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Jüdische Rundschau · 1911-02-17 · Heft 7 (17.2.1911) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 7. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 81. Duisburg. Am 31. Januar erörterte Dr. Alfred Klee, Berlin, in der Zionistischen Vereinigung moderniildisclic!,ragen. Dr. Klee sct/.tc sich vor Allem mit dem sogenannten religiösen Liberalismus auseinander. Nicht das strenggläubige Judentum ist für den religiös gesinnten Zionisten der Feind. Der K;11<1״.׳ gilt denen, die einen Grundsatz, aus der Zeritoning alles dessen gemacht haben, was unserem J11<h־ntum die Weihe gibt, und die. wenn sie selbst Ai,,:11 vor den■ letzten Konsequenzen ihres Prinzips eiinickschrcckcn, doch nicht verhindern können, daß andere die Folgerungen ziehen. Wir sehen■ den Anfang und fürchten das Ende. Wir sind ilcrn Dr. Klee für seine in machtvolle Form gefaßten Ansinhrungcn um so dankbarer, als in letzter Zeit Im!• vielfach, auch von gcmeindcoffiziclier Seite aus. Visuelle unternommen worden sind, der Reformerei ciiu• Hasse zu bahnen. Scharf und klar hat Dr. Klee du־ zcrstörlichc Tendenz dieser Strömungen blollgcleet »»d unserer Gemeinde etwas von dem frischen Lmiithauch des Berliner Wahlkampfes mitgcbracht. Ki;,e ausgedehnte Erörterung schloß sich an die Dar- Icgimgcn des Redners, und die Ortsgruppe gewann neue Mitglieder. t ssen/Ruhr. Mittwoch, den 8. d. Mts., fand im *rollen Saale des Kasino-Restaurants eine zionistische Versammlung statt, in der Frl. Nanny Auerbach ,,!!ei Jas Thema: ״Die moderne Jüdische Er au" referierte. Die Rednerin ging von dem Ged.im.en aus, daß alles Geschehen dieser Erde sich Im Kreislauf der Zeiten wiederhole und daß insbesondere die Stellung der jüdischen Frau zu ihrem Volke seit den Tagen der Bibel die verschiedensten Phasen durchlaufen habe, um jetzt etwa wieder auf demuiben Punkte anzulangen. — Frl. Auerbach streifte in kurzen Zügen die Gestalten der biblischen Frauen, die stets die Bewahrcrinncn des Jüdischen und die Vermittlerinnen des Schönen gewesen seien. Die Rednerin schloß mit einem warmen Appell an die jungen Mädchen, doch an ihrem Teil dazu bcizutragen, daß jüdisches Wissen, jüdische Sitte von neuem aufblühc. Das sei der wichtigste Faktor zur Erstarkung des jüdischen •Volkes, ln der Diskussion widerlegte die Rednerin in ebenso schlagfertiger wie formvollendeter Weise einige auf ihren Vortrag bc- /»'.gliche Einwiindc und beantwortete verschiedene Fragen allgemein-zionistischen Inhalts. — ln vor« geruckter Stunde schloß die Versammlung. Fraukiurt u. M. Eine glänzende Veranstaltung stellte der Vortragsabend der beiden zionistischen •Ortsgruppen über ״Die jü discho Frau als Tochter ihres Volkes“ dar. Als Rednerin war für die verhinderte Frau Rosa Mclzcr-Lcm• borg Frl. Auerbach aus Köln gewönne worden, in jugendlicher Wärme und dem Inhalte wie der Form nach vollendeter Weise besprach Rednerin »n historischen Ausblicken die Stellung der iüdischen Frauen im und zum Judentum und stellte der rührenden Hin• eebung der starken biblischen Frauen (Miriam, Ruth. Hannah) die antiiiidischc Tätigkeit der Frauen der Assimilationspcrioden (Rahcl Lew in, Henriette Herz) gegenüber. Reicher Beifall folgte den Aus* nilirutigcn, für welche der Vorsitzende. Rechtsanwalt Dr. S. Sch wa rzsclilld der Rednerin in einigen Worten den herzlichsten Dank der Veranstalter aus• sprach. Olfenbacli a. M. Vor überfülltem Saale fand die vom Zion. Griippeuverband Mir Hessen und Hessen• Nassau veranstaltete ()öffentliche Versamin* 1 u n g statt, die von Herrn L. Perlmutter- Frankfurt a. M. geleitet wurde. Nach kurzen Worten des Vorsitzenden sprach zunächst Herr Dr. jnr. Gottlieb- Frankfurt. ״Z u r J u d c n f r a g c | n O s t u n d West", der an Hand eines reichen statistischen Matcrials die geistige Judennot der Westiuden und die wirtschaftliche Juücnnot der Ostjuden analysierte. Herr Martin Le v I ga ז d-Frankfurt referierte dann über den Zionismus, eine Lösung der• Juden!rage. Als dritter Redner sprach Herr Perlmutter-Frankfurt über ..Emanzipation und Auto-Emanzipation“, der an einem historischen Ucbcrblick über die verschiedenen Phasen der Emanzipation nachwics, daß eine äußere Freiheit ohne innere Befreiung unmöglich sei und •darauf hinwics. daß die wahre Emanzipation erst dann komme, wenn, wie der Zionismus cs lehre, das indische Volk sich selbst wieder achte. Stürmischer Beifall folgte den einzelnen Referaten. 13 neue Mit- •glieder wurden gewonnen, Zionistische Literatur wurde verkauft. Nach kurzer Diskussion schloß die idänzcndc Veranstaltung. Karlsruhe I. B. Vergangene Woche sprach in der hiesigen Zionistische« Orlggruppc Herr Dr. Moses Mannheim über ״Die Erhaltung des jüdi sehen Volkes". Wir können unsere Gruppe zu •der Gewinnung dieses beliebten Redners nur beglück, wünschen, denn gerade In hiesiger Stadt steht noch die weitaus größere Zahl der jüdischen Bevölkerung der zionistischen Sache ziemlich indifferent gegenüber. Nur einer systematischen Arbeit kann es gelingen, diese Kreise aus ihrer passiven Resistenz zu wecken, wie der überaus zahlreiche Besuch bewies. Als genauc Kenner der hiesigen jüdischen Verhältnisse können wir fcststcllcn. daß gerade die Nichtzionisten den weitaus größeren Kontingent dieser Versammlung stellten. Durch seine lichtvollen Ausführungen fesselte der Redner sein — wie schon oben erwähnt — ihm ganz und gar nicht gcsinnungsfrcundlichcs Auditorium. Ausgehend von dem, was früher das Jüdische Volk •einte,!0 den Tagen, da es zum ersten Mal als Volk mitten unter die andern Völker trat, schilderte er dann, wie es nach Verlust seiner nationalen Selbstänuigkeit. das einigende in seiner Lehre fand. Der Redner wies den hohen ethischen Wert der jüdischen Lebte nach und zeigte, wie gerade dieses Qesetz zur Erhaltung der jüdischen Rasse beitrug. Als Arzt wies er besonders auf den hygienischen Wert hin. der dem iüdischen Gesetze Innewohnt. Das Festhalten an dieser 1*011 re bedingte Mäßigkeit in■ der ganzen Lebonswcisc, bemerkenswerte Sittcnruinlicit glückliches Familienleben und Kinderreichtum. Infolge des üußcren Druckes schloß sich das indische Volk nach innen 11m so enge/ zusammen, sein Zusammengchörigkcits- «ofiihl wuchs. Jedoch als die Ghettomauern fielen, da änderte sich dies alles. Die Emanzipation brachte Wohl die äußere Freiheit, allein in dieser Freiheit barg sich auch die Gefahr.; Der Asslmilationstaumcl führte ungeheuer viele zum' Taufbecken, die Mischehen nahmen in erschreckender Weise zu. Allein durch die Assimilation sank auch das sittliche Niveau des iüdischen Volkes. Und diese Degeneration macht sich schon heute in geradezu schreckhafter Weise geltend, die Geburtsziffer bei den Juden ist momentan geringer als in Frankreich, nur 2,4 Prozent. Die Gegenströtnttngcn, die einsetzten, um diesen Verfalle ein Ziel zu setzen, sie alle konnten nur momentan Linderung bringen, eine endgültige Lösung der Judenfragc kann nur das Baseler Programm bringen. Im An- Schluß nn diesen äußerst beifällig angenommenen Vortrag, in dessen Verlauf Herr Dr. Moses noch glänzend Stellung nahm zu den in der ״Deutschen Montagszcitung" erschienenen Artikelserie Uber ..Die jiidischc Präge", wurden noch Propagnndascliriftcn vorteilt. ־ Möge der Abend von bleibendem Erfolge sein! München. Dio hiesige Zionistische Ortsgruppe hatte •ihre Mitglieder und Freunde für den 6. Februar zu einem• Vortrage von Frau Melzer-Pomeranz aus Lemberg über ״Die Erziehung zum Judentum" cingcladcn. Prau Dr. mcd. Ra hei Strauß hatte im letzten Augenblick sich bereit erklärt, für die erkrankte Referentin den Vortrag zu übernehmen. Es würde zu weit führen, all die orächtig ausgeführten Gedanken hier wiederzugeben: daß sie mit •׳'•־'ßter Aufmerksamkeit angehört und ge* würdigt wurden, bewies der große Beifall, der am Schluß des Vortrags in die Erscheinung tritt. Auch die Finanzen unserer Bewegung zogen ihren Nutzen aus dein Abend: sieben Oclbäume wurden der Rednerin gewidmet. F, Prag. Der Verein jüdischer Hochscltiilcr Bar- Kochba veranstaltete am 26. Jänner seinen dicsiührigen• Festabend als ßibclabcnd. In dem diclitgc* füllten1 Pestsaale des jüdischen Rathauses sprach zuerst der Wiener Schriftsteller Felix Salten über ״Die Bedeutung der Bibel für das moderne J 11 d c n t ti m". Nach seinen mit stlirmischein Beifall angenommenen Worten vermittelte der K. K. Hofschauspicler Konrad Loewe (Wien) mit seltener Gestaltungskraft ausgcwühlic Stellen aus der Bibel, wobei er besonders die Simson- und die Hiobszenen zu großer Wirkung brachte. Nach der Pause las Konrad Loewe die Hauptszene aus Josef Kainz'!Unterlassenem Drama ״Saul" vor: Felix Salten sprach vorher noch über den Bau dieses Dramas, wobei er, ein Freund Kainz's. viel Intcrcssantcs Uber den Künstler zu sagen wußte. Der Veranstaltung wohnten die Spitzen der jüdischen Ge- Seilschaft Prags bei. — Am 28. v. M. veranstaltete der V. j. St. ״Bar-Kochba" als dritte Veranstaltung Im heurigen Winterzyklus einen ״Ostiüdischcn Abend", zusammen mit den! jüdischen Volksvcrcin ״Zion" im Festsaal des Hotel ״Central". Aus dem Programm seien insbesondere hervorgehoben die von Herrn M. Kaufmann gesungenen jüdischen Volkslieder und die von Herrn Hugo H c r r m a n n übersetzten und vorgetragenen Humoresken von Scholcm AI eie hem. — Als nächste Veranstaltung wird in diesem Semester noch Herr Dr. Ignaz Zoll sch au einen Vortrag über das jüdische Rasscnproblcm halten. Schluss des rcdaküonollco TcHct. Geschäftliche Mitteilungen Falüstlna-BUdcr. Bel dem Mangel an guten Abbildungen palüstinlsehe/ Landschaften machen wir nachdrücklichst auf die schönen Steinkunstbliitter aufmerksam, die der Orient-Veraig In einer vornehmen ausgestatteten Mappe hcrausgcgcbcn hat und die durch die Expedilion der ״Jüdischen Rundschau" zu beziehen sind. Die auJf verschieden getönten Kartons hcrgcstcllten Blätter stellen Landschaften aus allen Tellen Palästinas dar, wie auch eine Anzahl historischer Stätten. Neben den Gräbern Rahcls und Arons. Davids und Absalons, bietet das Album Ansichten aus der Nähe von Jaffa und von Tibcrlas, von Jerusalem und Akkousw. Die beiden mehrfarbigen Blätter der Serie zeigen den bekannten Brunnen bei Jaffa und den feinen Kopf eines vcnienltfschcn Juden, den Jakob Stark, ein junger Künstler des Bczalclinstltuts in Federmanier nach der Natur gezeichnet und koloriert hat. Die Mappe eignet sich vorzüglich zu Geschcnkzwcckcn, die Einzelbilder sind in entsprechendem Rahmen auch als Wandschmuck zu empfehlen. Der Preis des kompletten Albums beträgt 12,— Mk. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst. Freitag, den 17. Februar, abends: in allen Synagogen 5 Kr; Uhr. Predigten: Neue Svnagagc, abends 6 Uhr: Rabbiner Dr. Stier. Svnagogc Linde n straöc, abends 6 Uhr: Rabbiner Dr. ilochfeld. Sonnabend, den 18. Februar, morgen•: in der Alten. Kaiscrslr.- und Rvkcstr.-Sviiagogc 9 Uhr, in den anderen Synagogen 0A Uhr. Predigt: Synagoge Liitzowstr. vorm. 10'׳i Uhr: Rabb. Dr. Wcissc. JugendgottesUienst: Neue Synagoge nachm. 4 Uhr: Rabb, Dr. Rosenzweig. Abcndgottcsdleiist: 6 Uhr 5 Min. Gottesdienst an den Wochentauen: M or g cn s:Alte, Kaiserstr- und Rvkcstr.-Svnagogc 7 Uhr. in den anderen Synagogen VA Uhr. Abends: in allen Synagogen 5 Uhr. Die Bibliotlick der jüdischen Gemeinde. Oranienburgerstr. 28, ist geöffnet: wochentäglich 10—l Uhr: Montag, Dienstag, Mittwoch abends 6—9 Uhr; Sonnabend abends 7—9 Uhr. :smr Jüdischer National-Fonds üddsendun •en tlnd ausschliesslich iu richten an Herrn Max WolIHilnir, Charloltiabura, lybil-Ilriui 8t. Der JQdlsdie Natlonallondt Ist daiu bestimmt, psllstlilschca Boden als Gmmiefgentum des Jüdischen Volkes xu erwerkca «ad aut twlae Zelten *u erhalte*. Vom S. Zlonlitenkoai-el 1W1 aegfUadeu besitzt er heute ein VermOxee »0■ Ober 2 Million» Mark. Im Monat Januar 1011 wurden für?46,— Nationalfondstelegrammc und -marken verkauft. Mk. Durch den N.-F.-Vcriraucnsmann des V. J, Sl. Maccabäa auf einem Ausflug gesammelt . . . 5,60 L. Frank, Varel, Jahrzcitspcnde .... 3,- Helene und Sophie Weinberg, Caternborg, Gelübde zu Hannas Genesung.2,— Zionistische Ortsgruppe Kattowitz spricht Apotheker Rosen thal aus Anlaß des Ab* lebens seiner Mutter inniges Beileid aus 1.—. Hermann Freund desgl. 0,50, Lina Freund dcsgl. 0,50.2.— Bei der Ausscliußsiizung des Oruppenverbandes Oberschlcsicn gesammelt.9,60 Heinrich Schlamm, Beuthen, freiwillig auferlegte Spende .3,— Gesammelt von Frau Dr. Sebreuer, Olo- Kau.;.. Ernst Popper. Charlottcnburg, dankt Berthold Weiß (Husmonaca) . . 1.2.— Anna Levy, Berlin, dankt und grüßt Julius Katzen stein, Bremen.1,— Julius Katzenstein, Hannover, an Herrn Hamburger verlorene Schachwelle . . . 0,50 Die K . . . icn-Künigin dankt dem ״werten Herrn" für die Zigaretten und für eine I. Brief- Sendung.1.50 Pr. J. Joel und Frau, Lübeck, gratulieren Herrn u. Frau Engel zur Geburt der Tochter 0.50 Apotheker K o s c 11 m i n s k i und Ft.iu gratu- Heren Tierarzt Wall und Frau. Wronkc, zur Geburt des Töchterrhens. Dieselben gratulieren Dr. Elias Auerbach und Frau. Haifa, aus derselben Veranlassung 1,— Gesammelt im Sprachkursus der Lehranstalt des Judentums aus Freude über schmackhaft bereitetes Gemüse.2.— H. Maier, Nürnberg, kondoliert Familie Qoldbcrg, Karlsruhe. Thoraspende Kantor Schonberg. Fürth . 1,— Für niclitbczahltc Autofahrt mit den Herren Rieß und Lesser nach der Versammlung der B. Z. V. von Qeschw. Klein, Berlin . .!,— Erna Lubarsch, Berlin, dankt Referendar Kaiser für Sonnabend und Mittwoch , . . 2.— Familie Kikola, Berlin, gratuliert Dr. Elias Auerbach und Frau.1,— Ucbcrschuß der Sammlung bei der Barmizwah von Jacques Woiscr, Essen.2.— Zionistische Ortsgruppe München, Sammlung nach beiden Vorträgen Enoclt Fränkcls . 8.50 stud. Behr, Königsberg, gratuliert L. Zimcls und Frau zum Sohne 0.50. für Staniol 2,50.3.— Durch Max Jacoby, Nürnberg, von M. Einhorn, München.10,— Trauerhaus T. Leb er mann 5,—. Trauerhaus Da 11ntann 8.90, P. Ordenstein dankt Klugmann für die Begleitung 0,50, Mitgliederversammlung am 8. Februar 2,— (alles aus Nürnberg).16.40 Alice Cassicrcr, Berlin, gratuliert Dr. Elias Auerbach und Frau, Haifa, zur Geburt Ihrer Tochter.0.50 Aus Königsberg: Hermann• Lew in•. Thora* spende 5,—, Frau Berta Sattdelowsky dankt Jsidor Michalowtky und Kurt

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