Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 42 (20.10.1911)
- Date
- 1911-10-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Nr. 42 JUEDISCH E RUNDS C!1 A U Seite 501 /UJS:D<־r1 eeMeiMDeK Berlin. Die Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden» die am 3, November 1111 Neuen Königlichen Opirnthcalcr (Kroll) Zusammentritt, wirtl vMr.nissielillieli rege Beteiligung finden. Von den etwa (,!Hl zur Hauptversammlung berufenen Delegierten Ijaheu bereits mehr als •1(H) ihr Erscheinen znge- »agi. — Pas bisher noch nicht ««gekündigte Tlicma des dritten (politischen) Vortrages, den der Landtagsabgeordnete Pr. Coli 11• Dessau halten wird, lautet: ״P er Staat u n d die J u d e 11“, — Zu״ hi.rerkarteu sind von Sonntag, den 22. d. Mts., an im Hureau des Verbandes, Potsdamer Str. •13 II, täglich «uller Sonnabends von 10—2 Uhr zu haben. Berlin. Sonntag, den 22. Oktober, findet die T.igung der vom ,»Deutschen Israelitischen Genu'indcbund“ eingesetzten Kommission, die über die beantragte Statutenänderung beraten soll, statt. Unsere 11 ser werden sich erinnern, dal) die!*'rage der Sta• tti'eiiänderung auf dem letzten (icnteiiidclng nach st'iruiischcm Verlauf zunächst dahin geregelt wurde, di.d eine Kommission eingesetzt wurde, die prüfen soll, ob die verschiedenen Anschauungen, die über du>e Frage bestellen, sich irgendwie derart ansgleichen lassen, dal) dem nächsten üemciiidetage ein hi.mchb.1rcr Beschluß, der als Unterlage für weitere Verhandlungen dienen soll, vorzulcgen möglich ist. In die Kommission sind von den Herren, die auf dein (iemeindetag in Opposition gegen die Ausschuß- Vorschläge standen, gewählt: die Herren M. A. Lob, Frankfurt a. M., und Bankier Lövy- Granden/, von unseren Freunden die Herren l)r. Klee, Berlin, und Rechtsanwalt Ko Heu sch er, Posen. I!öffentlich gelingt es, zu einer Verständigung zu kommen, die die berechtigten Interessen der kleinen Gemeinden stützt und jeden Versuch abwehrt, den Gemchidehimd dem einseitigen Standpunkt der Vertreter einiger Großgemeinden auszulieferu. Berlin. Einen Rczitntionsabcnd moderner jUdischer Dichtungen gedenkt unser Gesinnungsgenosse Josef Anibrunn aus München am Sonntag, den 5. November, im Ktindworth-Scharneiikasn.il zu halten. Wir haben schon öfters über die beifällig aufgenonuneneu Rezitationen berichtet, die Ambrmm in Nprnberg und in anderen Orten während der vorigen Saison gehalten hat und bringen heute unseren Lesern nur einen kleinen Ucbcrblick über das für den 5. November vorgesehene Programm. Im ersten Teil des Abends ,,Aus biblischer Zeit" werden einige von Münchhausens Judciulielitungen sowie ״Pas große Wecken" von Auerbach vorgetragcn werden. Im zweiten Teil: ״Gegenwart und Zukuuftshoffmmgen“ kommen Mathias Achcr, Rosenfeld, BoruchowiPch und Zlocisti zu Wort und endlich werden aus der ji'ulisehen Sage Dichtungen Ludwig August Frankls, Feiwels und Hugo Salus' vorgetragcn werden. Alles Nähere über den Abend, dessen Besuch wir unseren Lesern eindringlichst empfehlen, findet man im heutigen Inseratenteil. Breslau. P ׳:־ Einspruch konservativ-klerikaler Antisemiten gegen die Anstellung jüdischer Lehrkräfte an den hiesigen Volksschulen ist ergebnislos geblieben. Die Regierung hat dem Beschlüsse der Stadt• verordnctenversaiumUmg z u g e s t i m in t. Von antisemitischer Seile war, wie erinnerlich, die Regierung ersucht worden, diesen Beschlüssen die Ucnchniigung zu versagen. V/eR<-INS-RUNDSa1AU Berlin. Für die Vortragsabende Dr. Ignatz. Zollsclians, die bekanntlich am Montag, den ’JO. Oktoher, und am 0. November im OberIiehtsa.il der Philharmonie stattfinden, gibt sich schon jetzt ein ganz außergewöhnliches Interesse kund. W i r haben es heule nicht mehr nötig, unsere Leser mit der Person Dr. Zollsclians, seiner wissenschaftlichen Bedeutung und der erhofften Wirkung seiner grundlegenden Forschungen für die Wertung unserer Rasse bekannt zu machen. Gewiß wird es keiner der Berliner Zionisten ohne dringliche Abhaltung versäumen, sich Zollsclians Theorien durch die unmittelbare Ein- Wirkung des gesprochenen Wortes zugänglich zu maehen und so das, was 111111 das Buch des Forscliers und gedruckte Referate über gehaltene Vorträge vermittelt haben, zu beleben und zu ergänzen. Betreffs aller näheren Daten sei auf die Anzeige im diesmaligen Inseratenteil verwiesen. Berlin. Unsere Leser seien hiermit nochmals auf den vom Hc.rzl Club veranstalteten Lichtbildervortrag: ״Jüdische Voiksarbcit in.Palast ina". aufmerksam gemacht. Der Vortrag findet im großen Saale des ״Tiergartcnliof", Montag, den 23. Oktober, abends 9 Uhr, statt. Referent: Herr Pr. Heinrich Locwc. Eintritt 50 Pf. Da diese neuen Lichtbilder der jüdischen Kolonien Palästinas in Berlin bisher noch nicht vorgeführt worden sind, ist der Besuch des Vor!;dien Gesinnung.*;- genossen in Berlin dringend zu empfehlen. Berlin. Der ״Reue Jddl* ehe Gernoiudoverchi" veranstaltet Mont;!!:, den ,.V), Oi.iobei, abend; <J Uhr, in den Musiker-Sälen, Kalscr-Wilhclm-Str. 18m, eine öffentliche Versammlung. Herr Kcchlsanwnlt Dr. A. Klee und Herr Recht samvall S, (i r o 11 e :11 a 1111 werden über das Thema: ״Pogrome in Ruß- 1 a 11 d! L e 11 r c n 11111! M a h 1111 ת g e n n u s der jüngsten V e r g a n g e 1111 c i t" referieren. Charlottcnlnirß. Per Jüdische Turnverein Clmrlottcnlmrg (im Verbände der Jüdischen Turnerseliaft) er/ielit seine Mitglieder auf jüdisch-nationaler Grundlage zu aufrecht selbstbewußten Juden. Durch Turnen, Turnspiele, Turn fall! teil usw. nimmt er tätig Anteil an der physischen Regeneration unserer In* gcml, durch geeignete Vorträge erweckt er das Vcr* stämlnis für die Probleme unserer Gegenwart mul Zukunft. Die Ttiriialieiule finden jeden Montag und Mittwoch von S!;.-!() Uhr, loacliimsthatcr Str. 32 (Haliuli, Zoo) statt. Au sie seitlichen sich abwechselnd zwanglose Aussprachen mul Vorträge. Am kommenden Mittwoch, den 23־. Oktober, Hü/1 Uhr, spricht in unserem ständigen Vcreluslokal, Augsburger Str. 33, Herr Dr. Felix T11 e i 111 a b e r über das Thema: ״Blut u 11 d Boden“. Sind uns naturgemäß junge Juden stets als Gäste herzlich willkommen, so laden wir besonders dringend zum Besuche dieses Vortragsabends ein. Jede gewünschte Auskunft über unsere Vereinstätigkeit erteilt bereitwillig Zahnarzt Henry U n 11 a , Berlin W.'JS, Körnerstr. 18, II. übcrswalde. Am Sonntag, 8. Oktober, sprach in der hiesigen Ortsgruppe Herr Dr. Baer aus Stettin über ״Der X. Kongreß“. Der Redner gab eine Schilderung des jüdischen Lebens, wie es sich in den Kougreßtageu in Basel alismelt und besprach eingehend die gefaßten Beschlüsse. An den Vortrag schloß sieh eine lebhafte Diskussion, in deren Verlauf ein Geineiiuleinitglied seinen Beitritt zur Ortsgruppe amneldete. Stettin. Am Donnerstag, 5. Oktober, sprach Hcri Referendar G r c i f c n 11 a g e 11, Stettin, vor den außerordentlichen Mitgliedern des Israelitischen Frauen- Vereins und zahlreichen Gästen über ״Die Seele des j ü d i s c 11 e 11 V o I k e s“. Der Redner schilderte die Psychologie des jüdischen Volkes und zeigte insbesondere, wie das Denken und Wollen des Juden in den Werken seiner Literatur in Erscheinung tritt. Der formvollendete Vortrag rief lebhaften Beifall hervor. Stettin. Am Dienstag, 10. Oktober, sprach im ״Jüdischen Jugcndbund" Herr Pr. Baer, Stettin, über ״Per X. /.i o n i s t e 11 k o n g r e ß“. Er wies, unter eingehender Besprechung der Arbeiten des Kongresses, darauf hin; daß das nationale Moment im Zionismus, dessen Arbeit stets von der Pnlästinuarbeit der Hilfsorganisationen trennen werde. In der äußerst lebhaften Diskussion wurde von gegnerischer Seite betont, daß der Zionismus ein Palästinaverein geworden sei, nichtsdestoweniger aber der angeblich verschwundene Nationalismus heftig bekämpft. In einem Schlußwort wies der Referent wirksam alle Angriffe zurück. Frankfurt a. AI, Am I. d. M. fand hier unter dem Vorsitz von Prof. A. Weyl eine üencralversamm• lung der Misrachiorlsgruppe statt. Nach lebhafter Diskussion wurde mit allen gegen 4 Stimmen die Auflösung der Gruppe beschlossen. Wir werden um Aufnahme der folgenden Zeilen gebeten: Wir bitten, uns über den Aufenthaltsort des Ing. Hans Sclmurpfci! und des Direktors Max Schnurpfeil Mitteilung zukommcu zu lassen. Wir sind gerne bereit, evtl. Selbstkosten zu bezahlen. Mittciluugeii erbeten an die Redaktion der ״Jüdische V o I k 8 81 i 111 m c", Prim«, Adlergasse 0. Schluß des redaktionellen Teils. Geschäftliches Die Frischhaltung •ut der Internationalen Kochkunstausitellung In Frankturt a, M. vom 30. Scpl. bla 11. OM.!Ölt. Die heute im gastronomischen und Familicnhaushalt, in Hof- und Anstaltsküclien so bedeutsame Frischhaltung ist auf der ״Ika" zahlreich vertreten. Allen voran imponiert ״Weck" durch eine zahllose Kollektion aller Arten von sterilisiertem Fleisch, Wild nud Ocflügcl, gedämpft, gebraten und gesotten. Obst, Gemüse, Säfte und Gelees sind in unerreichter Vollkommenheit und Schönheit dauerhaft gemacht und durch eine!Tarne, welche Lchrktirse für Sterilisier* kunst cinzurichU'u gedenkt! werden •dem massenhaft andräiigeiiden Publikum die Vorteile in der Hand• halnuig des Wtck'schcn Apparates anschaulich vorgeführt. Dies ist um so wertvoller, als die vielen, praktischen Neuheiten für das zuverlässige Gelingen dabei erklärt 11ml gezeigt werden, Frau Anna örilz aus Zwingenberg in Hessen hat eine erstklassige Ausstellung von ganz wundervollen Früchten, Gemüsen, Fruchtsäften und Gelees und ist Meisterin in diesem Fach. Fräulein Marta Grills Fruchtsäfte, mit dem neuen Wechselten Filler herger,teilt, und Gelees fallen jedem auf durch glanzhellc Klarheit und Schönheit. Nun steigen wir auf zur Oaleric und bahnen uns mühsam einen Weg durch die heiter stauende Menge vor dem I lexenliäusclieii der Frau Luise Kautz, aus K a r I s r u 11 c. ״An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen", steht über dem allerliebsten I lauschen, das nach eigener Idee der Trau Luise Kautz aus lauter Konservengläsern mannigfaltigsten Inhalts aufgebaut ist. Was nur irgend eiugcweekt werden kann, ist hier in künstlerischer Form zu einem Mürelieiibild aufgebaiit, das uns ins Schlaraffenland versetzt, welches zum frohen Genießen einladct. Die Stadt Frankfurt sieht sieh geehrt durch tadellose Frischhaltmig ihres leckeren Wahrzeichens, der weitberühmten Frankfurter Bratwurst, und seihst die heikle I)ic11stl>otcufr«go ist hier gelöst durch ein Riesenglas voll Dienstboten jeder Branche mit der Aufschrift: Daß, 01» dieser Lebensfrage Keine Hausfrau mehr erschreck' Halte stets mau einen Vorrat Einsterilisiert nach Weck. Eine Hausfrau. Die Firma J. Weck, G. 111. b. Fl., Oedingen, erhielt für ihre Leistungen den Großen Preis mit Ehrenpreis. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst: Freitag, den 20. Oktober, abends: in allen Synagogen 51׳! Uhr. So n n abend, den 21. Oktober, morgens: in der Alten Synagoge 81/2 Uhr, in den anderen Synagogen 9 Uhr. — N c u m 0 n d s w c i 11 c. Predigten! Neue Svnagoge, vormittags 10 Uhr: Rabbiner Dr. Warschauer. Synagoge K n i s c r s t r., vormittags JO Uhr: Rabbiner Dr. Bergmann. A b e nd g ot t esd i e n s t: 5 Uhr 43 Min. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr. u. Rykcstr.- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen!1/$ Uhr; Abends: in allen Synagogen 5 Ulir. Einsegnung von K 011 f i r in a n d i n n c n So n n* tag, den 22. O k t o b c r. S y n a g o g c L ii t z.o w s t r,, vormittags 10 Uhr: Rabbiner Dr. Wcisse. Synagoge Lützowstr., mittags 12 Uhr: Rabb. Dr. Hochfcld. Synagoge L i n d c 11 s t r., vormittags lüy* Uhr: Rabbiner Dr, Warschauer. Die Bibliothek der jüdischen Gemeinde, Oranieiihurgerstr. 28, ist geöffnet Sonntag 10—1 Uhr, Montag, Dienstag, Mittwoch 10—I unu 6—9 Uhr, Donnerstag, Freilag 10—1 Uhr. OoTitiondunften *Ind miiRchlioRHlteti tu rlchloa an Ilftnra U»X Woliitetner, CiurloUtabaig, isjb«l-8tru»• GO» Jüdischer National Fonds oldionduruten «Ind au«Bchlioa«ttct1 tu rlchlon an Hot Temm Oor jfidUch« Nüllnnallnnd( l«l dazu bftitlmmt, palflittnUchea Hodan 0U de» J1nl1»r|1<׳n Vnlko. r.u *rwerben und auf *»11:0׳ ü01«i*r» ״, orlmliuti. Vom 5. /.fnnUlpnkongroi• IVOl gegrbudol, bnMlzt er Ihmii« «In Verniftgon von öbtf 'jtf Million «וזי Mark. Mk. Ablösungen zu Roscli-Iiaschatialt 5, Liste. Aus Danzig: Rosen zweig, Plotkin, R a d b i t, C z a z k c s, B c g u n, K r i s t i a n - polier, Pom cranz, Kali an, Neubur• gcr, Her sch hör 11, Gottlcr, S. Nachmann soll n, G. Nathan, Bilcynski, J. K i s s i n, G o 111 i e b, B c I i n, 11 z i g, O l ü c ksoll n, Eh in, Eugen David so hn, Gotts c 11 a t k, S. Landau, A. S c 11 a p i r a, H c pn c r je 1,—, Leo U c g u 11, Z i in c I s, E. א a c 11* ma 1111 sohn, J. Kissin, Leo Anker, Paul Anke r, M a s c h I c r, Artur Anker, M. BI uin c 11111 a I, D. D a v i d s 011 n, S in o 1 i z a n sk i, Dr. L a n d a u ic 2,—.49,— Aus Nürnberg: Dr. Wöllstein 2,—, cand. mcd. Lew in 1,—.3ז«- Aus Dessau: Dr. Ascher 3,—, M. Schapiro 1,—, Frau Fließ - ,50.4,50 Aus Krotoschin: Dr. Berger 1,—, J. Neumark 3.-, L. Daniel 5-, E. Seidel 1,-, L. Wilhelm 2,—, W. Kotzcncllcnbogen 1,—, G. Grünspach 3.—, L. Skiarckh-, J-Rothstcin 1,-, M. Appel 1,50. I. Baruch 1.—, M. Rubin 1,-, L. Zadck i—, S. Wollmar.2 ״,-, j. Mugdan 1.-, L־־־» Markus« 1,—, Leo Müller 2.-, B. Daniel 2,—, Tcbcl 1,—, Sch mul 1.—, M. Schmulcwltz 1,-, H. Schinulewltx Vr־1 ״c'viii **“־• Lubowski 1,—, Tischler 1,-, Josef Seidel 2,-, Dobrzynski 1,-, M. Gabriel 1,-, Frau