Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1911)
- Date
- 1911-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I I ALL<s(1aaocoa syaßooGKG HGOTCU^G t'ji■ .ua.rg.1.—Lamf.*, mal aua^ma Nummer 1 *MliJJ mmmwmm יי U.,*■!'!., ) I 1"‘*11. .יי. WilfJl'lÜTff«■״ 1.. ■i , Berlin, den 6. Januar 1911 — 6. Tebeth 5671 XVI. Jahrgang . ~ ,־II .. .■■■.. Ausweis ן Schekel 1909/10:!,rnnkfurt a. M. 5 Mk, Schekel 1910/11: Frankfurt a. M. 10 Mk., Zwikkau 19 Mk., Uoldap 1 Mk., München 1 Mk., Halber• Stadt 15 Mk., Mamburg 20U Mk., Köln 100 Mk, Lnmlcsbollriigc 1910 11: Zwickau 23 Mk.. Miln־ eben 2,05 Mk., Frankfurt a. M. 30 Mk., Mamburg 300 Mk.. Köln 125 Mk. Orgaitlsatlonsfoiids 1910: L. Joscph-Goldap 5 Mk., Salomon Dorn-Erlangen 5 Mk.. S. L. Fuciis-Lcipzig 3 Mk., M. W. Fuchs-Leipzig 3 Mk. Beitrüge aus Chemnitz für IV. Quartul 1910: Dr. Frilnkcl 7,50 Mk״ Leopold Jakoby 7,50 Mk., 1). I Goldhaber 2.50 Mk״ M. Oötz 2,50 Mk., D. Klebe 1,25 Mk., 1. Pfeffer 0.50 Mk.. K. Geller 0,50 Mk״ M. Aspis 0,50 Mk.. Richard Kauffmann-MannUeim 10 Mk., I. Uecker-Frankfurt a. M. 8 Mk., Achilles Rutf-Bischwciler 3 Mk., Leopold Landau-Mamburg It. Spezifikation im N.*F. Ausweis 5 Mk., Frau Landau-Mamburg dto. 5 Mk.. Aull Hamburg It. Spczifikation im N.-F. Ausweis 7 Mk. Organisationsfonds 1911: Dr. Hnntke 200 Mk.. Dr. Hcymnnn 200 Mk״ Professor Dr. Warburg. 100 Mk., Richard Lichtlieim 150 Mk., Dr. Friedemann 40 Mk״ I. H. Wagner 5 Mk.. Dr, Wilhelm Majerczik 10 Mk״ Dr. Leo Lüwcnstein 10 Mk., Dr. Bruno Kirschncr 5 Mk״ Dr. Adolf Zimmermann 5 Mk., Hermann Slruck 50 Mk., Dr. Walter Munk 20 Mk״ Dr. Warschauer 15 Mk., I. Oppenheim 10 Mk״ Isidor Cohn 15 Mk., B. Sulmann 10 Mk., sämtlich in Berlin. Ludwig Moritz-Breslau 5 Mk., Carl Steinhardt-Zcrxow 20 Mk״ Wolf Zinicls-Danzig 4 Mk״ Rabbiner Aucrbnch-Ooilantsch 5 Mk., Dr. Fritz Sa-! lingcr-Biieh 5 Mk., Dr. Fnlk-Brcslau 5 Mk.. Dr. Baerl Stettin 5 Mk., Markus Mark-Heidelberg 20 Mk. Ges am tein ga ח g bis 4. Januar 1911: Schekel 1909/10: 4753,50 Mk״ Schekel 1910/11: 465, Mk.. l.midesbcltriigc 1910/11: 1023,05 Mk., Organlsatlousfoiuls 1910: 8426,30 Mk., Organisationsfonds 1911: 914.- Mk. Gesinnungsgenossen I Das Zentralkomitee hat in seiner Plcnar- Sitzung vom 26. Dezember v. J. einstimmig folgciidc Resolution angenommen; ״Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland schürft allen Gcsinnungsgenossen strengste eobachtung der Frankfurter Beschlüsse hinsichtlich der Neuregelung der Finanzen ein. Es fordert alle Gesinnungsgenossen auf, den Geschüftsführenden Ausschuß durch Zahlung fester Jahresbeiträge z.u unterstützen. Es erklärt, daß nur durch äußerste Opfcrwilligkeit der Gesinnungsgenossen die großzügige Propaganda für die Ausbreitung unserer Bewegung in Deutschland aufrecht erhalten werden kann.“ Wir bringen Euch dies zur Kenntnis und bitten Euch, Eure Pflicht zu tun, um Eurer selbst willen. Was uns bisher von Erfolg zu Erfolg geführt hat, das war die sittliche Ueberlcgcnheit unserer Idee, das war aber auch die große, bisher stets bewährte persönliche Opfer- Willigkeit jedes Einzelnen und die Schlagfertigkeit unserer Organisation. S i e müssen wir ausbauen,!ihr die nötige Stoßkraft verleihen, wenn der Sieg unser sein soll. Finanzielle Nöte dürfen nicht das Wiedererwachen des Judenfums verzögern, seiner großen, so heiß ersehnten Zukunft hinderlich sein. Darum helft uns mit Eurer Persönlichkeit, helft uns aber auch mit ״Der Zionismus crsireüt für uns jüdische Volk die Schaltung einer öffentlich-rechtlich gesicherten IlelmsUitlc ln l'nlitsti'ia." tlatclar Progrumm, AasInhalt Attlritf. — Lin Attentat nttl tmscre Hechte in Polen, Von Dr. M. Glllcksoltn, — Dlo Fortcnt- Wicklung des Judentums. Von Benno Levy, . - Die Aussichten Jüdischer Handwerker In Palästina. —• Der Zwist ln der A. I. U. — Nette Pogromdroluingeii. — Aus aller Welt. — Rundschau der Presse. — Aus den (Jcnieludcn, Vcrcinsnaciirichten. — Feuilleton: Deiiticlio Wcllmucliton. — Diiehcr und Zeltsclirllteii. _ Eurem Gclde, dessen wir bedürfen, um alle guten Juden Deutschlands um unsere Fahne zu scharen! Zionistische Vereinigung für Deutschland. Der Geschäftsführende Ausschuß. + Entschließungen, wie sie auf unserem Frankfurter Dclegicrtcntag zur Finanzfragc gehißt wurden, verpflichten. Verpflichten einen jeden, der durch seine Zugehörigkeit zur Organisation und sein Wahlrecht mit verantwortlich ist. Wem das Geld gar zu fest im Beutel sitzt, der mag jenen Beschluß, der unsere Freunde nach ihrem Vermöge n zu den Parteilasten hcranzichcn will, bedauern. Zahlen müssen wir :1110, wenn anders wir uns selbst überhaupt noch ernst nehmen und von anderen ernst genommen werden wollen. Wer die Zeichen der Zeit zu deuten versieht, der wird zugeben müssen, daß es besonderc Zeiten und besondere zionistische Möglichkeiten sind, die diese Forderungen rechtfertigen, und es nützt nichts, auf die recht ansehnlichen Leistungen deutscher Zionisten für die großen Zwecke der Partei hinzuweisen, so lange den kleinen Forderungen des Tages nicht Genüge geleistet werden kann. Die deutschen Zionisten haben erst ganz neuerdings —־ bei der Beschaffung des Siedelungsfonds — gezeigt, daß ihre Gebefrcudigke:t hinter der ihrer außerdeutschen Gesinnungsgenossen nicht zurückstcht, sobald ihnen ein großes Ziel gewiesen wird. Was in cHcscm Jahre in Deutschland an aufklärender und werbender Arbeit zu leisten ist, das ist keine Gelegenheitsarbeit, die heute in Angriff genommen werden oder auch —- falls jetzt die Mittel mangeln — hinausgeschoben werden kann, sondern es handelt sich darum, zu beweisen, ob wir fähig sind, einen historisch bedeutsamen Moment für unsere Bewegung zu nutzen, oder ob wir seine Möglichkeiten unwiederbringlich verscherzen wollen. Worin die Bedeutung unserer besonderen Arbeit in Deutschland im Jahre 1911 liegen wird, das ist an der Spitze, unserer vorwöchigen Ausgabe kurz angcdcutct worden: Zum ersten mal werden wir allerorten auf Gegner stoßen, die den Kampf wollen und — wie wir aus ihren ersten Versuchen schließen müssen — nicht unbedenklich zu führen gewillt sind. Daß wir durch politische Schulung und Organisation ihnen überlegen sind, ist ein Vorteil, der erst voll zur Geltung kommen wird, wenn jene drei Dinge, die Montecuculi zur Kriegsführung forderte, der deutschen Leitung zum mindesten in dem Maße zufließen, wie cs I der sorgfältig ausgearbeitete Etat von unseren ן Frankfurter Delegierten gefordert hat. Ihm ist | widerspruchslos beigestimmt worden. Lassen; wir dieser schönen Uebcrcinstimmung entsprechende Taten folgen, so bedeutet das nicht mehr und nicht weniger als die endgültige Konstituicrung unserer Partei im Sinne eines organischcn und lebensfähigen Gemeinschaftskörpers. Bleiben unsere Leistungen aber zurück hinter dem, was wir uns in Frankfurt versprochen haben, so wäre das eine Enttäuschung, die uns auf Jahre hinaus entmutigen könnte, den Versuch einer Konsolidierung unserer Finanzen noch einmal zu wagen. Das ist die große Verantwortung, die ein jeder zu tragen hat. der sich Zionist nennt und unserer Leitung in dieser entscheidenden Stunde die Gefolgschaft versagt. Für den aber, der eine starke deutsche Organisation wünscht und nach seinem Vermögen an ihren Lasten teilnehmcn will, für den gilt das Wort: Bis dat qui cito dat — doppelt gibt, wer schnell gibt. Das Attentat auf unsere Rechte in Polen Von Dr. M. G t ii c k s 0 h n, Odessa. Vor rund zwei J.tfflen, als die öffentliche Diskussion libtr die geplante Einführung kommunaler Selbstverwaltung in!,ölen sich nocli im ersten Staditim befand, erklärte der cinflultrcichc Führer der Oktnbristcnpartci — jetzt Dumapräsident — Alcxander Gutscltkow in einer Anwandlung echt russischer Offenherzigkeit, dali die wichtigsten Bcstim- (iiungcn der bedeutungsvollen Vorlage in einem Handel zwischen den Polen und den Oktobrlsten Iwzw. der Regierung vereinbart worden wären, bei dem die!,ölen sich die Entrechtung der jüdisehen Bevölkerung als Kaufprch im Tauschhandel ausbedungen hätten. Die Offenherzigkeit des Oktobristcnfiihrcrs orschien damals den Polen, die cs mit ihren einzigen Freunden, der aufrichtig liberalen Opposition in der Duma und in der Gesellschaft nicht verderben!nochtcn. recht unbequem. Roman Dmowsky, der kluge Politiker mul Führer der polnischen ״Nationaldemokraten", beeilte sich daher, gegen diu Aeufkrung Outschkows ganz entschieden Verwahrung einzulegen. Naive Fortschrittsfrcundc. die damals vielleicht geneigt waren, Herrn Dmowsky aufs Wort zu glauben und die Enunziation des Hauptes der pscudokonstitutioncllcn Regierungspartei als böswilligen Versuch, in den Reihen der Opposition Zwietracht zu säen, von vornherein zu eliminieren, sehen sich nun ln letzter Zeit zu einer Revision ihrer Anschauungen gezwungen. Zwei Jahre haben in unserer bewegten Zeit etwas zu sagen. Während dieses Zeitabschnittes lint sich die Situation hinreichend geklärt. Die polnischcn Politiker glauben nunmehr, ihren Freunden von der Opposition, die ihnen bislang ein autonomes Polen doch nicht zum Geschenk haben machen können, ruhig den Rücken wenden und die eigene Farbe offen bekennen zu dürfen. Und diese Farbe hat nun seit einiger Zeit einen sehr beträchtlichen Einschlag von bedenklichem Gelb aulzuwciscn. — Die nationale Kncbcfungspolitik der russischen Regierung, die darauf ausgeht, jede national-politische und national-kulturelle Regung ifcr ״stammesfremden" Reichsbevölkerung im Keimo zu ersticken, hat eben bei den Polen eine geradezu krankhafte Steige*