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Jüdische Rundschau · 1911-01-06 · Heft 1 (6.1.1911) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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/ Nr. 1. Seite- 8 IUED1SCHE RUN DSC HAU Hin für diese Veranstaltung geschaffenes Testspiel mit Reigen und Aufmarsch wurde von 18 Kindern flott und gefällig gespielt. Große Bewunderung riefen die Barrenriege der Sehülcrabteilung und die Pyramiden hervor. l!s imponierte allen Anwesenden, mit welcher Exaktheit! und Geschicklichkeit auch die schwierigsten Uebungen ausgeführt wurden. Ein Knabe als komischer Athlet sorgte für Humor. Den Kleinen hat die Schokolade geschmeckt mul das Fest Vergnügen bereitet; auf die Erwachsenen aber hat cs einen tiefen Eindruck gemacht. Die Gäste und die Veranstalter schieden mit dem Hcwnfilscin. daß die Beier allen und allem gerecht geworden ist, - Die Schüler-Abteilung turnt Montag und Donnerstag von 6—8 in der Turnhalle, Hinter der Oarnisonkirchc 2, Die M ä d c h c n - A b t c i 111 n g turnt Montag und Donnerstag von 6—7H in der Turnhalle, August-Straße 67/68. Ikrlln. 800 Kinder versammelte die Jüdischnationale Fraiienvcrchilgnng am Mittwoch, den 28. Dc7.br. in den Prachtsülcn Alt-Berlin, Blumenstr., 7.11 einer Makkabäerfei er. Nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Lina Wagner-Tauber nahm Herr Lazarus Barth das Wort zur Festrede, in kindlicher Art erzählte Herr Barth den Kindern die Makkabücrgcscbichtc und forderte sic auf, gleich den Helden der Geschichte einst ,.große" und ,.starke" Juden 7.u werden, groß und stark in der Liebe 7.um jüdischen Volke. Ein kleines Thcatcrstiickclien von Erl. Helene Cohn und Frau Bertha Schor cinstudicrt, intercssierte die kleine Gesellschaft außerordentlich. Zwei jugendliche Künstlerinnen lernten wir in der 12jäit• rigen Renate Krimsky und der gleichaltrigen Hertha Fcilchcnfcltl kennen. Erstcrc rezitierte jung-jüdische Gedichte mit feinem Verständnis und Innigkeit. Die Letztere wird sicher einmal eine hervorragende Pianistin. Kaffee und Kuchen. Gesang und eine Polonaise mit Ucbcrrnschungcn bildeten den Abschluß der Feier, die als gelungen bezeichnet werden kann. München. Dem Cliutiukuh-Feslc wurde auch liier von einzelnen Vereinen in gebührender Weise Rechnung getragen. Der hebräische Sprachverein ״J 0 s i a 11" wie der erst neugegründete ..J ii d. Akad. Ku 11ur vc rein“ (dieser zumeist aus russischen Studenten bestehend) hatten je einen Abend der Channkali-Fcicr gewidmet und beide verliefen aufs beste. Besonders die hebräischen Vorträge in Prosa und Poesie im Verein ״Josiah" erregten großes Interesse, war cs ja doch das erste Mal, daß liier dem reinen Hebräisch ein Untcrhaltimgsabciid gewidmet werden konnte. Auch in der ״Toyn bcc Halle" wurde des Makkabücrfcstcs gedacht und ein geschichtlicher Vortrag über die Veranlassung des Festes nud andere Darbietungen fanden den Beifall der zahlreich versammelten Besuchcr des Abends. Der dritte Delcgicrlentag des .,Jüdischen Frauenbundes“ für Deutschland erfreute sich reger Teilnahme. Den Beratungen, die am 27, 28. und 29. Dezember stattfanden, folgte eine große öffentliche Versammlung, in welcher Fräul. Sidonie Wirncr aus Hamburg vor einer nach Hunderten zählenden Zuliörerschar über ..Erzichungsfragcn" referierte. Die Rednerin• weiche seit einem Vicrtcljabrliundert Hervorragendes auf dem Gebiete der Erziehung und Unterrichts leistete, sprach an der Hand ihrer Erfahrungen sich dahin aus, daß wir unseren Kindern lehren müssen, aucli die Mühsal des Lehens, Schmerz und Weh, zu er tragen, ständiger Sonnenschein macht blind für an derer Not und Leid. Mit einem scharfen Angriff auf den Abfall und den Indiffcrcntismus im Judentum schloß die Rednerin unter lebhaftem Beifall, b.l. Briese«. Am Sonntag, den 25. Dezember feierte der Verein liir jüdische Geschichte um] Literatur sein Chanukahvergnügen. Den Mittelpunkt des Festes bildete die in einem Nebenzimmer untergebrachte Ausstellung von Erzeugnissen des Vereins Bezalcl. Es wurde in dieser eine Bruttoeinnahme von ca. Mk, 150,— erzielt. Davon wurden cirigc* nommen für Bczalctcrzcugnissc ca. Mk. 90,—, für Bücher des Jüdischen Verlags Mk 30,--, so dall ein Reingewinn von ca. Mk. 30,!)leiht, welche zur Hälfte für den Jüdischen Nationallond und zur an• deren Hälfte für den Bczaicl verwandt wurden. B. Wronko. Am Mittwoch, dem 28. Dezember, veranstaltete die hiesige zionistische Ortsgruppe gemeinsam mit dem jüdischen Fraucnvcrcin eine Makkabücrfeicr, die sich eines ungewöhnlich zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Die Feier wurde durch einen Prolog cingclcitct. Darauf ergriff Herr Rosentlial das Wort zu einer fesselnden Festrede, die einen stark nationalen Eindruck bei dem applaudierenden Publikum hinteriicll. Nachdem die Chnnukahlichtcr unter dem Gesänge der Schulkinder entzündet waren, gelangte das in der ״J. R." vor kurzem veröffentlichte Clianukahfestspiel zur Aufführung das mit einem geschickt cimrcfiochtcncn Ballett und lebenden Bilde großen Beifall fand und' einen starken Applaus erntete. Wroschcn. Am 31. Dezember feierte unsere Zionistische Ortsgrunpc ihr Chanukahfcst, zu welchem neben zahlreichem hiesigen Publikum eine stattliche Anzahl von Gesinnungsgenossen aus den Ortsgruppen Posen und Stralkow als Gäste erschienen waren. — Die Veranstaltung, deren Progrnnun im erste« Teil ei« Kinderfest.spiel nebst Kiuderbelustiguiig aufwies, an welches sielt theatralische Vorführungen ««schlossen, «ahm einen sehr schönen und stimmungsvollen Verlauf. — Hei der Kaffeetafel hielt Herr Kareski-Posen eine begeisterte, mit starkem Beifall aufgenommene Anspräche und der Tanz hielt die Teilnehmer so lange zusammen, bis der grauende Tag dem in jeder Hinsieht gelungenen Feste gewaltsam ein Ende bereitete, Gt. Chemnitz. Die am 27. Dezember;!!)gehaltene M;1 k k a b ü e r f e i c r der Zionistischen Ortsgruppe darf wohl als ein voller Erfolg betrachtet werden. Nicht nur. daß wir einen ziemlich erheblichen UebersclmJ! erzieJt haben; viel höher schätzen wir die große Anzahl der Erschienenen, die zu einen) bedeutenden Teil aus Kreisen stammten, die wir zum ersten Male auf einem von uns abgehobenen Festibcnd erblickten. Das Programm bestand aus: )ekiamniioneu (Frau Luev Grün borg), Gesang (Frau Uro d-May er ho {er vom hiesigen Stadttlicater. Herr Kantor Goldberg). Klaviervortrag (J-'ran Else Eg er), und einige sehr interessanten Vorführungen vom Balalaika- Orchester des Vereins russischer Studierender sehe e!1 o w״ aus M i 11 w c i d' a. Den wertollsten Teil des Programms bildete aber die Festrede, die von Frau Rosa M e I zu r P oin c ranz gehalten wurde die extra dazu von Lein- »erg gekommen war. Bücher- und Postkartenverkauf, .sowie Versteigerung eines Bez-ilclteppiciis trugen zu unseren Einnahmen bei. und verschiedene )amen mul Herren machten sieh darum sehr verdient. Allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen bähen, sei nochmals im Namen der Ortsgruppe herzlich gedankt. Straßburg. Der jüdisch-lltunirlscho Fruiienverein veranstaltete am 28. Dezbr. sein üiesj, Clianukahkiiuli'rfest. Die von Groß und Klein zahlreich besuchte Feier wurde von einem musikalischen Vortrag und einem darauffolgenden Cliunukahprolog cingclcitci Zur Aufführung gelangte ein neues Chanukahstück ״Basstmi", in dem die Makkabäer• kämpfe in sinniger Weise In Beziehung zur heutigen Zeit gebracht sind. Das Festspiel wurde mit großem Beifall nufgcnoiiime«. Metz. Am Montag, den 2. Januar, spraeli im hiesigen Jüdischen Jugciidhimü Herr eand. iur. Herm a 1111 D ״ k a s - Freiburg über ״Ü i c Wiederg c b u r t 11 e s J 11 d c n 111 in s “. Der Vortrag machte dureii die fortreißende Form der Rede wie durch den iuluilt einen tiefen Eindruck. lioetifvldu (El.). Verflossenen Sabbatli-Ausgaitg referierte Herr Dr. Ludwig M a ycr, R c I e r e 11 - dar aus S t r a li b u r g im hiesigen Jüdischen Literaücrverei« vor dichtbesetztem Hanse und einer aufmerksamen Zuhörerschaft über das hochinteressante und zeitgemäße Thema ־. Palästina einst •— und jetzt. Ausgehend von dem Aussehen des Heiligen Landes vor dem Einzug der Juden, schildert der sehr gewandte Redner in freier, von echt iiidischer Begeisterung getragenem Vortruge die Besitzergreifung und Verteilung Palästinas, desen klimatische, geologische, meteorologische und hydrogra* pliische Verhältnisse und kam auch auf die Vor- und Nachteile der eigenartigen Lage von Erc7, Israel zwischen mächtigen Nachbarvölkern zu sprechen, um darziium. daß das Land unserer Väter gar zu oft der Kriegsschauplatz gewesen, wo die benachbarten Volker ihre gegenseitigen Differenzen austrugen, die Juden dann in den Streit verwickelten, dieselben daraufhin zunüehst in staatliche und wirtschaftliche Abhängigkeit brachten, die gesamte Kultur um Hunderte von Jahren ziirückvarfcn, bis beide Reiche schließlich der endgültigen Auflösung eiiiheimficlcn, Redner entwarf dann ein Bild des jüdischen Geistes* lehens. das sich nach der Zerstreuung in den ersten Jahrhunderten der übl. Zeitrechnung in den von jü* diselien üeistesfiirstcn geleiteten Hochschulen Palüstiiias entwickelte, bis Babylon der Sitz jüdischer Gelehrsamkeit wurde und betonte, daß Erez. Israel trotz seiner Verödung, um mit Heine zu rede», stets ״das lieimliclic Liebchen der Juden in der Zer- Streuung" geblieben, in breitester Anschaulichkeit wies der sehr temperamentvolle Redner darauf hin, wie zur Zeit auf den altjüdisehcn Ruinen Palästinas neues Leben omnorbhlht und würdigte recht ein- «elieml und sachlich die Tätigkeit aller um die Wirtseliaftlielie und kiilturelic Hebung Palästinas und seiner Bewohner tätigen Unternehmungen und Inst!• Unionen, hol! eingehend das Wiederaufleben der hebrüiscbei) Sprache zur lebenden Sprache hervor und schloß mit einem warmen Appel an das aitdüchtig lauschende Auditorium, alle auf Stärkung des jüdischen Einflusses in Palästina berechneten Vernnstaltimgen tatkräitust 7.11 unterstützen. Dem geehrten Herrn Redner wurde für seinen formvoilen* delcn und licfaugclcgtcu Vortrag rauschender Bel• fall gezollt. Hei der Germania In Stettin allein beliefen sich die Sicherheitsfonds auf rund 368 Millionen Mark, das ist der II. Teil der bei sämtlichen 43 (iesellseliai• ten vorhandenen Sicherheitsfonds. Für die Kapitalanlagc ist es bei den deutschen Gesellschaften vornehmstcr Grundsatz die Fonds nur in solchen Werten auzttlcgcn, die eilte gute und sichere Verzinsung verbürgen und von den Schwankungen des Geldumrktes möglichst unabhängig sind. Die Gesellschäften vermeiden deshalb tunlichst den Erwerb von Effekten, deren Besilz in wirtschaftlich schleckten Zeiten leicht mit Verlusten verbunden ist und bevorzugen die Anlage in erstklassigen Hypotheken, deren Betrag IW bei sämtlichen Gesellschaften 81) %, bei der Germania in Stettin 83 '/< des Veriiiögens ausmachtc. Die Germania betreibt alle Arten der Lebens-, InvaliUltäts-, Aussteuer- und Rentenversicherung und bietet in ihren ncuzcit• liehen Einrichtungen in der Unfall• und Haftpflicht• Versicherung alle Vorteile dieser Versiciierungszweige und den wirksamsten Versicherungsschutz. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst. Freilag, den 6. Januar, abemls: in allen Sy nagogen 4'A Uhr. Predigt: Neue Synagoge, abends 4'b Uhr; Rabbiner Dr. Warschauer. Sonnabend, den 7. Januar, morgen; in der AI ten-, Kaiserstraße* und Rykcstraße-Svnagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen 9!-■ Uhr. Predigten: Alte Synagoge, vor in. Iß Uhr: Rabbiner Dr. Dltimcnthal. Synagoge K!1 i s c r s 1 r a ß e Dr. Rusenzweig. R y k c s t r a li e, Dr. Stier, Ii nd c 11 s t r a ß e Dr. Bergmann. S y n n g o g e Uhr: Rabbiner Rabbiner Synagoge Rabbiner S y 11 a g o g c Rabbiner SclirilterkUirung: vorm. I0R! vorm. 10 Uhr: vorm. 10 Uhr: vorm. 101■: Uhr: L ii t z o w s t ra ß e ür. Wcissc. Jngendgnttesdiensl: Alte S y « a g0gc , na e 11 ni. 3!: Uhr: Rabbiner Br. Eschelbncher. Abeiidgotlesdienst 4 Uhr 59 Min. Gottesdienst au den Wochentagen, morgens: Alte-, Kaiserstr.- und Rykcstr.-Synagngc 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7'j Uhr. Abends: in allen Synagogen 4 Uhr. Sonntag, den 8. Januar, vorm. Ii Uhr, im Sitzuugs* saalc Oraiiieiiburgerstr. .31) 11: Einführung der wiederbezw. nengewählien Repräsentanten um) Rcpräscntaiiteii-Stcllverlreter; Konstitutierui'.'g der Versandung. Die Friedhöfe werden in der Zeit vom S. bis 12. Januar nachmittags 3n! Uiir, am 13. Januar 3'(r Uhr geschlossen. Am Salniat sind die Friedhöfe für den Besuch von ll Uhr vorm, bis 2 Uhr nachm, gcön'net. Jüdischer National-Fonds C':l<:j—.dunß«n tlnd auwchlletillch tu rlatiUn an Htrts Lau V«U*Mla*r, Charletttabarf, ä/S*WJu***•!*, Der Jüdische NaltonaKonds Ist dazu bestimmt, palltüllsehe■ Boden all Qc»8m1elBenlum des Jüdischen Volkes tu erwerben und ■ul ewlso Zehen zu erbaltci. Vom S. Zionlattakotcel 1(01 gegrätdew besitz) er heule ein Vermöge• vos ober 2 Millionen Mark. Salo Perle, Breslau, Anteil an verlorener Wette mit Königshörer. Norderney: Skatgewinn . Dr, Eiias Straus und Frau, München, tulicren Dr. Baus Gideon Hey man 11 Mk. 0.30 0.85 gra- Dr. und 1» F r a 11 und Zahnarzt Rot■ Dal־ Geschäftliche Mitteilungen 4,1 Milliarden Mark Sicherheitsfonds hafteten bei den deutschen Lehensvcrslel1crungs־GcseU8el1aUe11 im Jahre I9Ü9 für die Erfüllung aller übernommenen Verpflichtungen auf dem Gebiete der Kapital* und Rentenversicherung. Nach den neuesten Berichten der Berliner Börsenz.eituug entfallen von Jlcscm Betrage auf 26 Aktiengesellschaften . . , 2256 347 735 Alk, 17 Gegeiiseltlgkeltsgesetlschalten I 801 B77 077 Mk. K a 1111 e r Schild und Frau Dieselben kondolieren den Familien b e r g -1) r. B o d c 1111 c i in c .. Referendar Georg Schutz, Berlin gratuiiert s. Freunde Theodor He ilborn-Cosel zum Asscssorcxamcn . Lise Ka I i sc he r* Jaucr dankt Frau Rechtsanwalt L a c 11 m a n n für erwiesene Freundlichkeit . Max Bäcker, Berlin: Verlorene Lesehalleinvalilwcttc an Jacubowski (llasmonaeac) sehr verspätet, daher ..... Frau Emma F r anken stc I n. Hannover, anl. der Jahrzcit ihres sei. Mannes .... Hans Friede borg (Hasmonacnc) gratuiiert s. I. Bbr. Pincus (Jordaniac) zum Examen .. . . . Werner, Hans und Erwin N i s s c 1, Königsberg, gratulieren Hans Stein zum Geburtstagc . .. Hermann, Jacks, Podbiclski und Michels (V. J. St. Königsberg) danken i. I. A. H. Dr. Stein und Frau für vergnügten Abend ..... . 1.50 I, - 0.50 0.50 1,- 0.50 ־.1

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