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Jüdische Rundschau · 1911-02-10 · Heft 6 (10.2.1911) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 6 (10.2.1911)
Date
1911-02-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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״^xxeäxmsmm Abonnements ■11 dl« wftchc«tllch ■m Prt|. I•! tr»cbelnc*de ,.Jüditcho Ruud»ch»u" koiiei bei der Eipcdltlo» und bei •den Poitlinier* vlenclllhrllch 1,25 M,, •uOerb»)b Dru1»cbl*nd1 und Oemerrtlch-Ungtrn* 2,— M.| für Mitglieder IDdUcher Vtrela« Im Summelbctug durch!den Verein I.— M. Verl»» JudUch» Rundichia E, 0 m, b, H, I Berlin 8W, *S. Zlmmeritr. 77. ■ OmcbllUMunden: & bl» 7 Ubr luder Sonnabend und Sonnim, I I I I I ו ו 1 '\,r. 4־• \‘ w לעעס יי׳ 1 \ \ Anzeigen Iroeien (Sr dl« fOnfeeiptlltae Peiltrelle, oder dertn R*0m 25 l’lir.; Stellen■ AiiKthüie •id Gesuche towie Vcrelntmlt• telluniien u. ״Klrlio Aniclcea" nur IS PI. 11 11 11 11 11 M«nu»kr!ote werden, weaa Porto bcllleitt, »in* 1urBclc• geiandi, — RedukilnrmctiluS Mittwoch vnrmlMng». R»d*Mlnn JOilltche Rundtcha« nerlln-Ctmrloiienhiirg. IHclhlrcui'r, <f, Tel. Ch. *Ml. SurcthMundtn Üitn*1** und Donnent»( 5—d ntchmlltugt• gyQBDSGC-oa sgotm Nummer 6 Berlin, den 10. Februar 1011 — 12. Sch’bat 5671 XVI. lahraana; (Jnser Organisationsfonds I י Noch ist nicht der vierte Teil der Summe riiuicfjitnjf*'•!, die wir im Jahre 1911 zur Durchii!lm111tf unserer zionistischen Aufgaben in i k'utsdilaitd dringend benötigen und schon ׳ /eigen die wöchentlichen Ausweise an der j Spitze unserer ״Jüdischen Rundschau“ t 1 in merkliches Abflauen. Dieser Rückgang der 1 freiwilligen Beiträge ist nun nicht etwa darauf; /.urückzuiühren, daß allmählig die Gesamtheit י unserer Gesinnungsgenossen ihren Verpflichtung I gen nachgekommen ist, sondern cs muß mit Bcdauern fcstgestellt werden, daß der warmherzige Apell, den unser Geschäftsführender Ausschuß am Jahresbeginn erlassen hat,; bei der überwiegenden Mehrzahl j derer, die sich in Deutschland Zionisten nennen, taube Ohren gefunden hat. Hs ist viel — und erst jüngst in einem Aufsalz unseres Zentralorgans — an der Institution des Schekels getadelt und,das Verlangen nach j progressiver Besteuerung gestellt worden. Unser Organisationsfonds gibt einem jetLn i Gelegenheit zur Selbsteinschätzung und hat; doch verhältnismäßig wenige Freunde gefunden.; Gewiß läßt sich heute ein abschließ:11des Urteil J über den Erfolg der Sammlung noch nicht fäl-; kn, und vieles, was bisher versäumt wurde, ist; noch nachzuholen, aber die Erfahrung lehrt, wie schwierig es ist, den Sammlungen für einen bestimmten Parteizweck, die einmal im Rückgang ] begriffen sind, einen neuen Impuls zu geben. So trägt ein jeder, der nur langsam und zögernd! sein Scherilein beisteuert, einen Teil der Ver- ׳ antwortung, wenn das ganze bedeutsame Werk; unserer Finanzreform ins Stocken kommt. Unj $t׳re Landsmannschaft, die in der Tabelle der 1 N.F.-Sammlungen einen ehrenvollen Platz ein- 5 nimmt, der ein besonderer Anteil an der Be- י Schaffung des Sicdclungsfonds und an unseren j anderen palästinischen Unternehmungen zuj kommt, wird und muß auch dieser dring- ) fchen Aufgabe gerecht werden. Denn — wie j kürzlich in dem beachtenswerten Artikel ״Gehorsam und Opfer“ ausgeführt wurde — nur > starke Landsmannschaften verbürgen eine ge* | dcihlichc Entwicklung der gesamten Bewegung; und können das Einziehen des Schekels und d e ׳ Sammlungen für die großen Parteizwecke niit dem erforderlichen Nachdruck durchführen. Gerade im Interesse dieser Institutionen ergeht | daher nochmals die Aufforderung an alle dcut- | sehen Zionisten — an die Spender des Mindest- ' beitrags nicht minder dringlich als an die, | welche zu größeren Beiträgen berufen sind: Zahlt den Jahresbeitrag! ״Der '/InnlHtmm criircbl für un* jüdl*chc Volk die Scltnilurtu dner üllcmilcli-nfchtilch uc*1cheric»1 llclm* Ult« •n l'alUHilua.“ UiHlir ptogrumm• fltlS utt3 liüfinlt Unser '’Organlsotlr/nsfonds. — Petersburger Brief. Der X. Kongreß, — Oie Bedeutung der Patcsitiic LniiU!Development Company. Von AdolphB ö h ni- Wien. — Vom ’NntlonaUonris. — El« neuer Vorscldag zur Auffosun« des ,ludcuUinti, — ßrcsclie. Entgegnung. Von Dr. J. Meist. — Dns deutschj 1 spruclilgo Judentum 1111 Ausland. Von Davis \ j T r i c t s c lu —- Aus aller Welt. — Palästina* * Ruuüschau. — Aus Hamburg-Altona, — Aus den Vcrelusrundscliau. — Feuilleton: ״Der Schatz.“ uöMcIudeii. — Der^X. Zionisten-Kongress Sitzung des Zionistische» Aktions-Komitees Mittwoch, den 1. d. M., fand Im Zionistischen ZuilralbiMi'iiii zu Köln eine Sitzung des Engeren Aktions-Komitees statt, un der die Herren President Wolf fs 011 n, Prof. Dr. O. Warburg und J. H. Kann icilnahtucn. Einen! Teil der Beratungen wohnte auch der Vorsitzende des Jüdischen Nationalfonds, Herr Dr. M. J. üodenheimer, Köln, bei. Das E. A.-K. beschloß, das Große Aktions- .Komitee für den 28. Mürz nach Berlin clnzubcrufen und den zehnten Zionistcnkongrell vom 9. bis inkl. 15. August i.n Basel abz u 11;11 rt c n. Petersburger Brief Nachdem die Regierung seinerzeit die Erlaubnis zur Abhaltung einer Konferenz jüdischer Handwerker •mit dem Hinweis auf den bevorstehenden allge- ■ineinen Handwcrkcrkongrcß, wo die jüdisehen Handwerker auch ihre speziellen Jüdischen Interessen würden vertreten können, abgclchnt hatte, sali man sich nun in jüdischen Handwerkerkreisen veranlaßt, an dem allgemeinen Handwerkerkongreß tcilzunchmcn. Nach grollen Schwierigkeiten gelang cs, für die jüdischen Kongrcßdclcgiertcn das Aufenthaltsrccht In Petersburg für die Dauer des Kongresses, freilich unter recht Jüsiigcn und umständlichen Bedingungen, zu erwirken. Und so nehmen denn an dem gegenwärtig in Petersburg tagenden Kongresse ca. 75 Jüdische Delegierte aus verschiedenen Städten des Ansiedlungsrayons teil. -- Der Kongreß hatte bereits wiedcrliolt Gelegenheit, jüdische Angelegenheiten zu bcrühren. So wurde von den Vertretern verschiedener russischer Handwerkergruppen im Interesse einer freien Entwicklung des Handwerks die Aufhebung des jüdischen Anslcdlumgsrayons verlangt. Diese Forderung rief natürlich den stürmischen Protest eines Teiles der Kongreßtcilnehmer hervor. Auf der Tagesordnung des Kongresses steht u. a. auch die Frage der Sonntagsruhe. Das vorbereitende Komitee beantragt diesbezüglich die Aufrcchtcrhaltung des Status quo, wonach der Sonntag als offizieller Ruhetag gilt, den kommunalen Sclbstvcrwaltungsbchördcn aber das Recht zustcht, den lokalen Verhältnissen entsprechend eventuell einen anderen Ruhetag als den Sonntag fcstzusctzcn. Hingegen fordert die Warschauer Sektion der russisehen Handelsgesellschaft die absolute Sonntagsruhe. Es fehlt auch nicht an Anträgen, die direkt gegen die Interessen der jüdischen Handwerker gerichtet sind. So verlangte ein Petersburger Delegierter das absolute Wohnvcrbot für Jüdische Handwerker In Stadt und Gouvernement Petersburg, ähnlich wie dies In Moskau der Full Ist. Die Vertreter der Handwcrkcrorganisatlon der Stadt Tula gelten einen Schritt weiter und verlangen ein ähnliches Verbot für das gesamte Innerrullland. % Petersburg, in» Februar 1911. S. M. Die Bedeutung der Palesline Land Developement Company Von Adolf Bühn», Wien.*) Die Begeisterung, welche das Cppcnhciincrschc Projekt einer Sicdhmgsgenossensehaft in Palästina bei Zionisten und Niclitzionistcn erweckt hat, die Schnelligkeit, mit welcher der verhältnismäßig nicht geringe Betrag von M. 110 000,- aufgebracht wurde, beweist, welche Stimmung in allen Kreisen des Judentimis für die palästinische Kolonisation herrscht. Diese praktisch nutzbar zu machen, gelang sofort, als cs sich um ein Projekt handelte, das, auf wenigen klaren imd einleuchtenden Grundgedanken aufgebaut, von einer starken und bedeutenden Persönlichkeit getragen wurde. Dieser Erfolg ist höchst ermutigend, weil er zeigt, daß heute schon überall die Disposition im Judentum vorhanden ist, die palästinische Kolon!• sation zu fördern, so daß es Aufgabe einer unausge• setzten Aulklilrungs• und Propagamlaarboit würc, aus dieser Stimmung für die gute Sache Nutzen zu ziehen. War 1'iics für ein so populäres Projekt, wie die Siedlungsucnossenschaft, verhältnismäßig leicht, so zeigt die mm zweijährige Geschichte cinc,s anderen Kolonisatioiisuntcrnulimens, jene der Pnlcstinc Land Development Company (Landcntvvickclungsgcscll• Schaft) wie schwer es ohne die Hilfe volkstümlicher Propagalorcn und Ideen vorwärts geht! In diesen zwei Jahren hat die PL.DC״ sofern man die Bctcili• gung des Nationalfonds nicht mitziihlt, erst ebensoviel Kapital aufgebracht, als die Siedlungsgcnosscnschalt in einem einzigen, obzwar die crstcrc bereits eine äußerst nützliche und praktische Tätigkeit in Palästina entfaltete. Jetzt, wo die Sammlungen fiir die Sicdlungsgenossensebaft in der Hauptsache abgeschlossen sind, ist cs an der Zeit, die P.I..D.C. ganz energisch in den Vordergrund der Propaganda für palästinische Kolonisntionsarbeit zu rücken. Was bezweckt die P.L.DC.? Den ersten Anstoß zu ihrer Gründung gab der Umstand, daß in Daicika und Um-ei Dfunl am Tibcriasscc Land des jüdischen Nationalfonds vorhanden war, für das kein jüdischer Pächter gefunden werden konnte, weil niemand den nackten Boden nachten und die kostspielige Arbeit der Urbarmachung, der Errichtung von Gebäuden ctc. Ilbcrnclmicn wollte. Da schlug Dr. Ruppin die Gründung einer Bctriebsgcscllschaft vor und legte dieselbe so an. daß ihre Bedeutung weit über den speziellen Fall hinaus führen, und sie — die PLDC. •** tw einem KoUmls&UansUtsUumcnt pur cKcllenco machen sollte. Wenn diese Bedeutung noch nicht überall klar erkannt wurde, so stammt dies zum Teil daher, daß man mancherorts die P.L.D.C. immer nur als Gesell• schnft zur Bewirtschaftung der Nationalfondslündereien in Daicika nnsicht und ihr höchstens zubilligt, daß sie daselbst eine Mustcrfnrm betreibt. Dazu bedarf es allerdings keiner übermäßig großen Mittel. Diese Auffassung ist aber eine unrichtige. Wohl ist die Musterfarm in Kincrcth geschaffen worden, über die P.LDC. zieht den Kreis ihrer Tätigkeit bedeutend weiter. Wir wollen diese nachfolgend kur/, skizzieren: 1. Die PLDC. ist nicht nur eine Betricbsgesellschaft für ein einziges Stück Land, sondern für alle Ländereien, die Ihr aus irgend einem Grunde zur Bewirtschaftnng übergeben werden. Zunächst für alle *) Aus der Sondernummer der Zeitschrift ״Palästina".

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