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Jüdische Rundschau · 1911-07-14 · Heft 28 (14.7.1911) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 28 (14.7.1911)
Date
1911-07-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnements mf di* wW1*1»tllc)1 »m PreiUtr «r. «hfinmilo ״JUdUeJif Itundachau" kn»l*n brl der Eipwjition und b*i ,11״, l'otlämlrrn vicitdjäHrlich 1,2.1 M., I* auilrihnlb Dn1t»cl1lnml« und 0*»lrr• ffiili-Untnrn« 2,— M.| für Milvlirdrr Imiln thrr Verein* im SammeTbeiu? * I ״L J.. «f_1 _־ * II dur«J1 d*n V*r*in 1!״— M. Verlag JUdleche Rundacliau ß. 0. m. b. H. I)*rlln־Charlott*nburjf, lllrlblrruitr. 49. Tel. Ch, 9SA1. , <.1M׳lMftMtundrn; 10- 13 und 4-7 Uhr. i.'ir. S-.nnnhend und Snnn'n•• __1 Nummer 28 ס, ח n n n \ל ע ׳! . ■ :;V \f!!! ץ t ' t I . I י ' 1 I / C. )K7ßSKj p\n ן \ r^> 1 \ \ \ l \ \ \ Lj uU u 30-0 nmne 1züG n C-r L-. J LJ 'י Li vJ '•.J £- r I I I Anzeigen leinten lür die «!•«1ח*11«יןי*}1יו* Pelit* «rile odrr ilfren Raum •10 l’f. 1 Slrllrn• Atitfrlinl* und •Gr.iirlii• aowie Vtrein»• Miltriliingrn und »Klrine Ameigro* <מי מי מ nur 30 Pf. «** | Met1u>kri|>t* wrr.lrn, wrnn l’orto l»«i• I! מי li*j(l, »Irl» «urudigrianill. . Krdokti(1n«1el>luC Mittwoch vormittag». Redakllnn JUdUtlio Rundecheu Ilrrlln-Charlollcnluirg, n1elblrru.tr. 49. Tel. Cb. 9b81. .'•I׳rrcb»t11n1lr11 nirn«t»gund DonneraUg S 6 Uhr nulimittag». 8 8 I \_____LLL__I ■ ■ ■1 ״e^ Ü Berlin, den 14. Juli 1911 — 18. Thammus 5671 XVI. Jahrgang Ausweis Schekel: Mitoslaw 21 Mk. Löeknit/. 0 Mk., Scliiml ulke 31 Mk., Scliroila 8 Mk.,!,oscu 5 Mk., rilclme 1 Mk., Leipzig 50 Mk., Frankfurt a. M. 11 Mk., Wiesbaden 5 Mk., Krotoscliin 9 Mk., Straßhurg i. II. 19 Mk., Chemnitz 5 Mk., Miltweida 5 Mk., Mergent* heim 5 Mk., Stettin 5 Mk., Schwein! 2 Mk., Finden 13 Mk., I lalle 10 Mk., Köln 2 Mk., Gailingcn 33 Mk,, Magdeburg 'י Mk., Berlin 19 Mk., Ortsgruppe ,.Kadi• inali״ Berlin 13 Mk., Kätscher, O.-S., '2(1 Mk., Mura* w.ma-Ooslin 5 Mk., Charlotlenburg 9 Mk. Landesbcitrllge: Berlin 205 Mk., Gailmgen 33 IMark, Schwelm 3 Mk., Mergentheim 5 Mk., Chein* nit/. 1(! Mk., Mittweida •1 Mk., Krotoscliin 8 Mk., Scliöulanke (12 Mk., Schroda 3 Mk., Magdeburg 17 Mark, Murawana-Goslin 1 Mk. Organisationsfoitdsi Ans Hamburg I Mk., Stettin (1,50 Mk. (siehe ״Verschiedene Spenden“). Hingang vom 6.12. Juli: Schekel: 3(10 Mk., Laiidesbeitrage 357 Mk., Organisationsfoiuls 10,50 Mk. Gcsamtcingang: Schekel: 7725.55 Mk., Landes• 1 beitrüge: •18(11,30 Mk., Organisationsfonds: 8812,75 M. Adresse für Geldsendungen: Zionistisches { Zcntralburcau, Charlottcnburg 2, Bleibtrcu• j Straße •19. i Postscheckkonto 8091, Bankkonto: A. H. Heyi mann & Co.» Berlin NW., Unter den Linden 59. Der X. Kongress Tribiincnkartcn Da im Stadtkasino in Basel nur eine be* schrankte Anzahl von Tribünenplätzen zur Ver• fiigung stehen, bitten wir alle Gesinnimgsgenossen dringend, sieb sofort Tribünenplätze bei dem Bureau des zehnten Zionistenkongresses, Stadt-Kasino Basel. zu bestellen. Es werden, soweit der verfügbare Raum dies zuläßt, Karten ausgegeben für den 9., I()., 11., I'J. und 15. August. Am Montag, den 14. August, linden keine öffentliche Sitzungen statt. Die Vorinerkungsgebühr beträgt: 1 Frc. pro Karte und pro Tag, also 5 Frcs. pro Karte für sämtliche Vcrhandlungstage. Der Betrag ist bei der Annieklung emzuseitden, Briefmarken werden ent- Kegengenommen. Wir erwarten bestimmt, daB unsere Gesinnungsgenossen zahlreich auf dem KongreB erscheinen werden und ersuchen sie daher, sich rechtzeitig Zuhörerkarten zu sichern. Wohnung Das KongreBburcau Basel Stadtkasino wird für die Delegierten und Gäste auf Wunsch in Basel Wohnungen in jeder Preislage in Hotels und Privntbäuscrn besorgen. Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen, ihre Wünsche betreffs Unterkommen und Verpflegung schon jetzt dem Kongreübureau zu übermitteln. Sitzungen der deutschen Landsmannschaft Die erste Sitzung der Deutschen Landsmann schuft in Basel findet am Montag, den ז. August 1911, abends 8 Uhr, im Saale des Stadtkasinos statt. Auf der Tagesordnung steht die Wahl der deutschen Mitglieder zum Permanerizausschuß. Tcilnahmebercchtigt sind alle Mitglieder der Deutschen Landsmannschaft, stimmberechtigt die Inhaber von Mandaten deutscher Gruppen. ־ , ״Der Zlontnmua erntrebt für das jüdische Volle dlo Schaffung einer öffentlich-rcclitlich gesicherten licimctätto in Palästina•“ Baseler Programm. Unsere Finanzen Besteuerung oder Sonderbeltrüge? — Ein Kompromlßvorschlag Es ist noch nicht lange her, da fanden Erörterungen, die sich mit den finanziellen Fragen unserer Organisation befaßten in weiteren Kreisen unserer Gesinnungsgenossen ein recht laues Interesse. Nur eine ganz kleine Gruppe von Männern, die in führender Stellung hei der Arbeit des Tages die bestehenden Mängel fortwährend empfinden m'uBten, sann auf Besserung und «versuchte immer wieder die Jahresversammlung das Grolle A. C. und endlich auch den KongreB für eine durchgreifende Reform zu gewinnen. Ihnen wurde dann immer wieder v 311 solchen, die die Notlage nicht in gleichem Malle empfanden und auch nicht empfinden konnten, Einwümlc eui׳׳,cgen|׳;el1altcn, die ihre Berechtigung häufig meiir auf grolle ideale Gesichtspunkte als auf wirtschaftliche Notwendigkeiten zurück führten. Das ist seit geraumer Zeit anders geworden. Und man darf hotfen, daß die erregte Diskussion, die sich um die gegenwärtige akute Frage der Besteuerung unserer lusti- 1111 i o 11 e n erhoben hat, den Anfang vom Ende unserer finanziellen Nöte bedeute. Man kann wohl sagen, daB es heute kaum einen Zionisten gibt, der sieh in der Frage nicht seine Meiniing gebildet oder zum mindesten über die Dinge uaeligedacht hat. Und für uns, die wir seit Jahren den Plan mit aller Entschiedenheit verfochten haben, ist es eine hohe Befriedigung feststellen zu können, daB die Einsicht von der Notwendigkeit, der Parteileistung für die Institionen eine Gegenleistung enfgegeiizusctzcn und so den wirtschaftlichen Kreis zu schlichen, ״auf dem Marsche“ ist. Neuerdings hat auch das zionistische Zentralkomitee für Westösterreich eine Resolution in diesem Sinne gefallt. Ob der X. KongreB z.iistiminen wird, ist heute noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen, der elfte tut es sicherlich. Der Schaden!aber den unsere1 Sache durch einen nochmaligen Aufschub erleiden müßte, ist unberechenbar. Der Vorschlag, der der Besteuerung gegenübergestellt wird, ist der der Sondcrbciträge, llun stehen gewichtige Bedenken ent* gegen. Man weist mit Recht darauf hin, daB durch die Verwirklichung dieses Vorschlages die Stetigkeit der Eingänge, die zu erreichen doch das 1 Hauptziel der ganzen Reform sein sollte, keineswegs gewährleistet ist, da bei ständiger Inanspruchnahme die Opferwilligkeit der besser gestellten Zionisten erlahmen muß. Andererseits glaubt man vielfach dieses Vorgehen mit der demokratischen Grundlage unserer Bcwc* gung nicht in Einklang bringen zu können. Ein drittes Argument scheint uns gewichtiger: Das Beispiel der deutschen Landsmannschaft hat bcwiesen, in wie hervorragendem Maße diese Einnahinequclle geeignet ist, der zionistischen Arbeit in den einzelnen üindern Stetigkeit und Gedeihen zu sichern. Ein Ziel, dessen Erreichu 11g mittelbar stets im eminentesten Sinne zum Wolde der Gcsaiutorgauisatioii ausschlugen muß. Einige Gründe psychologischer und org.misatorischer Natur sprechen dafür, daß auf diese Weise tatsächlich mehr zionistische Gelder gezahlt werden als dem geplanten Parteifonds zullicBen würden. Aber nirgends wäre die Forderung ״alles oder nichts“ sündhafter, als gerade in dieser ernsten finanziellen Frage. Da hat nun angesichts der verschiedenen Strömungen ein Kompromißvorschlag Freunde gefunden, dem wir als Eventualantrag zustimmen möchten für den Fall, daß die durchgreifende Besteuerung nicht zum Beschluß erhoben wird: Mau will auf die Sonderbeitläge nicht verzichten und doch die Aufstcllung eines gesicherten Budgets ermöglichen, indem die Institutionen oder auch nur ,der N.-F. die Garantie für den Eingang einer bestimmten von Kongreß zu Kongreß zu bestimmenden Stimme übernehmen. Diese Garantie könnte zugunsten der Institutionen wiederum bis zu einem bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen limitiert werden. Damit wäre die Popularität des N.-F. in den Dienst der Aktion gestellt und jeder Zionist, ganz besonders aber die Gegner der Besteuerung, hätten die Möglichkeit durch opferfreudiges Eintreten für den Parteifonds dann den Nationaliouds vor der drohenden iit.mspiuchnähme zu schützen. Wir glauben: Es gab wohl selten einen Kompromißantrag, der den( Wünschen beider Gruppen in so geschickter und gerechter Weise entgegenzukommen wußte. Und aber winkt ein Ziel, daß lange Jahre hindurch ersehnt wurde: DaB uns durch den Kongreß die Möglichkeit gegeben werde, nicht nur schöne großzügige Maßnahmen zu beschließen, sondern auch unseren Führern dio Mittel zu ihrer Durchführung in die Hand zu geben. Die Krisis der jüdischen Jugend Deutschlands Die tlcutsche Judcnhcit hat zu einer Zeit, iit der die Gegensätze innerhalb des Judentums schärfer als je aufein,־uulerprallten, den kühnen Versuch unternominell, wenigstens in der Jugend eine versöhnende, ühcrhrückciidc Einheit her/.iistellen, und sie schuf zu diesem Zwecke eine Organisation, als deren oberstes Prinzip angesichts der vorhandenen Gegensätze nnturgemäß das Neutralitätsprinz.ip formuliert werden mußte. Dieses Prinzip, das lediglich dazu geschaffen wurde, um aßen Richtungen die Möglichkeit dev Mitarbeit zu gewähren, besagt, daß kein dem Verbände angchöreiider Verein einer bestimmten politischen oder religiösen Partei nngchöreu dürfe. Jedoch von Anfang an wurde mit diesem Prinzip, das — wie man sieht — ein lediglich formales ist, schärfster Mißbrauch getrieben, derart, daß ein Jeder jede noch so harmlose Kundgebung einer ihm nicht angenehmen Richtung sofort zu einer Verletzung des Ncutralitätsprinz.ips zu stempeln versuchte. Man war bemüht, das oberste Toleriermigsprinzip I1crnbz.il/crrcn auf das Niveau eines Kuebelimgsprinzipcs. Es liegt in der Natur der Sache, daß angesichts der Stärke der vorhandenen Gegensätze eine derartige Vcrgewaltigungs- und Vertuschungspolitik nicht von Dauer sein konnte. Sobald nach dem ersten Eiiihcitsrausch die unvcrincidliehe Ernüchterung ein sogenanntes Erkennen der tatsächlichen Verhältnisse ermöglichte, setzten Bestrcbilligen ein, die sämtlich in einer Klarlegung des mißverstandenen Neutralitätsprinzipes gipfelten, und die sich zum Ziele setzten, diesem Prinzip seinen lircigcntlich beabsichtigten formalen Charakter wiederzugebett. Bestrebungen, die bereits bei dem zweiten

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