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Jüdische Rundschau · 1911-06-30 · Heft 26 (30.6.1911) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 26 (30.6.1911)
Date
1911-06-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ד 11 n. Abonnements I$ut di« wiicl1<,nllid> •in Freit•; er• •rl11׳in«111l• ,»JWilUcho Kunilarliau" I k״*trn M «1« K»|1«111lim1 und bei | ■Ilm Hinter•» virrlrljälirlUb (.7.1 M., I •uUnlialb I)e11t»1i1l»ml« uml Oraler• rrirli Ungnni» 2.~* M.l för Milrlirder I jüiliHiirr Vereine im S«mmrll>«1u; 1 iliirdS den Verein 1,— M. ■ Verlag JUilUtb• Kumlediau K. O. m. I>. H. I 1( t * ר¬! I I E I I llrrlln*CI1*rlottmburg, niciHtreuelr. 49. Tel. Cb. 9M1. .2<— 10;י»»1>חוו1יי11ו;ו|"׳ Un<J4— 7Uhr, .Hier Sonnabend und Snnnta;. < . . * > S , . ./ ׳v c ךr?ך/ ח .)Lyuovjuu \ \ 0/ח_.חכ:/ נ 3״: /;! ) n n כ 1 1 Anzeigen fcotlrn für rlii» Fftit• **•I* mlef tlertn Khmmi 40 Pf,; Slfliffl• um! .(ir»1nt1r* *owii־־ VfM'in•• MiUrtlufi^rn liml ״Klrni# AfUMök'm* מי י״י י״י nur 30 Pf. i* *a «a M*m1»kf1|1|p wird^n, wmn Porto bei• ז־׳1* יייג^יו י״י» *uM׳nkgr*«mlt. י» Krt|ftkt.on«1(11l0״ M.Uwodi VurmiHag•• Itetlaktlon JUilUch• Runtlidiau Hrrlln«Ch»rlottenburjf, lllrlhtrcu.tr. 49. Tel. Cb. 9&8I. S|»rcth*lun«lrr» Dien*!••? um! Donnrr.Uf 5—6 Uhr h.fhmUUgi. j—o unr nudimiMigi. 0(?DC3 SILO ßosec^ß 2G0״yK!s Nummer 26 fei ... Berlin, den 30. Juni 1911 — 4. Tliammus 5671 XVI. Jahrgang Ausweis V'cliekcl: Dessau 70 Mk., Mannheim 12 Mk., Ratihör l'> Mk., Cosel 2 Mk., Duisburg «12 Mk., Pforzhein; 10 Mk., Stettin 80 Mk., München (V. J. St.) 20 Mk., Berlin 503 Mk., Hildesheim 7 Mk., Chemnitz 38 Mk., [:IherfekMl.'irmen 17׳ Mk., Filclmc 10 Mk., Ik'iün (Mer/Iklub) 15 Mk., Licgnitz. (1 Mk., Rees 4 Mk., Ilolicnsalza (liid. weihl. Jugemlhiiml) 35 Mk,, Str.ilihurg i. H. 7 Mk., I liillierstiult 2 Mk., Dresden 27 Mk., Siegburg 0 Mk., Köln 2 Mk., Frankfnrl a. M. 3(1 Mk., Tnorn 12 Mk., Mainz 70 Mk., Hamburg• Altona 0f) Mk. Landesbcitrllgc: Dessau 52 Mk., Berlin 3 Mk., Mainz 80 Mk., i'liorn 12 Mk., Dresden 13 Mk., Libnitz •I Mk., I'ilelnie 0 Mk., Berlin (Mcr/Iklnh) 7 Mk., Chemnitz!111 Mk., Hildcslteim 10 Mk., München (V. J. St.) 78 Mk., Duisburg 78 Mk., Pforzheim 2 Mk., Ratibor 5 Mk., Bierstadl-Wiesbadcn 1 Mk., Elberfeld-Barmen 14 Mk. Organisationsfonds: Professor Dr. Opet, Kiel, 9 Mk., Frl. Berta Majerowilsch 5 Mk., Zahnar/t L. Hausmann, Straßburg i. E,, 5 Mk., Myrtill Bloch, Strallburg i, E., 5 Mk., Adolf Arnlcld, Duisburg, 4 Mk., Max Antfeld, Duisburg, •1 Mk., Zahnarzt Ger• son, Stettin, 3 Mk., Max Alayer, München, 5 Mk., Alfred Snlinger, Filcbne, 5 Mk., Lehrer Koscnberg, Bierstadt-Wicsbaden, 2 Mk., aus Cbcmnitz(2. Quartal): Goldliaber, Frau Dr. (iütz je 2,50 Mk., Kicher 1,25 «Bark, Anis 1 Mk., Cieller, Pfeffer je —,50 Alk., Isaac Meyer, Wilhelmshaven, 3 Mk., aus Freiburg 3,50 Mk., Stettin —,50 Mk. (siehe ״Verschiedene Spenden'•). Eingang vom 22. bis 28. Junis Schekel DOS Mk., Landcsbciträge: 470 Mk., Organisationsfonds: 02,25 M. Gcsamtcingangs Sehekel: 1971 Mk., Lamlesbei• trüge: 3782,80 Mk., Organisationsfonds: 8011,25 Mk. Berichtigung. In Nr. 23 sind 13 Mk. Schekel und 12 Mk. Landesbeiträge aus Köln ausgewiescu. Statt dessen mnli es heilten: Rees J0 Mk., Saarbrücken 2 Mk. und Sierk 1 Mk, Schekel, und Rees 5 Mk., Saar• brücken 4 Mk., Sierk 3 Mk. Landcsbeitriigc. An der Addition ändert sich nichts. Adresse' für Geldsendungen: Zionistisches Zcntralburcau, Charlottcnourg 2, Blcibtreustraßc 49. Postscheckkonto 8091, Bankkonto: A. H. Hey* mann & Co.» Berlin NW., Unter den Linden 59. Der X. Kongress Die erste Sitzung der Deutsch cnLandstu a n n s c h a f t in Basel findet bereits am Montag, dem 7. August 1911, abends 8 Uhr, im Saale des Stadtkasinos statt. Auf der Tagesordntmg steht die Wahl der deutschen Mitglieder ztim Permancnzaiisschuß. Tcilnaluncbcrcchtigt sind alle Mitglieder der Deutschen Landsmannschaft, stimmberechtigt die Inhaber von Mandaten deutscher Gruppen. Am 3. Juli wird in Basel ein Bureau des X« Zionistenkongresses unter Leitung des Herrn Professors Dr. L. S. Ornstein eröffnet werden. Bis zum 3. Juli sind alle Korrespondenzen an das Zionistische Zcntralburcau (Abteilung Kongreß), Köln, Karolingerring 31, zu richten. Tribünenkarten Bei frühem Kongressen hat sich der Ucbelstand ergeben, daß Plätze für die ganze Dauer des Kongresses belegt, von den Inhabern der betreffende,! Karten aber nur bei einigen Sitzungen benutzt wurden. Da bekanntlich die Tribünen im Baseler Kongreßhause bedeutend Weniger Platz, bieten, als dies im Haag und in Hamburg der Fall war, wäre zu befürchten, daß dieser Ucbelstand sich auch’ diesmal in erhöhtem ״Dor Ziontomua eratrebt für da« jiiiiificlio Volk dio Schaffung einer ttffcntllch-rcchtllch goaichorton Ilcimatütto in Pnläatlna.“ Baseler Programm• Maße fühlbar machen würde. Es ist deshalb im Interesse der Gäste die Bestimmung getroffen worden, daß Karten nur für die einzelnen K011greßtage verausgabt werden. Dieselben können im Voraus bestellt werden. Cs werden, soweit der verfügbare Raum dies z.ulülit, Karten ausgegeben für den 9., 10., 11., 13. und 15. August, (Am Montag den 14. August linden keine öffentliche Sitzungen statt.) Die Vormcrkungsgebühr beträgt: 1 Frc. pro Karte und pro Tag, also 5 Frcs. pro Karte für sämtliche Verhandhmgs׳\age. Der Betrag ist bei der Anmeldung einzusenden. Briefmarken aller Länder werden entgegcngenoinmcH. Auf Anregung unserer Stettiner Ortsgruppe hat sich das A. C. entschlossen, zionistischen Vertrauensleuten, und Abgesandten von Ortsgruppen,die sich als solche in geeigneter Weise legitimieren und sich rechtzeitig an das Bureau wenden, bevorzugte Tribünenplätze zukommen zu lassen. Wir halten die Berichterstattung über die Kongrcßvcrhandlungcn auch in solchen Gruppen, die einen eigenen Delegierten zu entsenden nicht in der Lage sind, für ein so wertvolles Mittel der äußeren und inneren Propaganda, daß wir erwarten, daß geeignete Gesinnungsgenossen in recht vielen Fällen von dieser Vergünstigung Gebrauch machen — und alsdann ihren heimatlichen Parteifreunden als Referenten zur Verfügung stehen werden. Wohnung Das Kongrcßburcau wird für die Delegierten und Gäste auf deren Wunsch in Basel Wolinim• gen in jeder Preislage in Hotels und Privatliäuscrn besorgen. Die Besucher des Kongresses haben schon jet/.t die Gelegenheit, ihre Wünsche betreffs Unterkommen und Verpflegung dem Kongreßlmreau zu übermitteln. Die Erledigung wird aber erst nach dem 3. Juli erfolgen. Die Opfer von Drohobycz Langsam nur verbreitet sich Klarheit über die Vorgänge im Locwcnsteinschen Kreise. Aber wenn man von einigen Böswilligen absieht, so muß gesagt werden, daß die gesamte Presse einstimmig ist, in der Feststellung zweier Tat- Sachen. Daß erstens einmal die Schuld an den Unruhen restlos den polnischen Regierungskreisen zuzuschreiben ist und dann, daß die Abgabe der Gcwehrsalven rechtswidrig und leichtfertig erfolgte. Einige Preßstiminen geben wir weiter unten. So ist cs denn sicher, daß die Toten, die dort geblieben, kein Vorwurf trifft. Auch vom Standpunkte nüchterner rechtlicher Erwägung fielen sie schuldlos. Und alle jene die noch heute mit dem Tode ringen, alle, Akademiker, Arbeiter, Kaufleute, Frauen und Mädchen, die zu Krüppeln geschossen wurden, tragen ihr Leid, weil sic der rechtbeugenden Gewalt mit all der Zurück- Haltung, die bei der Lage der Dinge nur möglich' war, cntgcgcntratcn. Diu Toten von Drohobycz fielen als Helden, lind das jüdische Volk wird zeigen müssen, daß es seine Märtyrer wie irgend eines zu ehren weiß. Die äußere Not der Ueberlehenden soll durch eine Sammlung gelindert werden, die schon gute Fortschritte macht. Auch die eigentlich Schuldigen, I)r. L o e w e n s t c i 11, der frühere Vi/.cbiirgermeistcr Feuerstein und andere haben Geld gesandt. Sic werden sich‘ nicht rein waschen. Wir aber wollen die, welche als Zionisten fielen, ehren mit den Ehren, die der Zionismus zu vergeben hat. Das Zentralkomitee der Zionistischcn Vereinigung für Deutschland hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Zionisten Deutschlands auf/urufen zu einer Sammlung,־ durch die die Opfer von Drohobycz in das Gol- 11 e ne B uc 11 d es Jüdischen Nationalfonds eingetragen werden sollen. Die Beträge sollen zu einer gemeinsamen Eintragung der dcutscheu Zionisten angcsammclt werden als würdides Denkmal, nicht nur für die Kämpfer des 19. Juni, sondern für die Judenschaft Galiziens, die in wenigen Jahren jenes wunderbare Werk der Selbsterzichung und Selbstbesinnung vollbraente, das sie aus willfährigen Sklaven pol* nischcr Anmaßung zu nationalen Streitern und opferbereiten Vorfechtern ihres zionistischen Ideals machte. Wer nur immer Respekt empfindet vor der Entwicklung, die sich in diesem Teile unseres Volkes vollzogen hat, der steuere reichlich bei. Wer heute noch Sinn hat für ein solches Schauspiel im Lehen der Völker, dessen Name wird unter den Spendern zu finden sein. Die Zionisten Deutschlands die mit anderen Mitteln und auf weniger gefahrvollen Wegen für ihr jüdisches Ideal cinzutreten haben, werden sich selbst ehren, wenn sie so die Toten und die lebenden Streiter jenseits ihrer Landesgrenze ehren. + Am Sonntag fand in Wien eine von der zionis t i s c 11 e n Partei einberufenc Protcstvcr* s a in m 111 n g wegen der blutigen Droliobyczcr Wahl- Vorgänge statt. Der Saal war dicht besetzt. Die Redner wandten sich in besonders scharfer Weise gegen das Treiben des Droliobyczcr Wahlmachers, des Bürgermeisters Jacob Feuerstein, der sich in 15 Jahren durch Petroleurnspekulationen vom einfachen Schn.ipsvcrkäufer zum vielfachen Millionär aufgcschwangen hat und der bei seinen Aktionen stets alle polnischen Behörden auf seiner Seite hat. Die Hausbesitzer in der Droliobyczcr Jakob Feucrsteinstrafic haben die Straßcntafeln mit dem verhaßten Namen entfernt, In den Kreisen der Oppositionsparteien ist man einstimmig der Ansicht, daß neben dein Rabbincrssohn Loewcnstcin — der inzwischen sein Mandat niedergelegt hat, dem früheren Vizebürgcrmcistcr Feuerstein die Hauptschuld an den Vorgängen trifft, Das kam auch bei dessen Ankunft in Wien zum Ausdruck, wo gegen ihn seitens der jüdischnationalen Studentenschaft erbitterte Vorwürfe geschleudert wurden. Einer ihrer Vertrauensleute hatte sich an die Stätte des Ungiicks begeben und dort von der Wiener Reise erfahren. Einige Studenten wurden bei der Demonstration verhaftet. — In den Stichwahlen unterlagen unser Freund Reich (Stry) mit 2834 Stimmen von 6091 und Ringel (ßuezaez) mit 31S0 Stimmen Von 6681. Nach den letzten Vorgängen ist auch bei den beiden städtischen Nachwahlen in Drohobycz und Zloczow für unsere Freunde wenig Hoffnung.

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