Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 50 (16.12.1910)
- Date
- 1910-12-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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beite h7lt. j׳m*ß“ formiere; aber er macht gleich danach den ״moderneii" Juden die Möglichkeit, ״daß sich ihre Vorstellungen mit dem protestantischen (warum gerade mit d i eso nt? — Red. d. J. R.) Christentum vollkommen vertragen“, so leicht mul so plausibel, daß er es uns nicht übel lieh* men darf, wenn wir seine Verwahrung nicht ttir viel mehr als eine Formalität halten. — I lerr Prof. Köhler, der für einen bedeutenden Rcclitslehrer gilt, macht sieh also ־- unverbrämt gesagt bei aller weitgehenden Anerkennung der wertvollen Qualitäten der Juden doch durchaus den Standpunkt unserer Regierung zu eigen, die g r u ח d s ä t z I i c h erklärt: ohne laufe keine volle (’deichbereclitigung. Und Köhlers ßegriindung lautet klar mul deutlich: weil selbst dem reformiertesteu mul modernsten Juden noch /uviel jüdisch-nationales anhaflet, als daß er ein voller Deutscher werden könnte, v Anne liberale Juden - die ganze Reformiemvi nützt also rein garniehts. Nicht nur die an* tisemitische Regierung, sondern selbst ein euch so wohl gesinnter Mann wie Kollier erklärt rund heraus: ״Per Ucbertritt ist die Bedingung vollständiger Assimilation.“ Also gehet hin und nehmet die Taufe. * ßei allem, was sich im einzelnen gegen den Kohlersehen Artikel einwendeii läßt — und wir werden darauf, auch auf die etwas flache ßemerkung über den Zionismus, noch zurüekkommen miisssen — muß doch gesagt werden, daß er vielleicht eine klärende Wirkung ausüben wird. Bei manchen ehrlichen l.ibcralen muß es doch schließlich dämmern, wohin der Weg eigentlich führt, wenn sie aus solchem Munde hören, was w»r Zionisten ihnen seit dreizehn Jahren vergebens predigen: daß die Assimila* liou, so wie die sich liberal nennenden Juden sie wollen, n u r m ö g 1 i c h ist durch die Taufe! Daß alles andere I lerumkuriereu am Judentum tur ihre Zwecke ein ganz und gar untauglielies Mittel ist, das dem Judentum schadet mul nur denen nützt, die zu feige sind, offen den Weg zum Taufbecken zu gehen. Die ehrlichen liberalen Juden stellt der Koh-!ersehe Artikel also - und deshalb ist er uns wertvoll wieder einmal vor die F.ntsehei* dungsfrage; Judentum oder Assimilation? Und das jüdische Volk, das ein Volk ist und sein w i 11, hat das Recht auf eine offene und ehrliche Antwort! Der intiiaiigreiclie bericht aber die Pariser Tagung der ..A. I. li." nötigte ans, zahlreiche Nachrichlea mul *len /.weilen Teil unseres llericliles über die A-C •Sitzung bis z!1r nächsten Nummer zurück- Zusteller. Die Red. J Ü l)ISum.: RU NDSCIIA U \o. iu I^V' Die Kümpfe in der Alliance Beseitigung des und ent ok rat ן sehen, willkürlichen Pariser Sy. Die in Paris stattgehabte Aussprache j s t cm s. An Stelle einer u 11 g es et/, zwischen den Mitgliedern der deutschen Kon- liehen Oligarchie die friedlic|1r fetvnzgenteinscliafl der Alliance Israelile Uni»• , / u s a in in c 11 a r b v i t Delegierter aI. verseile und dem Pariser Zentralkomitee hat, wie : ן e r von Juden bewohnter Land er uns geschrieben wird, ein betrübendes l.rgebnis; u nVer der l'iihrung wahrhaft jq. gehabt. Trotz des außerordentlich großen l ut- \ d i s c 11 u tt d v o l k s f r e u tt d l i c h denken gcgenkouutteus der deutselten Herren wurde;der Männer zum Wo hie des Juden, ihnen in brüsker Form eröffnet, daß man die; ״ ן m s deutsche Konfereitzgemeinschaft überhaupt in .\ ן irgendwie selbständiger Form nicht weiterexistieren lassen wolle. Die Konferenzgemeiuseltafl solle sich lediglich als eine Kassenstelle für die Alliance betrachten, selbst auf die Ucfaltr hin, daß dieses Vorgehen die deutschen Mitglieder der Alliance verstimme. Der Kampf um eine gewtv*e SelbstiiiHb der Deutschen Kontereuzgeuiciusehaft ha: also vorläufig mit eitlem Mißerfolge geendet. < lediglich deshalb der Fall war, weil Kampf zu sehr outriert wurde wog!•; '» dib 1Tnc: * WH 1׳*'ge• mgai r A jetzt jetzt 11׳׳ in 11. aJ־ An׳ Dieses Verhallen hat die nach Paris ilele- : ,ms bekaimtlielt jüngst mehrfach M'haif . gierten d e tt t sc heit 11 e r reu , an ihrer Spitze; sprachen haben — oder ob die Bestreb den Vorsitzenden der Konfereitzgemeinschaft, j t|er deutschen Zentralkomitee-Mitglieder Herrn (ieheimral T i tu c 11 d o rf e r, bestimmt, j ן (J, aucli sonst gescheitert wären, 1• i 11 r e A e m t e r n i e d e r / 111 e g e n, j schwer zu entscheiden. Jedenfalls um! Wir bedauern diesen Fuischluß aufs tiefste, j icstgestellt werden, daß die Pariser Her. wenn er auch geeignet erscheint, ein helles! einer unglaublichen Verblendung handcli Schlaglicht a tt f die Sit u at i o n zu 1 sie auch die so sehr m od i f i z i e r ז e werfen. Auch werden rinheilsgedanketi in der j spräche der D. C. O. /uriukwieseit tml da Alliance über alles schätzt, wie wir dies noch unlängst zum Ausdruck gebracht haben, kann sich der Frkenntnis nicht verschließen, daß hier die Würde und das berechtigte Selbstgefühl von Männern, die ihre beste Kraft selbstlos an die Frreiehung großer Ziele gesetzt haben, iu unerhörter Wein1 verletzt worden sind. Fs muß weit gekommen sein itu Schoße des /omralkomiicos, wenn l.eute, die statutenwidrig ihre Stellungen einnehmen, es wagen dürfen, ihren niehlfraiizösischen Kollegen derartiges zu bieten. Di.‘ nach Paris entsandten deutschen I len en waren notorisch friedlicher und nachgiebiger (lesimumg. Wenn sie heute auf ihre Aemier Verzieht leisten, so beweist dies zur durch einen Konflikt heraufbcsrlr.oren. dessen Tragweite sich noch garnieht eniie-se» läßt. I:heu wei l wir stet:*, und letzthin tu11,1«׳'׳erw ieder, für die F i tt h e i 11 i c h k e i 1 g 1 Alliance eingetreten sind, und eben weil wir jede territoriale Zersplitterung, das Feber• wiegen i rg e tt d ei n e s fretiulnatn.nalen 1 in• flusses in der A. I. U. für hücli-i u׳s*1<־!!>!i*I, halten, deshalb müssen ,.vir die l tg*׳,1״ der Pariser Herren aufs tiefste bedauern. ׳1- .;'׳ die Alliance in sdiwere Kämpfe .stürzen .ul», deren Folgen am letzten I nde leider di M• liattcc selber zu tragen haben wird Die in der letzten Pariser /entlaß»« mmm*־t■• P.viden/., daß jetzt dei Fiidiehsged.iuke niilit 1 sj1/״ll^ utit allen gegen die Summen durch Separationsgeliiste der Konfereu/gemeiiischalt, sondern von den Parisern durch 11 e r r s e h s u c It 1 und V e r s t ä n d tt i s I o s i g k e i t für die l'mpfindtingeu und Bediirf. nisse anderer gefährdet wird. Wir liegen die zuversichtliche I l.offnung, daß der Beschluß der zuniekgetrotenen Mitglieder der Konferenzgeiiieinschaft kein unwiderruflicher ist, sind sie doch heute der Koiifercuzgemeitischaft nötiger denn je. Wir erachten es als selbstverständlich, daß die Konferenzgemeinscaltft sich nicht schwächlich selbst aufgibt, sondern den ihr mut* willig ungezwungenem Kampf bis zum hule durchführt, der Frfolg wird nicht Ausbleiben, wenn die Parole lautet: A tt f r e e 111 e r h a 11 u n g d e s F i tt - II e i I s g e 11 a 11 k e 11 s der A, I. IJ. u u t e r dei ,'um deutschen Herren angenommene Rcsolmmu lue folgenden Wortlaut: 1. Das Zcntral-Komitee bestätigt, 1־■•».\uk\n die Ilarlcgungeii *ler tiermi .hiMizr.it I: i dorter. II. 1 hmipertz. I.ueicii Picard. PI11I1;':׳ >J!n TI». Sebh'smg'.'r. M.icbiels mul See c11:gcge1׳.;e!׳.׳,r. men, die in der Sitzung v an J1׳. A׳»n! .;u״; säintli-lieii *kutschen Mitshcdcm des K• 11111־ccs durch Schreiben vom .V..11 n!־. :m!:;:!• ten Beschlüsse. Fs beschlicht ferner *lie ou.1״.:• satioii der Alliance in lh utschl.au! v. u ■־c Jahre I,,o 1 hestaud, \\icilerl.eizusn-licr in״׳ tragt seinen Vorstand, die zur Atisfnhnnu n!.:. Recht »nid Billigkeit obiger!'•esclilussi er: •r• *leiliehen Maltnaluuci* zu licfh׳«. 2. I*1c in Paris wolinhaftcn ,\\1lghe*k; Je* Zentral Komitees appellieren an ihre Men* K״«• legen in I ieutschland und hitten m*• iin'aau!. ihnen ihre wertvolle :\\1tv 11 hum: auch m '! »״׳,׳' aiigcdcihcii zu lassen. F.srogimteuerung Aus imserein Leserkreise wird uns eine aus l'ssen vom II. November 1810 datierte Ausgabe der ..Allgemeinen Politischen Nachrichten" gesandt, die von einer ganz, atülergewöhnliclicn Hsrogimtciierimg zu berichten weilt: ,.Pie I'.i'iuStc der so«. P n r n d i e s und A d a m * apfel, welcher sieh die ji'uliselten Ulatibcnsgenos« ׳ 111״xlUu'cwd ihres t/.mhhiHienfestes zur Aussprecliung des Segens bedienen, ist in Italien so schlecht ausgefallen, dali im nürdl. Deutschland in diesem Jahre für das Stück 20 Thlr. bezahlt wurde. Von Berlin ans wurden ־/.tun Bedarf Schlesiens ISO Stück durch Bvtrarmst nach Breslau expediert und mit 1500 Thlr. bezahlt. Königsberg UcB auf die neluu* liehe Art f,0 Stück v״n Berlin kommen und zahlte dafür 5110 ‘S hlr. und aus Posen wurden 2 l'.xpresseti nach Italien nbgesehickt, um Paradiesapfel aiu’ziikaufen. Welchen Beweis gibt dieses F.reignis nicht von dem P.iutlitll des Oluul>׳!ns auf Sitten und Denkart der Menschen." Berücksichtigt inan, dall man den Wert eines Talers zu damaliger Zeit um ein mehrfaches des heutigen ansetz.en muH, so wird 1mm den Umfang der KakuuiUit recht ermessen. ßrkUirlioh wird sie iedoch, wenn man bedenkt, dalt die damalige Produktion zum Konsum in einem recht ungünstigen Verhältnis stand, zumal die palästinensischen FrUchte noch nicht auf den Markt gekommen waren. Bücher und Zeitschriften Palästina, Monatsschrift für die Frschheiluog Palästinas. Herausgeber: Im Namen eines Komitees: Adolf Bült 111, Wien. Redaktion: Dr. Brust M fi 11 c r, Wien. Adresse: Redaktion. Admimsratimi mul Versand: Wien IX., Türkenstraüe 0: Versand für Rnllland: I. F. Ooldberg, Wilna. Bezugspreise: Per Jahr litr Ostertcich-VJngaru 2 K.: Deutschland 2,50 Mk.; übrige Ränder ■1 Prs Bei Abnahme von 50 Uxemplaren 2 K. oder 2 Mk. I.tixusausgabc das Doppelte. VII. Jahrgang. Nr. 11/12. Die Zeitschrift, die vor kurzem ihren Frschcimingsort gewechselt hat. ist ihren alten, hewährten Tendenzen treu geblichen. Sie dient dem in ihrem Untertitel angegebenen Zweck, imiem sie einerseits in eigenen fachmännischen Beiträgen das Verständnis, für die wirtschaftlichen und kulturellen Fragen weckt, die das alte Judcnland betreffen, andererseits imiem sic in seltener Vollständigkeit alle iu der ausgedehnten Tägesliteratur verstreuten Paläsimauacliridtteit sammelt und unter den Oesiehtsinmkten indischen Interesses ihren l.esern n'iliei'bringt. Alle Zionisten, die das wcclisclvulle Schicksal dieser Zeitschrift von ihren ersten Anlängen an mit Anteilnahme verfolgt haben, werden auch jetzt an den schmucken und interessanten Heften Ihre Freud« haben. Bali man von dem überaus billigen Bezugspreise nicht abgegangen ist, ist besonders auzuerkennen. Das uns vorliegende letzte ן Heft des MibeiHi'ii .Llirv.uiges "!1*1 *buch cu *• »i 1: ' geschriebene laliiesrnckscliau eingelötet, »P d׳: 1 allzuoft gcnlue Schontärt'er׳:» wohl zu meulei. ) aber doch auf einen recht lioffmmgsfreiKligeii 's ׳' gestimmt ist. Dali die Herausgeber sieh .11.ä >!׳c Mil.irlieit I'elix T heil h a b c r s zu sichern ״׳*!.'ווי dem das Unternehmen so v.el 11׳ danken hat• 'י l’c sonders erfreulich. Fr In handelt 111 gm: A-׳• Weise die C h a I u k a I!!'tage uuto legimg neuer Veröffentlichungen, während Dr. IU״' tiicdeon Dev mann an!!and zahlreicher Ueis'iA aus neuerer Zeit rlie volksw irtscliafiliclicn und 1> v.ü w 11 tsehaftlielien Möglichkeiten der l.amlgesell'vIu» len darlcgt und als Hrgelmis seiner Heir.icl-:.!(י• für unseren!•־all die P. F. 1). C. die Ang :cJc rum: einer finanziell von der F.iti.lgosellsehnH!•»•׳’«י' l'.ingigeti llspotlickenbank befurwmtet. Aus de: •veilerei. reicliliiltigeu Inhalt des Heftes erw.lmv ,.vir: Zticketriibenkultiir für Palästina. Al 1.1110׳ Israelile. Nationalioiids. < 1cscllsch.itt m! I’•׳ I istinaliM׳schling. iWachanajnii. Reise In■• יי., י׳•*' tungen mul Informationen aus Palästina V. Von P> AI. Hausiuaim (FemhergF Bin Palastin.is.uima1׳• lieft. IH־r l.iliauon. Aas ScImUmi Aselis Palastus■ reise. Nachrichten. Notizen. Int Verlage der Jüdische 11 T11 r 11 e r s c I! •! * J Berlin, Alcxmulerstr. 3‘>. erschien soeben das 1.1י״* ' erwartete Jüdische Vereliis-Ucdertmelt. (2. AutDue' j Preis 80 Pf, (I Krone•) Wir werden in der nächsten Nummer noch •״׳v führlicher darauf zuriiekkommen 1'