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Jüdische Rundschau · 1911-08-25 · Heft 34 (25.8.1911) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 34 J UI: D IS CH!•; RUN DSC II A U Sote 405 Was sic aber nie hl geleishl haben ״m| ja* lultrl zur Antwort auf die drille!Tage , das ' isl, »lall sic überhaupt kein Prinzip für ihre I! keit aiifgestcllt haben, und, soweit sie es ueian li.ibcn, i «ar es ein entnationnlisicremles uml kein mdinun•! linierendes, und dem müssen wir entgegentreteii, Damm sollten wir Zionisten uns nicht gleichgültig gegen jen 1*1.111 einer Oesamtorßanl8leru11fJ der Auswaniie/un!; ״!eilen, in Form eines F.mi|,rrati(1 nskmi!:rrs• »es. Hin solcher Kongreß wird, und das isi dm l.esi'iulers wichtige, eine Demokratisierung dieser .\rlu l hei beiführen und damit eine Nationalisieiimg, Wenn das jüdische Volk darüber /u sagen und /u inte len haben wird, daun wird das im nationalen'vmie ausfatlen. (Zustimmung,) Wenn um: eine grolle Reihe, wenn nicht alle Vertretungen der Juden, Organisationen, Gemeinden und grollen (in1p1>eu /•וו ״ iiiimenkommeii, dann ist für uns eine Tribun׳.• ge׳ schaben, auf der die gesamte Regelung der I rage he-pmehen werden konnte. Darum mochte ich auf Je technischen Fiii/elheiten eiugeheu und meine (je* Jaulen in folgenden Sätzen formulicreii: Der Zionismus erblickt in der Waudci ting der jiidi'clien Massen nicht nur ein Resultat allg.ineiii• wiO'diaftlicher Verhältnisse, sondern in erster Reihe enc I olgeerscheiniing der historischen Judeimol, | >01׳ Z '••»Minis glaubt darum, dall die endgültige Lösung d.c'cs Problems historisch mit der l.osimg der Juden•! fr.■ec, d. h. mit der territorialen Konzentrierung in Paliist Ina \01 kiiupft ist. Die /.ionislische ()rganisation glaubt jedm'li an die Möglichkeit dieser l.osimg erst für lenen Zeitpunkt, in dem der Zionismus eim r-eils die grumte Judenheit repräsentieren und über ihre Macht• miiiel verfügen, andererseits im Orient, speziell in l'alolina, noch weilere positive Leistlingen aiif.veisen winl. Fiir die nächste Zukunft erblickt der Zionis• 11111' in jeder Erleichlorui;«{ und Regelung der I:mi• grai.mi eine t c tu p u r ä re Le b e 11 s f r a g e der he• drängten Massen, an der Vertreter aller nationalen (irnppcn mU/uarhciten ver|tfliehtet sind. Von unserer Gesaiutatiffas'img nusgeh?11.1, sehen vur ledoelt in jedem Streben, das auf die Zerstreuung mul Pulverisierung der Judemnassen ausgeht, eine aiitiii.itionale Tendenz, welche geeignet ist, die Auf• losimg des jüdischen Volkstums zu fördern, und die jucDche» Massen zu entiiationalisieren. Sowohl aus diesem Cirimdc als aus verschiedenen anderen schlicht sich der Zionismus allen Bestrebtin• gen nach Gesamtorganisieriing mul Demokratisierung der Auswanderungshilfe an. Fr glaubt, dalt es eine Keilte produktiver Anregungen mul wichtiger Reformen auf dem Ciebiet des Auswaudcrtuigsweseiis gibt, die nur infolge eines Meinungsaustausches der ver• 'chiedcnartigstcn Elemente zutage gefordert werden können. Der Zionistenkongreli begrübt darum mit Freuden die Idee des Emigralionsk ngresses und malmt alle Elemente im Judentum zu einer Hcteligiing am Kongrcll. Der Zionistenkongreli fordert »las künftige A.-G. .ml, falls ein Emigralionskongrefl zustande kommen sollte, der Gewähr dafür bietet, dall an ihm große Oiganisationcn, jüdische Gemeinden usw. sieh beleihgmi werden, auf jeden Fall als zionistische* Organisation sich vertreten zu lasse 11. Unsere Parolen sollen dabei sein:;1) Allgemein-jüdische Organisierung und Regelung der Auswanderung. b) Konzentration, nicht Zerstreuung. c) Ausforschung aller Arheitsmöglichkcitcn im Orient. Wir haben auch in dieser Hinsicht nicht das getan, was wir wirklielt zu tim imslaude sind. Jeder S« hritt, der dazu beitrügt, «len Auswamleriingsstrum "!׳•uUchst nach dem Orient Uiti/iilcukcu mihr dem < bient verstehen wir ein ganz, bestimmtes Gebiet jeder dieser Schritte ist zweifellos ein Macht• faMor für die Zukunft, zur Erreichung »ler wirklichen Losung der Judcnfragc. Aber wir haben incli nicht alles das getan, was wir tun sollen, und da wir hier mit den anderen Zusammenarbeiten können, die uns so oft sagen: ״Geht uns reale Arbeit", so wollen wir uiitarbeiteu. Es ist eine unserer Aufgaben, gerade da bestimmte Forderungen zu stellen. Wir wollen uns vorbereiten, nicht nur zu fordern, »lall man erst »las ()rientgebiet erforsche, sondern wir sollten mit einem ganzen Komplex von Material über »len Orient •1״!kommen und forderti, »lall sie ebenso verpflichtet *•ml, lür diese Arbeit zu wirken, wie für die Arbeiten, die unser Juden 1.um nur pulverisieren mul aloinisieren. Fiese Arbeit wird im vollsten Sinne zionistisch sein, Fiese Frage muß von einer grollen Tribüne aus und im Namen der großen jüdischen Massen gelöst werden, und da dürfen wir nicht mit solchem liuliffercmisiuus dieser Angelegenheit gcgeniiberslchen. (Lebhafter Beifall.) hi O •. <־D * *׳ Orr Israel44 Von Che .1 k e I Z .71. In Nr. '1 de .״ יWegweiser,' für »lic Jugendliteratur" der tiiolllngi■ verhieß׳ I sich I brr IGeliracli .111' ( Altona in einem längeren Artikel über Jugcnd/cil• sihiilieii im .illgenieiiien und über ,,Jung Israel" 1 חוו lb'somU'ri'11.! Die Art 11ml Wem , in der dieser Herr g»*g»11־ »lies»■ iligi'iidzeit'ilirill vorgthl, zeigt eine derarti.י tendeii• ziose I inst'iligkid, dall wil uns veranlaßt srlien, )11■>,׳(׳«,׳ eim su culs|«>lleud und gehässige Kritik 111 euer• j'.ischcr Weise Front zu macht, u. 1111 a!lg»‘111eiue11 Teil seiner Aiisfulirmig.en sucht »!er Verfasser d.׳s Artikels dar/uttm, daß Jugeiiil/eib sch.riften überhaupt vom pädagogischen Standpunkt aus zu verwerfen seien, lieber diese Frage ist eine Diskussion sicherlich möglich, man wird Denn lladirach seine Meinung lassen müssen und kann es ihm daun nicht ühehiehmcii, wenn er mit »len übrigen jigemlze'tsehrifteii auch ,,Jung Israel'׳ verwirft. Was soll man aber dazu sagen, wenn der Ver• fas• er da, wo se'n llii'iua sachlich eigentlich er• schöpft ist, lief Atem holt, um dann in höchst 1111• sachlicher Weise w uchtige Kciilensehläge gegen 1|״mg Israel" zu führen? Das ״Atemholen" hestehl in f״lgend»,111 Satz: ,,Auch all jüdischen Jugendzeitschriften hat es »1 ieht gefehlt, denn sie sind auch hei uns als eines derjenigen Mittel hclrachtcl worden, die Jugend für d e Religion zu begeistern, " Damit sind »lic übrigen jüdischen Ingcnd/eilschrif• len abgetan, denn nun 'fährt lleri Ikiclir.ii'h fort: ,.und da kann ich nicht liinlnii, diejenige Zeit• scluifi /11 erwähnen, die inn.Tli.ilh »lieser Aufgabe noch einen besonderen Weg cinsclihigt, sie hat »lie lenden/, »les Zionismus." leb denke mir, der federge wandte Herr JL1ehra»־l1 wird au dieser Stelle cileie'hTt aiifgcatinet haben: ״Uff, 1111 ist’s raus!" Denn es ist doch י wahrhaftig eine schwierige Aufgabe, erst drei Spalten Allge• meines zu bringen, die verdecken sollen, dall das Wichtigste an der ganzen Geschichte die in den folgenden zwei Spalten enthalt.•ne wüste Schimpfetci ist. Tragisch kann mail cs dann geradezu neunen, (lall »lieser Zweck so gar nicht erreicht »viril. Denn wenn man nach einer langatmigen Finl.iliiiig über Jugend• Zeitschriften »len jüdischen Publikationen »lieser Art in zwei knappen Zeilen ihre Existenz bestätigt, ohne über ihre Berechtigung ein Wort zu verlieren, und dann in zwei Spalten einer einzigen von ihnen iede Fxisteuzhereehtigimg ahsprieht, so knnn's gar nicht anders sein: und wenn man der harmloseste Mensch ist, ״inan merkt die Absicht, und man wird verstimmt". Zur Verstimmung gibt uns Herr Bachracli schon in den allerersten Worten seiner Kritik Anlaß. Er schreibt da: ״Jung Israel will fiir die Religion he• geistern!" Nun, Herr Baehrach muß sonderbare Vor• Stellungen von Religion und Begeisterung, und eine nicht zu hohe Meinung von unserer Bescheidenheit haben, wenn er, was er schreibt, wirklich glaubt. Für die Religion zu begeistern, »las ist ein Ziel, an das wohl keine Jiigcudschrift gelaugt, es sei denn, »laß sie von lauter so kritischen Leuten redigiert winl, wie Herr Bachrach. Linen so krankhaften Ehrgeiz uns amlichten zu wollen, daß müssen w׳ir uns ganz energisch verhüten, 1|״mg Israel" hat seinen Zweck voll und ganz erfüllt, wenn cs ilun gelingt, in jiitli• sehen Kindern die I reude an allem, was jüdisch ist, zu wecken 1111(1 zu pflegen, Begeislerimg hei Kindern zu wecken, das erscheint uns schon vom jiädagogi• sehen Standpunkt aus als eine recht mißliche Sache. Nachdem Herr Baehrach somit den Zweck unseres Blattes gänzlich miliverkanul hat, erlaubt er sich das Urteil, wir versuchten diesen Zweck dadurch zu er• reichen, »laß wir ״Machwerke allerelemlcster Art" iniseni jungen Eesern vorsctzlcu. Ein Urteil im Superlativ ist von vornherein nicht geeignet, hesoiulervs Vertrauen zu erwecken. Bei Herrn Baehrach wäre »lies um so tmaugehracliler, als man sieh mit geringer Mfilie davon überzeugen kamt, in welch eigenartiger Weise sich Herr Baehrach Unterlagen für eine Kritik geschaffen hat. Er hat auseheineiul mir zwei Nummern angesehen, sich aus diesen zwei Sachen hcrausgcfiselit, die sein besou• dcrcs Mißfallen erregt haben, verweist auf diese mul behauptet frei: ,,Das andere ist ehenso!"Was würde wohl ׳!ler Wegweiser sagen, wenn wir es ebenso mach• teil, uns an die Kritik des Herrn Baehracji hielten Kiici »len ganzen Wegweiser »lanaeli für unsachlich ei klärten? Indessen, die Person des Herrn Baehrach kann uns ziemlich gleichgültig sein. Aber wir möchten es doch der Beurteilung aller hilligilcukenilen an• heimstellen, zu entscheiden, oh wir in Anbetracht der so außerordentlich schwierigen Umstände, unter denen die Redaktion von ,,Jung Israel" arbeiten muß, nicht alles geleistet haben, was uns zu leisten möglich war. Vor allem möchten wir wollt fragen, oh einem so jungen Unternehmen wie ״Jung Israel" gegen• über nicht freundliche Ernumlerung und teilnehmende Hilfe eine vernünftiger»■ und gerechtere Steilung• nahm»׳ gewesen »vare, als die Taktik des Rezen• seilten der (irollloge. Unser Wollen kann niemand verkennen, »ler es nicht eben vukiimru will. Wir möchten, daß unser Blatt ein ״ein gesehener Gast in allen jüdischen Hansel 11 werden mög.־, d dl jüdische Kinder aus ilun Bclchrmig mul Unterhaltung schupfen, die sie ein• tiiliil in den Idecnki.is d»s Judentums die ihn11 .׳ das Gefühl der Zugelioi igkeit zu ihrem Volk, der Liehe zu ihrem (il.mlien, des Slol/es auf ihre Abstammung vtekesi und pflegen soll. Sehr, sehr wenige sind es nur, »lie uns in diesem unserem Stichen la u zur Seite gestanden haben. Wie gern winden wir »lie Spalten ״Jung Israels" jedem jüdischen Schriftsteller öffnen, der dem Kinderher/eii zu t r ׳.ililcii weil! vom jüdischen Sein mul jüdischen Lehen. Wie dankbar wollten wir jedem sein, »ler ti'ts helfen wollte, ,Jung Israel" zu einem vollwertigen .iigeiulh'.att zu gestalt» 11. Diese Bitte geht zunächst an unsere näheren I leunil.•, sR ist aber auch an die Hern feilen aller jüdischen Kreise gerichtet. W i r w olle 11 11 11 s c 1 c k I e i n e 11 Leser l ll I» e hi »• r P a r t *־ i 11 n d /11 k e i 111׳ m Do g 111 a r. r ziehen, deshalb kann und soll jeder bei lins eiilarheiten. (ierade angesichts der Tatsache, daß in.111 öfiViit'ich über unsere Zweeke und Ziele so niedrig urteilen konnte, richten wir diese Bille an jeden, der sie nur hören will. Die Notwehr zwingt uns, es laut zu sagen: viel Schönes haben wir schon gebracht, wenn man cs auch nicht hat /iigcben wollen. Die Namen I ran/os, ller/l, Karpelcs, Nord au, Losciifelil, Teilhaber umi andere von gutem Klang sind durch uns den Kimlern bekannt geworden, jliili• 'dies Lehen ans allen Ländern und Zeiten zeigten wir ihnen nicht mir im Wort, sondern auch im Bild. Aber noch mehr des Schönen werden wir bringen können, wenn man, anstatt uns das Lehen zu verbittern, rülirig milarbeitet, 11 in ״Jung Israel" zu dein zu machen, als was wir alle es so gern sähen, zu einem »■eilten jüdischen Jiigemlhlatt! Diesem Wunsche sollen diese Zeilen der Abwehr »iiies gehässigen Angriffes besonders dienen. Möchten wir ihn <1׳cht vergeblich ausgesprochen haben. Zionistische Parteischule oder nationaljüdische Akademie? Von Fritz Michel. In der ״Jüdischen Rundschau" ventilierte kürzlieh I lerr Heinrich K 111111 die Frage einer national• i 11 d i s e 11 e 11 A k a d e in i e und sprach dabei die All• sieht aus, »lall diese der von mir vorgeselilageuen zionistischen Parteischule vor/iiziehen ist. Herr Kuhn hat nun den Sinn »ler Parteischule, wie ich sie meinte, ganz mißverstanden, denn diese lind die uatioiialjmlisclie Akademie sind ja ganz inkonuucii• siirahle Größen. In der iiationaljüdisihen Akademie still, wie Herr Kuhn seihst schreibt ״jeder strebsame und wißbegierige Jini»׳ aus »len (»hielten der Lehre scliöjileu können״, während doch »lie Parteischule wie das ihr Name in schon ganz deutlich sagl, für j unsere ganz speziellen zionistischen Inter• essen gedneli! ist. Sie dient uns indirekt zur Erreichung J unseres politischen Zieles, denn sie schafft uns syste• 1 matisch ilnrcligehildete Kräfte für die Agitation, speziell unter den Niclitakadcmikern, und dient somit der Vergrößerung 1msei»1־ Anliimger/ahl mul damit der Verstärkung unserer Machtmittel. Wir finden ja hei »ler Sozialdemokratie etwas! ganz Analoges: 1. eine von Sozialdemokraten errichtete und ge• leitete, aber ganz »ler Allgemeinheit zugängliche und dienende ״Arbeilerhildmigsschule" und daun 2. eine ״Parteischule•! in die nur organisierte So/inlilcnmkintcn aiifgeuoinmeu werden, und die der Schal 11mg von agitatorischen Kräften Iiir »lie ganz bestimmten politischen Ziele der So/iaUleiimkratie dient. Ich meine mm, »laß uns Zionisten Letzteres, eine Parteischule, als eine ganz speziell zionistische Insti• tution näher liegt und viel wichtiger für uns ist, als daß wir Akademien schaffen, die in gar keinem, oder nur ganz losem Zusammenhang mit unseren Zielen stehen. Alliance Israelite Universelle Das Pariser Zentralkomitee der A. I. U. hat he. , schlossen, in der nächsten Zeit eine neuerliche Ex• j pcdilioii zur Inspizierung der Sc lullen im I Orient zu entsenden. Von diesem Beschlüsse j wurde dem holländischen Landcskontitcc Mitteilung gemacht und diesem die Auswahl eines orthodoxen Rabbiners, der an der Expedition teilnehmen soll, überlassen.

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