Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1911)
- Date
- 1911-06-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651711-2651737--07818-2665012- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I יו (> ■f I 4 i * 4 I Seite 30ב ___ PALAE5TINA-RUNDSCHAU Am 15. d. M. nahm in Jerusalem das von den Angehörigen aller aschkcnasisclicp^ Gemeinden gewählte Kollegium der 80 Walilmämier die Wahl des neuen Oeiuciudevorstandes, des sogenannten W ה a d Hai'r, vor. Es wurden in geheimer Abstimmung 23׳ Männer aus den verschiedenen Landsmannschaften zu Mitgliedern des Waaddlair gewählt. Unter der jüdischen Bevölkerung herrscht groller Jubel, daß diese seit langer Zeit schwebende Angelegenheit zur allgemeinen Zufriedenheit erledigt worden ist. Man setzt in weilen Kreisen grolle Hoffnungen auf die Tätigkeit des neuen Wand, der berufen ist, der trosl• losen Zerfahrenheit in den hiesigen Üemeimleverhältnissen ein Ende zu machen und insbesondere auch die Berufung eines Obcrrabblncrs der Aschkcnaslm in die Wege zu leiten. Die Oberrabhinerstelle ist bekanntlich seit dem Tode R. Samuel Salanls un• besetzt, Aus Odessa meldet man der ״N. J. K,": Anläßlich der Genesung des Herrn Moses I I a I pern wurde von Herrn Halpern seihst und seinen Familienangehörigen eine Reihe wohltätiger Stiftungen in K i e w und in P n I ii s t i 11 a ins Lehen gerufen, Herr Moses Halpern gründete ein groll angelegtes, den peinlichsten Forderungen der modernen Heilkunde und Hygiene entsprechendes S a n a t o r i u m f ii r L u n g e n k r a n k e. Sein Sohn Markus Halpern lallt im Anschluß an dieses Sanatorium eine Heil• anstatt f ii r N i e r e n k r a n k e errichten. In naher Zukunft soll auch das von der Familie Halpern gestiftete, für dreißig Zöglinge berechnete Waisen* haus eröffnet werden. Das Waisenhaus soll nach dem Muster der besten europäischen Anstalten dieser Art geleitet werden. Wie bereits gemeldet, hat die Familie Halpern?ms demselben Anlall auch 3U U(K) Francs zur Errichtung von Wohnhäusern f ii r jüdische Arbeiter in den palästinensische 11, Kolonien gespendet. Anerkennenswertes Interesse für Palästina hat auch Herr Z. L. R a h h i n e r s o h n , ein Schwiegersohn I lalperns, bekundet, indem er 8000t) Francs zur Gründung einer Handwerkerschule in Jaffa spendete. Herr Rnhhinersolm hat sieh bereits behufs Verwirklichung dieses Planes mit dem Leiter des zionistischen Palästinaamtes, Herrn Dr. A. R u p p i n, in Verbindung gesetzt. Eine weitere Spende des Herrn R a b b i n e r s o h n wurde der Stadt Kiew zuteil. Herr Z. L. Rabbinersohn hat ferner der jii* »fischen Zenlralhihliothck in Jerusalem (Bellt Nee* man) eine reichhaltige, überaus wertvolle Sammlung alter hebräischer Druckwerke und Handschriften zum Geschenk gemacht. Wir berichteten kürzlich, daß der Gatte der Leiterin der A 11 i a n c c s e h ule in T i b e r i a s, R 0 m a n o w, den Alliancelehrer D o 11 c k hei den türkischen Behörden d e 11 u n z i c r t hat, weil er die spanische Regierung des 15. Jahrhunderts beleidigt hatte. Der Lehrer ist daraufhin tatsächlich aus dem Dienst entlassen worden, nachdem er 12 Jahre lang sein Amt eimvandsfrei versehen hatteI Daraufhin war das deutsche Bureau der Alliance in dieser Sache in Paris vorstellig geworden, nachdem frühere Beschwerden der Bevölkerung in Paris keiner• lei Gehör gefunden hatten, — Das C 0 m i 1Gentrat hat nun Frau Romanow aus dem Dienste entlassen. — Hoffentlich wird die Entlassung anderer mächtigerer Beamten, deren schädliches Treiben längst bekannt ist, nun auch nicht länger auf sich warten lassen, ’ IlOMISTISCHe BEWEGUNG Agitationsreisen des Parteisekretärs Halberstadt, Am 20, Juni sprach Herr Kurt Blumen feld in einer gut besuchten internen Ver• Sammlung der Halbcrstiidtcr Gesinnungsgenossen über aktuelle zionistische Fragen, In einem längeren Vor• JUEDISCHE RUNDSCHAU trag verbreitete sieh Herr Bltimenfeld über die äugen•!dickliche politische Lage in der Türkei, über die Aufgaben, die der Zionismus in den nächsten Jahren in der Türkei mul in Palästina zu erfüllen hat, sowie über die Fragen, die den X, Kongreß beschäftigen werden. In der Diskussion kamen einige kulturelle Fragen zur Sprache. In den Kreisen der Halber- Städter Zionisten wird der Entschluß des Herrn Ehimcufcld, das Amt des Parteisekretärs niederzulegeu, lebhaft bedauert. Wir haben den hervorragenden Fähigkeiten des Herrn BlumeufcUl und seiner auf• opfernngsvollcn Tätigkeit sehr viel zu verdanken, und wir hoffen, daß wir auch später oft Gelegenheit haben werden, Herrn BlumeufcUl In unserer Mille zu sehen. Mitteilung des Zentralburcnus der Zio* nistischen Vereinigung für Deutschland In der Agitation der lelzlen Jahre mußten wir den Mangel einer brauchbaren programmatischen Bro* schüre schmerzlich empfinden, da die früheren Agitationsschriften sich als veraltet erwiesen. Wir gehen mm io der rdlerniichsfen Zeit eine von I lern» Richard I. i e h t h e i m verfaßte Broschüre ״D n s Programm des Zionismus" heraus, deren I. Auflage in 2011110׳ Exemplaren gedruckt w r.l. Wir sind . der Ueber/etigung, daß diese Broschüre die wirksamste Unterstützung der Agitation in den deutsch• sprachigen Landern dnrstellcn wird, da in ihr in einer bisher nicht gekannten Weise der Ideenkreis des zionistischen Programms allseitig behandelt wird. Die Broschüre wird *IS Druckseiten stark sein. Der Preis für das einzelne Exemplar ist auf 30 Pf. festgesetzt, 100 Exemplare kosten 20׳ M., 500 Exemplare 75 M, und IOC() Exemplare 11)0 M, Vorbestellungen nimmt das Zionistische Zentralbureau, ChnrloUcnhurg, Hlcibtrcu* strafte 2׳, schon jetzt entgegen. In den nächsten Tagen erscheinen die preisge* krönten Flugblätter: Was will der Zionismus? und Zionismus und Stnatsbürgcrtum, die von uns zum Selbstkostenpreise von I Mk. pro 100 Stück exkl. Porto abgegeben werden. Vorbestellungen nimmt unser Zcnlraliuireau schon jetzt entgegen. AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Die Allgemeine jüdische Kolonisntlons- Organisation versendet ein Commiinique, worin der bereits berichtete Rücktritt des ersten Vorsitzenden Dr. Isidor G i n sbe rg, von seinem Ehrenamt mit* geteilt und mit Gesundheitsrücksichten erklärt wird. Die A. J. K, O. hat Herrn Ginsberg ,/tim Ehren• Präsidenten ernannt und den zweiten Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Gerson Simon, mit der Lei* hing der Geschäfte betraut, Straßburg. Ein hiesiges jüdisches Blatt enthielt eine Pariser Depesche, der/.ufolge die Liste des Pariser Centralconiitcs mit ca. 1500 Stimmen Mehrheit gesiegt haben soll. R e i 11 n c 11 soll g e wählt sei n. Wir haben bereits darauf hiugewicscu, in welch unerhörter Weise im Orient Stimmen für Paris fabriziert worden sind. Aus diesen Wahlen kann man sogar noch in Galizien lernen. Sollte sich die Pariser Depesche, bewahrheiten, so wird es die Sache aller, denen an ehrlichen Wahlen gelegen ist, insbesondere der westeuropäischen Lamlescomitiis sein, die Prüfung der Wahlen durch eine internationale Kom• m i s s i o n zu verlangen. Wenn man bedenkt, daß von mehr als 10 000 im liberalen Deutschland, Belgien, Haüatul, U;\Uen und der Schweiz, abgegebenen S\immen Herr Reinach höchstens 1500 erhallen hat, so müßte ja der ganze orthodoxe Orient sich wie ein Mann erhöhen haben, um dem grollen Bckämpfcr des Snbbaths sein Vertrauen nuszudrückeu. Berlin. Am 20׳. Juni d. J. fand im Genesungsheim zu Leimitz unter reger Teilnahme der Mitglieder und Freunde die Ordentliche Mitgliederversammlung des Nr. 20 ״Vereins jüdisches Genesungsheim Berlin" statt. Aus dem von dem Vorsitzenden Herrn San.-R.it Df’ W. 1־ e i I c h e n f e I d erstatteten Geschäftsbericht hervor, daß im Geschäftsjahre 1010 508 weiblichen Pfleglingen mit 10(18(1 Verpflegungstagcii, inclir ,ö» je, Aufnahme ■ gewährt wurde. Die l.rfolge \v.!r.*1 ausnahmslos gute. Gewichtszunahmen sind bis 20־ Pfd. zu verzeichne» gewesen. Die stets m,•|)r zunehmende Zahl der Bewerberinnen bedingt, immer größere Anforderungen an «len Verein gestellt werden, Welche nur dadurch sieh bewältigen lielS.n, daß auch im letzten Jahre eine große Anzahl von Freunder, mul Gönnern des Vereins ihr Inteicsse durch Zuwendungen bekundeten. Berlin. Die Organisation der jüdischen Wamkf. nrmeitfüisorge macht gute l ortscluille. Die Zentral, nrmenkasse für die Rheinprovinz und Birkenfeld h!ttw• auf Sonntag, den 18. Juni, nach Saarbrücken 1 nie Versammlung einherufeu. In Vertretung des ur• hinderten Vorsitzenden, Herrn Feilclienfeld, hielt II.■rr Sekretär Chaim das Referat, mit dem Erfolge, daß Trier mit einem Jahresbeiträge von 300 M. I1.1׳,;e• treten ist. Auch die Gemeindevertretung von Star• brücken beabsichtigt ihren Anschluß mit einem Jalu.s• beitrage von 800 M. Von kleineren Gemeinden;!ns dem Trierer b/w. Lothringischen Bezirke haben sali Illingen, Forbaclt, Saargeinüiid und Saarburg ange• schlossen; auch Diedeuluifeu arbeitet schon lauge mit Metz und Metz wiederum mit der COIner Zcn11.1l• nrmenkasse zusammen. Bedauerlicherweise isl Straß• bürg noch immer nicht organisiert, sobald dies gehingen ist, wird die Reform der Wamlerarntentur• sorge im Südwesten des Reiches zum Abschluß ״״•• langen. AUS HAMBURG־ALTOMft Kongrcßwahl Die Wahl der Delegierten der Zion. Orts• gruppe Hnmburg.Altonn z u m X. Kongreß ist auf Mittwoch, den 5. Juli, verschoben worden. Pünktlich 0 Uhr abends im Logenheim, Hartungstr. Jeder hier wahlberechtigte Gesinnungsgenosse er• hält eine besondere Einladungskarte; diese oder die Schckclquithing gilt am Abend als Waldlegitimatinii. Der Vo r s t a » d. Am Dienstag, den 4. Juli a. er., findet in» Logenheim, Hartungstr,, eine M i t g I i c d e r v c r s a m 111• I tt n g der F r a 11 e 1t v e r c i » i g u n g der Z i o 11 i s 118 c h e 11 Ortsgruppe statt. Beginn präzise 8 Uhr abends. Tagesordnung: ״Besprechung wegen einer anläßlich des X. Kongresses in Basel statthn• elenden Frnueiivcrsammhiiig." Es wird um recht zahlreichen Besuch gebeten. VeReiNSrRUMDSCHAU Kongrcßwahl in Berlin Am Donnerstag, den 0. Juli, abends 9 Uhr, limM in den Sophiensäle» die Kongrcßwahl der Be!• lincr Zionistischen Vereinigung statt. Zu der Vvi- Sammlung haben alle Schekelzahler, deren Sclickol; 1 an die Berliner Zionistische Vereinigung gezahlt w! rden sind, persönliche Einladungen erhallen, die heu1׳ Eintritt vorgezeigt werden müssen. Der Abend w: I cingelcitet durch ein Referat von Herrn Dr. Ha׳s Gideon Hey mann. Berlin. Die Kadimnli (Gruppe der B. Z. V.;, veranstaltet iin Hinblick auf die in dieser Wod staufindenden Kougreßwahlcn vorher noch zwei D kussionsabende über das Thema: ״Der zehn . e Kongreß und die Zukunft der z i o n i s 1. ־ sehen Bewegung.״ Am Sonnabend, d■ u 1. Juli, abends 9 Uhr, spricht hierüber Herr Davis T r I e t 8 c 11 im Restaurant Ruliland, M i 11 c i s t r. «Vt. am Montag, dem 3, Juli, abends 9 Uhr, behandelt das gleiche Thema Herr Leo Mol/kl» i׳׳t Httmbscr*Brät1, T a u c 111 z i e 11 s t r. 7 (gegeniii! r Kaufhaus des Westens), Wir bitten Mitglieder und Gäste unserer Gruppe um zahlreichen Besuch. Soeben erschien eine hochaktuelle jüdische Broschüre: von Mcsts GogJqi• Einzelpreis M. 0,50. — Bei Satnmclbezug durch die Vereine und Ortsgruppen M. 0,30 Zu beziehen durch den Verlag ״Jüdische Rundac hau“, Bcriin»Cfi2a2»iQHcnl3u1״{j9 Blolfetreustrssse 49« f I 4 '! ״I 'i 1 1 I יי 1 I j ,'J *׳־-, י 1 * '1 1 a ii 1“ ( וי, 1 ׳ 4 A #>. '0: I 4 י s i