglieilern wie überhaupt von allen, die »las wichtige historische Thema interessiert, zahlreich besucht wird. An uns aiifgegcbenc Adressen von Interessenten werden besondere Einladungen versomit. (Berliner Zionistische Vereinigung, pf. Adr. Zion. Vcfciiiigg. 1. Dlschht.) Berlin. Im Zionistischen Verein West-Berlin spricht am Mittwoch, «len 27. Januar, abends 9 Uhr, I lerr I >r. G 11 s t a v L a ח d a u e r über das Thema: Jude 11 tu nt und Sozialismus. Dem Vortrag, der wiederum im Cafe Sezession, Kurfürstcndaniin, stattfimlet, folgt Diskussion. ־ F'ür Eriile nächster oder Anfang übernächster Woche ist ein großer öffentlicher Vortrag des Herrn Dr. Julius Becker über das Thema: Die R c i c h s t a g s w a h I c n , die Parteien u u «I d i « Jude n" geplant. Näheres darüber an den Anschlagsäulen. Berlin. Die Berliner Ortsgruppe der Organisation für hebräische Sprache und Kultur veransfaUet Mittwoch, den 21. Januar, 9 Uhr abends, im Restaurant Logenheim, Frieilriclistr. 131c, eine öffentliche hebräische Versammlung, in der Herr Redakteur M. Berlin über das Thema ״E r i n n e - rungen aus der Wolosencr Jcschiba“ sprechen wird. Im Anschluß daran findet eine Dis-