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Jüdische Rundschau · 1910-12-23 · Heft 51 (23.12.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 51 (23.12.1910)
Date
1910-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I r Vtflif Jldlick• Riidicki■ E. a. m. k. H. Abonnomonta j 181 dl* wöchtntllck »m Frei• I tu mchelaeade ״JOdlicke! Ruadtchau*‘ koste■ bei der I ütptdlilo« und bei allen Poit• 1 •mtcrn vlettrlllhrllek 1.25 M.! auitrrhalb Dcutichlandi and I Oetlerrelcb-ÜBcarni 2,— M; | flr Mitglieder indischer Ver- * alae Im Sammelbesuc darcb de« Verela 1,— M. ■etlla SW. 40, Zlaaserstr, fj. j Qeschlltsitaade■: 2 bis 7 Uhr I aaster Sonaabead ud Soailag.! r I I I I I I I I I I I I ׳/ / .׳־ .ZI ji y^pzoUi'on Porto belltest, ,■»leti- *arOckgesandt. — Kediktiotmchlttta Mittwoch vormltugs. Redak'lon Jdilltche Randick•■ lUflin-Chafloiteabuff. Blelbtreastr. 4t. Tel. Cb. tS8l. Sprechstunden Ulensta* und Doaaeratal 5-4 oachmituga. I AQOKIG SKLDGGDDS(SC=3<3 p lOTtöKS Nummer 51 Berlin, den 23. Dezember 1910 — 22. Kislew 5671 XV. Jahrgang Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volle die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Baseler Programm Wir!bitten unsere Leser schon jetzt darum bemüht zu sein, daß beim bevorstehenden Quartals Wechsel keine Gelegenheit versäumt werde, unserer ״Jüdischen Rundschau“ neue Anhänger zu werben. — Wertvolle Anregungen und selbstlose Mitarbeit aus unserem Leserkreise beweisen die persönliche Anteilnahme weiter gtsinnungsgenössiseher Kreise an der Entwicklung unseres Parteiorgans und geben uns die Zuversicht, daß wir bei unserer Werbearbeit auch diesmal auf iiire 1 Ulfe reell neu dürfen. Oie Verbreitung der Jüdischen Rundschau hält in erfreulicher Weise Schritt mit dem Wachsen der Anhängerzahl einer zielbcwußten Judenpolitik. Durch die Einführung zahlreicher Vereinsabonnements, ist uns gerade in letzter Zeit wertvoller Zuwachs geworden. Aber vieles bleibt noch zu tun für den, der überzeugt ist, daß eine starke und verbreitete Presse zu den wertvollsten Waffen einer politischen Bewegung zählt. Das Vereinsleben hat diesmal mit besonderer Regsamkeit eingesetzt und wird unsere Freunde mit jüdisch interessierten Kreisen in Fühlung bringen, die der Propaganda unseres Verlages bisher unzugänglich waren. Diese Möglichkeiten sollten von einem jeden zur Stärkung unserer Parteipresse bis zum letzten ausgenutzt werden. Durch kostenlosen Versand von Probenummern wird unsere Geschäftsleitung diese Werbearbeit aufs wirksamste unterstützen. Der Preis unseres Blattes ist ein so minimaler, daß er für niemanden ein Hinderungsgrund sein kann, cs 7u abonnieren. Die wöchentlieh erscheinende ״Jüdische Rundschau“ kostet vierteljährlich ^*25 MR. (außeihalb Deutschlands und Oesterreich-Ungatns 2 Mk.) für Mitglieder jüdischer Vereine im Sammtlbezug durch den Verein vierteljährlich nur 1 MK Diejenigen unserer Abonnenten, die unser Blatt bei der Post bestellt haben, wollen ihr Abonnement umgehend erneuern. RodaKtion und! Verlag der ״Jüdischen Rundschau". Ausweis Sclickcl 1910/1911: Pan/.ig 1 Mk,. Hamburg 1 Mk,: Lamlcsbclträgo 1910/1911: Hamburg 269 Mk.: Organlsatloiisfomls: San.-Rat Dr. Casnarv-Bcrlin 10 Mk., Albert Fischer-Danzig 3 Mk.. M. L. Samburskv-Künigsborß i. Pr. 5 Mk.. CI1. F.ngel-LJoguslaw 5 Mk., Rechtsanwalt Colui-Urandenburß 5 Mk., I. Bncr-Berlin 10 Mk., Conrad Schavcr-Bcrlin 10 Mk.. A. Nachbar-Berlin 3 Mk.. Dr. Badrian-lkriin 4 Mk., Hugo Fränkcl-Charlottenburg KJ Mk.. Pr. Müilcrlicim- Augsburg 5 Mk.. Isidor Rothschild-Frankfurt a. Main 10 Mk.. Moritz Kristcller-Ülogau 3 Mk.. (ileiwitz (Spzifikation folgt) 50 Mk.. ülciwitz |t. Spezifikation im N.-F. t Mk.. S. Bernstcin-Uricscn 5 Mk.. M. Gold- ,Schmidt-Frankfurt a. Main 3 Mk., Frl. Krim Hecker- Hamburg 5 Mk. Gcsamtolugang bis 21. Dezember 1910: Schekel 1910/1911: 94 Mk.: LandcshcitrüßO 1910/1911: 243 Mk.; Oritaiilsatloiislonds (Jahresbeiträge und gelegentliche Zuwendungen): 9491,50 Mk. Zehn Jahre B. J. C. Der Bund Jüdischer Corporationeu feiert jetzt sein zehnjähriges Bestehen. Sein zehnter Kartelltag, der vom 25. bis 29. Dezember in Berlin stattfindet, wird aus diesem Anlaß mit groß angelegten externen Veranstal* tungen verbunden sein, die zugleich der Feier dieses Jubiläums und der Orientierung weiter jüdischer Kreise über den B. J. C. und seine Bedeutung dienen sollen. Wir Zionisten freuen uns mit dem B. J. C. dieser Festlichkeiten und werden gerne an ihnen teihiehmcn. Der Orientierung über den B. 1. C. aber bedarf es für uns nicht, denn uns sind V. J. St.cn und V. J. St.er wohlbekannt. Wir schätzten sie von Anbeginn als unge* mein bedeutsame Faktoren im deutschen Judentum und nicht zum wenigsten im deutschen Zionismus. Uebcr den Wert eines starken akademischen Einschlags für jede Bewegung ist man sich! längst einig — auch da, wo es eine ״Akade* I mikerfrage“ gibt, wie in der Sozialdemokratie. ן Mancherlei Momente treffen hier zusammen. Vor allein kommt es dem Akademiker zustatten, daß er in der glücklichen Lage ist, zu einer Zeit, in der die Angehörigen anderer Berufsstände, insbesondere die jungen Kaufleute, bereits mitten im Daseinskampf stehen, sich ausgiebig, ja sogar oft ausschließlich mit geistigen Problemen zu befassen und sich in sie vertiefen zu können; die äußeren Voraussetzungen für eine gründliche theoretische Schulung, für eine intensive Beschäftigung und Vertrautheit mit allen Fragen der Bewegung sind bei ihm deshalb weit günstigere als bei den übrigen Berufsständen. Der fertige Akademiker aber nimmt gerade bei uns Juden — ob mit Recht oder nicht, mag ganz dahingestellt bleiben — in der Regel eine bevorzugte soziale Stellung ein; er wird (insbesondere aber keineswegs aus. schließlich in kkincien Gemeinden) nach so vielen Richtungen hin als maßgebend angesehen, | daß auch aus diesem Grunde die Zugehörigkeit zahlreicher Akademiker zur zionistischen Partei mit Freuden begrüßt werden muß. Eine große Anzahl jüdischer Akademiker dem Zionismus zugeführt zu haben — das ist das erste Verdienst der im B. J. C. zusammengeschlossenen Vereine jüdischer Studenten. Ohne daß der Bund ausgesprochen zionistisch ist, hat er doch durch sein national-jüdisches Proguamm, das eine ganz bestimmte Stel- 1 u n g n a h m c zu allen jüdischen Fragen verlangt, eine ungewöhnlich große Anzahl junger Studenten, die als Nicht- oder Antizionisten in ihn eintraten, zu Zionisten gemacht. Die Gründer des ältesten der V. J. St.en des seit 1S95 bestehenden Vereins Jüdischer Studenten Berlin, waren bereits die ersten Mitstreiter und Vorkätnpfer des politischen Zionismus. Und auch von denen, die heute am eifrigsten und erfolgreichsten im Zionismus mitarbeiten, wäre manch einer vielleicht nie Zionist geworden, wenn er nicht V. J. St.er gewesen wäre. Aber in der Zuführung jüdischer Akadcmfker zum Zionismus erschöpft sich die Tätigkeit des B. J. C. in zionislicis nicht. Von Bcdeutung für den Zionismus sind nicht nur die einzelncn zu Zionisten gewordenen Akademiker, sondern vor allem auch die V. J. St.cn als solche, als Corporat ionen. Seit den Tagen der deutschen Burschen• schalt weiß man, daß die studentische Corporation wegen der engen Geschlossenheit und der straffen Disciplin, die nur sie ermöglicht, ein politischer M a c h t f a k t o r sein kann, im allgemeinen deutschen Verbinduugslcben gibt cs heute nur noch vereinzelt Corporaiionen, die in einigermaßen festem Zusammenhang mit pclitischen Parteien stehen (etwa die Vereine deutscher Studenten, V. D. St.en und die katholisehen Verbindungen), und speziell dem deinsehen Liberalismus stellt keine korporativ zusamincngesclilossene studentische Anhänger schaft mehr zur Seite. Der Zionismus aber hat in den zehn V. J. St.en — sowie natürlich auch in den an Zahl geringeren rein zionistischen Verbindungen — Gruppen von Menschen zur Verfügung, die es gelernt haben, sich selbstgewälilten Führern unterzuordnen und an dem Platze auszuharren, auf den sie im Interesse des großen Ganzen gestellt werden. Das bedeutet für die zionistische Partei einen ganz gewaltigen Vorsprung vor ihren Gegnern innerhalb und außerhalb des Judentums. — — Eine eingehende Würdigung der Bedeutung des B. J. C. und eine gedrängte Darstellung seiner Geschichte behalten wir uns noch vor. Doch begrüßen wir schon heute alle V. J. St.er, die sich am 25. Dezember aus ganz Deutschland in Berlin zusammenfinden werden, und wünschen ihren Verhandlungen guten Erfolg, ihren Festlichkeiten frohen Verlauf. Leber die Veranstaltungen der Festwoche wird uns folgendes mitgeteilt:

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