Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1911)
- Date
- 1911-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Re ich in an n, Straßburg 5 Mk., aus Halberstadt: David l;reuntl, N. N,, Max Tarlowsky, Rein• holtl Warbtir g. Leonold W e rt h e i m e r je" 10 Mk., Jolm Wolf 4 Mk.. Otto L e v y 3 Mk., Isidor Neu• berger 3 Mk., Illowo: 17,50 Mk. (siehe ״Verseil. Spenden“). Eingang vom 27. April bis 3. Mai 1911: Schekel: 114 Mk., Landesbeiträge 42 Mk,, Organisationsfonds: 112,50 Mk. Gesamteingang bis zum 3. Mail Schckcl: 1574 Mark, Lanilesbeilrage 2101,50 Mk., Organisation«• fonds (1828,25 Mk. Adresse für Geldsendungen t Zionistisches Ztntralbtircau, C h a r I o 11 c n b u r g 2, Hleibtreu• stoße 49. Postscheckkonto 8091, Bankkonto! A. H. Hey* mann & Co., Berlin NW., Unter den Linden 59. A. I. U. Die zehnte Tagung der Deutschen Confcrenz• gemeinscliafi Wir veröffentlichen nachstehend auszugsweise den Bericht über die zehnte Tagu 11 g der Deutschen Confcrenzgemeinschaft der A. 1. U,, die am 25. April stattfand. Wir wir noch hören, haben die Herren Justizrat Blau, Ellinger und Schlesinger erklärt, daß sie auf ihrer Demission beharren und dem Zentra 1 komitcc in Paris nicht mehr angehören. Dies ist geschehen, nachdem sie in Paris durch einen von ihnen persönlich hatten unterhandeln lassen lind ihre Wünsche vom Pariser Zentralkomitee ab ge Ich nt worden sind. Wie wir weiter erfahren, hat am 3. Mai in Paris eine Sitzung des Zentralkomitees stattgefunden, in welclicr sich die Pariser Herren über das Vorgehen der D. C. G. schlüssig machen wollten. Wir werden in nächster Nummer ausführ• liclier darauf zurückkoinmcn. * Am 25. April, vormittags 11 Uhr, hielt in Berlin im großen Saale des Verwaltungsgebäudes <kr jüdischen Gemeinde, Rosenstraßc 2/4, die Deutsche Conferenz-Gemeindc ihre zehnte ordeutliche Tagung ab. In Abwesenheit des zurzeit auf einer Auslandsreisc befindlichen Vorsitzenden, Herrn Justizrnt Fuchs eröffnete der stellvertretende Vorsitzende Herr Geheimer Mcdizinalrat Prof. Dr. Landau die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde vom Vorsitzenden vorgeschlagen und von der Vcr- San1m111ng beschlossen, Depeschen abzusenden an Präsident Leven, Paris, Bczirksrabbincr Dr. Vivendi, Karlsruhe i. B. und Herrn Hermann Löb Stern, Mannheim. Der Vorsitzende erteilt das Wort dem Ge- *häftsführcr Herrn Rechtsanwalt Apfel zu c׳ne1n kurzen Bericht. . Herr Geheimrat Prof. Dr. Landau ergreift ,herauf das Wort zu einem Referat über ״Der Ü’.lonlsmua cratrcbt für da• jüdische Voll! dlo Schaffung clnor üffeatlich-rcch&llch gesicherten Klcimotütto In PalUutimu“ Baßc!cr Programztu die Walilangelegeiiheit, in dem er folgciKlcs ausführt: Der Bericht, den ich Ihnen über die Wahl- .Angelegenheit mul die hierüber geführten Vcrhandlungen mit Paris zu erstatten habe, ist leider ein wenig erfreulicher. Nach einem mühselig zustande gekommenen Frieden zwischen der D. C. (j. und dem Central-Comite in Paris hat Paris endlich die seit 1905 s t a t u t e 11 w i d r i g u n t e rb 1 i e b c n e n Wahlen zum C. C. ausgcschrie* hon und zunächst vorgeschlagcn, außer der Erneuerung des Mandats der inzwischen kooptier* teil Mitglieder, des C. C. nur ein Drittel der Mitglieder am •I. Juni d. J. neu zu wählen. Auf dieses Schreiben erwiderte der Vorsitzende der!>.(;. (j. Herr Justizrat Fuchs unter dem 15. März nach schriftlich eingeholter Genehmigung der D. C. G,, daß wir mit der Festsetzung des Wahltcniiins auf den 4. Juni einverstanden seien, jedoch wünschten, daß auch das zweite Statutengemäß 1911 ausscheidende Drittel gleich mitgewählt werde, und daß für die verstorbenen und ausgetretenen deutschen Mitglieder eine Neuwähl sattfinden solle. Herr Justizrat Fuchs machte schon in diesem Schreiben das G. C. darauf aufmerksam, daß vom Berliner Lokal-Comitd eine Reihe anderer auf der Pariser Liste nicht verzeiclincte Persönlichkeiten vorgeschlagcn seien, die wir gern zur Wahl für das C. C. stellen würden. Obwohl sich die Mitglieder der D. C. G. in überaus großer Majorität mit dem Vorschlag des Herrn Justizrat Fuchs einverstanden erklärt hatten, wurde dieser Vorschlag in einem Schreiben vom 17. März von Paris abgclehnt. Um nun den Frieden zu erhalten, glaubten wir, auf die Forderung, auch das zweite ausscheidende Drittel mit zur Wahl zu stellen, vorläufig verzichten zu dürfen, nicht aber auch darauf, daß für die verstorbenen und ausgctretcnen Mitglieder Neuwahlen vorgenommen werden sollten, weil dieses eine unberechtigte Zurück- Setzung der nach vielen Tausenden zählenden Mitglieder der A. I. U. hi Deutschland bedeuten würde. Diesen unseren Standpunkt machten wir in einem Schreiben vom 22. März der Leitung des C. C. in Paris klar. Obwohl nun dieses Schreiben direkt an den Präsidenten Herrn Leven gerichtet war, erhielten wir nicht von dem Herrn Präsidenten, sondern von dem Sekretär Herrn Bigart die vom 26. März datierte Mitteilung, daß das C. C. von neuen Kandidateu abzuschen wünsche und die bisherigen Mitglieder wiedcrzuwälilen vorschlage. Bisher war von Paris aus stets nur von der Wahl eines Drittels gesprochen worden. Beiläufig gab uns der Herr Sekretär zu verstehen, daß bereits von anderer Seite deutsche Kandidaten vorgeschlagcn worden seien. Auf dieses Schreiben erwiderten wir unter dem 31. März ebenfalls mit Zustimmung der großen Majorität der D. C. G., daß wir im Gegensatz zum C. C. in Paris cs nicht für zweckmäßig erachteten, von neuen Kandidaten abziisehen. Wir fügten noch hinzu, daß wir es mit Freuden begrüßen würden, wenn wir mit dem C. C. in Paris eine gemeinsame Kandidatenliste aufstellen könnten, und daß wir uns jedenfalls gestatten möchten, in gleicher Weise, wie es das C. C. in Paris getan, unsere deutschen Kandidaten zu präsentieren. (Jldclizeitig stellten * wir noch einmal die Forderung, für die verstürbenen und ausgetretenen Mitglieder Ersatz vornehmen zu lassen und baten telegraphisch, die Aufstellung der endgültigen Kandidatenliste zu verschieben, bis eine Einigung erzielt worden sei. Auch dieser Vorschlag wurde abgclehnt mit dem Hinweis darauf, daß wegen des nahe bevorstehenden Wahltermiiis keine Zeit zu einer Verständigung über neue Kandidaten geblieben wäre, und daß die noch zur Verfügung stehende Zeit zur Verbreitung der Wahllisten unter samtliehen Lokal-Comites der Alliance in allen Erdteilen bis nach Bagdad, Cura^ao und Schanghai nötig sei. Die Vorschläge betreffs einer Ersatzwähl für verstorbene bzw. ausgetretene Mitglieder sollten erst hei der Vornahme einer Wied e r w a 111 des 1911 a u s s c 11 e i d e n d c n Drittels in Erwägung gezogen werden. Erst später in einem Schreiben vom 6. April erklärten sich die Pariser mit unserem Vorschlag einverstanden, jedoch mit dem Bemerken, daß sie die von ihnen vorher benannten deutschen Kandidaten von uns auf die Liste gesetzt zu sehen wünschen. Noch immer gaben wir die Versuche, uns‘ mit Paris zu verständigen, nicht auf und sprachen, . da jetzt nur noch eine Verschiebung des Wahlterinins am ehesten eine Verständigung über eine gemeinsame Kandidatenliste ermöglichen konnte, am 2. April die Bitte aus, zu diesem Zwecke den Termin evtl, auf Oktober dieses Jahres zu verlegen. Auch diese Bitte wurde rundweg telegraphisch am 6. April abgclehnt. Somit blieb uns nicht anderes übrig, als unsere Kandidaten, die die Zustimmung der D. C. G. erhalten hatten, dem C. C. in Paris zu benennen lind ihm unsere Liste zu übermitteln, was auch am 1 2. A p r i I geschah. A u f d i e s e s Schreiben ist bis heute eine Antwort nicht ein ge laufen. Dagegen wurde in Paris schleunigst eine außerordentliche Sitzung des C. C. zum 15. April eiuborufen, ohne daß wir Mitglieder der D. C. G. hiervon in Kenntnis gesetzt wurden, geschweige denn daß wir etwa zu dieser Sitzung eine Einladung erhalten hätten, ln dieser Sitzung wurde nicht etwa über das dem Central-Comite von uns auf offiziellem Wege zugestcllte erwähnte Schreiben vom 12. April nebst Kandidatenliste verhandelt, sondern über unser Schreiben vom 9. April, das zunächst mir für die Mitglieder der D. C. G. und des Berliner Lokal-Comites bestimmt und an diese gerichtet war, und das zu den Herren in Paris a 111 ei 11 em 11 ns unbekannten Wege gelangt sein mußte. Das Resultat jener Sitzung wurde am darauf folgenden läge in einem vom Herrn Präsidenten und Herrn Sckretär unterschriebenen Brief niedergelcgL Dieser Brief wurde wiederum mit Umgehung unseres Präsidiums an Mitglieder der D. C. G. gerichtet mit der Aufforderung, nach Paris zu berichten, ob sic sich den Anschauungen der Pariser anschließcn. In diesem Fall sollten sic dem Präsidium der D. C. G. in unzweideutiger Weise zur Kenntnis bringen, daß sie nicht mit ihm einverstanden seien! Ich bin überzeugt, daß Sie alle mit mir darin übereinstimiiicn weiden, daß diese von Paris gewählte Taktik nicht sehr viel zur Hebung des