Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1911)
- Date
- 1911-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I I I I I I I I -ר ן Abonnements ן tau( die wöchentlich •m Frei. | tag erscheinende .,Jüdische j Rundiehau“ koMen bei der 1 Expedition und bei allen Post• Smicrn vlerlellHtirllch l,2S M., •uOerhalb Deutschlands und Ocstcrrelch'Ungorns 2.-~ M.; (Or Mitglieder indischer Ver• eine litt Sammelbcxu* durch den Verein 1.™ M. Verlag JUUUche Rundschau E. 0. m. b. II. Berlin SW.M. Zlmramtr, 11. Ocachaflsatundcn: 3 bis 7 Uhr auOer Sonnabend und Sonnlag, E J J'OV5 ltuo׳ י-ר־־־ Anzeigen ן koste« lllr die lunfgespalteae Petltzelle oder deren Raum 25 l]Ig.! Siel len• Anudiotc und Ociuche sowie Vereliumlltellunges u. .,Kleine Anzeigen" nur 15 Pf. :: :: :: :: :1 Manuskripte werden, wean Porco bellleiff. *lets zurück• gesandt. — RcdnletlonsscliluB Mittwoch vormittags. Redaktion Jtldtschc Rundichaa ncrlln>Ct1arlotlc11l1urg, Blclhlrcuitr. 49. Tel. Ch. »681. Sprechstunden Dienstag und Donnerstag W nachmltlags. I I I I I I I I I I I •ACiOKlG SOJG0O8(2C3־G SGD u rxn Nummer 2 Berlin, den 13. Januar 1911 — 13. Tebeth 5671 XVI. Jahrgang mmShm Ausweis Schekel 1910/1911: Halle a. S. 21) Mk. Pcncun 1 Mk. Idar a. N. 2 Mk. Butzbach 1 Mk l.andc»bcllräf<0 1911s Pencuir 2 Mk., Halle a. S. 30 Mk.. Leipzig 1 Mk. OrscniiisatInnslomI« 1911s Dr. Salomon Hildes• heimcr-Berlin 12 Mk., Pritz Sondlicimcr-Pranklurt a. M. 100 Mk., Dr. M. Bodcnlicimcr Köln 50 Mk., Dr. Julius Kat7.־BerlinJ 20 Mk., A. Pfcifcl-Bcrlin 6 Mk., Salo Translutcuf-Bcrlii» 5 Mk., Leopold Altmann• Breslau 5 Mk.. Louis Wolff-Hcilsbcrg 5 Mk., S. Salo- 1uon-Wannc 10 Mk., R.-A. Wilczck-Crcfcld 5 Mk., A. Hcrzbcrg-Pilclmc 5 Mk., Diplom-Ingenieur Landau- Dresden 10 Mk., Adolf .losepli-Filehne 20 Mk., Heinrieh BriUl-Erlangcn 5 Mk., M. Bodanski-Cottbus 5 M.( Zahnarzt Siugcr-Nürnbcrg 5 Mk., Dr. Ascher-Dessau 30 Mk., Dr. Rucck-Elclistetten 5 Mk., Dr. P. Moses- Dessau 5 Mk., L. Roscnthal-Wronkc 5 Mk., A. M. Joseph-Berlin 3 Mk., Znul Mürkcr-Dcssau 30 Mk., Lazarus Barth-Berlin 5 Mk., Dr. Pranz Oppenheimer- Orod-Licltlerfelde 20 Mk., Diplom-lng., Cltarl. Abelcs- Dortmund 10 Mk., Nathan Baer-Idar a. N, 18 Mk., 1. Markowitz-lloliensal/.a 10 Mk., D. Luwenberg- Halle 5 Mk., L. Wolif-Hultc 5 Mk., Hermann Apelt- Halle 5 Mk., P✓ Heinematm-Piirth 5 Mk., P. Zürndorfer-llürdc 5 Mk.. Dr. Bradt-Bcrlin 10 Mk., 1. Watertnann-Emden 20 Mk.. Dr. Schwarz-Breslau 20 Mk., Dr. Arthur Pelz-Königsberg 15 Mk.. Dr. Pcrlitz- Magdeburg 20 Mk.. R.-A. WisUnctzki-Allcnstcin 25 M., S. Hcpner-Berlin 100 Mk., Louis Lcwin-Königsberg 10 Mk.. Dr. Ooltistcin-Bcrlin 5 Mk.. Dr. M. Calvary- Crussen 20 Mk.,!. Hcimann-l’ranklurt a. M. 10 Mk., H. Salomon-Bcrlin 10 Mk.. Abr. Reinhardt-Köln 6 M״ Dr. Siegfried Scliwarzscbild-Prankfurt a.M. 80 Mk., Dr .Adalbert Sachs-Berlin 50 Mk., Dr. med. J. Mayer- Berlin 5 Mk., Dr. Locb-Rciclienliall 25 Mk.. Dr. Würzburgcr-Ruppcnau 10 Mk., Max Qiutmann-Breslau 5 Mk.. Dr. Hillsc.Bunzlau 10 Mk., Benedikt Engel- Herxheim 3 Mk., R.-A. Jakobsolin-Mcmcl 5 Mk., H. Bochncr-Scliünlanke 15 Mk., Edmund Lcvy-Hannover 4 Mk., Max Hirsclihcint-Allenstein 5 Mk״ Dr. Sandler- Breslau 25 Mk., Simon Straus-Cassel 25 Mk.. Ildlel Klein-Elberfeld 5 Mk., Siegfried Kugel Berlin 10 Mk., Zahnarzt Liehtwitz-Ouben 5 Mk., Theobald Sebolem- Prjcdcnau 10 Mk., Hermann Loeb-Butzbaclr 5 Mk., Dr. L. Jutkowski-Mililsch 15 Mk., Jakob Silberstein* Allenstein 5 Mk.. Sanitütsrat Dr. Benno Lewy-Bcrlin 100 Mk., Dr. Eduard Leszynsky-Berlin 50 Mk., M. Sternbcrg-Varel 5 Mk.. J. Prünkel-Münclien 5 Mk., (I. Rate), Karl Roscnhcimcr-Alf a. M. 10 Mk., Oustav Scliwabc-Varcl i. Old. 200 Mk., Dr. I. Jakobsolm- Obcrschöncwcide 5 Mk.. L. Horn-Breslau 3 Mk., Kurt Roscnbaum-Bcrlin 5 Mk., Bertram Stern-Wiesbaden 10 Mk. (f. 1910) Dr. Walter Munk-Berlin einmaligen Beitrag 500 Mk, Gesamtbetrag bis 11. Januar 1911: Scheitel 1910/1911: 489 Mk., Landesbcllriige 1911: 1062,05 Mk., Orgnnlsallonsfonds 1911: 2834 Mk. Gesinnungsgenossen I Das Zentralkomitee hat in seiner Plenar־ Sitzung vom 26. Dezember v. J. einstimmig foigende Resolution angenommen: ״Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland schärft allen Oesinitungsgcnosscn strengste Beobachtung der Frankfurter Beschlüsse hinsichtlich der Neuregflung der Finanzen ein. Es fordert alle Gc• sinnungsgenossen auf, den Geschäftsfiilirenden Ausschuß durch Zahlung fester Jahresbeiträge zu unterstützen. Es erklärt ferner, daß nur durch äußerste Opferwilligkeit der Gesinnungsgenossen die großzügige Propaganda für die Ausbreitung unserer Bewegung in Deutschland aufrecht erhalten werden kann.“ Wir bringen Euch dies zur Kenntnis und bitten Euch, Eure Pflicht zu tun, um Eurer selbst willen. Was uns bisher von Erfolg 7m Erfolg geführt hat, das war die sittliche Ueberlcgenheit unserer Idee, das war aber auch die große, bisher stets bewährte persönliche Opfer* ״Der Zionismus eisirebt für uns jüdischi• Volk dl*-' Schulfunk einer dlfcnillch-rcchtllch gekicherten llclmmüilc In PnlUstlns." Uaialar Programm• Aufruf. — Jüdischer Antisemitismus. Dlo Form Klncrclli. — Ein Brief, — Jnngfiirkcn und ZI011I8atus. — Deutscher Zionismus — Dlo Ausslcltion , liidischer Handwerker In Palästina, — Aus aller Weh. — P.’itiirtliia-Rundsclinm — Aua den Go- 1 mclndcii, — Vcrctnsrundsclinu. Sünillichc Anfragen und Zuschriften, wclcho die Expedition und den Verlag unserer Zeitschrift betreffen, sind nur au den Verlag ״Jüdische Rundschau“, Berlin S.W. 68, zu richten. j ן Tclephonruf Amt I 4209 (Nebenanschluß). 1 ‘ üu reaustunden; 10-12 Uhr Vormittags und| | 4-7 Uhr Nachmittags. ן Willigkeit jedes Einzelnen und die Schlag* forfigkeit unserer Organisation. Siie müssen wir ausbauen, ihr die nötige Stoßkraft verleihen, wenn der Sieg unser sein soll. Finanzielle Nöte dürfen nicht das Wiedererwachen des Judentums verzögern, seiner großen, so heiß ersehnten Zukunft hinderlich sein. Darum helft uns mit Eurer Persönlichkeit, helft uns aber auch mit Eurem Oelde, dessen wir üedürfen, um alle guten Juden Deutschlands um unsere Fahne zu scharen! Zionistische Vereinigung für Deutschland, Der Gescliäftsfiihrendc Ausschuß. « Der warmherzige Aufruf unseres ״Ge* schäftsführenden Ausschusses“, den wir bereits au leitender Stelle unserer vorwöchigen Nuin- 111er veröffentlichten, hat bei unseren Freunden im Lande einen erfreulichen Wiedcrhall gefunden. Das beweisen nicht nur die Kasseneingänge der verflossenen Woche, sondern auch zahlreiche Korrespondenzen unserer Ortsgruppeil und Vertrauensleute mit der Zentrale lassen eine nachhaltige Wirkung erwarten. Bringt uns das Jahr 1911 durch das einmutige Zusammenwirken aller deutschen Zionisten die so lange erstrebte Konsolidierung unserer Finanzen, so wird das Jahr des Jubi• lätunskongresses auch für den deutschen Zionisnius seine besondere glückliche Bedeutung haben, die in ihrer Tragweite nicht unterschätzt werden darf. Unsere Landsmannschaft wird ihren alten Ehrentitel als bestorganisiertes Glied der Bewegung von neuem gefestigt haben und den Delegierten, die wit nach Basel entsenden, wird das Bewußtsein, diese Landsmannschaft vertreten zu dürfen, bei der Ausübung ihres Mandates einen besonderen Rückhalt geben. Dazu ist aber nicht nur nötig, daß die im Etat geforderten Gelder eingchcn, sondern wir müssen weiterhin darauf bedacht sein, daß die Beiträge schon jetzt, am Jahresbeginn, gezahlt werden, damit die Arbeit unserer Leitung im vorhineüi eine sichere finanzielle Grundlage erhält, auf der sie bei allen lenen wichtigen Ak* tionen, die in Aussicht genommen sind, fußen kann. Wir wollen uns für alle Zukunft daran gewöhnen, daß der Monat Januar für uns der Zahlmonat sei, in dem wir diese Jahres- Steuer abführen. Nur so kann die große Aufgäbe gelöst werden, deren Bedeutung heute wohl von‘ keinem unserer Gesinnungsgenossen mehr unterschätzt wird. Jüdischer Antisemitismus Herr Dr. Waller R a t h e n a u hat sich kürzlich wieder einmal zur Frage der Judentaufen geäußert. Was er gesagt hat, ist nicht neu; wir haben es von ihm und anderen schon mehrfach gehört. Aber weil seine Ansichten auf lange hinaus nicht aus dem deutschen Judentum verschwinden werden, müssen auch wir uns ab und zu mit ihnen befassen. Es kommt hinzu, daß so wie Herr Rathenau ein bedeutender Teil gerade der jüdischen Jugend Deutschlands denkt, deren kulturelle Bedürfnisse am feinsten und differenziertesten sind. Was Herr Rathenau sagt, ist kurz folgendes: Zwischen Juden und Deutschen besteht eine alte und tiefe Abneigung. Sie ist bei1 den Juden entstanden in den Zeiten, als die Deutschen ihre Bedrücker waren. Damals war der Haß berechtigt. Aber bei dem jüdischen Nachwuchs ist er mehr und mehr verschwunden, und hat Platz gemacht einer rückhaltlosen Anerkennung der Nation, der sie ihre wertvollsten Kulturgüter verdankt. Anders bei den Deutschen! In ihnen lebt die alte Feindschaft noch in ungebrochener Stärke, und sie offenbart sich regelmäßig, wo Juden und Deutsche gesellschaftlich, Wirtschaftlieh oder «irgend wie sonst Zusammentreffen. Am rücksichtslosesten aber in seinem Judenhaß ist der Staat -- aber wiederum auch am leichtesten zufrieden zu stellen. Dem Juden, der sich taufen läßt, öffnet sich jeder staatliche Beruf so leicht, wie irgend einen» Christen. Nun ist der Wechsel der Religion für den wirklich gebildeten Juden eigentlich das kleinste Opfer, denn, sagt Rathen au, er weiß am besten, daß im Grunde alle wahrhaft religiösen Menschen heute das gleiche glauben und fühlen, und daß die edelsten religiösen Werte dem Judentum und dem Christentum gemeinsam sind. So macht denn auch mancher Geistliche dem Juden den Schritt ins Christentum leicht genug. Aber diese Taufe ist durch und durch unmoralisch, denn man darf auch nicht das geringste ideelle Gut für ein materielles hin werfen; und so macht der Staat gerade den besten Juden, denen, die sich aus tiefstem Herzen nach ihrer Auflösung im Deutschtum sehnen, den Ucbcrgang unmöglich. Dies der bekannte Gedankengang von Herrn Rathcnau, der ein kluger und gebildeter Mann ist, klar und geschmackvoll entwickelt. .Für uns ist cs aus einem bestimmten Grunde unmöglich, jemals eine Brücke zu diesen Anschauungen zu finden. Denn es liegt Herrn Rathenau und seinen Gesinnungsgenossen nichts an der Erhaltung des Judentums. Das Judentum ist ihnen identisch mit Unfreiheit und Zurückgebliebenheit; sie ekeln sich vor ihm und beneiden den ärmsten Deutsehen, der im vollen, bewußten oder unbewußten Gefühl seiner kultmellcn Geborgenheit sich seines Lebens freuen darf. Legt Eure jüdischen Eigenschaften ab, soweit sie den Deutschen mißfallen, oder auch nur auffnllen, taucht unter im Deutschtum! Das soll das oberste Moralgebot für jeden Juden sein. Wir Zionisten, die wir jenes Gefühl der Geborgenheit im eigenen Volkstum als den edelsten Teil unseres Zionismus kennen, ermessen die ganze Trostlosigkeit jenes kulturellen Zwiespalts. Das Judentum von sich abstoßend, vom Deutschtum abgestoßen — so schwankt jenes jüdische Geschlecht halt- und