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Jüdische Rundschau · 1911-01-27 · Heft 4 (27.1.1911) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 4 (27.1.1911)
Date
1911-01-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 44 ca. 6000 Pres, hielt, ist dasselbe jetzt auf über 10000 Pres. angcwachscn und wird bei der stetig zunehmenden Handfertigkeit der Arbeiter und Arbeiterinnen, durch den Mehrbedarf an Rohmaterialien, durch das Engagement von Lehrkräften, durch den Mehrbedarf an Werkzeugen und Maschinen, eine weitere Zunahme erfahren. Die Anstalt krankt noch immer an recht tingcniigendem Betriebskapital und wenn auch dasselbe durch die Zuführung des im letzten und in diesem Jahre erzielten Einnahme- Überschusses und durch die Erhöhung unseres Kredilcs bei der A n g 10 P a I e s t i» e Co tu p a 11 y in Jerusalem eine Vergröberung erfahren konnte, so war man. wie bereits erwiihnt. genötigt, einen Teil desselben in dem neuerrichteten Teppich-Atelier und ln sonstiger Weise zu investieren. , Ein gröberes Betriebskapital ist aber nnhedingt erforderlich und cs wird Auigabe des Vorstandes sein müssen. Sorge zu tragen, uns dasselbe In ein oder der anderen Welse zu beschaffen. Vor pekuniUren Sorgen mul! die Leitung der Schule unter allen Umstünden geschützt werden, wenn die Dispositionen derselben und die Arbeitsfreudigkeit nicht gehemmt werden sollen. Die bedeutend gesteigerte Produktion der Schule hat nicht nur flotten Absatz gefunden, sondern sie mtiilte auch mit der Ausführung einer grollen An• zahl von Hestellungcii •rückständig bleiben. Hei Niederschrift dieses Berichtes lagen der Schule für ca. 50 000 Pres, unerledigte Hcslclhmgcn vor. Wir glauben daher, für das kommende Jahr eine weitere Erhöhung des Absatzes in Aussicht stellen zu können. An Arbeitslöhnen* haben wir im verflossenen Jahre exel. der fiir den Unterhalt der Schule erforderliehen Betrüge cn 50 000 Pres, bezahlt. Davon entfallen allein über 15 000 Pres, auf das Teppich- Atelier und über 20 000 Pres, auf das Piligran-Atelier. Von dem Wert der in den verschiedenen Ateliers erzeugten Oegenstiinde repräsentierten die Arhcitslöhne Im Teppich-Atelier 27 Prozent, im Scidentepplch-Atelicr £0 Prozent, im Ralmicn-Atclier 45 Prozent, im Piligran-Atclier 4.1 Prozent, im Inkrustations- Atelier 60 Prozent, im Kupfer-Atelier 33!ג׳ Prozent, in der Tischlerei 70 Prozent. Die Lithographische Abteilung und die Korbflcchtcrel werden nicht für unsere Rechnung betrieben, was wohl aber spiltcr gleichfalls der Pall •sein wird. Die Ausgaben für die Schule selbst, für das in derselben Angestellte Lehr- und Bureaupersonal, fü!• die Diener, die erforderlichen Lehrmaterialien, steilten sich im verflossenen Jahre auf 30 629,99 Pres. AUS HAMBURG-ALTONA /Mitteilungen der zlonist. Ortsgruppe Hnmbura-Atlona. Hamburg. Am 12. Januar sprach Dr. mcd. S Wei fl •Hamburg in einer Gruppenversammhmg über ״Z 011 s c h a n, das R a s s c n p r 0 b 1 c in". Redner gab in klarer und fesselnder Porm die Hauntgedan* ken des inhaltrcichcn Werkes wieder und empfahl cs allen Zionisten zum gründlichen Studium. Die Zu- Hörerschaft war leider nur gering. Der Vorsitzende, R.-A. David, berichtete hher das finanziell unbefriedigende Ergebnis des Kostümfestes und forderte In eindringlichen Worten die Mitglieder zu reucrcr Mitarbeit auf. ftgUationsreisen des Parteisekretärs Bonn. Auf Mittwoch, den 18״ war hier eine jüdische Volksversammlung anberaumt worden, die sehr zahlreich, besonders von jungen Akademikern besucht war. Der Redner des Abends, Herr Parteisekretür Curt Blumen(cid, sprach über Kulturkonfliktc im modernen Judentum. Dali er mit seinem Vorträge das Richtige getroffen hatte, bewies der rauschende Beifall, den der Redner erntete. In der Diskussion suchte zuerst Rabbiner Dr. Kalischcr den Ausführungen des Redners entgegenzutreten, indem er die Wissenschaft des Judentums ais alleinige Retterin des Judentums anpries. Ihm sekundierte Herr Dr. Leeser, dieser sicht die iiidische Ethik als das allumscltlingcndc Band an. Auf ihre Seite schlugen sieh ferner noch die Herren cand. iur. Harro, Aron und Jäger, die den Standpunkt des Zentralvcr* eins vertraten. Zu vermitteln zwischen diesen und dem Zionismus suchte Herr Referendar Meyer. Er betrachtet den Zionismus als die Rückkehr zur Rcliglon, die wieder das einigende Band werden müsse. In seinem Schlußworte trat Parteisekretär Blumenfehl den Ansichten der meisten Redner entgegen, die nur die deutschen Juden in den Bereich ihrer Ausführungen gezogen hatten, nicht aber die des Ostens. So schtiltc er den Kern seiner Hauptrede nocli einmal heraus, indem er die Unmöglichkeit der andcicn Wege, den Verfall des Judentums auf- oder doch hintanzuhalten, auiwics; dagegen den Zionismus als einzige Rcttungsmittcl aus dem heutigen Dilemma noch einmal hinstellte. _JODlSCj;lJRl£N DSC_H AU___ 1/eReiNS-KUNDSCSiAU Berlin. Am Donnerstag, 2. Februar, findet in den Pcstsälcn. Schönhauser Allee 2s. ein von der Bezirksgruppe Norden der Zionistischen Vereinigung voran• staltetcr P a I ü s 1111 a - A b c n d statt, wozu Oüstc, Damen und Herren. Iiöfl. cingcladcn werden. Berlin. Die Organisation iiir hchriilsclic Sprache und Kultur, Berliner Ortflgruppc A, veranstaltet Moutag, den .30. Januar, um 9 Uhr abends im Rcsta u* rant Simon, Oipsstr. 12a, eine Versammlung. Tagesordnung: I. Vortrag des Schriftstellers Herrn D r. M e I a m c d - London über: ״Die Aufgaben der jüdischen Wissenschaft2 .״. Diskussion. Uni zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten, (lüste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Berlin. Der Verein ,liidisclicr Mädchen veraustaltet am Sonntag, dem 2'J. Januar, einen five »,clock tea mit Vorträgen im Burg-Hotel, Burgstr. 20. Entree inkl. Tee und Gebäck 60 Pfg. üüstc, Damen und Herren, herzlich willkommen. Berlin, Der Tlni gymnastique des •liidlselten Frauenbundes für Turnen und Sport findet am kommenden Sonntag um 6 Uhr im Landwehr- Kasino, llaidonbergstr. 30h, statt. Billcts sind noch im K. d. W. und an der Abendkasse zu haben. (Siehe auch AnzeigenteilI) Berlin, Im ,liidlsclien Jiigeiidhiind spricht am Mittwoch, dem 1. Pcbruar, Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel über ״Die gegenwärtige Lage in der Alliance Israclilc Universell c". Lokal: Victoria-Brauerei, Liltzowstr, 112 (großer Saal), Anfang 9 Uhr, Da die maßgebensten Personlichkeitcu der Deutschen Konferenzgcinciiiscliaft der A.I.U.. Korreferate zu diesem hochaktuellen Thema zugesagt haben, erwarten wir zahlreichen Besuch von Mitgliedern und Güsten. Berlin, Am Sonntag, dem 29. Januar, pünktlich Al! Uhr nachmittags, findet in den Sophicn-Sälen, Sophienstr, 17/18, die ordentliche Gcncralvcrsamm- 11mg des ,|iidl8ehcn Turnvcrdna Bur Kochhu statt. Tagesordnung: I. Berichte. 2. Neuwahl des Vor- Standes und der übrigen Vcrcinsbcamtcn. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. Charlottcnbiirg. Am Sonnabend, den 28. Januar, abends 9 Uhr, spricht Herr Lazarus Barth in dem Vercinslokal der Zionistischen Ortsgruppe Cliai'lottcitlmrg, CaK• Kutschern, (Secession, Kurfürstciidamm), über ״D a s nationale M 0 in c n t im religiösen Judentum“, (lüste herzlich willkommen. Prnnkfurt a. M. Der zwanglose Diskussionsabend der Zionistischen Jugendgruppe über i o 11 i s m us und D c u t s c h t u in“ erfreute sich recht guten Besuchs und verlief sehr angeregt. Nach begrüßenden Worten des Vorsitzenden L. Perlmutter, der Mißverständnisse in bezug auf eine angebliche ״Tendenz’‘ der Jugendgruppe in innerpolitischen zionistischen Prägen richtig stellte, ergriif Herr l'ritz Sand hei me r das Wort zu einem drcivicrtistiiudigcn Vortrageu über das Thema des Abends, in welchem er an Hand der Definition der Grundlagen des Zionismus die Begriffe Deutsch tum, Patriotismus und Staatsbügcrtuin in ihren Bezieh uneen zur zionistischen Idee klarlcgtc und nachwics, daß sielt Zionismus mul Deutschtum in bester Welse vereinigen lassen. Der Vortrag rief eine ausgedehnte und sehr interessante Debatte hervor, an der sich die Herren Dr. Siegfried Schwurschild, Josef Barn her gor. J.!.. Goi teilt, Pi scher, L. Perlmutter, Lehrer B. Stern und Rapp hetoiligten. In vorgerückter Stunde wurde die Dehalte abgebrochen, nachdem der Referent die Ergelmisse des Abends in einem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Schlußworte zusainmengcfaßt und die Versammlung beschlossen hatte, die verschicdenen Prägen, die im Zusamenhange mit dein Thema gecreift wurden, an einem zweiten Abend noämalil ausführlich zu behandeln. Mühlhausen 1• Thür. Auf Einladung der hiesigen ״Chchrah-Gcmlllut-ChcücU“ hielt Herr Referendar G r e i f c n h a g c n aus Stettin! am Sonntag, den 22. Januar, einen Vortrag über ״Die Zukunft d e r J u d c n". Der Redner gab einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des jüdischen- Volkes, schilderte die heutige Lage der Juden und ging dann zu der zionistischen Präge und den Zielen der Bewcgting über. Herr Refr. Qrcifcnhagcn verstand cs meisterhaft* unseren Oemcindcmitglicdcrn die Bedcutung des Zionismus in faßlicher Porm vorzutragen, und die nachfolgende Diskussion bewies, daß diese erste Anregung in unserer Gemeinde ein lebhaftes Interesse fiir den Zionismus geweckt hat. Herrn Refr. Greifenhagen, auf dessen Namen ein Oclbauin gepflanzt wurde, sei auch an dieser Stelle für seinen Besuch nochmals hcrzlichst, gedankt. . Lübeck. Die von der Zionistischen Ortsgruppe veranstaltete M a k k a b ü c r f e i c r, verbunden mit Kindel fest, war sehr zahlreich besucht. Sie batte nach der propagandistischen wie der finanziellen Seite einen sehr guten Erfolg aufzuweisen. — Die vor einigen Tagen stattgehabte Generalversammlung No. 4 zeigte, daß die Ortsgruppe im verflossenen Jahre gut gearbeitet hatte. An Stelle des auf seinen Wunsch aiisscheiilciideii Herrn Dr. Joel, dem die Ortsgruppe fiir seine langjährige, mühevolle Tätigkeit zu großem Dank verpflichtet ist. wurde Herr Eduard Joel zum ersten Vorsitzenden gewählt. Inslerburg. In einer zahlreich besuchten Ver- Sammlung des Lileralurvereliis sprach am Sonnabend, den 21. Januar. Herr Dr. R o s e n f e I d ־ Tilsit über ״I) i e j ii d i s c h e J u g e n d in Deuts e h - l a 11 d". Die Versammlung folgte den I ,-•sliliidigcn Ausführungen des liier schon beliebten Redners mit gespanntester Aufmerksamkeit. Seine geistreichen Ausführungen führten darauf hinaus, der Versammhing zu zeigen, was fiir eine mächtige Waffe im Zionismus der Jugend geboten sei. um aus ihrer inneren Zerrissenheit herauszutreteii und allen Anfciiulimgen Trotz zu bieten. Nur der Volkswille, das Zusammengehörigkeitsgefühl, ist imstande, die Jugend wieder aufziiraffen mul zur Arbeit für das Judentum aiizusporiieii. Um diesem Ziele uäherziikoimneii. sei cs vor allen Dingen notwendig, in den jüdischen Vereinen die Jugend mit der Geschichte der Juden und der hebräischen Sprache vertraut zu machen. A. B. Disch.-Eylan. Daß der Zionismus befruchtend auf den iiatioiiaijüdischcn Gedanken wirkt, beweist das K i n d c r - C11 a 11 u k a h f e s t. das zum ersten Maie in unserer Stadt stattiaud und an dem sich die gesamte Gemeinde lebhaft beteiligte; auch Kreise, die dem Zionismus sonst fern stehen. Unter Leitung von Prau Dr. Win tri tz spielten acht Kinder ein sehr nettes Theaterstück von Vera Machschefes. das aus der Clianukahiiiiiumcr von ״Jung Israel“ genommen wurde. Mit Eifer und Hingebung war die kleine Schar dabei — und dementsprechend waren auch die Leistungen, die mit vielem Beifall uufgcnominell wurden. Bei Kaffee und Kuchen und frohliebem Spiel verging die Zeit im Pluge, und die zum Schluß veranstaltete Tombola entfachte hellstes Entzücken, Welch einen Jubel das Pest auslöste, ergab sieh aus verschiedenen Anfragen an die Veranstalteriu, ob im nächsten Jahre auch ein Kinderfest sein werde. Ut.-Kylau. Sonntag, den 22. Januar, sprach Herr Dr. Rosenfcld aus 'Tilsit vor einer gut besuchten Versammlung der Zion. Ortsgruppe über das Tlieiüa: ״Die jüdische Jugend in D c u t s e h- I a n d". Der Redner ging von der Erkenntnis aus. die 1ms das letzte Jahrhundert gebracht: daß das bedingungslose Aufgebot! in der deutschen Kultur mit der daraus sieh ergehenden Entfremdung vom jüdischen Wegen einerseits, der Antisemitismus andererseits, geeignet sind, dem Judentum Untergang zu bringen. Die klaren und logischen Ausführungen gipfelten in der Porderung, die jüdische Jugend zu festigen, nicht ulein gegen antisemitische Anfcindimgen, sondern mich gegen die lockende Versuchung völliger Loslöstung vom Judentum. Da gibt cs nur einen Weg: wir müssen unsere Jugend mit der (lc* schichte unseres Volkes vertraut machen, mit seiner Literatur, mit seiner Sprache, damit der in das Leben hinaustretende junge Jude, seiner jüdischen Personlichkeit bewußt, befähigt ist, zu den an ihn heran* tretenden nationalen Prägen Stellung zu nehmen. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen des Red* ners; es wurde in Aussicht genommen, mit den regelmäßigen Diskussionsabenden der Ortsgruppe G c s c h i c h t s k u r sc fiir die jüngeren Mitglieder zu verbinden. Gleichzeitig erklärten mehrere der Anwesenden sich bereit, an einem h ob rä Ischen Sprachkursus tcilzmichincn. so daß in dem positiven Erfolge des Abends sich die wärmste Ancrkcnmmg für den Redner kundtat. Lübau (Westpr.). Am 22. d. M. hielt Herr Dr. R ois e n f c׳l d - Tilsit im ״Verein Iiir jüdische üeschichte und Literatur“ einen Vortrag über ״Die d t: utschcn J u d c 11 und der Z i o 11 i s 111 u s“. An den geistreichen mul mit großem Beifall aufgcitomineneii Vortrag knüpfte sieh eine sehr lebhafte Diskussion, in der die Ursachen und Bestrebungen der zionistischen Bewegung eingehend beleuchtet wurden. Die gut besuchte Versammlung nahm die Ausführungen des Referenten sehr beifällig auf. Brlcscn. Am Montag, den 23. Januar er., sprach Herr Referendar Dr. Rosenfcld- Tilsit in der hiesigen Zionistischen Schckclzahlcrgrtippc über das Thema ״D i e deutschen Juden und der Zionismus“. Die von ca. 65 Personen besuchte Versammlung hörte mit Spannung den interessanten Ausführungen des Redners zu, und nach Schluß derselben kam cs zu einer lebhaften Diskussion, in der sich die Herren Dr. W o I f f, Bernstein, Rabb. Dr. Ep pc ns tein und Mendel soll n für und Herr M i c h a I o w i t z gegen unsere Bewegung aussprachcn. Die nach dem Vortrag zu einem gemiitlichcn Zusammensein vereinten Zuhörer stifteten auf den Namen den Redners einen Oclbauin. Auch dieser Abend hat dazu beigetragen. die Stellung der Zionistischen Schekclzahlcrgruppc zu festigen. Der Dank dafür gebührt in erster Reihe dem Redner. Acht Herren erklärten ihren Beitritt zur Organisation. F. U. Posen. Die Nallonalliidlsche Prauenvcrelnlgung hat die Gründung eines Jugendbundes angeregt. Etwa 20 junge Damen folgten der Einladung und erklärten ihren Beitritt. Es wurde beschlossen, an Jedem zweiten Sonntag, nachmittags von 4—(» Uhr. zusammenzukommen und durch Vorlesungen. Retcrate und Diskusionen das Interesse und die Liebe י

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