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Jüdische Rundschau · 1910-11-25 · Heft 47 (25.11.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 47 JUED1SCHE RUNDSCHAL Seite 543 weise einen mehr als lebhaften Charakter ״nnalnii mul ilie sielt bis tief in die Nacht hinein erstreckte. Wir haben einen vollen Erfolg zu verzeichnen, lis trat eine erhebliche Anzahl angesehener Gemeindemitulioder unserer Ortsgruppe bei und eine zum Schlüsse eiuucleitetc Sammlung, zu der selbst einige anwesende christliche Herren namhafte Beitrüge gaben, brachte ein schönes Resultat. (Siche N.-F- Ausweis.) L. k, Essen (Ruhr). In einer sehr gut besuchten Mitglieder-versaimuhmg der Zionistischen Ortsgruppe mul vor einer erheblichen Anzahl geladener üüstc sprach heule!*־raulei״ Frieda Treu über das I heitta : ״Der Zionismus die e i 11 zi g e l. ö s u n g d e r .111 d e u f r a g 0". Die Referentin verm. iiuI es lim ihren vorzüglich dtirelidachten, geistvo len Ausführungen der Versammlung ein anscliauliclies. klares Bild von der Bedeutung unserer IJeweguitg zu geben und wies in überzeugender Weise nach, daß nur im Zionismus die Zukunft d c s J ud e n 111 m s zu finden sei. An den Vortrag scliloll sich eine sehr anregende Diskussion, an der sieh besonders zwei als Oiiste anwesende Nicht- Zionisten beteiligten.!• .,is.sc״V A״l .1, November veranstaltete der .Indische Turnverein eine öffentliche Vcrsaiumluug. in der Herr Georg PI n 111 u s - Bochum einen Vortr»1£ über •J) 1c j il d i s c 11 c 1 u r n b c w c u n hieb. In fesselnder und durchaus sachlicher Weise entwarf der Redner in groflen Zilgcn ein Bild der jüdisehen I iirnbewegiing, die, aufgebaut auf dem Gedanken der Ziisaumieiigchürigkcit aller Juden, für uns Grolles erhoffe und erstrebe. Die jüdische Turnerschaff, die eine grolle Anzahl von Vereinen umfasse, sei die hcwiilltc Vertreterin dieser Richtung. Nicht unerwähnt liell der Redner die vielen turnerischen Darbietungen der jüdischen Turnvereine, die allerseits volle Anerkennung geerntet hätten. — Lebhafter Belfall lohnte dem Redner. Der Vorstand des Vereins wurde aus den Herren: L. Rosenberg. L, Wolf, Alfred Simotti, Paul Herzberg, Auerbach, J. Qoldstcin, Sally Lcft, Julius Weinberg und Alfred Daruch gebildet. Der Turnbetrieb soll in den nächsten Tagen aufgenontmen werden. Die Mitglicderzahl betrügt SO. A. S. Dessau. Am Mittwoch, dem 16. November, fand die Generalversammlung der hiesigen ZIontstisclicn Ortsgruppe statt. Herr Kantor Blitz hielt dabei einen Rückblick auf die Tätigkeit im verflossenen Jahre. Darauf erstattete Herr Qoidmann den Kassenbericht wie folgt: A. Einnahmen: An Kasscithestaiid am 1. Oktober 1909 Mk. 194,98 M Mitgliedcrbeiträgcn . Spenden fiir den Nationalfonds , . 243,— I 38,10 «• Spenden für Oelbäume . . ... ־*.78 « Schekel und Landesbeiträgen . . . 172.— 1 Biicbscnentlccrung. 49.31 1 Selbstbesteiieriing. 47«».- - II Neujalirsablösungeii . 03.— tl Beitrag aus der Untcrstützungskassc 5.— «• Beitrag aus der Cohn-Oppcnhcim- Stiftung. Goldenes Buch. 2300,— •I 25.— M Eintrittsgelder bei Festen .... %% 170,50 Summa: Mk. 3814,89 B. Ausgaben; Per Oelbüumc. Mk. 654.— M Goldenes Buch. 74,31 י Nationalfonds . 452,— O Schekel und Landesbeiträge . . . «• 172,- *1 Reisespesen für Kongreß und dergl. 375,70 *• Ncujahrsablüsuiigcn. 63.— « Schule Bezalcl. 63.— Bücher und Zeitschriften (Rundschau usw.). 481.50 1 Unkosten bei Festen . 645,04 *I Allgemeine Unkosten (fremde Redncr, Druckkosten, Versammlungen usw.) . tl 702,27 M Kassenbestand am 13. Nov. 1910 1• 132,07 Summa: Mk. 3814,89 Hierauf wurde die Vorstandswalil vorgenonimen. Zum Bedauern der Gruppe erklärte der bisherige Präsident. Herr Rechtsanwalt Ascher, dall er mit Rücksicht auf seine beruflichen Pflichten den Vorsitz abgeben müsse. Nachdem er kundgegeben hatte, dall dies sein unabänderlicher Entschluß sei, wurde Herr Dr. mcd. Paul Moses zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Gruppe sicherte sich jedoch die Mitarbeit des Herrn Dr. Ascher dadurch, daß sic ihn zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme int Verbände ernannte. Herr Kantor Blitz, der dein vielen Drängen, hicrzublciben, nachgab und vorläufig hier wohnen bleibt, wurde zum zweiten Vorsitzenden und Schriftführer, Herr Kaufmann Adolf Goldman n zum Kassierer, Herr Hofbankier Paul Macrkcr, Kaufmann Julius Sega 11 zu Beisitzern und Kaufmann A. Lcwlnsohn zum Stellvertreter gewählt. Ferner wurde beschlossen, sich dem Zionist isehen Gruppcnvcrbandc fürSac h s c n- Anhalt anzuschlicflen und Herr Kantor Blitz zum Delegierten für den Gruppenverband gewählt. Am 20. fand der erste diesjährige Oeschichtsvortrag durch Herrn Kantor Blitz statt, der sehr jnteressant verlief und mit dem die Gruppe‘in die Winter■? arbeit cingctretcn Ist. .•! ■ Frankfurt a. M. Der Jungjüdischc Abend der Zionistfichen Jugcndgruppo brachte wiederum einen vollen Saal. In der Begrüßung stellte der Vorsitzende L. Perlmutter das gesteigerte Interesse fest, das die Jugendgrnppc fände, skizzierte das reiche Feld der Arbeit und forderte zur Mitarbeit auf. Für die Einführung in die jungjüdischc L i t e r a tu r hatte Herr Dr. Gottlieb mit feinem Verständnis eine Reihe von nusgcwülilten Gedichten zusammengestellt, die in Fräulein E. Cassel und den Herren S. Rose 1111 ei m e r und B. Lappß ihre glänzenden Interpreten fanden. Der zweite Teil brachte nach einem Referate über ..Jüdische Mystik" die Vorlesung der abgeklärten Erzählung ״D c r M c I s t e r des Gebets" aus ״Rabbi Nach 111 an vrsn Barzluw von Martin Huber, der die Zuhöror in geheimnisvollen Bann zwang, bis schließlich die kraftvolle Wiedergabe jungiüdisehcr Gedichte voller Ubeiistlust und I’rische, wie ״Das La ehe 11" sowie des znkunftsfroheii ״Junge Harfen" den schönen Abend stimmungsvoll beschloß. — Dienstag, den 22. November, abends '19 Uhr, findet im Kursaale Milnni ein Refcratahend über ״Die soziale Lage der Juden in der Gegenwart" statt, in der 11. a. Herr Dr. W. Hanauer ״Zur Statistik der Juden" sprechen wird. Konstanz. Am 23. Oktober sprach in der Zlonlstlsehe» Ortsgruppe Herr Dr. P i 11 k u s ־ Zürich über ״Die sozlalkiillnrelle Bedeutung einer Kolonisation Palästinas liir die Gesiimijudcnhctt“. Er bczcichnctc die Stellung der Juden unter den andern Völkern als eine soziologische Anomalie. Obwohl sic überall stark an dem Kultur- und Wirtschaftsleben ihre Wirtsvölker aktiv beteiligt seien, hatten sic doch nicht die Möglichkeit, Ihre Fähigkeiten voll entwickeln zu können. Die jüdische Masse besitze in den Lünderu der staatsrechtlichen Judcncinanzipation nicht die Autorität, welche normaler Weise eine solche Masse von 10 Millionen besitzen müsse, namentlich im Vergleich zu weit geringzähligcrcn Volkseinheiten. Er suchte diese soziologische Anomalie des jüdischen Volkes auf Mangel an Landbesitz zurückzuführen, ferner auf die Erscheinung, daß die Juden in ihrer Gesamtheit bei ihrer Zerrissenheit mir Kinzclindividucn darstclllcn, keine Masse, Die Kolonisation Palästinas wird ihnen diese Vorbedingungen schaffen, sic wird die grolle Masse der ״Luftmcnschcn" zu seßhaften Bauern machen und durch die Großkolonisation ein jüdisches Massenzentrum schaffen. — Mit der Erreichung dieses Zieles sei auch die Glcichbercchtigung und Anerkennung des jüdischen Volkes als Masso gegeben. Erst noch der Emanzipation der Juden als Masse, könne auch der Judo als Einzelindividiiuiii seine wirkliche Gleichberechtigung unter den Wirtsvölkcrn erlangen. Die interessanten Ausführungen des Referenten wurden mit großem Beifall aufgenommen. Dr. M. Karlsruhe. Vor ungefähr drei Monaten gründete sieh hier ein Verein unter den jargonsprcchcndcR Juden unter dem Namen ״Bczafcl" .liidlsclicr Kultur- Verein. Der Verein anerkennt das Baseler Program 111 und stellt sich zur Aufgabe, unter den jargüiisprechciidcii Juden In Karlsruhe das nationale Bewußtsein zu wecken, sic mit den kulturellen, gescllscliaftlichcn und finanziellen Institutionen in Ercz Israel bekannt zu machen und sie zu deren Unter- Stützung zu bewegen. Am Sonntag, dem 4. Chcschwnn, fand der erste Vortrag über ״Palästina in der jüdischen Geschichte seit dem Aufstand Barkochba’s" statt. Stolp, Am 13. November sprach Rabbiner Dr. Joseph aus Stolp im Lücraturversi» in Tuchcl über ״Strömungen im Judentum der Gegenwar t", am 16. und 17. November in den Literaturvereinen zu Könitz und Schlochau über ״Die Grün Uc( s Z i 0 n i s in u s". Die Vorträge waren sehr gut besucht und cs war erfreulich zu bcob• achten, mit welchem Interesse Ule Erschienenen den 1 ,׳•!ständigen Ausführungen des Redners folgten, ln Könitz schloß sich eine längere lebhafte Diskussion an den Vortrag. Der Rabbiner der Gemeinde. Herr Dr. Weil, hob rühmend den hohen Ernst hervor, mit dem der Zionismus das unleugbar gegebene jüdische Problem behandle und meinte, daß die Stärke der Gründe, die der Vortragende für den Zionismus ins Feld führte, gebührend gewürdigt werden müßte: er bekannte sich jedoch als Nichtzionist. Rechtsanwalt Fleischer vertrat nicht ohne Geschickliclikeit, aber mit wenig Sachlichkeit und desto mehr Heftigkeit grundsätzlich den Standpunkt des Anti- Zionismus. Seine Argumente konnten vom Vortragenden unter dem Beifall der Versammlung mit Leichtigkeit zuriickgcwicscn werden. Herr Markus, der nur vorübergehend in Könitz weilte und im Verein als Gast erschienen war, würdigte die für den Zionismus geltend gemachten Gründe und trat mit warmen Worten für ihn ein. Cülheu. Am Mittwoch, dem 16. d. Mts., sprach in der Zionistischen Ortsgruppe Herr Richard Lichthe im-Berlin über ״Die Zukunft der Juden" und verstand cs meisterhaft, seine Zuhörer zu fesseln. Eine kurze Diskussion, an der sich auch Herr Kantor Blitz aus Dessau beteiligte, verstärkte den günstigen Eindruck des Vortrags. Von den Anwesenden mcldeten sich 5 zum Eintritt in die Ortsgruppe, ein gewiß günstiges Ergebnis. Für den Jüdischen Nationalfonds wurde gesammelt, und als Anerkennung und Dank fiir den vorzüglichen Vortrag stiftete die Ortsgruppe Herrn Liclnlieim einen Oelbäum. Duisburg. Am H. November sprach anläßlich der hier stattfindenden Ausstellung des Bezalcl und des Verbandes jüdischer Frauen fiir Kulturarbeit in Palästina in der Zionistischen Vereinigung der Maler A d o I f U z a r s k i aus Düsseldorf über die Kunst des Orients. Der Vortragende verstand es trefflich, den Zuhörern die Geheimnisse der orientalischen Kunst zu enthüllen und zu zeigen, wie sie die Grundlage aller abendländischen Kunst geworden ist. Frau Bertha Epstein, Duisburg, schilderte im besonderen die Entstehung und Bedeutung des Bezalcl und des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und gewann in warmherziger Darstellung die Hörer für ihre Sache. Beide Vortrüge wurden durch eine grolle Zahl schöner Lichtbilder erläutert. Die Ausstellung ist besonders geschmackvoll hergerichtet. Wronke. Am 3. November hielt unser Vorsitzender. Herr Tierarzt Wall in der zionistischen Ortsgruppe einen fast cinstiindigcn Vortrag über ..Bar Kochba den Stern Judäa s". Die zahl, reicli erschienenen Zuhörer, darunter viele Nichtzionisten, folgten dem belehrenden und interessanten Vortrage mit gespanntester Ausmcrksamkcit und zollten dann dem geehrten Redner lauten Beifall, den er in reichlichem Maße verdient. Fiir unsere Ortsgruppe wird der Vortragsabend voraussichtlich von bestem Erfolge sein. R• Rybnlk. Da der bisherige Schriftführer. Herr Siegfried M a 1111 e b e r g, sein Amt niedcrgclcgt hatte, wurde durch Zuruf zu seinem Nachfolger Herr Lehrer L e v y gewählt. In Anerkennung des Eifers, mit dem Herr Mannebcrg so lange sein Amt verwaltet hatte, stiftete ihm die Versammlung einen Oclbaum. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Abhaltung eines CI1 a n u k a h v e rgn ti gc 11 s mit Tlicaterauffiihruug und Ball angeregt, doch soll erst fcstgcstcllt werden, ob auch die nichtzionistischen Gcmciudcmitglieder zur Teilnahme daran geneigt wären. Künlgshüttc O.-S. Die Zionistische Frauengruppe zu Königshiltto veranstaltet am Sonntag, dem 27. Novcmber. abends 8 Uhr, im Saale des Bark-Hotels, Tcmpelstraße, ihr erstes Stiftungsfest mit anschließcndem Tanz. Programm: I. Teil: Chorgesang, Festrede (Frau Rechtsanwalt L a c 11 in a n n - Königshiittc): 2. Teil: Cabaret, bestehend aus: Gesang. Duetten. Violinspielcn und Tänzen. — Wir bitten die obcrschlcsischen Gesinnungsgenossen, recht zahlreich zu erscheinen und rechnen besonders auf die Anwesenheit der zionistischen Frauen Ober- Schlesiens, die Veranlassung nehmen möchten, sich bei dieser Gelegenheit über Zweck und Nutzen einer Frauengruppc zu unterrichten. mm* für zarte weiße Haut 2־— 4 il©röw®Ä

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