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Jüdische Rundschau · 1911-11-17 · Heft 46 (17.11.1911) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 46 (17.11.1911)
Date
1911-11-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 54S ]U EPISCHE ■RUNDSCHAU Nr. 46 Soeben bi in Krakau die erste Nummer eines neuen hebräischen Tagblattcs, das den Namen ״Math• Kol“ (״Das Echo“) trägt, erschienen. Die neue Zci• tun« wird von Herrn Dr. Josef,Seligcr, dem * Gründer und ehemaligen Leiter der Tachkcmoiiisclmlc in Jaffa, redigiert. Sie stellt auf streng traditio• ncllcm und zugleich national-jüdischem Standpunkt. Von Max •Nord aus ״Märchen“, die voriges '־• Jahr erschienen ׳sind, ist soeben eine hebräische ■Aus•; gäbe aus dor( Feder David Frisch in a n n s heraus• gekommen. - י ' PALAe5TfNA-RUMD5CHAU Dem aufterordaiifidien Dclcgicrtcntagc des schweizerischen ZionLstenverbandes, der am 5. No* . vember in Lu/.crn stattfaud, lag u. a. ein Antrag des ....Landeskomitees vor, behufs Teilnahme des Verbandes an der praktischen Palästinaarbeit, Man plant die Gründling, einer schweizerisch-jüdischen Kolonie in •. Palästina, Zur Ausführung dieses Projektes soll ein Kolonisatiousfouds geschaffen werden, vermittelst dessen in Palästina. Boden gekauft werden kann und , ,unter Verwaltung der P.L. I>.C. eine Olivenpfla»• *ung angelegt wird unter Zugrundelegung eines• Vcr* trags. Der Antrag, der angenommen wurde, rief eine lebhafte Diskussion hervor, bei welcher Herr stud. Svcrdloff-Bcrn eine sehr instruktive hebräische Hede . über die palästinensischen Arbeitcrvcrhültnissc hielt . und die Herausgabe eines Büchleins zur Orientierung über die Palästmaarbeit empfahl. Herr Lewin ist für Verpflanzung ■von'Industrien nach'Palästina, und wünscht u. a. auch die Einführung von Stickerei• maschinell. ' t Der Krieg übt einen unverkennbaren Einfluß auch auf die jüdische Einwanderung in Palästina aus, die, wie es scheint, in letzter Zeit einigermaßen ins Stocken geraten ist. Wie das Pnlästinakomitcc in Odessa mitteih, hat eine große Anzahl Juden, die *־bereit waren, nach Palästina nus/.uwanderu, auf diesen Plan verzichtet. Die ״Mission“ beginnt sich wieder zu regen. י י Kürzlich fand in Schweden der VIII. internationale Kongreß für ״Mission unter den!Juden“ statt. Den Vorsitz, führten abwechselnd der1 Prinz. BcrnadoUc, der Bischof von Scheele und der bekannte Hebraist, an der Universität Berlin, Prof, Dr. Strack. I)ie ( starke Beteiligung aus allen Ländern und die stolze Freude, mit der man das stete Anwachsen der Bewegung und ihre Verbreitung über die ganze Welt konstatierte, sollte. allen denen zu denken geben, denen am Fortbestände der jüdischen Religion nur noch irgend etwas gelegen ist. Aber, so schreibt die ״Aurore“, die Erkenntnis dieser Gefahr scheint eben gerade in den Kreisen noch recht gering zu sein, die am ersten berufen wären sie abzuwenden. So sind es in Jerusalem immer gerade die Juden, die Unterstützungen;von der Ciialuka beziehen, die unbedenklich ihre ,Kinder in christliche .Schulen senden, und überhaupt den Bekelmmgsversucheu der zahlreichen Missionäre mit sträflicher Indifferenz ge• gcnübcrstchcn. Und auf einer Proteslvcrsammlung der jüdischen Bevölkerung in Jaffa, die sich be• ■mühte, Abhilfe gegen! da! so stark um sich fressen• den Abfall zu finden, fehlten sämtliche Rabbiner, die!natürlich stets auf• den Plan sind, wenn cs gilt, den Bann gegen!da» zu schleudern, der sielt er*, dreistet, irgendwie gegen die , ״segenspendende Clia• ,hika“ aufzutreten. Mail muß sich wirklich fragen, ob. die frommen Spender in Europa!wissen, was sie ■ mit ihren Gaben nnrichlen, und wem sie zugute kommen? * Dieselben Grunde, die die jüdische Immigration verlangsamen, haben natürlich auch Einfluß auf die ,.״ ־christliche Bevölkerung. So sind seit Beginn des •׳ Krieges zwanzig christliche. Familien aus Bethlehem ...1 ausgewandert, wohl infolge der wirtschaftlichen De-; ׳ pression und aus Angst vor einer Aktion der italieni• .. selten Flotte an der palästinensischen Küste, 03 1• .׳ .*VI וי;»:, ־r Hi- Mi Jüdischer Turnüerein Bar Kochba—׳Berlin Aufruf! Di?!0וח10«י.זז und di? m<*1lom0 0.•• w.־au״fl 4rf^7״rL?Ta7T«M«^t־<cit1?wuri!rhmü,r,^- fi.*n V«»rWurf Jor Xiliniadtr imit.Marporllciivn «Ion U114010 doancr «in iimilion,1ו0:,10־וס!,1ז!ו mir!11041011 וווו!Im,Mio Ta*. ülo imtdcrtw t!Uln *.loht iiutUn Im üctiUljo!10» l'olu'u«, Mo nimmt rotioii flntoll an dor Kultur ' Pd liolljl 0*1 Jon ׳ Karprr *lilhlo« lur Jlo £0l!0n*0fl10U, dlo Ihfor hau*. jilor xol,!t 111!« Turtioii *oino lltoolit. Oiiroli (11« 0ן mir Uobun^on wird dor lU'rpor l,r«nt1(i und u)U10i»luinl»f«flil|1. Oor 11ldin>h< Turiuioroin l)!r K.!,t(lm_!!IU,1l ln »olnon frauon• ül'loiluiiifon diiytimiön undTfTiTJjjöir Durch R<1,|0n, T#rn*plolo und mojorno tiöiununjon »all dor*»K1t10nÄdr|10r Orailo 'und 00• *<l1mo1ditjl<oU orlanpon, dur<h .Vhiuiimnon, ,Vhl>l*»«huhlau(on, Tonn!» u«w. Mummt dor Spart zu *ornom Rocht*. Im Sammor wio Im Wintor worden Ru*tiu0« ln dU ndhot« und woltrr« Umflohunfl Oorlm» uofantldllot. fino tarnoiUih nr»chuüo ■ Hidin •zolat ITlut und Hrat*. und ftlut und Kruft n;!!j dio madorno Ji.dln tiabon, um 10*׳»* Stollunfl In Kumt und W1t»on*cha(t, Im Oorufo mlo l!n Kau*# zu Mhaupton. OIoao* tdoal olnor -Mratlnallon■ Jüdin wallon wir In untriom Vorolno uinl durch unirron Voroln *cholfon. Wir hitton Me, »Ich »Inmol danon xu Übmounon. 0*1* bol un» dor OoJunlio xur Tot wird und loden Sie und Ihre werten flnneliMfleit hmlloh»t ein, un»erom Schauturnen amSonntai), den 19, nouember nadimiffofls 4 Uh , in der Turnhalle flugusfstr. 67 belxuR’dhnon, ]oder öa»t Ut uni Heb und wlllkommenl Der Vorstand des •jüdischen Tumoeron« t,0ar Kochba‘ Theobald Schalem Cr. 11)0 1 Zlrher ftledenou, Wielondelr. 4. •Sollnßer Str. 1■ □ - Standes) beim Pascha von 1Jerusalem vor,׳ den sie namens der Bevölkerung• von Rischon ersuchten, recht bald die wiederholt in •Aussicht gestellten Schutz., maßnahmen im Interesse der׳ jüdischen Kolonie zu( treffen. In Rischon-Lczion sind Mn letzter- Zeit• zahl•' reiche Diebstähle und UobcrfÜlle vorgekominen, ohne daß bisher durcJt wirksame behördliche Vorkehrungen, dem Treiben des lichtscheuen Gesindels Einhalt geboten wortlcn wäre. Der Pascha empfing die De• putation sehr frctimllich und versprach, ihrem Wunsche in vollem Umfange zu entsprechen. י Seit drei Monaten besteht in Haifa ein jüdisches’ Krankenhaus, das Herr Dr. Elias Auerbach mit 15 Betten eröffnet hat. Damit ist einem dringen• den Mangel abgeholfcn, den namentlich die jüdi• sehen• Kolonie in Untcrgaliläa schmerzlich empfun•’ den halten. ׳ Die ■Mehrzahl der Patienten stammt denn auch aus diesen• Kolonien. Als Krankenschwester im neuen Hospital fungiert Frl. Anny Hallo, die ihre Ausbildung im Berliner jüdischen Krankenhaus ge•־ nassen hat. ¥ ׳ Der bekannte׳ hebräische Schriftsteller Ach ad* H a a m (Ascher Ginsberg), der gegenwärtig eine Stu• dienreisc in Palüstina unternimmt, weilte eine Woche lang in Haifa. Sein dortiger Aufenthalt hatte ins• besondere den Zweck, sich durch den Augenschein von dem Stand der Tcchnikumsangelcgenlieit zu überzeugen. ¥ Unter 100 Erkrankungen an׳ Cholera, die In den ‘ letzten Monaten in Haifa vorknmen, ereigneten sich 15 bei Juden. Von den Erkrankten sind H Scphardim und 1 Asehkenasi. Seit dem 21. Oktober hat sich die Anzahl der Erkrankungen so sehr verringert, daß ein baldiges Erlöschen der Seuche zu erhoffen ist. In der Kolonie Artuf, die im;Jahre 1896 bulgarischc!Juden zwischen Jaffa •und Jerusalem .grün• deten, •wurde .jüngst •eine'Volksbibliothek mit Lese• *aal •eröffnet, zugleich .wurde ein Lehrkursus in he• britischer Sprache eingerichtet. i Unweit der deutschen Tomplerkolonic Sarona wurde am 20. Oktober eine grusinischer •Jude aus P c t h a c h -•T i k w a h von unbekannten ■Tätern er• mordet. Der Ermordete ״hatte sielt auf dem Heim• weg von •Jaffa nach:Pcthach-Tikwah befunden. Er führte einen Geldbetrag von•2000•Pres, mit sich, den die Mörder sich ■ ancigncteii. Die von der Polizei angestcllU'11 Nachforschungen •haben bis jetzt zu! keinerlei Ergebnis, geführt., ln Jaffa und. Pcthach• \ TikwaU herrscht geotk Erregung über diesen Vorfall. 1 # Die Stadtverwaltung von Jerusalem erhielt die• scr Tage eine amtliche Mitteilung aus Konstantinopcl, wonach eine •französische Gesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb einer Straßenbahn in Jerusalem erhalten bat. Dieselbe Gesellschaft bewirbt-sich-auch um eine Konzession zur Anlage *ein es Elcktriz i t .,i 18 und Wasserwerks. Dem •Vernehmen nach soll auch dieser Pion schon in nächster Zeit der Verwirklichung •entgegengeführt werden. Der er׳.te Band des (ioldeiien Huches Dt hat gefüllt, wir stehen vor der Einweihung des zweiten Bandes. Welche Namen sollen die erste Seite neuen ־ Bande» zieren? Es ist ein glücklicher 1״״] völlig neuartiger Gedanke unseres Nation,1l|.,n<^ i lauptlKireaus in Köln, zur EnGchciduug dieser l ragc eine der modernsteu Leidenschaften der Kulturmensch, heit: den Sport unter den N'. F.־Spendern zu׳wecken und auch diese Leidenscliait dem NatioiialfamN dienst• bar zu tnaclieii. Das I laiipllmieau verunstaltet nacir dem Vorschläge des bewahrten Gesinnungsgenossen S eh u c 111 e 1 ־ Breslau eine Volksabstimmung über die zehn ersten Nummern des ■Neuen ü. U.dkmUcs. ' Hören wir nun Schaelucls Vorschlag: Die Eintragungen ins Goldene Buch unser« ■ Natioualfonds־ haben die Nummer •UM)•) überschritten, i Wir nähern uns der Zahl TüdO, mit der diese! erste •Hattd dc> Goldenen Buches absch ließt. \ Welcher Name •oder welches Ereignis soll die liohc Ehre haben, als letzte Eintragung dieses Denkmal ן unseres •Volkes zu zieren? Und •welche Namen und welche Ereignisse sollen würdig erachtet Werden,!1$ erste in dem •neu anzulcgeudcu zweiten Band des Goldenen Buches eingetragen zu werden? Soll das dem Zufall überlassen werden? Doch wohl nicht. Ich schlage daher eine •Volksab.•!tim• m u n g vw. Und zwar in folgender Weise: Von• jetzt « nehmen alle LandessaimnvlstcUvn Betrage von I M. an entgegen, für welche die Spender das Recht naben, Vorschläge für diese Eintragungen damit zu vcih.mka. Diese Spenden und Vors eit läge werden gc60nd« 1t von den übrigen Spenden in den Auswcisorgaiicn der Sanunelstellen ausgewiesen. Nach Verlauf einer be• stimmten Zeit, ctsva zu Pessach (5672/1912),׳ stellt das Hauptbureuu diese Spenden zusammen und veroifent• •licht•'die Liste nach der• Höhe der Eingänge. Von diesem Tage ab •darf* dann nur noch für die elf Widmungen in beliebiger Höfte gespendet werden, welche die bisher‘ höchsten Beträge aufweisen. IXe für die übrigen Widmungszwecke gespendeten ,Summen werden diesen elf Zwecken gleichmäßig zu• geschrieben, ■ Die Ehrensummlung wird dann solange fortgesetzt, bis die Zahl 5000 im Verlaufe der Emlra• gtmgcn erreicht wird. Mit der höchst erreichten Summe wird die Nummer5001־) eingetragen. Mittler nächsten Nummer l und so fort bis Nr. 10 11« neuen Bandes, Wir •hoffen, daß alle Zionisten rege an dem Wettbewerbe teilnehmen werden und daß schon jetzt mit der Zeichnung zahlreicher Spenden begonnen wird! Gruppenverband O berschleslen Sonntag, den 26. November er. im Konzcrtlnu» zu Reuthen O.-S. VI. Ober schlesischer Zion ist ent.1g. Nachmittag 3>/ä Uhr: Interne Sitzung., Tagesordnung: 1. Bericht der Gruppenverbändileliung (Referent: H.־A. l>r. Wcißm.׳nn). 2. Berichte der Ortsgruppcnleiter. 3. •Vortrag von Herrn RcchtsanWäl: B»• Klee-Berlin: ״Die allgemeine t.agt der zionistischen Bewegung“. l>iskussion zu allen' Punkten der Tagcsorbnung. Abends 8»/a Uhr: Oe ff entliehe Versammlung •Redner: Rechtsanwalt Dr. Klee. Ende Oktober ging in Judäa der erste Herbstregen nieder, ln einigen •Kolonien wie auch in Jerusalem gab cs heftige Regengüsse. In P c t h a c h T i k w a h haben mehrere Kolonisten nach *dem Regen'bereits mit den!•I* f lügen und der Aussaat begonnen. ' ,Dieser •Tage ׳sprachen• •einige •Mitglieder des Waad von' Ritchon.Lczion, ׳(Gcmcindcvor• ׳* «*■׳0 רייי״״ן‘ 0' •ן» «^ n f ן י iwv/BW .. «i יי; vir!• •׳,.,: ja *.Wulk c Zionist? Wer. ׳,ist de! •'״Spieglcin,• Spieglrin an der Wand, •wer ist der Schönste •im ganzen ׳Land?“ Daa Märchen bediente sich des Wunilcrsptcgcls. — Die Zeiten ändern׳sich: heut bedient •man •sich der Volksubatimntungl 'Oruppcnvcrbündstng der bayerisc ten Zionisten am Sonntag, den 19. November er., 2 nachmittags, in Nürnberg, Restaurant Grünst• cht, Brcitegassc 16 l. Tagesordnung: 1. Allgemeine ' Utbcrsicht über den Stai d der zionistischen Bewegung in Bayern. Rcicrwt: Herr Zahnarzt Singer- Nürnberg. 2. Agitation in Bayern. Referent: Herr R* •c»• Mündtcn. ’ , 3. ■Zionismus •und jüdische GeindndcpohtA' <n Bayern. ׳Referent: Herr •Rechtsanwalt ״׳• Str a u 11 •׳München. '4. Das neue Statut des bayerischen •0ייןי;יןוח• Verbandes. •Referent:■ ׳Herr Rechtsanwalt •״. M ü n t Nürnberg. 5. Wahl dc'r Vorstandschaft. 6. Anträge1 und •Eventualia. , Mit der •T,\)t|cilcit1111g ist audi der ,;Jüdisriic Verlag“, von Köln nacli Berlin gekommen. ־•letzten Monate waren infolge des Umzugs für »hc Arbeiten nicht! gimstig, der Betrieb geriet etwas ms Stocken. Nun aber ist der ״J. V," vollständig cm• gerichtet und kann seine Tätigkeit mit aller ,Wünsclu״־s• •werten Schnelligkeit obliegen, worauf wir unsere Gc• ,amnunflscenosscn iranz besonders hlnweisCtt. Aid*»״•

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