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Jüdische Rundschau · 1911-06-09 · Heft 23 (9.6.1911) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 23 (9.6.1911)
Date
1911-06-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 265 Nr. 23 Gruppe betätigte, welche einige Time vorher als cjfri1:e Förderer des Blumentages für ״d e 111 s c h e Invaliden" ihr Mitgefühl so deullidi 7ntn!׳c treten liell. Jedenfalls zeigt sich, dnll, *venu wir nur energisch und geschlossen unsere jüdischen l'mdc• rinnen;iiifslellen, wenigstens ein prinzipieller Frfolg wolil stets zu erreichen ist, Ich berichte Ihnen diese Tnis.iche als Anregung fiir andere zionistische Gruppen iniierhalh nichtzioiiistiseher Vereine. I>, M. Prankfurt a. M. Hier fand eine Versammlung des Zcntralverclns jüdischer Gemelndcmltgliedor slali, in welcher Dr. J. II ei ne mann über die , p I a n t e V e r s c h I e c h t e r 1111 g d e s S t a t u t s de■; D e u t s c 11 -1 s r a e I i t i s c 11 e 11 Oe in e i 11 d eblindes" referierte, ln hervorragender Weise besprich der Redner recht eingehend die geplante 1:111• red 11mg der kleineren Gemeinden und kam aus einer giilie von Gründen zu einer scharfen Ablehnung de:׳ vom AiisscIiiiII vorgesehenen Statutenänderung. Di! Diskussion ergab eine vollkommene Ucberein• Stimmung der Versammlung mit dein Referenten. Im ress.inl war das Auftreten des Vertreters mul Aus• seä.ifimitgliedcs des I). J. Ci., Direktor Dr. Adler, d.r im Prinzip und in der Hauptsache mit der Kritik di Referenten ühcreinstiiitnite, ferner scharfe Worte gc ׳■•n die geplante Zwangsorg.uiisation fand und mir in ganz, unwesentlichen Punkten ein Aenderungs• in.iürfnis fiir gegeben hält. Dr. Hanauer und Mitin Lcvfgard stellten fest, dab Direktor Dr. Aolvr den Zusammenhang zwischen der geplanten St lUitcuäiulerimg und dem Organisationsentwiirt zu• gr*,e mul wiesen auf das reaktionäre Vorgehen des An schusses hin, der sich auf ungerechte Weise eine Majorität schaffen wolle. Ebenso wurde in der Dis• kn^ioii das Zirkular des Ausschusses, das verhüllt mit der Entziehung von Subventionen drohe, schart gekennzeichnet. Die erregte Versammlung nahm schließlich mit einstimmiger Zustimmung folgende RcMilutiou an: ״Der Zcntralverein Israelitischer Oe• rncimlcimlglicdcr protestiert aufs entschiedenste gegen die i'eplantc Abänderung des Wahlrechts. Sie würde der großen Mehrzahl kleinerer Gemeinden eine Vcr• trcimig unmöglich machen, den Stimmen der etwa vertretenen jedes Gewicht nehmen und den cntschei• dcmlcn Einfluß nicht etwa den Großgcmeindeu, sondern den jeweiligen Mehrheiten in ihren Vor• stünden zuerteilcn. Als treues Mitglied des Gemeinde• blindes warnt der Verein vor einem Schritte, der zahlreiche Gemeinden aus dem Bunde drängen, ihm das Vertrauen der jüdischen •Allgemeinheit entziehen und den Voten des Ocmcimletagcs der Regierung und der Oeffeutliclikcit gegenüber jede Autorität nehmen müßte.“ Frankfurt a. M. Fine recht lebhafte Teilnahme fand der diesjährige Bundestag des Bundes gesetzestreuer Lehrer, der in der Aula der Realschule der Isr. Religionsgesclischaft abgehaltcii wurde. Die Leitung hatte Direktor Dr. G. L a n g c. Begrüßt wurde die Versammlung von Herrn J. R 0 s c 1111 c i in, Frankfurt a. M., namens der Religionsgemeinschaft. Den fahrcsbericht erstattete Direktor Dr. G. Lang c. Der Bund habe sich sehr stark vermehrt und umfasse bereits ein Fünftel sämtlicher Lehrer in Deutsch• land. Das Vercinsvermögcn ist auf 25000 Mk. ge• stiegen, und die Leitung ist den einzelnen Mitgliedern sehr oft mit Rat und Tat, Führung von Prozessen usw. zu Hilfe gekommen. Der Bericht beschäftigte sich ferner mit der Arbeit des Vorstandes bei dem Lehrer• besoldungsgcsetz und besprach die Pensions• und Reliktcnvcrsichcrmig. Diese Punkte wurden in der folgenden Diskussion eingehend besprochen. Das nächste Referat wurde von Dr. R o t h s c h i I d*Halber• stadt über ״Fürsorge der s c h u I e 111 w a c 11 s eneu J u g e n d“ gehalten, worin der Referent recht nützliche Winke tilr die Beeinflussung der schulentwachsenen männlichen und weiblichen Jugend durch den Lehrer erteilte. Dann sprach Moritz A. Loch über die ״Privatvorsichcrung" und stellte in einem sehr instruktiven Vortrage die für die Lehrer interessanten Paragraphen des diesbezüglichen Gesetzentwurfs zusammen. Auch dieser Vortrag entfesselte eine lebhafte Diskussion, Nach einem gemeinsamen Mittagessen erfolgte Fortsetzung der Diskussion sowie Besprechung einiger organisatorischer Fragen. Die Versammlung schloß mit einem Vortrage des Direktors Dr. G. Lange über die ״Bedeutung der EI i j u h r e d e 11 i n» Buche H i o b", Steinhorst (Prov. Hannover). Kürzlich fand eine Aufsichtsrntssitziing der Land• und Lehrguts-Gesell• schaft statt, der bekannten Gründung der Alexander und Fanny Simonschcn Stiftung, die junge Israe• Adressen - Aenderungen l / Bei Adressen-Aenderungen während des Quartals beliebe man bei der Poslans 'alt des allen oder des neuen Wohnortes die Ueber• Weisung an die neue Adresse zu bean ragen. Irgend eine Mitteilung an die Expedition hat ki inen Zweck, da diese in derartigen Fällen niemals direkt etwas unternehmen 'kann. Verlag ״Jüdische Rundschau Ilten ,zur Landwirtschaft ntisbiklct und zu diesem Zweck das Lclirgut S t e i 1111 o r s t bei Gelle (Pro• vinz. Hannover) betreiht. Von Aiifsichtsrats-Milgliedern, die der Verwaltung der Simonschcn Stifhing nicht angehören, waren anwesend die Herren killergulspäcliler Dohm, Professor Warburg* Berlin und Rcnlier B r a 11 d t •Berlin. Der Geschäfts• fülircr, i)r. K a t z. •I lannover, berichtete ülu׳r den Stand des Unternehmens. Es wurde beschlossen, fiir den Neubau des Lchrliugshaiiscs, welches noch vor Winter bezogen werden soll, 000 10׳ Mk. zu bewilligen Der Neubau des Wirtsciiaftshofes wird in etwa zwei Monaten zu Ende geführt sein. In Verbindung mit den neuen Gebäuden kommen auch wiederum 'versdiiedene neue Maschinen zur Aufstellung, so daß Stcinhorst in jeder Hinsicht die Aufgaben eines 1110• dcnieii Lehrgutes erfüllen kann. Aut dem Gebiet der Mourkultur, für das seil der letzten Kaiserrede großes Interesse herrscht, ist bekanntlich die Ge• Seilschaft schon seit Beginn ihres Arbeitens tätig, und es gelaugt 1011 ein beträchtlicher Teil unseres Moores zur _ endgültigen Fertigstellung. Die dies• jährigen Aufforstuiigsarbeiten sind gut gelungen. Die Felder standen im ersten Frühjahr prächtig, leiden aber jetzt, wie die ganze Gegend, unter der furchtbaren Dürre, so daß hieraus leider unserer Gesellschaft erhebliche Verluste erwachsen. N e 11 a u f 11 u 11 in e 11 von Lehrlingen finden zum Herbst statt. Es können daun, nach Vollendung des neuen Lelirlingsliatises, noch acht junge Leute Stellung finden. Bekanntlich schließt die Ge• Seilschaft mehrjährige Verträge ah, in denen sie sieh zur Erteilung einer guten landwirtschaftlichen praktischen und allgemeinen Ausbildung verpflichtet, ebenso zur Aufnahme der Lehrlinge in den Haus• halt. Die dagegen von den Eltern der Lehrlinge zu leistende Vergütung wird im Einzelfalle festgesetzt. Aufgenommcn werden nur körperlich und geistig vollkommen Taugliche; Stcinhorst ist ja nicht eine Art von Erholungsheim, sondern ein landwirtsclialtliches, fachliches Erz.iehungsiiistitut, welches den besonderen Bedürfnissen unserer Glaiibeiisgemcin• schaft Rechnung trägt. Für Lchrliiigszwecke in Stcinhorst hat der Vcr• ein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands für 1911/12 wiederum 3000 Mk, bewilligt. — Anmeldungen von Lehrlingen sind zu richten au die Alexander und Fanny SI m o 11 s c h c Stiftung, Hannover, Hansa• 11 a u s. AUS HAMßURG־ALTOMA An! Dienstag, den 23. Mai, veranstaltete die Ortsgruppe unter dem Vorsitze des Herrn R.־A. David eine B e z i r ks v c r s a m 1111 u n g in Barm• bcck (Hamburger $tr.), nachdem in den übrigen Stadtteilen und Vororten schon Versammlungen statt• gefunden hatten. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum erstattete Herr Dr. incd. G. BI o c d c, welcher gerade von einer Palästinareise zurückgc• kehrt war, Bericht über seine im Lande unserer Viitcr empfangenen Eindrücke und über seine Erlebnissc. Er schilderte in lebhaften Farben den guten Stand der jüdischen Kolonien, welche jetzt nach etwa 25 jährigem Kampfe um ihre Existenz zu blühendem Gemeinwesen sich emporgearbeitet hätten und von starken und aufrechten Menschen bevölkert seien. Die alte Sprache der Bibel, das Hebräische, wurde dort wieder zu einer Volkssprache, die von Klein und Groß im gewöhnlichen Verkehr als Umgangsspräche gesprochen werde. Sogar die nichtjüdischen Beamten der ausländischen Postanstalten, so führte Redner als merkwürdiges Beispiel an, seien ge- /.willigen, sich im Dienste der hebräischen Sprache zu bedienen. Eine starke Einwanderung nach Palästina müsse gefördert werden; allerdings dürften die Einwanderer sich nicht umstiirzlcrisclien Bewegiingen ansclilicßeu und etwa für fremde Staaten Propaganda machen, sondern sic müßten das türkische Bürgerrecht erwerben und sich als loyale türkische Staatsangehörige fühlen und beweisen. Die Ausfiibnmgcn des Herrn Dr. ttlocdc wurden mit lebhaften! Beifall aufgenommen. Als zweiter Referent des Abends sprach Herr Dr. med. Kalmus über ״Jüdische Zeit- und Streitfragen". Der Redner beschäftigtc sich hauptsächlich mit den jüngsten Vorgütigen in der Verwaltung der Alliance l s r a 15 - lite Universelle und führte in längeren Darlegungcn aus, daß mit allen Kräften bei den bevorstehenden Neuwahlen die Wiederwahl des bisherigen Vizepräsidenten Salomon Reinach verhindert werden müsse. Dieser Mann habe, wie bekannt sei, durch sein Wirken und seine Schriften bewiesen, daß er für die modernen Bestrebungen in der Judenhcit nicht das geringste Verständnis habe, sondern das große Werk, welches die Alliance mit ihren ungclicuren Mitteln erfüllen könne, lediglich im Sinne französischer Orientpolitik leite. Es sei daher sowohl vom jüdischen Standpunkte als auch von dem des deutschen Staatsbürgers durchaus zu wünschen, daß die Wahlliste, welche in den letzten Tagen von der deutschen Conferenzgcmcinschnft an die Mitgllcdcr der Alliance versandt sei, mit großer Majorität den Sieg über die französische Leitung davontrage. Auch die Ausführungen dieses Rcfcreuten fanden allgemeinen Beifall. Erst spat In der Nacht wurde die Versammlung vom Vorsitzenden mit einem warmen Appell an sämtliche Anwesende, sich der zionistischen Bewegung an/usclilicßcn, soweit sie noch keine Mitglieder derselben seien, geschlossen. Eine größere Anzahl von Personen folgten diesem Mahnrufe, so daß die Versammlung auch in dieser Hinsicht als eine wohlgehmgcne bezeichnet werden kann. VEREINS* RUNDSCHAU Gruppenverband Obersclilesfen Sonntag, den II. Juni er., 3'a Uhr nachm., in Zabrze (Hotel Koclunann, Roter Saal) A u s s c b 11 ß s i t z u 11 g. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Seliekelpropaganda und Vorbereitung der Kongrcßwahlen. 3. Vorschläge zur Ausgestaltung der Vortragstiitigkeit. Referent: Gg, Dipl.-Ing. Hecker- G I e I w i t z. Angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen der Mitglieder des Ausschusses unbe* dingt erforderlich. Alle Gesinnungsgenossen im Bezirk werden gebeten, möglichst zahlreich zu erscheinen. LA.: Arnold Wiener. Berlin. Kadimah (Gruppe der B. Z. V.) ist es gelungen, Herrn Dr. Nathan Birnbaum (Matiiias Achcr) für einen Vortrag zu gewinnen, der am Mittwoch, den I I. Juni 1911, um 9 Uhr abends, im Tiergartenliof stattfimlvt. Als Thema wurde gewählt: ״i)u hast 1111s auscrwühlt" (Atoll becliartomi ..). Freie Diskussion wird gewährt. Wir empfehlen unseren Lesern den Besuch dieses interessanten und wertvollen Abends aufs wärmste. Billetts a Mk. 1,— und 0,50 sind zu haben: In der Redaktion der Jüdischen Rundschau, Buchhandlungen M. O 0 n z c r, Oranienburger Str. 26, M. L i f s c h i t z, Linienstr. 210, und an der Abendkasse. ־^SPReCHSAAL«־־ Meino deutsche Bibelübersetzung, Ausgabe für Schule und Haus, wird in der nächsten Zeit in einer neuen Auflage erscheinen. Da das Buch neu gesetzt wird, so kann ich das Ganze einer eingehenden Revision unterziehen. Ich bitte die Herren Rabbiner, Schulleiter und Lehrer, die sich für diese Schulbibcl interessieren, mir freundlichst Aenderungs- und Vcrbcsscrungsvorschlage möglichst bald zu machen. Sic werden von mir mit großem Dank entgegengcnoimncn undj soweit sie mit Plan und Anlage des Buches in Einklang zu bringen sind, nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Dr. S. B c r n f e I d, Charlottcnburg, Goethcstr. 81. Erholungsorte bezw. Hotels und Pensionen, die antisemitischen Charakter haben. (Dort, wo hinter den Ortsnamen einzelne Lokale angcgeben sind, gilt die Nennung naturgemäß nur für diese,) Bansin. Villen: üertrud, Seewarte, Büchner, Strand* klatise, Pension Runge, Pensionat Concordia und Haus Kehrwieder. Binz. Villen: Glückspilz, Haus Gacbcl, Quisisana; Hot. Potcnberg; Rest. Imperial; Besitz Staub*). Binz nimmt Juden gern aut. Borkum. Brnunlngc (O.-l larz). Die frühere antis. Notiz in dem Prospekt erscheint jetzt in der etwas milderen Fassung: ״B. wird fast ausschließlich von Kurgästen christlichen Glaubens besucht." Nur dem Besitzer der ״Villa Germania" sind jüdische Gäste willkommen, Clausthal. Hotel und Pens. Voigtslust. Cuxhaven. Hot. Kaiserhof, Seepavillon, Bes.: Pillcr. Einöd b. Friesen in Obersteiermark. Finsterbergen b. Friedrichroda. Villa Waldbaus, (Kurhaus ״Fclscnstein“. Verwaltung versendet Pro• spekte: ״nur für cbristl. Familien"). Flinsbcrg. Pcnsionatc Borussia u. Hasse. Frankfurt a. M. Bahnhofs-Hotel Köln. Hof: Besitzer Laaß. Freudenstadt i. Schwzw. Palmcnwald. Goldberger Mühle b. Oberhof. Groß-Tabarz i. Thür. Hahncnktce i. Harz. Pens. Burgfriede, Villa Bocksborg. Harzburg. Dreikaiserhaus, Villa Winterberg, Nordliäuscr Str. Hasscrodc b. Wernigerode. Kurhaus Dr. Kurbel. Hclllgenhafcn. Herzberg a. Harz. Juist. *) Die diesjährige Pächtcrin der Villa SceblJck ln

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