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Jüdische Rundschau · 1910-12-02 · Heft 48 (2.12.1910) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 48 (2.12.1910)
Date
1910-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Setic 550 )U EDI SCHL RUN DSCH AU Nr. tu Nr. •15 des ..llan1hur«cr Israelitischen Paiiiiliciiblades" erschienen ist. ab/.ulcugncn. Die dahin ziele title 11 1$ e 11 a 11 ין t n 11 k e 11 sind וווו w a 11 r. Wir behaupten viel tu e h r 11 a c 11 w i c vor. daß Herr l)r. Apfel das Protokoll jener Sit/ittu: der Siehcnerkouiinission durchaus wider• rechtlich und in voller Urkenntnis der Tragweite seiner llandluinr einem Herliner Journalisten iihcr- «eben hat. der daraus einen Leitartikel für das ll.iiiiluirger Israelitische Painilienblait machen sollte. Und zwar handelt es sich um das וווו• redigierte 0 r i k i n a I p r o t o k 011 der bc* treffenden Sitzung, und nicht um eines der verviel* faltintett redigierten Hsemplare, die an die Mitnliedcr der Deutschen KonferenzueineinschaU versandt wurden. wie Dr. Apfel jetzt nebenbei Klauben machen mochte. Wir f o r 11 e r n 1111 n m ehr Ile r r n I) r. A p f e I hi e r d 11 r c h offen 11 f e h auf, uns wenen dieses Vorwurfs zu verklagen, und können es unseren Lesern überlassen, die Persönlichkeit und die Wahrheitsliebe des Herrn Dr. Apfel, mit dem wir uns nicht weiter zu beschäftigen wünschen, zu beurteilen. Redaktion der .Jüdischen Rundschau". Wir haben die vorstehende P.rkliirunK selbstverstündlich auch denjenigen Blattern zitgehen lassen, die das oben erwähnte Schriftstück des Herrn Dr. Apfel ahgedruckt oder davon Non/ genommen haben. Zur Sache selber nachdem 41er ganze Pall Apfel nun lioflcuthcli erledigt ist bemerken wir nochmals, was wir jetzt von Anfang an und schott früher immer betont Italien: wir sind der Meinung, 41.1h der Alliance eine gründliche R e f o r m nottut. wenn sie eine wahre Alliance sein mul ihre wahrlich nicht geringen Aufgaben erinlleii soll. Alter diese K'efoim kann nur erfolgen von innen heraus und im Portschreiteii in der Richtung des Alhaiiccgcdaukens. Die territoriale Smidcrhumlclci bedeutet t!as (irali der Alliance: sic ist aller auch einer Reform nicht nützlich, sondern schädlich! Wenn man als Mitglied in leitender Stellung eine solche Organisation reformieren will, so sollte 0* selbstverständlich sein, dal! mau es mir in der Arbeit ihr sie und ihre Ziele tun kann, nicht aber in der Lahmlegung der Arbeit und in der Schaffung von Miilstimnmngen und Verdrießlichkeilen, und ganz gewiß nicht durch einen mit recht anfechtbaren Mitteln inszenierten Zeitiiugskampf. Diese Art kann nur zu Mißerfolgen fuhren mul schädigt die ganze gute Sache im allgemeinen mul die Ziele der ..Reformatoren" im besonderen. Durch solche mutwillig licrbeigefnhrtc Mißerfolge werden sie um Jahre zuriiekgeworfeu und stärken nur die Macht derer, denen ihr ״Kampi" gilt. Jede ernsthatte und besonnene Reform aber machen sic schon dadurch auf lange hinaus unmöglich, daß sie alle r.lviuente miUiiamseli und 1 efoiinscheti machen, d׳e um gutem t'mmd den outrierten Kampf nicht mit* machen wollten. Soweit hätte die Ueherlcgimg auch hei denen reichen sollen, die unsere Stellung zur Alliance doch kennen und dennoch fur unsere Artikel durchaus keine anderen als persönliche Motive entdecken zu können meinten, gerade die Motive, die uns hei diesem Streit der ganzen Lage der Dinge nach voll kommen fern liegen mußten und lagen. Aber freilich - ״um sucht keinen hinter dem Busch, hinter dem man sieh nicht selber öfters zu verkriechen pflegt. Sitzung des Aktions-Komitees (Offizieller Bericht.) Tugesordnunfj: I. Bericht des B. A.-K. י. Organisatioiisstutnt und Bhrcngericht. 5. I’iimu/Ingc. •I. Presse. 5. Kmigiellorl und Zeit. 0. Chnlukuh. 7. Agrarkreditinstitul. 8. Institutionell. <>, Verschiedenes. Bericht des K. A־K. Dem Belichte, den das B. A.-K. dein Aktimis- Komitee in zwei Rundschreiben vom 7. Oktober PB'l mul vom 12. November d. J. erstatt• hat. entnehmen wir ilie folgenden Mitteilungen: Lage hi Rulilaml. Wir bedauern. Ilineu imtteilen zu müssen, daß die Arbeit fur unsere 0reanisa!1o:1 in Rußland auf inmier größere Schwierigkeiten stößt. An die Verhaftung des Herrn Dr. Sapir haben sich weitere Repressalien gegen unsere üesitmtingsgeiios cn geknöpft, Vcrh.iiiiiiieen. Haussuchungen und Konfiskationen, lihier der krassesten Palle ist die Ausweisung ries Rabbiners Preulcnberg au*. Kremeiiischug. nur wegen seiner Teilnahme an dem llambinger Kongreß, auf zwei Jahre ans sein.in tionvernement. wodurch ders<״>e mit ei״cm Schlage brotlos geworden ist. Ucbcr die Seitritte, die wir zur Besserung des Loses der russischen Juden unternominell haben, werden wir mündlich berichten. Wir glauben .daß diese Präge (iegeustand unserer Beratungen sein muß. Lage hi liuglaiiü. Nachdem ein Teil der Vorstaudsmitglicdei־ der Btiglish Zionist Pcderatmn m• folge des von 41er lahreskoiifcrcnz gefaßten Be* Schlusses hinsichtlich des Order uf Aueient Maeeaheaiis ihre Demission gegeben hatten, liegt die Arheit der Pcderatum fast gänzlich darnieder, so daß es notig ist, auf der A.-K.-Sitzung darüber zu he- ן laten, welche Schritte zu unternehmen sind, um die englische I.amlcsorgaiiisatiou von neuem zu kottsoliliieren. Order Knlghts 01 Zion. Die Präge des Order Knigliis of Zion ist entsprechend dem Beschluß der 1 Jahreskoiifereiiz dem Kongrellgericht zur Prüfung überwiesen worden: dasselbe wird seine Ansicht dem : A.-K. zur Kenntnis bringen. Beirat des I:. A.-K. Obwohl der von der Jalireskonfereii/ eingesetzte Heirat des P״ A.-K. sich , nicht konstituieren konnte, weil zwei der von der J Jalireskonfereii/. vorgcsclilagencii Herren die Mn-! gliulsehaft aligelelmt 11:1)1••!:. glaubten wir doch uu; Sinne der Jahreskoiifereiiz zu handeln, indem wir 1!c:1 , Rat der betreuenden Herren in wichtigen Angelegen• ן heilen cinholtcii. Wir haben uns datier an die ן llemu mit ihr Dille gewandt. 1ms 1111c Meinung über 1 I. da• Bestelleramg der l'manziiistilutc der Orgaiu- ן satmii. 2. 411c Passe und 5. Maßnahme 1 zur Br* leiclileriuig 4les Loses unserer Bruder in Rußland niiizntcilen. ן Koiigrellnrt und Zelt. Nachdem wir im Laufe 41er ן letzten Monate über mehrere Orte, die fnr die Ali- lialtiing eines Kongresses in Betracht kämen. Auskinifte erhielten. Italien wir in unserer letzten Sitzung beschlossen, noch wettere Auskünfte ein. zulioieii und werden Ihnen über das Resultat uns.;;, ז i Bemühungen ummlliehen Bericht erstatten, Orgmiisnlhmsstutut. Am •hl. Oktober und;,n den folgenden Tagen fand in Köln eine Sitzung ,!.;f!von der .lahreskoiifcrcnz eingesetzten Ko!״. Iniission statt. Die Kommission hatte m der I Zwischenzeit das gesamte sehr reichhaltige Maie! ' das zu dieser Präge cingcgangcn war. hc-arbe:tu miil hat unter Berücksichtigung eines Teiles ,'.r!zahlreichen Abänderungsvorschläge einen 1, 1:1 'Pntu urf des Organisationsstatiits iertiggesteü!: < 1 Kommission wird ihn auf der A.-K.-S1:/1111g v.:!! legen.! Lhreiigerleht. Die von der Jahrcskonierenz <.,•!. gesetzte Kommission hat uns einige Vorschläge gc. י macht, den endgültigen Bntwurf einer Llirciigeru 1s. ׳ Verfassung aller noch nicht cingesandt. Wir I; •!cn I jedoch, daß die Kommission denselben spatesten* .•;!<! der A.-K.-Sitzung vorlegen wird. Inzwischen hat 1ler׳ Präsnlem des Je sh '. Colonial Trust. Herr Dr. Katzeneisolm. beim P.. A •K. . Klage gegen Herrn Marcus Kahati. J.iita. wegen Rr | seinerzeit im ״lieil-llasiuan" erschienenen Besch!!. I gintgen beUefis der Veiwaltmig der Helder des . | vtnrcli Herrn Br. Katzenclsolm erhoben.־ und 1S I׳., A.-K. hat. dem Antrag des Herrn Kat/er.e'. ' 1־ cntsiTeehwnd, ein besonderes Llireiigenclit fnr Angclcgvisiieit eingesetzt, das aus den Hem: I , Dr. <). Wat bürg, Dr. A. l'fiedni.uin mul D (ndeon Hevniaim bestellt. Chahikuh. Das Zentrallnue.in hat sich .»11 * alle Laiule'sorgaii'sa’.ionen und an vvisehie cne j Privatleute mit der Bitte gewandt, ihm Maten..' 1״ 41 leser Angelegenheit emzuseiu.. . , Relleiimids. Wir haben 1» den ,et/ten M< en j die Aiitii.dime von zwei weiteren Kindern .־ •\ j liidiscl!e M.olcluiilieim zu Jeiusalem aus den '0״• ha | 4!cs 1 assischeti ILltst'oiuls veiaulaßt. Som.l v.׳.׳ ... j jetzt insgesamt •I Kualteii und M Mädchen aus « er. Mitteln dieses Ponds erhalten. ״Die Welt". Mit (ieuugtutiug kotmen w:ז I!. ri berichten, daß die Palastina-N'ummer der ..Weit" n unserer Organisation von allen Seiten freudig; egrnßt W'iirde. An der demnaciist a'.s Buch .ז• seiieiueudeii zweiten Auflage liotiea wir r.oeh i 1;e eine geeignete Propag.iudasehrif: zu haben. Jmlisclier Verlag. Der Verlag entwickelt * .cts langsam, aber nicht unbefriedigend. Ln.ge Neu• erscheinmigeii befinden sich 11! Vorbereitung. Jüdischer Natlmiallouds. Wenn in Beuac zogen wird, daß der Nationalfoitds die ganze ei• arlieit fur die S!edlungsgen״ssenscha:•, geleistet Im:. ist das P.rgelmis 41er Sammlungen, verglichen mit den! Vorjahre, als befriedigend zu bezeichnen, h; vir,mm: Landern stellte sich die Notwendigen Iser.u1. .*.׳ c Sammelstellen zu reorganisieren. P.s schweben zurzeit verschiedene Vethand!;;• g•::•• wegen Bodenaul,auien in Palästina. Bin großes t .. (ialtlaa ist vom Palästmaamt fnr geme»uscluf:. he | Rechnung des J, N.־P., der P. L. D. C. und ihr i Sieiiluiigsgcnosscnschaft erworben worden. Auf dem Oebiete des Baues von Arbeiter, luusern Italien der J. N -P. und der du׳! arge• gliederte David mul Paimv \V»1!üs,«hn-L'01u!s ru־.־.me!sr! ernste Anfaiigi• gemacht. In den Ko’,.•wen l’!*,' ־. Ie Zum, Rccholmtli, I VtaeluTikw all uu.l Cibeilita i ׳ * tunleit sich Wohnungen 1111 Hau •ulet '!uJ *J :• vollendet. Die S 1 e 41 I u 11 g s g e 11 o s s c וו s c h a t : 1s: u | uielir als ״Prcz lsrael-S1cdhmgs-t tc'cllschai: 1.!>. j II."!orniell konstituiert worden, damit sie zur Ir- 1 leichter um: 4!er S.iiiimlungen Aiitcßsjieuie I er j geben kann. Nach den bevorstehenden Sitzungen 1 wird nun ein Veitr.ig zwischen dem .1. N.-P. und da Ssedl11ngsgesellNcl1.it't ah/uschließeii sein. 4!er »l.e A• Ein Lotteriegewinn ohne Lolterielos Humoreske von M. P u 1 vcrnian n. (T'ortsetz.ung.) Mit dem Oelde wurde ״Reb“ Sdtiuuue, wie er jetzt als richtiger Baul-Boes genannt wurde, bald fertig. Parin war er ja Künstler, durch die langjährige Uebuug, die er durehge* macht. Wenn er es fertig gebracht, das große väterliche Besitztum sich durch die Ringer Lr11־i1cn zu lassen, warum sollte es ihm nicht ״spielend“ - m des Wortes wahrer Bedeutung gelinget», ein paar!»»rnpige hundert Oulden alk zu machen? .Ict/J aber ging er «au/• methodisch zu Werke. Navli und nacii begann es nämlich in seinem Schädel zu dämmern, daß es sich viel besser als großer Ko/.cn, in einem feinen l lause, mit einem vollen Geldschrank lebet» läßt, als mit leeren 'faselten, /.wischet» vier weiß geü'mchkn Wänden eines ärmlichen Dachstübchens, wo die Süppchen nur noch dem Aussehen nach diesei» Namen verdienen, während sie im Geschmacke sich nicht viel von ausgekochtem Knochenwasser unterschieden. Und das Resultat dieses seines langen und angestrengten Nachdenkeus war die felsenfeste Ucberzeugung, daß nur ein einziges Mittel vorhanden war, um sieh das frühere Oute zu verschaffen — ein recht großer Treffer in der Lotterie! — Seil damals wurde er ein gewaltiger Spieler vor dun l lernt und opferte dem Spielteufel auch noch das letzte seiner Habe. Aber seit damals kam ״»»eh ein neuer Küchenmeister ins Stiibchet», namens Schmalhans, der sogar auch das Knochenwasser vom Speisezettel absetzte. ITan J linde befrachtete die Raulheit und Verschwendung ihres Mannes schweigend und wortlos. Sie ertrug geduldig alle seine Launen und sein mürrisches Wesen, sie arbeitete ganze ׳!•'L'c• und halbe Nächte, sie plagte sieh von früh bis spät, sie ging in fremde I läuser waschen und flicken, um ihren Mann wenigstens vor dem Verhungern zu schützen. Denn sie liebte nicht nur ihren Mann schwärmerisch, abgöttisch, souder!» das Gefühl der Verehrung von ehemals halle sich bei ihr derartig festgesetzt, daß sic; ihn noch Wochen nach der Hochzeit mit Herr44 , und ״Sie“ ansprach. Und je größer seine Armut, desto größer , wurde seine Gier nach Reichtum, seine Leiden- | schaft für das unsinnige Lotteriespiel, dem er; jeden Groschen in den Rachen warf, den seine Prau schwer und sauer erarbeitet, lir hörte auch daun noch nicht auf, als I linde ihn nach und nach mit vier Kindern beglückt. Sein /.es Leben verbrachte er mit der Lotterie tß’il sein beständiges Denken und '1 raehten war n::r auf einen großen Gewinn gerichtet. Mit uiim• alinter List mul Schlauheit verstand er es, sein 1־ l'ran das Geld für ein Los ab/nqnälen, mni hatte er es endlich erlangt, dam» fieberte er bei Tag und bei Nacht, wachend und träumend v.;1 den vielen Millionen, die er bald besitzet» werde. War aber die Ziehung vorbei mul seine Nt׳״!• mer nicht gezogen, dann polterte mul weitem’ er wie ein Türke, verfluchte sein Geschick, da־ ihn zur Armut verdammt und schwor hoch um! heilig — das nächste Mal eine andere Nmn״u1׳ zu besetzen. Von irgend einer Tätigkeit oder Beschäm■ gung war bei ihm natürlich keine Rede > 1,1 Tagewerk bestand in» Lssen, Schlafen, l'ohiin lväsom»iercn, stundenlang auf der grünm׳ strichenen Bank vor dem Wirtshause zu sitzen bis der krumme Sehlaume von seiner Doifwan derscliaft heimkelirte, mit dem er unzählige Rar tieu I'rauz.efuß spielte. Ls wurde in seinen» Haushalt erst etwa: besser, als die Kinder herangewachsen waren und als seine älteste Tochter, Rachel, in cir Plitzgeschäft eingetreten war, wo sie sich al: geschickte und flinke Arbeiterin zeigte und einer

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