Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Nr. 43 JU .J l C I I A U Seite 5t 3 der Rnsscnforsclmng mul wies unter Ziigiiiiidclej-iiiig tler Zollselianselicu Foi schlingen den Kiilluiweit' der tidischen Rasse nach. Dieser Weit forderte eine Krlallimg des Volkes und diese wäre im /innisiniis!>ewäluleistel. Anden Vortrag schloß sielt eine a11re;-e״de Diskussion. Frankfurt n. Al• Einen teilweise recht siitriui• sehen Verlauf nahm die am Dienst.׳{!׳ den 10. Ok• lolier slattgefuiidene (1 c 11 e r a I v er s .1 in in 111111׳ der Zionistischen Jugcndgruppe. Diese, vor einen'i J.'iire von Herrn l.eop. l'erlinntter gegründet, hat unter der tatkräftigen und energischen i.eitmn׳ d!׳ *selben in dem einen Jahre ihres Bestehens sehr rkennenswert gearbeitet und auch ätilScrsi günstige I rillige erzielt. Infolge der Aunahn»e der Kulturrisulution durch den X. Kongreß erklärte jedoch Herr!,erlmutter gemeinsam mit einer Anzahl hiesiger Misrachisten, der zionistischen Organisation ״;dH mehr angeboren zu können. Statt jedoch daraus d*e Konsequenzen zu ziehen und aus der Jugend* 1 ׳uppe auszuscheiden, versuchte er samt einer An* t hl anderer Mitglieder, die Zionistische• Jt1gendgr11|>|1e /1 einer Jüdisch-nationalen Gruppe tiiii/uwamlcln, so!*all auch solche Mitglieder sein köimleu, die nicht ecu Schekel zahlen. Dieser Versuch begegnete na* •;!!gemäß heftiger Opposition. Von verschiedenen :Alten wurde uargclegt, dalt ein solcher Antra}׳ in der Generalversammlung einer Zionistischen Jugend* ,׳ruppc gar nicht zur Abstimmung gestellt werden '.dune. Nach einer stellenweise recht erregten Dis* Mission, an der sich die Herren F. So 11 d heim er, Dr. S c h w n r z s c h i I d , S. ti e i s , Nalnim O o I d - mann, Dr. Gott lieb, L. Perlmutter tiilil Martin Feist beteiligten, gelangte folgender von N. uoldmann gestellter Kompromillautrag zur ein* stimmigen Annahme: Die Versammlung heauftragt den neu zu wählenden Vorstand, einen Modus zu linden, der die Mitarbeit von nicht den Schekel /ah* lenden Anhängen! des zionistischen Gedankens ernuiglicht. In den darauf folgende!! Wahlen wurde ein Vorstand, bestehend aus: Frau L. Hamberge r, Marlin 1׳ c i s t, Nalnim Gold 111 a n 1! und Martin Levigard gewählt, zu dem noch ein Vertreter des Vorstandes der Ortsgruppe, S. ü c i s, hinzu* kommt. Meschede (Westfalen). Am Fest der Gesetzes* freude sprach nach dem Morgengottesdienst in der Synagoge Ref. A. Meyer aus Montjoic über die Bewegung zur Erneuerung de« Judentums, den Zio* nismus. Er ging aus von der doppelten Judeimot, der Not der Juden im Osten, der Not der Juden im Westen. Namentlich die letzte beleuchtete er an Hand statistischen Materials. Die bisher versuchten Mittel, dem Elend des Golus zu entgehen, schienen ihm ungenügend. Als einzigen Rettungsnfad, der sieh aus den Irrgängen der Jahrhunderte darböte, bezcich* nete er den Zionismus, den er in seinen Einzelheiten erläuterte. Wir erwähnen noch, dalt die Synagoge in unserer bisher den! Zionismus gänzlich nuerschlosse* nen Gegend der trefflichste Sammelpunkt war, der auch den einzigen Mangel, dal! eine Diskussion nicht stattfinden konnte, wenig empfinden lieh. Unser Vertrauensmann Sicgmund Hesse, wird die Leitung einer hoffentlich aufblühcmleii Ortsgruppe in die Hand nehmen. Posen, lieber das Thema ״D e r Fall M e 11 e r ־ n i c h W e r tl! e i 11! u u d die d e 111 s c It e 11 Juden“ sprach am 16. Oktober er. in Posen Herr Rechtsanwalt Dr. Kl ec •Berlin. Das aktuelle Thema und vor allem die altbewährte Anziehungskraft des Namens Klee trugen dazu hei, die Versammlung zu der imposantesten zu gestalten, die Posen seit Jahren zu verzeichnen hatte. Mehr als (>00 Personen füllten den Saal und die Ncbcnräume und mehrere hundert Besucher fanden keinen Einlall, da die Polizei schon vor Beginn der Versammlung wegen Ueberfüllmig das Lokal sperrte. Auch Dr. S i mo n so h 11 Berlin, der Kongrelfdelegicrte von Posen-Land, war zu dieser Ver* Sammlung erschienen. Es sei — so führte der Redner aus — keine angenehme Aufgabe, sich mit diesem Prozeß zu beschäftigen, der eine volle Woche lang das Interesse an den großen politischen Ereig* nisseu der Gegenwart (Marokko, Tripolis, China) völlig in den Hintergrund gedrängt habe. Aber weil in dieser Affäre eine Anzahl von Juden, getaufte und ungetauftc, beteiligt waren, sei es Pflicht der deut* sehen Juden, ungeachtet der üblen Gerüche, die dieser ״Pundorabüchsc“ entströmen, den Dingen ins Auge zu sehen. Es sei selbstverständlich nicht wahr, daß der* artige Dinge, wie das Milieu des Hauses Wcrtlicun, irgendwie typisch für die Juden wären. Diese and* semitische Erfindung müsse zurückgewiesen werden. Es bestände aber in gewissen Kreisen des Großstadt* Judentums die Gefahr, daß solche Dinge typisch werden könnten. Es sei dies der Fall in jenen Schichten, für die ,das wirtschaftliche Ringen auf* gehört habe irgendeine Rolle zu spielen, und denen infolge des Fehlens jedes Zusammenhanges mit der Vergangenheit jene innere Wurzellosigkeit anhnftc, die allem den Nährboden für derartige Wi'trdclosig• Reiten, wie sie der Prozeß aufgedeckt habe, bilde; die jeden Respekt und jedes Gefühl für Distanz ver• loren hätten. 1:8 sei mir eine lächerliche, aber so tm* gemein bezeichnende und beschämende Lappalie •— jener Berliner Journalist, der eben seine Aussage be* schworen liabe ״hei Gott dem Allmächtigen'*, und drei Siit/.c später unter diesem Eide erklärte: ״Aber das Essen war schlecht.“ Noch seien solche Vor• kommnissc Ausnahmen, aber sie predigen ernste Ein• kehr vor allem bei den jüdischen Eltern, der her* anwachsenden Generation den Respekt vor der Tradi• tion mit auf den Lebensweg zu gehen und ihnen wieder Ideale, jüdische, Ideale, ins Herz, zu pflanzen. S(; aiK’Sliode iüdi* i* de I k Stillung ׳Infi im Emp• 11 ׳, ja sogar sie;,eil eegenüher te du' Jugend ' ii.Üti• c umI •Mine 111(5 auf die Per:.ווי׳• 1arl ali/iilelir.eh •ri die ia/iehui scher Eltern,!11»ן!י!,וי 1> ׳ hi1!.M!״ •!.׳h der Religion:;•!•eil *'•:׳׳וווויוי;•( i1״;;ei! findins!;!,leben d*! Finder ,!1!i :• Vielfach zur < lk ü i!!;ulli;:keil di!■ ,.11׳ Di! systematisch zu .;.׳>• iic.1. In. 1,1.!r dann /um :iniell.all v.eelmLdi jedem Zufall den Weg /um I lielikeitseiitwickeliing. Ib.r/t 1׳׳! gehe es nur ein Schutzmittel den /j׳;,,״ ,nu . Gerade darum aber sei der Zioni nous nicht nur die für die östliche Judenheit in lUdraciit kouiinende Kolniiisalionshewe* gung, sondern;11:. jüdische Rcnai ׳.׳:aiicehcwcgiiug sei er gerade (tir <lie Juden der westlichen Lander ein• fach mienlhehrlieh Jur ihre Peisüiiltrlikutsciitwickhnig, Die Idee Ach,ul H.iamn, ein jüdisches geistiges Zen• lium in Palästina zu schaffen, iaimie m> sympathiseli sie aueli sei wegen ihrer Einseitigkeit das Problem nicht lösen. Dies könne nur durch die Synthese der Theorie Achad Ha,uns mit dem politischen Zio• nismus geschehen und im Herzl ichen Zionismus liege eo ipso auch die Verwirklichung dessen, was Achad lla.'im wolle. Der Z.iouisimis wolle wieder |)0sitivc jüdische Weite sdnl'ieii, er könne, da das religiöse Band heul nicht mehr für alle ausreiche, allein alle Juden wieder mit der Vergangenheit und mit den großen Kulturwerten, die das jüdische Volk der Menschheit geschenkt habe, verbinden und ein Ge• schlecht seliaffen, das, fest im Eigenen wurzelnd, nicht angekränkelt sei von jener Wurzellosigkeit, die in das Milieu des Hauses Werllieim führe und zum Ausbetihmgsobjekt von Schmarotzern mache, die in ihrem eigenen Kreise deklassiert seien. Das Juden• tum stehe vor einer ernsten Entscheidung; cs kann nur den Weg gehen, den der Zionismus empfiehlt, oder den Weg, den Frau Wertheim gegangen ist. Die Versammlung stand sichtlich unter dem Eindruck der meisterhaft vorgetragenen Darlegungen und dankte durch ,stürmischen Beifall. Eine J־)iskitssioii wurde nicht gewünscht. Die Wiilamg des Vortrages war!lies• mal hei der jüdischen und iiicliljüdischeii Oeffenllichkit eine außerordentliche und fand ihren Ausdruck in ausführlichen Berichten der Poscuer Presse. Straßburg. Die hiesige Zionistische Ortsgruppe begann ilire Wintcrtatigkeit mit einem gut besuchten Vortrag des Herrn Dr. Julius Moses aus Mann• heim über ״Die Erhaltung des jüdischen Volkes“, der am 21. Oktober im Lokal der Loge slattfand. Nachdem der Referent die Lage der Juden im Anschluß an Teilhabers und Zollsdiaus Werke he• sproelien halle, setzte er in beredten Worten atisein* ander, warum nur die Erreichung des zionistischen Ziels die dauernde Erhaltung des Judentums zu ver* bürgen vermag. In der Diskussion wurden ver* sehicdcne!•'ragen gestellt und Einwände erhoben, die der Referent geschickt und wirksam beaulworlcle. Die Versammlung brachte der Ortsgruppe t'J Neu* anineldungeii. Taruowltz. Am 16. Oktober veranstaltete tm• sere Ortsgruppe eine Sitzung in L 11 h I i n i t /! zu der sich ca. 30 Personen eingcuinden hatten.^ Nach cini* geil Begriißtiiigsworlcii des Herrn Dr. Stahl-Tar* nowilz referierte Herr Rechtsanwalt Dr. Dohr* z i n s k i * Beuthcn über den ״Z e h ntcnKo 11 g r e ß״• Er besprach die Reden Wolffsohns mul Nordatis, schnitt die Kulturdebalte an und kam auch schließlich auf die von den Misrachisten vorgebrachten Klagen zu sj>rccl1en. Mit warmeinjjfuiuleneii Worten dankte der Redner Herrn Lehrer S c h ״ p s * Ltiblinitz, der sich als neues Mitglied meldete und den ihm für l.iihlinitz angcboteneii Vertrauensposten übernahm. Es erlolgteu sodann noch eine Reihe NeuanmeUhmgcn. Mit einem kleinen gesellige« Zusammensein scliloß der gemütliche Abend. Wronkc. Ein äußerst instruktives Referat über den Baseler Jubilämns-Koiigreß wurde am 23. Ok* tober von unserem Delegierten, Herrn Bankproku* risten Georg K « r e s k i * Posen, in unserer Ortsgruppe gehalten. Iler Erfolg des Abends war außer einer Sammlung für die David* und Fanny Wolflsolm*Stif* tung, zu der auch Nichtzionisten beitrugen, bei allen Anwesenden ein gesteigertes Interesse für den Zionis* ums und seine Institutionell. Herrn Kareski gestalten wir uns, au dieser Stelle nochmals unseren wärmsten Dank nits/usprcclicii. W. z.ur Ablegung der Aufnahmeprüfungen. — Im tihri• gen seien unsere Leser auf den der heutigen Ge* sauitanllagc beiliegenden Prospekt der Firma wiesen. Schluß des redaktionellen Teils. ver* Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst!!־'reit a g , d e 11 27. Oktober Synagogen 5 Uhr. Predigt: Synagoge L i n d c n s t r a II e: Rabb. Dr. liodifcld. S o n 11 a h e n »I, d e 11 28. Oktober, der Alten Synagoge 8V* Uhr, in Synagogen •)' Uhr. Predigten: Alte Sy 11 a g og e, vorm. 9»/i Ulm: Stier. Synagoge R y k e s t r a I! e , vorm. Dr. IAehclbacher. S y n a g o g e l. ü t z o w s 1 r a ß e, vorm Rabbiner Dr. Rosenzweig. S c 11 r i f t e r k I ä r 1111 g: Neue Synagoge, vorm. 10 Uhr: Rabbiner Dr. Blumenthal. J u g e n d g o 11 c s d i c n s t: S y 1! a g o g e Kaiser* Straße, nachm. 4 Uhr: Rabb. Dr. Warschauer. A b e i! d g 011 e s d i e n s t: 5 Uhr 30 Min. G 011 e 8 d i e 11 s t a n d e n W 0 c 11 c n t a g e n: m 0 r ge ns: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.« Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7>,'j Uhr. ״ Abends: in allen Synagogen 5 Uhr. Sitzung der R e p r ä s e 111 a 111 e n V e r s a m m * 11! 11 g: Sonntag, den 21). Oktober, vor* mittags II Uhr, im S i t z u 11 g s s a a I e Oranienburger S t r. 30, II. abends: in allen morgens: m den anderen Rabbiner Dr. 10 Uhr: Rabb.!0 Uhr: r־^r1 XQ'i ־־\v VuWI Geschäftliches Rustin, allgemeine Bildung, Militär• an wärt er und B e a m t e n I a 11 f b a h n c n. Die wissenschaftlichen Sclbstuiiterriehtswcrke, Methode Rustin, Verlag von Boiineß ß£ Hachfcld, Potsdam, gehören ohne Zweifel zu den1 besten Ililfs* mittcln des Unterrichts und haben bereits Tausenden junger Männer und Mädchen eine gesicherte, einträgliche Lebensstellung verschafft, ihr Lchensglück hcgiTmdct. 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ZmtiUlenkonire*• IVU1 KCerfiiidoi. b©»i1*t er liputo ein Vermögen von Ober M Millionen Mark. Mk. Dr. Dan zig er (V. J. St.) gratul. Friedei Strauß, Marburg, zur Barmizwoh .... —,50 Alfred Ad I e r (y. J. St. Straßburg) gratuliert s. I. Bbr. Fritz Schlesinger.1,— Paul Orden sie in gratul. Herrn Reine* m a 11 n , Erlangen, zur Verlobung.—,50 David Pelz und Ludw. Ikenbcrg, Leip* zig, gratul. Hedel Samuel zum Töehterchen 1,*— Ludwig Ikenbcrg gratul. zur Hochzeit f)r. Chamizer.—,50 Geschwister ü rod z i 11 gratul. zur Verlobung Dora W c i 0 b r e in Ahron E I i a s b e r g •50, ־ Dr. Eugen K ה m i n s k i aus derselben Vcran* lassung.-,50 Dr. 1) 0 b r z y n s k i gratuliert Herrn Kollegen Badrian und Frl. Braut.l,-~ Rechtsanwalt Heilborn, Berlin, dankt Rechtsanwalt Dr. Cassirer für eine üc* fälligkeit .I,— Daniel Treu und Frau, Essen, danken Kurt Nawratzky für seinen Gruß aus Palästina lf— Emma Oh ns lein gratul. Bianka Vands* burger zum Gehurlstag.—,50 Familie Ludwig Ochs, Siinmcrn, gratuliert Simon Strauß, (lasset, zur Verlobung 1,50 Heiiuich I.urya, Düsseldorf, verlor. Wette an Simon Moses, Düsseldorf.I,־•• Von Max Putziger, Filehne, für Moritz Aron, Stoln, verauslagter Betrag.2,— Milka Cohn, Wilmersdorf, für eine Flasche Wein vou Frau Lydia lUu U p ..3י— Gesammelt in zwei Versammlungen in der Orisgr11|>pc Beuthcn. .11,30 Dr. Le hm an 11 und Frau, Nürnberg, gra• tutieren Frl. Dora W e t Hbre m zur Verlobung —,50 Dieselben danken für die Glückwünsche am. der Gehurt ihres Sohnes.1,— Hermann Lehmann, Nürntcrg, dankt für den Oelhaum.t,— Zionsgruß von Hermann Lehmann an H. Maier.—,50 Adolf Grau ne und Frau, Berlin, gratulieren zur Hochzeit Ella K a h n Iwan W i t k o w s k y —,50 Aus Katlowitz: Apotheker P re u ß , Kattowitz. gratuliert Kollegen Erich C a s s i r e r u. Alfred Cassirer, Berlin, lierzl. zum Geburtstage 1,- -, Isidor Rund, (ileiwitz, anl. der Jahrzeit s. Vaters 3,- (durch Versehen der N.*F.*Ver* waltutig verspätet).4,— Hermann Löl1, Butzbach, beim Aufrufen zur Thora .3,50 Georg Freund, I lalherstadt, grüßt J. Neu• berger nachträglich zum Abschied 2,— H. F., BcrMn. 10,-