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Jüdische Rundschau · 1911-10-13 · Heft 41 (13.10.1911) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 41 (13.10.1911)
Date
1911-10-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 488 JU ED ISCHE RUNDSCHAU Nr. 41 Druckfehler-Berichtigung In dem Artikel ״Die Oe rechten sollen cs sehe 11" von D. Tacliaucr in Nr. •10 sind einige sinnstörende Fehler unterlaufen: Spalte 2, 3. Absatz, Zeile 13 statt ״unterwegs" muß heißen ״n i c h t i m m e r". , Spalte 2, 10. Zeile von unten statt ״zugunsten der Armen", ״zugunsten der Reichen“. S, 475, Spalte 1, 2. Absatz, Zeile •1 ft lies: ״Nicht mehr die Willkür, nicht mehr die Gewalt. Konnte der ,Jude usw. , , , Was gilt ihm Kittertum und Poesie, wenn sie am Malle der Gerechtigkeit ge• messen wurden?" Der letzte Satz dieses Absatzes muß heißen: ״Und mm verlor er seinen Slolz gegen die Völker und wurde ihr Schüler, um die Güter, die er verschmäht hatte, aus der Hand der Minderwertigen cntgegenzunchmen, zu empfangen aus der Haiul derer, die in ihrem ethischen Wollen ihn erreicht hatten." 4. Absatz, 3. Zeile lies: ״müßten wir, wie die anderen Religionen, Prosclyten machen." In dem Nachrufe aut unsere verstorbene Ge* sinnungsgenossin Sara Wechsler sind gleichfalls zwei Druckfehler richtigzustcllcn. Zeile 15 des Artikels muß es heißen: ״helfen" statt ״lioften": und Zeile 21: ״Sah die Not der Massen" statt ״die Welt". aus^dcn GeMemDew Berlin. Einem zu diesem Zwecke gebildeten Komitee ist cs gelungen, Herrn Dr. Zollschan für die Abhaltung von zwei Vortragsabenden in Berlin über ״Die jüdische Rassen frage" zu gewinnen. Der erste Abend (30. Oktober) wird der ״R a s s e n g I i c d c r u n g der Menschheit" und der ״Anthropologischen Stellung der Juden", der zweite (6. November) der ״Kulturgeschichtlichen Bedeutung des Rassenfaktors" und dem ״Versuch einer objekt i v e n Feststellung des Hassenwertes der Juden" gewidmet sein. Beide Veranstaltungen finden im Oberlichtsaalc der Philharmonie statt. Berlin. Die jüdische Gemeinde in Berlin hat im Norden von Berlin, aufdem Grundstück Scliulstraßc, Ecke Exerzierstrafle, den Grundstein für ein neues jüdisches Krankenhaus gelegt. Bayreuth. Nach 30jii)1rigcr Tätigkeit in der hiesigen Gemeinde ist der Rabbi n e r D r. K u s z * n i t z k i in den erbetenen Ruhestand getreten und nach Breslau übergesiedelt. Seine Wirksamkeit erstreckte sich außer auf die hiesige Gemeinde auch noch aut die israelitischen Gemeinden von Hof, Cham, Floß, Sulzhnch und Weiden, die dem hiesigen Rabbinate unterstellt waren, ferner hat er den. israelitischen Religionsunterricht am k. Oymnasium, an der k. Oberrcalschulc und an der städtischen höheren Mädchenschule erteilt. 0018 i. Schics. Unser langjähriger Oesinnungsgenösse Herr Fuchs ist einstimmig in das Rcpräscntantcnkollegium gewählt worden. Man erhofft sich hierdurch eine Belebung des jüdischen Lebens in der lOciser Gemeinde. Aurich. Die hiesige jüdische Gemeinde beging um 13. September die Hundertjahrfeier Ihrer Synagoge, die am 13. September 1811 feierlich eingcweiiit wurde. Bis dahin war der Gottesdienst in einem Mietshause abgchaltcn worden. Die gerechtere Behandlung, die den hiesigen Juden unter der holländischen Regierung 1808 zuteil wurde, veranlaßte sie im nächsten Jahre zum Synagogenbau, der nach zwei Jahren vollendet wurde. Königsberg. Wie verlautet, verläßt Rabbiner Dr. V o g c I s t c i n unsere Stadt, um nach Stettin, dem früheren Wirkungskreise seines verstorbenen. Vaters, überzusiedein. — Unsere Gemeinde verliert in Dr. Vogclstein eine Persönlichkeit, die sich allgemeiner, auch gegnerischer, Achtung erfreute, und es ist eine Liste im Umgang, welche eine Resolution vorbereitet, die aut ein Verbleiben Dr. Vogclstcins in Königsberg hinzielt. AUS HAIABURG־ALTONA General-Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe, Donnerstag, 19. Oktober, im Logen heim, Hartungstraße 9/11. Beginn 9 Uhr abends pünktlich. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Wahlen des Vorstands und der Kommissionen. 3. Etwaige Anträge. Der Vorstand. Nach einer vom Direktor des statistischen Amts der Stadt Altona zusammengestcllten Tabelle über die Angehörigen der einzelnen Konfessionen wurden bei der letzten Volkszählung im Jahre 1910 in Altona 900 männliche und 924 weibliche Juden gezählt, zulammen also 1824 Personen, das ist 1,06 Prozent der 172628 Personen zählenden Oesamtbevölkerung, Die Zahl der Juden, die im Jahre 1845 bei einer Einwohnerzahl von 32000 noch 2250 betrug, ist in den letzten 30 Jahren beinahe konstant gcblicbe.1. Der prozentuale Anteil hat daher beständig abgenommen; während 1815 die jüdische Bevölkerung noch 6,45 Prozent der Einwohner ausmachte, war der Prozentsatz 1880 auf 2,12 Prozent gefallen, betrug 1890 nur noch 1,47 Prozent und 1910 nur noch 1,06 Prozent. Als ihre Muttersprache haben von den 1824 Juden 1627 die deutsche Sprache angegeben. VEREINS י RUNDSCHAU Berlin. Donnerstag, den 19. d. Mts., abends 9 Uhr, findet im Burg-Hotel, Hurgstr. 20, im Jüdlsehen Diskuticrklub (Gruppe des J. J. B., E. V.) ein Vortrag des Herrn Max Bäcker über ״D i c Erziehung des j ungen Juden im Lichte in ״,der ne r Bestrebungen" statt. Gäste herzlieh willkommen. Berlin. Die ״Kadimah", Untergruppe der Bcr* liner Zionistischen Vereinigung, veranstaltet am Sonnlag, den 15. Oktober, 8 Uhr abends, im Pensionat Borawer, Friedriclistr. 131 b I. ein gemütliches Zusammensein anläßlich des Simchath T11 o r a F c s t c s. Programm: Volkslieder, Re/.ita* tionen usw. Zur Deckung der Unkosten wird ein Ein* Iritlsgcld von 25 Pfg. erhoben. Gäste willkommen. Berlin. Der Hcrzl-Club veranstaltet am Sonnt a g, d e n 15. O k 10 b c r im ü u r g h o t e I, B u r g straße 20, eine Simchath- Thora-Fcicr mit T a 11 z. Beginn 8</a Uhr präzise. Eintrittspreis inkl, Garderobe 50 Pf. Gäste herzlich willkommen, Berlin. Am Montag, den 23. Oktober, veranstaltet der Herzl-Ciub im großen Saale des Tiergartenhof, abends 9 Uhr, einen Lichthildcrvortrag: ״Jüdische Volksarbcit in Palästina". Referent: Herr Dr, Heinrich Locwc. •— Wir machen auf diesen Vortrag, besonders auf merk8a m , da hier die neuen in Basel so begeistert a u fgc n 0m in cn cn Licht• b11 dcr dcr jüdischen Kolonien in Palä• stina vorgcfüliTt werden. Eintritt 50 Pf. Berlin. Der Verein Jüdischer Mädchen veran• staltet am Sonntag, den 29. Oktober 1911, im Alt• Städter Hof, Neuer Markt, einen S i m c 11 a 1111 a u r 011• b a 11. Beginn 8 Uhr. Tanz, Herrenspende, Ueber• rasclumgcn. Während der Kaffeepause Kabarett. Ein• trittsknrtcu h 1 Mk. sind an der Abendkasse und bei den Mitgliedern des Festausschusses zu haben. Für Mitglieder Vorzugskarten i) 75 Pf. nur im Vorverkauf. Berlin, Die zionistischen Teilnehmer des ״Deut* sehen Judentages" werden gebeten, sieb am Sonn• abend, dem 5. November, im Cafe4 Monopol (am Bahn• hof Friedrichstraße) einzufinden. Berlin. Hebräische Sprachkurse. Die von der Organisation für hebräische Sprache und Kultur (Ortsgruppe Berlin) veranstalteten hebräischen Sprach• Kurse finilen zu folgenden Zeiten statt: Lelirstiittc W.s Charlottcnburg, Hi'cibtrcustr. 39, nahe Savignyplatz, Geiiieüuleschule. Dienstag abends 1/9״ bis 10 Uhr. Vom 31. Ok• toher 1911 bis 27. März. 1912 und vom l. Mai 1912 bis 17. Juli 1912. Lelirstiittc C.: Berlin C. 2, Monbijouplatz 10, Höhere Mädchenschule. Sonntag vormittags von •/:;12 bis 1 Uhr vom 29. Oktober 1911 bis 26. Juni 1912. In jeder der beiden Lchrstättcn finden außer Lesekursen gleichzeitig folgende drei Kurse statt: Kurs I: Lektüre unpunktierter Texte verbunden mit konvers,•!torischen Ucbungcn. Kurs li: Lektüre zusammenhängender punktierter Texte. Kurs ill; Lektüre der von der Organisation 11er• ausgegebenen besonders ausgcwiihUcn Stücke. Hoffentlich wird das starke Interesse, das in letzter Zeit überall der hebräischen Sprache wieder begegnet, zu einer regen Beteiligung an diesen Kursen führen. Anmeldungen sind zu richten an Herrn Max Cohn, Berlin W. 62, Kurfürstcnstr. 118. Dessau. Die hiesige Zionistische Ortsgruppe veranstaltete an! 8. Oktober eine recht gul besuchte Versammlung. Herr Dr. Ascher cröffnctc dieselbe gegen 9 Uhr, indem er dem nach Berlin verzogenen Herrn Kantor B I i t z einen wannen Nachm! wiumetc. Hieraut erhielt der Delegierte der Ortsgruppe, Herr Dr. Moses, das Wort zur Berichterstattung über den Baseler Kongreß. Der Redner erledigte sieh seines Themas in vorzüglichster Weise in etwa ein• ständigen Ausführungen. Er schilderte zuerst die von ihm gewonnenen Eindrücke in der Kongreßstadt, so• wie beim Kongreß selbst. Sodann verbreitete er sich über die einzelnen Sitzungen des Kongresses selbst, wie die imposante Rede Nordaus, WoHisohns Auttreten, Wartung, die Zwistigkeiten mit den Misrachi, die Tätigkeit des Nationalfonds, und vor allem er• wähnte er die unter dem Vorsitz Ussischkins statt• gefundene rein hebräische Sitzung als besonders denk• würdig; Der Dank der Versammlung lohnte dem Redner, wornut Herr Dr. Ascher noch besonders aut die Stellungnahme der Misrachi zu sprechen kam. Er ist mit den Versammelten der Ansicht, daß von oitizicllcr zionistischer Seite auch nicht der geringste Verstoß gegen die Rcligionsgesetzc stattfinden dürfe. Die hebräische Sitzung sei eine Tat gewesen. Zum Schlüsse wies Herr Dr. Ascher noch aut die Wich• tigkeit der diesmaligen Winteraibeit, besonders die Kenntnis der jüdischen Geschichte und hebräischen Sprache hin. In der Diskussion erhielt Herr L.indesrabbiner Dr. Walter das Wort zu fesselnden Ausführungen. Er wies auf die Verschiedenheit dieses Kongresses von den vorhergegangenvn hin. Die Vorurteile, welche er noch vor wenigen Jahren gehegt habe, seien dahiiigescliwunden, der Zionismus biete keine An• griffsjumktc mehr. Er schloß mit einem warmen Appell, für die gute Sache des Judentums krältig zu wirken, denn in diesem Ziele seien wir ja doch alle eins. Herr Dr. Moses erwiderte im Schluß* wort, daß das Amt eines Rabbiners nicht nur mit der Religion aufs innigste verknüpft sei, sondern mit allem, was mir das jüdische Volk berührt. Der Zionismus habe schon viel erreicht und würde noch mehr erreichen. ״Iwri onauchi!" wir sind Juden, fühlen uns als solche und wollen es bleiben. — Damit schloß gegen II Uhr die Versammlung. Nächsten Sonntag, den 15. d. Mts. abends 8 Uhr, findet im Gemeindcsaale unsere S i m c 11 a s• T h or at c i c r statt und erwarten wir recht zahlreichen Ucsuch. H. J. Düsseldorf, in der am Dienstag, den 3. d. M., abgchaltcnen Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe wurde der alte Vorstand wiedcrgewählt. Derselbe besieht demnach aus den Herren Dr. nied. Jonas, Dr. jur. W c y I I, L. M i c h a I o w s k i, Ziv.-ing. Locwc, I. B r a 11 n sch \v cig c r. Als Nationalfonds• usw. Kommissionär wurde Herr Ar• tliur Oelber bestellt. Ausführlich behandelt wurde sodann das Programm der bevorstehenden Winterarheit, doch wurden endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt. Escluveilcr. Die Zionistische Ortsgruppe Eschweiter und Umgegend cröftnctc in den letzten Wochen ihre Wintertätigkeit. In Höngen sprach in gutbesuchter Versammlung Herr Bruno Stern, Aachen, über ״Jüdische Statist! k" und beleuchtete schart und klar die Verhältnisse der Juden, besonders in Deutschland. Reicher Beifall wurde ihm lür seine grundlegenden Ausführungen zuteil. Vor ihm erstattete unser Kongresdelegierter Herr Julius Kaufmann, Eschweiler, seinen Bericht über den X. Kongrell. Einige Tage später behandelte Herr Kaufmann dasselbe Thema in einer Versammlung der Eschweiler Zionisten. Am 8. Oktober fanden zwei Versammlungen statt. In Stolberg erzählte Herr Referendar A. Meyer, Montjoic, den dortigen Zionisten in glänzender Weise über seine Eindrücke vom Jiibilätiinskongrcß. Am gleichen Tage fand in unserem Nachbarorte Langerw e 11 e in der dortigen Synagoge die erste zionistische Versammlung statt, in der Herr Julius Kaufmann, Eschweiler, über ״Die Grundlagen und die Entstehung des Z i o n i s m 11 s“ sprach. I )ank der Werbearbeit unseres dortigen rührigen Vertreters, des Herrn L. Höxter, waren die meisten Mitglieder der dortigen Gemeinde bereits für unsere Sache gewonnen, so daß in der sehr interessanten Debatte Gegner nicht zu Worte kamen. Es ist immer wieder erfreulich und I1crzer<|uickend, zu sehen, wie in diesen kleinen Landgemeinden unsere Stammesgenossen noch so stark am Judentum li.in* gen uiui mit welcher Begeisterung sich so viele von ihnen (selbstverständlich gibt es auch genug traurige Ausnahmen) für unsere schöne zionistische Sache erwärmen, obschon sie »loch, abseits irn äußersten Westen wohnend, den Zusammenhang mit dein Gros fast verloren haben, und obselion von ganz bestimmter Seite in der uns benachbarten Großstadt Stimmung gegen uns zu machen versucht wird. Zum Glück können wir sagen, daß unsere Gegner bisher auch noch nicht den allerkleinsten Erfolg zu ver♦ zeichnen hatten und daß der zionistische Gedanke in unserer Gegend immer mehr an Boden gewinnt. Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, den 28. Scp׳ ternber, nahm die Zionistische Jugendgruppe nach längerer Sommerpause wieder ihre regelmäßig Donnerstag abends 9 Uhr im Cafe Habs bürg, Nürnberg, stattfindenden V e r e i n s a b c n d e auf. In der durch den Wegzug zweier Vorstandsmitgliedes notwendig gewordenen Wald wurden gewählt: Herr cand. nied. L c w i n Nürnberg, 1. Vorsitzender: Herr H. M a i c r Nürnberg, 2, Vorsitzender; Herr Willy L i oii Fürth, Kassierer, und Herr Ailolf Prüfer• Fürth, Schriftführer, Die Versammlung sprach dein scheidenden 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Alfred SV oUsU'in, ihren herzlichsten Dank aus für das rege Interesse, das er stets der auf seine Anregung gegründeten Zionistischen Jugcudgruppc bewiesen hat, Eine ihm zu Ehren eingeleitete Sammlung ergab den Betrag für zwei Oclbäumc. Den Schluß der Versammlung bildete die Besichtigung von Kunst• gegenständen aus dem Bczalcl, die allgemeinen Bei• fall und guten Absatz fanden. Als Programm für diesen Monat wurde festgesetzt, daß am 5. und 9. Oktober Preßrcfcrate mit anschließender Vor• lesung aus zionistischen Werken gehalten werden, während am 12. und 26. Oktober Vorträge statt• finden. Gesinnungsgenossen werden um gcfl. Adrcssennufgabc gebeten von jungen Leuten, die diesen Monat Stellungen in Nürnberg oder Fürth antreten. Alünchcn. Die Zionistische Ortsgruppe sah am 19. September eine große Anzahl Mitglieder und Freunde in ihrer Versammlung, welche mit Interesse den Ausführungen ihres Kongrcßdclegiertcn, des Herrn R.-A. Dr. Elias Straus lauschten. In ein• cinhalbstündigcr Rede gab derselbe in eingehender und klarer Weise einen Bericht über den Verlauf dieses Friedenskongresses, wobei er ausführlich auch % \

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