Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1911-07-21 · Heft 29 (21.7.1911) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 29 (21.7.1911)
Date
1911-07-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2651711-2651740--07856-2665053
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 29 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 335 1,111 starb im Vorjahre im 93, Lebensjahr. Heu Ver• I'iörbcnt*" Intraucrii fünf bereits ziemlich bejahrte Kiiuli’1•־ ״■“ nekaimllicl» findet im kommenden Herbste in (join der internationale Arcliiiologeu-Kongrcß unter dein Protektorate des Königs von Italien statt, /.um Pfiisidenttii des Vorbereitungskomitees wurde vom Kiiliusmiiiislerium Dorado Ricci mul zum gcschllfts• fiihrcnden Präsidenten der berühmte Archäologe 3״ der tomisclteti Universität Professor Emmanuel Loewy ernannt. Ita'.iea hat nur eine verhältnismäßig minimale jiidijclie Ikvölkerung, und man kann wohl sagen, dali cin Ai bseinilisimis im mitteleuropäischen Sinne hier ״3״/ (!■•.bekannt ist. Die katholische Kirche scheint jjes ah eine Lücke zu empfinden. Im vorigen Jahre hat daher der Jestiilenpaler Rinaldi ein Lesebuch für Schuli■׳h'dcr herausgegeben, das den Titel trägt: jcs11< mul die Kinder“ und in schamlosester Weise *ich di. Verhetzung gegen die Juden befleißigt, Das Itnch, >1•1< auch in römischen Kloslersehulen als Lese• huch (•;׳!geführt ist, trägt als Reklame das Faksimile eines Ibicfcs Pius X., in dem der Arju’it weit• gellende Verbreitung gewünscht wird. In dem buche wird inner anderem die Geschichte eines Judeiikindes er/äldi. das der Vater dazu aiihält, auf das Kruzifix spucken. Es beschreibt weiter die Bekehrung der M. ner des Knaben zum ״wahren Glauben“ und die Erziehung des Knaben zum Hali gegen den Vater timl /ur beständigen Verlogenheit. Allerdings erfolgt diese Erziehung durch die ״rechtgläubige" Mutter, aber sie wird auch als etwas Nachahmenswertes umi Schönes erzählt. Hoffentlich bringt der Vatikan niiclbteiis auch cin paar Ritualmordgescliichten in den Sclmbibeln zur Sprache. Amerika /ur Frage des Aufenthaltsreclits amerikanischer Juden in Rußland, die in letzter Zeit viel Staub aufgewirbelt hat, nvird berichtet, daß die Antwort• note des russischen Ministeriums des AciiUcrn an die Regierung der Vereinigten Staaten die Hoffnung zum Ausdruck bringt, die Angelegenheit mit der Zeit in dem den Vereinigten Staaten erwünschten Sinne zu erledigen. Die vollständige Lösung dieser Frage sei indes nur auf legislativem Wege möglich; das Mini• stcrium des Aeullern befürchte jedoch, daß eine ent• sprechende Gesetzesvorlage in der den Juden gegen• über unfreundlich gesinnten dritten Duma auf die stärkste Opposition stoßen würde. Es stehe jedoch zu erwarten, daß die Duma einst bei einer anderen Zusammensetzung einer günstigen Erledigung der An• Gelegenheit keinen Widerstand leisten würde. I >as Unterhaus der S t a a t s I e g i s I a 111 r nahm einstimmig einen Beschluß an, der die Vertreter im Kongreß auffordert, für die Aufhebung des Ver• träges mit Rußland zu stimmen, da Rußland amerika• nische Bürger jüdischen Glaubens nicht zulasse. min“. Die neue lläiiscrhaugesellschaft verfilzt den Zweck, in der Nachbarschaft von TcbAwiw eine zweite Kolonie moderner Fnmiliciihäiiser für ihre Atitgliodcr zu schaffen. Von dem jüdischen Nationalfonds eriiä'.t die Gesellschaft gegen ausreichende Sicherstellung ein Darlehen von 130000 l'rcs. In den letzten Tagen wurden mm die einzelnen Bauparzellen unter den Mit• gliedern verlost. Nachdem die Aufteilung des Terrains :ml diese Weise erfolgt ist, wird der größte Teil der Wohnhäuser noch im Taufe dieses Jahres erbaut werden. EiomsTiscfje oewseuna Der Ausweis der ״Well“ über die bis zum 11. Juli 1911 abgeführlen Schekel ergibt die Summe von M. 59 312,85. Die Summe der bisher eingegaiigeiiei! Orgauisationsbeiträge beläuft sich auf M. 18604,88. Die in der ״Welt" veröffentlichte Semester• Statistik des N. F. schließt mit einem Betrage von M. 222 919,01 ab. Das sind zirka M. 45 000 mehr, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit Rück• sicht auf die schwierigen Verhältnisse in Rußland und auf die Wahlen in Galizien, die die Arbeitskräfte unserer Freunde in Anspruch nahmen, ist diese Zunähme besonders erfreulich. Bemerkenswert ist das rapide Anwachsen des Erträgnisses der S a m m e l buchsen um über M. 22 000 gegen das erste Halbjahr 1910, Für Deutschland betragen die Zahlen der Gcsamtsammlungcn M. 27 953,27 gegen Mark 25 411,93 im Vorjahre. PALAeSTINA-RUNDSCHAV Endlich ist in M a i f a wieder gemeinsam von den .isihkenasischen und sephardischcn Juden ein Waad li.dr gewählt worden. Dem neuen Waad gehören an: Pr. E. Auerbach, Direktor Kaiser man 11 von dm Anglo Palcstinc Company, ferner der Leiter der liüsigen Allianzschule und noch andere angesehene M inner unserer Gemeinde. Der Waad hat bereits *eine Arbeit begonnen, und es ist zu erwarten, daß er eine nutzbringende Tätigkeit entfalten wird. * In Jerusalem haben mehrere höhere Beamte erklärt, daß, falls sich eine größere Anzahl nusliiu• diseher Juden mit dem Ersuchen an die Regierung wendet, ihnen die türkischen Bürgerrechte zu ver• leihen, sie bei der Regierung großes Entgegenkommen finden werden. Ein Beamter fügte hinzu, daß sich der neue Gouverneur, der demnächst nach Jerusalem kommen wird, besonders mit der Frage der üttomani* sienetg der ausländischen Juden befassen wird. # Vor kurzem fand in Pethach*Tikwah eine Ver- Sammlung jüdischer landwirtschaftlicher Arbeiter aus verschiedenen judiiisclieii Kolonien statt. Der /•weck der Versammlung war die Schaffung einer parteilosen Organisation sämtlicher in Judäa tätigen landwirtschaftlichen Arbeiter. Es wurde ein Zentralkomitee eingesetzt, ferner Lokalkomilccs in Pcthaeh• Tikwah, Rischon le Zion, Rcchohoth, Hulda und Evdda. Eine ähnliche parteilose Arbeiterorganisation bestellt bereits für die Kolonien in Galiläa. Der außerordentliche Erfolg, den die Hüuscr- ״au,Gesellschaft ״Achusath Bajith" in Jaffa mit der« Errichtung des prächtigen jüdischen Wohnviertels *,el-Awiw erzielt hat, veranlußte vor einiger Zeit eine Gruppe jüdischer Kaufleute, Gewerbetreibenden und Angestellten zur Bildung einer ähnlichen Gesell• Schaft ■ unter dein Namen . ״N a c h a f a t h B c n j a Mitteilung des Zcntralbui enus der Zlonlstisclien Vereinigung für Deutschland Der Versand unserer neuen Propagandaschrift Das Programm des Zionismus. Von Richard Li chthcim. 52 Seiten gr. 8". Preis 30 Pfg. kann nunmehr ohne Verzug vor sich gehen. Für die Aufgabe von Einzelbestcllungcn verweisen wir auf den unserem dieswöcliigcn Inserat beigegebenen Bestellschein. , Hei größeren Bezügen treten die folgenden Er• mäßigungen in Kraft: 10!) Exemplare M. 20,— -,75 ״ ״ 0(31 -,100 ״ ״ 1000 Sämtliche Preise verstehen sieh aus schließ• lieh Porlo. Da im Monat August der Versand eine Unter* hrecluing erfahren wird, empfiehlt sich sofortige Aufgabe der Bestellungen. Im Monat August wird unser Bureaubetrieb wesentlich eingeschränkt werden, so daß nur die wichtigsten mul eiligen Eingänge erledigt werden. Solche Schriftstücke, insbesondere Kongreßange• legenheiien betreffend, sind während der Kongreß• zjit au folgende Adresse zu senden: Frl. Betty Frankensteht, Basel, Hotel Metropol, Barfülierplntz. (Auslandsporto!) Angesichts der ziemlich einmütigen Stellung• nähme der jüdischen!,resse zu dieser Angelegen• heit isl die blcllungnniiuic der Herren im Vorstande eine recht melk windige. Berlin. Die Verarbeitung der Volkszählung vom I. Dezember 1905 durch das städtische statistische Amt gibt ganz interessante Einblicke in die Zusammen• set/img der rcichshaiiptstädtisclicn Bevölkerung. So wurden am I. Dezember 19:15 gezählt: evangelische (ihrislen einschließlich der Sektierer 1701(112, Katlio• liken, zu denen die Statistik auch All• und Griechisch• Katholiken, rechnet 223 94$, Juden 98893, Dissi• deuten und sonstige (ihrislen 97811, andere Rcligions• allgehörige (hauptsächlich Buddhisten und Moham* medaner) 9(>, Konfessionslose 1733. Von der ganzen Bevölkerung waren alsy etwa '•/_,״ evangelisch, katholisch, fast •/.,״ jüdisch, während der Rest aiif die übrigen Bekenntnisse und die Koiifessions• losen kam. Im Jahre ISII ermittelte man in Berlin nur 41(11 Katholiken; ihr Anteil an der Bevölkerung ist in dem Zeitraum von 91 Jahren von 2,45 v. H. aut 10,9 v. 11., also aut das Vieieiunal •farhe, gcstiegeii. In der gleichen Zeit ist die jüdische Bevölkerung von 3292 auf 98 893 oder von 1,91 v. II. auf 4,85 v. II. angcwuchscn. Während am Anfang des vorigen Jahrhumlerts der Anteil der Evangelischen au der Her* liner Bevölkerung 95,(1 v. 11. betrug, war er am I. De• zeniber 1905 nur noch 83,51 v. II. Seit 1900 haben die Katholiken bei weitem am stärksten /ugenummen (um 18,84 v. II.), dagegen sind die Juden und noch mehr die Evangelischen mit den Sätzen 7,25 und (1,72 v. H. hinter der allgemeinen 8,01 v. II. betragen• den Bevülkerimgszimalune .zurückgeblieben. Berlin. Am Mittwoch weilte Zewi Orlofl, der verdiente Turnlehrer des Hebriiischcn Gymnaslums in Jaffa, von Bern kommend, aut der Durch• reise nach Kopenhagen und Stockholm, in Berlin. Herrn Orloffs Reise bezweckt gleichwie eine frühere vor drei Jahren im Auftrag des Gymnasiums unter• nominelle, die Teilnahme an verschiedenen turne• rischen Kursen. Auf seiner Rückreise nach Palästina wird sich Orlofl einige Wochen in Berlin aufhalten, um hier vor allem die moderne Sportbewegung (Leichtatblctik usw.) gründlich kennen zu lernen. Er verspricht sich für diese Uebungszwcigc vor allem im .. AUS flAMURS-ALTOriA Estermann ־ Gartens Unser Freund, Herr L. Es t ermann, der seit vielen Jahren der Orts• gruppe Hamburg-Altona und ihrem Vorstand an* gehörte, hat seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt. Wir sehen den bewährten Mitarbeiter und Ratgeber uiii herzlichem Bedauern aus unserer Mine scheiden, wenn wir auch nicht verkennen, daß seine Kraft am voraussichtlichen Sitz der Zionistischen Zentrale eine größere Gelegenheit zur Betätigung finden wird. Um sein Wirken in unserer Ortsgruppe zu ehren, hat der Vorstand beschlossen, einen 1. e i b n Ester m a n 11 ■ ( e Freunde in dieser Ausweis AUS DEN Ö6M6INDCN Berlin. Wie wir dem in den Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugcndveroinc Deutsch• laticls veröffentlichten Piotokoll entnehmen, lag der VIII. Vorstandssitzung die folgende Resolution zur Beschlußfassung vor: ״Der Jüdische Jugendbund Berlin hat mit Bedauern von dem Inhalt der Enquete-Nummer der Veibaiulsmiltcilungen Kenntnis genommen mul ist überzeugt, daß dieselbe nach Form mul Inhalt nur geeignet ist, das Ansehen des Verbandes in den Augen Außenstehender zu schädigen. Der Vor• stand des J. J. B. konstatiert mit besonderem Er• staunen, dali der an die Angefragten gerichtete Briet eine durchaus subjektive und unzutreffende Inter• pretation des Verbandsstatuts, enthält, die der ge• samten Ocffcutlichkcit ein durchaus falsches Bild von der wirklichen Tendenz, des Verbandes gegeben hat, und gibt der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß analoge Fälle in Zukunft vermieden werden. Wir halten es auch für iiiiz.nlässig, daß eine derart wichtige Kundgebung des Verbandes au die Oeflentlichkeit gelangt ist, ohne dali eine formelle Beratung und Beschlußfassung durch den Verbands• Vorstand erfolgte.“ Nach eingehender Debatte, •in der festgestellt wurde, daß die Enquctcmmimcr nach vorheriger for• melier Beschlußfassung durch den Verbandsvorstand iieratisgogebcn worden ist׳ wird über die Resolution mit allen gegen zwei Stimmen zur Tagcsord• 11 u 11 g übergegangen. Desgleichen werden Mißbilliguugssehreibcn der Vorstände der Vereine Hnlberstadt. Breslau und Nürn• berg-Fürth als unbegründet ziirückgewiescn. arte n im Hcr/Iwaldc zu pflanzen, mul fordert alb auf, durch Stiftung von ()vlhiiiiiiicn!ich. *Ehrung zu beteiligen. (Vcrgl, den ersten in dieser Nummer.) Gefällige Spenden sind erbeten an das Konto ״Zionistische Ortsgruppe I lamburg-Altona“, Dresdner Bank in Hamburg oder Postscheckkonto Hamburg Nr. 3275. VEREINS-RUNDSCHAU Bc lin. Grslnnungxgenossinnen, die roch Basel fahren, werden zwecks Besprechung einer Organisation für zionistische Frauenarbeit auf dem X Kongreß gebeten, ihre Adresse an Frau Erna Fürst, Ascbaffenburgcr Str. 19, zu senden. Berlin. Die F e r i e n a 11 s f I ü g e der Jüdischnationalen Fraucnvcrcinigung finden jeden Dienstag nachmittag statt. Abfahrt mit der Straßenbahn vom Alcxaiulerplatz. (Berolina) um 2 Uhr nach Niederschöiihauscn (Gesellsehallshaus), (iesinmmgsgenos• sinnen, die sieh beteiligen wollen, Werden gebeten, pünktlich um 2 Uhr an der Berolina zu sein. Berlin. Nach längerem Leiden verschied 1 lerr Arthur Hirsch, ein langjähsiges Mitglied der zioiiistisehen Organisation. Der Verstorbene bat mehrere Jahre hindurch dem Vorstände der Berliner Zioni• stischen Vereinigung angehört und hat mit nie er•־, imidemlein Eifer für unsere Ideen gewirkt. An seinem Leichenbegängnis nahmen der Vorstand und viele Herren der Berliner Organisation teil. Herr Lazarus Barth sprach im Namen der Z. V. f. D, und der B. Z. V. Ein dankbares Andenken isl seinem Namen gewiß. Berlin. Für das leichtathletisches Meeting auf dem Sportplatz in Sc h ul z. e n d or { am 30. Juli A

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.