Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1911-03-17 · Heft 11 (17.3.1911) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2651711-2651723--07628-2664808
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 126. VE DIS Cii E R UN D SCHAU No. 1|. ׳ . . •ו t Obwohl wir hierbei »lieht vergessen, daß dieser plülzlieh in Erscheinung getretene Antiseiiiitisimis mir eine Waffe war, die man nach dem Gebrauch vielleicht wegwerfen wird, müssen wir cs doch beklagen, daß inohamcdanischc Abgeordnete eine atidere Religionsgcmcinschaft in derselben Weise bekämpfen wollen, in der in Rullland ihre eigenen Glaubensgenossen bekämpft werden. Ein russischer Mohamedaner hat sich im ״Jeuno Turc“ schon über das Widersinnige dieses Vorgehens ausgelasscn. Möge man sich das recht zu Gcimitc führen." ' Ungarn Verwaltungen eine Einladung zu einer Delegiertenkonferenz ergehen lassen, die am 25. und 2(>. Mürz in Wien stattfinden soll. Hs zeigt sich also auch in Oesterreich als Holge der gleichen Verhältnisse die gleiche Auffassung (Hier die zweckmälligen Mittel zur Beschränkung der herrschenden Mlßständc, und cs hat sich der Wunsch geltend gemacht, mit der Deutschen Zentralstelle in Berlin in dieser Frage zusammcnzugcitcn. Die letztere Ist sehr erfreut über die Förderung ihrer eigenen Bestrebungen durch die neu zu schaffende Schwesterorganisation mul wird, soweit es in ihren Kräften steht, auch ihrerseits der österreichischen Organisation sich nützlich zu erweisen suchen. Eröffnung der jüdischen Mensa akademika in Budapest Die von dem zionistischen Akademiker-Verein ״Makkabäa" in Budapest angestrebte Errichtung eines jüdischen Studcntcntischcs Ist nach langem Bemiihen in die Tat mugcsclzt worden. Der Ungarisch- Israelitische Landcskulturvcrcin hat sich der Angc- Icgcnhcit angenommen, indem er die nötigen Mittel bcrcitstcllte, worin ihm allerdings auch die Zionisten behilflich waren, die unter anderem das Rcinerlrägnis der im Lande veranstalteten Makkabäerfeiern zu Gunsten der Mensa abtraten. Am l. März fand die feierliche Eröffnung des Studcntcntischcs in seinen Lokalitäten, die sich in der Nähe der Universität und der Technischen Hochschule befinden, statt. Nacli den Bcgriillungswortcn des Präsidenten des Kultur- Vereins, Baron M. L. Herzog, hielt Rabbiner Dr. Simon Hevesi eine längere Ansprache. Namens des Damcnkomitccs sprach Frau Hofrat Neu mann. Weitere Reden hielten Dr. Weillcr, Dr. 'IJliias Hevesi und namens der Makkabüa cand. mcd. Viktor J o r d ä n. Die Gründung des Studcntcntischcs ist auch aus dem Grunde zu begrüßen, weil er eine regelmäßige Zusammenkunft der jüdischen Studenten, die ungefähr ein Drittel der Budapester Akademiker bilden, ermöglichen wird. PALAe5TINA־RUND5CHAU Eine neue hebräische Jugcndzellung in Palästina Vom Nissan d, .1. ab wird in Jaffa unter dem Namen ״Molcdctli" eine neue Illustrierte hebräische Monatsschrift für die reifere Jugend unter der Redaktion von Sch. Ben-Zion (Outtmann) erscheinen. Die neue Monatsschrift wird von dem Verband hebt Bischer Lehrer in Palästina mit Unterstützung des Jugcndschriftcnverlags ״Koliolcth" herausgegeben. Der Abonnementspreis der Monatsschrift ״Molcdeth" wird für Palästina 10 Fres., fürs Ausland 13 Fres. jährlich und dementsprechend halbjährlich betragen. Dem Vcrwaltungsrat gehören die Herren A. Berlin, S. D. Levontin, Direktor der Anglo-Palestinc Company, Mordechai ben llillel Hakoheu, B. Joffe, M. Scheinkin, M. Disengaff und P. Auerbach an. Adresse: ״Molcdcth", Jaffa, österreichische Post. Austen Gt-MeiMDeri Berlin. Wir erfahren, dall das Vorgehen der Deutschen Gemeinden in der Frage einer Reform der W a n d c r a r in c n f ü r s 0 r g c auch im Auslände Nachahmung findet. Vor kurzem hat der Gcincindctag des Schweizer Gcmcindebundcs Grund- Sätze für die Abfertigung der Durchreisenden angcnominell, die den von der Deutschen Zentralstelle entworfenen analog sind. Mit den belgischen Gemeinue»; sowie mit Paris sind Verhandlungen über ge- »!!einsames Vorgehen mit der Deutschen Zentralstelle angckniipft worden. Doch wichtiger als alle diese Fortschritte dürfte sich die von der ()österreichisch- Israelitischen Union zu Wien beabsichtigte Schaffung einer Zentralstelle nach dem deutschen Muster erweisen. Wie wir hören, hat die genannte •Körper- Schaft an die Vorstände der österreichischen Kultus- Soeben erschien: »N mm mm «a aa aa aa aa aa aa aa aa aa aa aa aa aa 3üdiscfies iü a a Wereins-JBiederßucfi j: -IN I. irtubl virbiiurli ftutlaji (160 Seiten) _;י In biegsamem Umichlag, gediegener AuslOhrung.^t'reis " pro Bxcmpiar Mk. 0.60 — ו Kr. Ost. W. Uci grosserem •* Uczug holier lUtiaU. Zu beziehen durch die «« Goschäftsstollo der Jüdischen Turnerschaft SSE Berlin, Aloxandorstr. 39,. >• gegen Vorclnsc!düng oder Nachnahme u.!0 P!g. Porto. JJJ Hierzu crichcln« In wenigen Wochen! ■« s: Notenanhang zum •5 •-.~=b5 Vereinsliederbuch s ■■ zirka 60 eigene Melodien, pro Exemplar Mk. 3.—, von ■ SS J Exemplare 1b b Mk. t.60) : ■■ ■ ... Berlin. Austritte uns dem Judentum in den Monuten Junuur und Februar Füll: Kaufmann Sallv Stern, Spenerstr. 31). — Arzt Dr. Otto Hekersdorff, Rixdorf, Bergstr. 145. — Malerin Hlsa Berg, Geishergstr. dl. — Prakt. Arzt Dr. mcd. Alfred Friedlaemlcr, Scliöncbcrg, Martin Lutherstr. 82. — Bertha Fricdlacmlcr, gel). Mendel. Scliöncbcrg. Martin Luther.str. 82, - Kaufmann Julius Lehmann. Rixdorf, Jansnstr. 13. — Elisabeth Ronu, geb. Sklarck. Wichmannstr. 3. — Hlisc Lippmanu. geh. Wendrincr. Schöneberger Ufer 36a. — Bankier Ktnil Sachaczewski, Scliöncbcrg, Bayrischer Platz 10. — lngenietir Alberl Goldschmidt, Charlottenburg, Berlinerstrafte 19. — Apotheker Julius Jacob, Tempelherrenstralle 9. — Agnes Jacobson, geb. Lange, Belle- AUiancestr. 08. — Clara Krotoschin, Cliarlottcnburg, Wormserstr. 10. — Schankwirt Moritz Zeidler, Heiligegeiststr. 34. -- Arzt Dr. Carl Levy, Carlstr. 33. — Anna Spielmann, geb. Busack, Neanderstr. Ua. — Gertrud Goldmann, geb. Laboschitt. Charlottenburg, Witzlcbciistr. 3. —• Kaufmann Paul Klein, Karlshorst, Prinz Adalbcrtstr. 16. — Konditor Benno Arnadc, Cliarlottcnburg, Ausbachcrstr. 38. Berlin. Die Gcncraivcrsani m I u n g des llUfsverclns der Deutscheit Juden findet am Sonntag, den 19. Mürz, vormittags 11VI! Uhr, in Berlin, Hotel Prinz Albrccht, Prinz Albrcchtstralle 9, statt. Die Tagesordnung derselben lautet: 1. Vorlegung des Geschäftsberichts. 2. Entlastung der Verwaltung. 3. Wahlen. Der Generalversammlung geht eine Sitzung des Zentralkomitees des Hilfs- Vereins der Deutschen Juden voran. Berlin. Unter der Spitzmarkc ״Mit Speck fängt man Mäuse“ schreibt die ״Welt am ::I Die jüdischen Bewohner des Berliner Vororts Friedrichshagen erhielten vor kurzem folgende verheißungsvolle Zuschrift: ״Sehr geehrter Herr! Am nächsten Sonntag, den 5. d. Mts., abends 8 Uhr, wird Herr Le vy- Wandsbek einen Liclitbildcrvortrag i'bt’r Heilige Stätten im Lande unserer Väter (Jeru* salem mul die Arbeit unter Israel) im Saale Schamweberstr. 114, 2. Hof, 1 Treppe, ablialtcn. Hierdurch erlauben wir uns, Sicimd ihre werten Angehörigen zu demselben ergebenst einzuladen. Hs würde uns eine große Freude sein, wenn Sie uns mit Ihrem Besuch beehren würden. Der F.intritt kostet nur 20 Pf. Wir sind überzeugt, daß die Teilnahme an diesem Vortrag fiir Sic von besonderem Interesse sein wird, da Herr Levy als ein Mann aus Israel nach vielen interessanten Erfahrungen bewogen wurde, durch der* artige Vorträge seinen Glaubensgenossen zu dienen. Indem wir uns der Hoffnung liingebcn, daß Sic unserer Einladung giitigst entsprechen werden, zeichnet hochachtungsvoll (gcz. Blcchcr." •- Dieser Herr Blccl'£.r ist der Leiter der ,.entschieden christlichen" Jugendbewegung. Man geht wohl nicht fehl mit der Annahme, daß der Referent Levy, ״ein Mann aus Israel", durchaus nicht etwa die Absicht hat ,.seinen Glaubensgenossen zu dienen", sondern darauf aus ist. der ״entschieden christlichen“ Bewegung Proselvteu zuzufülircn. Die ״harmlose" unwahrhaftige Aufmachung der Hinladung schmeckt stark nach einer Vorspiegelung falscher Tatsachen. Eine ״cntschicden christliche“ MethodeI .... München. Vor kurzem wurde hier die Klinik des Vereins Kraiikcnhclm, das erste jüdische Krankenliaus in unserer Stadt, eröffnet. Schon seit vielen Jahren war von den jüdischen Aerzten und Patienten das Bedürfnis nach Errichtung eines jüdischen Krankenheims in unserer Gemeinde als dringlich ernnfunden worden. Vor längerem war auch innerhalb der München-Loge ein Fonds als Grundstock für die Schaffung einer solchen Anstalt gesammelt worden. Aber erst in der letzten Zeit ist cs gelungen, die großen Schwierigkeiten zu überwinden, die sich dem Werke entgcgengcstellt hatten. Der im Jahre 1909 begründete Verein ״K r a n k c n h 0 hn . israclitistelle P riva tkl 1111k" übernahm die Aufgabe der Schaffung eines Krankenheims im Anschluß an das seit Jahren hier bestehende und beslbewührtc ״lsraclitisclic Sc 11 w cstc rnh cim". Es gelang ihm im vorigen Jahre, ein sehr geeignetes, günstig gelegenes, schönes Haus (Hermann Schmidstraßc 5) zu erwerben, das nunmehr nach vollendetem, durch den Architekten Emil Löwenstein geleiteten Umbau seinem Zwecke zugeführt worden• ist, Der ganze erste Stock des stattlichen Baues Ist den Schwestern überlassen worden, die in den luftigen und freundlichen Räumen ein wirkliches Heim erhalten haben, in dem sic Erholung finden können von ihrer schwerem aufopferungsvollen Arbeit. Das zweite Stockwerk und der Oberstock dienen den Zwecken der Klinik. Die mit gediegenem Geschmack eingerichteten, teilweise mit Südbalkons versehenen Partei und der übrigen Oppositionspartei beantwortet. Einzelzimmer flu1 die Patienten vermeiden, was be sonders hcrvorgclmbc» sei, vollständig den Cliarak!״ von Krankcnliauszimmcrn und gleichen vielmehr Fremdenzimmern eines erstklassigen Hotels: trotzdem entsprechen sic in jeder Hinsicht den Anforderung״ der modernen Hygiene. Doppeltüren und BodenlicI aus schalldämpfendem Korklinoleum in allen Gängen des Hauses gewährleisten den Kranken vollkommenste Ruhe. — Einige größere hochherzige Stiftungen — des Herrn Oscar Tictz. ' Kommerzienrat Isidor Bach, Simon Herrmamt — haben cs möglich gemacht dall die Klinik, die im allgemeinen — natürlich unter Ausschaltung jeder Oewinnabsieht — die Ucekunz ihrer Selbstkosten aus dem Betrieb erstreben mul schon von Beginn an auch Annen und Min.' der bemittelten zur Verfügung gestellt werden kann. Es sind hierfür vorerst zwei helle, freundliche Krankensäle, einer für männliche, einer für weibliche Patienten, zur Verfügung gestellt. Aufnahme in die Klinik finden sowohl chirurgische wie innere Krankheiten. Nur ansteckende Krankheiten und Geisteskrankheiten sind ausgeschlossen. |),t Leitung der Klinik liegt in den Händen der (*hersclnvcstcr des Israelitischen Schwestcrnhcims. Jedem Patienten stellt die Wahl seines Arztes voll, ständig frei. Der Betrieb der Klinik wird Satzung*, gemäß nach streng rituellen Grund. Sätzen geführt. — Bei der Eröffnung hielt der Vorsitzende des Vereins Krankenheim. Herr Julius Hasch, dem das Zustandekommen des Werkes in erster Linie zu danken ist, eine Ansprache. ״־ Herr Rabbiner Dr. Werner sprach seine Freude 1ibcr die Errichtung der Anstalt und die wärmsten Wimsehe für deren Gedeihen aus. Namens des Schwesternheims sprach dann noch Herr Dr. mcd. Siel manu und für den. ärztlichen Beirat des Krankenheims Herr Dr. mcd. Weißbart. l!r. freulicherweise wurde die Klinik gleich nach ihrer Eröffnung so gut frequentiert, daß die vorhandene Bettenzahl an manchen Tagen schon vollständig be• legt war und der Gedanke an eine Erweiterung, z« der die Möglichkeit im Hause selbst besteht, schon bald wird erwogen werden müssen. Steinhorst. In diesem Jahre wird der Gutshoi unserer Anstalt, in welcher bekanntlich junge Juden zur Landwirtschaft uiisgchildct werden, ganz neu aufgebaut. U. a. wird ein Viehstall errichtet, der auf etwa 100 Haupt Rindvieh berechnet ist -- ein Stand, mit dem wir rechnen müssen, wenn unsere im -Fortschritt begriffene Moorktiltur zu Ende geführt sein wird. Gleichzeitig wird auch das Gut mit modernen maschinellen Einrichtungen verseilen. Die Möglich• keit hierzu wurde durch tatkräftige Hilfe der ICA in Paris gegeben. Die Entwürfe zu den Wirtschaft*• bauten stammen von der Baustelle der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin. Bezüglich des neuen Lchrlingshcims sind auch andere Architekt» zur Konkurrenz herangezogen worden. — Das Ir.• tercssc an unserem jungen Unternehmen wächst ständig. Nachdem die Aufnahmen zu diesem Früh• jalir bereits abgeschlossen sind, empfiehlt es sich für solche Eltern, die ihre Söhne zum Herbst nach Steinhorst schicken wollen, nach Möglichkeit bereits jetzt anzumcldcu. Sind die neuen Gebäude fertig, so können im Herbst noch etwa 8 Lehrlinge Aufmlime finden. Diesbezügliche Gesuche nimmt die A. und F. Slmonsclic Stiftung, Hannover, Hansahatts, Aegidientorpiatz, entgegen. AUS HAMBURG-ALTOUA Donnerstag, den 23. März, abends 8!! Uhr, im Logenheim Fortsetzung der a u ß e r 0 r den t• liehen Generalversammlung der Zbnilstl• sehen Ortsgruppe. Tagesordnung: Beratung und B«• Schlußfassung über Abschnitt 111 -VII des Statuten• entwurfs. * Die Fraueu-Vcrcliilgnng der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona veranstaltet am 19. ö Mts. ein Pur im fest für Kinder mit Aufführungen und Tanz, dem abends 8H Uhr präzise ein Ball fn. Erwachsenc folgt, in der Ernst Macrkhallc des &»־ logischen Gartens. Karten in beschränkter Anzahl sind noch bei den Mitgliedern des Vorstandes, sowie in der Buchhandlung des Herrn S. Goldsch niidt. Qrindclallcc 85; bei Herrn J. Liibke, Anuhing• Straße 6II. und an der Kasse erhältlich. Die Mitglieder ' der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona, welche den Jahresbeitrag pro 1910/11 (5671) in zwei Raten zahlen, werden hier־ durch höflichst ersucht, die zweite Rate bis Ende März per Bank- oder Postschcckkonto-Übcrwcisunl zu zahlen, damit ric Zustellung der ״Jüdischen Rund• schau" ab 1. April keine Unterbrechung erleide. Oie Kussctivcrwallimg■ Landau. Der Jüdische Turnverein Bar Kocliba veranstaltete am Sonntag, den 12, März, seinen ersten diesjährigen gemeinsamen Ausflug. Sämtliche Teilnehmer werden den Ausflug noch lange mit freudiger Erinnerung ״« Gedächtnis behalten, da er zu den am besten ge* lungenen des Vereins zu zählen ist. * 4 I I י' ־;י l l ■ i 1 י i ן• 1 i •3 1 '1 1 i. I 1 JJ ,1 ־ » i i׳'!. 1 >!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.