Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 46 (18.11.1910)
- Date
- 1910-11-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 46 lUEDlS CH E RUNDS CH Al Seite 531 Iner die erste zionistische Versammlung statt, der durch monatclangc Werbearbeit seitens des Prl Hedwig Lewin recht gut vorgearbeitet war. Pie ganze Gemeinde und zahlreiche Gesinnung*- genossen aus dem russischen Nachbarort Dobrzvn waren zugegen. Per Vortrag von Herrn BluuienfelJ über ״Die Zukunft der Jude!1" fand begeisterten Beifall und loste eine lebhafte Diskussion aus. Die greifbaren Erfolge des Abends werden sehr bald in die Erscheinung treten. Hs lagen sofort IS Heilrittserklarungen zur Z. V. f, D. vor.!,crsönllches Am Sonntag feierte unser geschützter Qe• Mimungsfreund Arthur Hirsch in Berlin seine Vormiililung mit Prau Cläre, geh. Bütz. Arthur Hirsch, dessen Name vor allem mit den jüdische,1 Turnbestrebtingen seit ihren allerersten Anfängen verbunden ist, hat auch der zionistischen Partei seine aiilierordcmliehe Arbeitskraft gewidmet und sich um die Berliner Ortsgruppe und die Nationalfonds-Arbcit besondere Verdienste erworben. Redaktion und Ver* lag der Jüdischen Rundschau, der Herr Hirsch gleichfalls unbestellt, schließen sich den vielen gositimmgsgenüssiscltcn Gratulanten an, die ihn in mannigfacher gemeinsamer jüdischer Arbeit schätzen lernten, Am 17. November feierte Johannes Kreme- 11 e t z k y , der bewährte Zionist und früherer Leiter des Jüdischen Nationalfonds, das Pest seiner Silber* hochzeit. Dem Jubelpaare unseren herzlichsten Glückwunsch. fiUS'DCM Q£M£IND6N 01« Mitarbeit unterer Later an dleier Rubrik lat besonder* — -.— arwUnacht.——— Berlin, Der Jüdische Turnverein ,,Bur Kocltbu" gibt seine folgenden Turnzeiten bekannt: I. Männer- Abteilung: Gr. Hamburgerstr. 27 Dienstag, Donnerstag und Sonnabend 8 •10 Uhr. II. Männer- Abteilung: Kaiserstr. 29/30 Montag 8-10 Uhr. III. M ä n n e r - A1) t c i I u n g: Nicderwallstr. 7 Diensmg und Donnerstag 8—10 Uhr. 1. Prauen-Abteilung: Auguststr. (17/68 Montag und Donnerstag 8 -10 Uhr. II. P r a u e n - A b t c 11 u n g: Schlcswiger Ufer 14 Montag und Donnerstag 8—9'L• Uhr. III. P r a u c 11 - A b t e i 1 u n g: Ifilattdstr. 9/11 Mittvocli und Sonnabend*!8י׳•— ,elO Uhr. Lehrlings- Abteilung: Weißcnburgcrstr. 4a Montag und Donnerstag 8—10 Uhr. Mädchen-Abteilung: Auguststr. 67/68 Montag und Donnerstag 6—7): Uhr. Sc 11 ii 10 r- A b tc i I ung: Hinter der Garnison- Kirche 2 Montag und Donnerstag 6—8 Uhr. Alte H e r r e n r i e g e: Gr. Hamburgerstr. 27 Dienstag und Donnerstag 8—10 Uhr. - Im Sommer Spiele im Freien auf dem eigenen Spielplatz. Vorturnerkurse, Turnlclircrausbildungskurse, Fcehtiibungen, Santanterkurse. Schwimmen, Turnfuhrien. gesellige und wissenschaftliche Untcrhaltungsabende, Bibliothek. Königsberg I. Pr. Der gemischte Chor ist mit mich für die hiesige Gemeinde zur Tatsache gcworden. Per Reprüscntamenversammlung. die sich am 16. d. Mts. mit dieser Präge beschäftigte, lag ein vorher leider den Repräsentanten nicht allgemein bekanntgegebenes schriftliches Gutachten des Gemeinderabbiners Pr. Vögelst ein vor, das zu dem Schluß kam. daß der Einführung von Frauenstimmen in den Synagogenchor religionsgcsetzlicho Vor- Schriften nicht entgegenstiinden. Vergebens warnten die Oppositionsredner (Feinst ein. Lieberm a ״ n und Gg. Pr. Stein) vor dieser Reform. Es wurde in Königsberg dahin kommen wie in Breslau, wo schließlich auch christliche Damen zugezogen werden würden, man möge im übrigen in religiöser Hinsicht über den Antrag denken wie man wolle, jedenfalls müsse es stutzig machen, daß zahlreiche große Gemeinden den Frauen den Zutritt zum Chor bisher kategorisch verboten halten und daß ein großer Teil auch der hiesigen Gemeinde und gerade diejenigen, die die regelmäßigsten Synagogenbesucher seien, eine, teils religionsgesctzlich begründete, teils rein gefühlsmäßige Abneigung gegen eine derartige Neuerung hätten• die zweifellos nichts als eine weitere Annäherung an den christlichen Gottesdienst bedeute: dazu komme der geforderte hohe Kostenbetrag von •4000 Mark, den man für bessere Dingo verwenden könnte. Dr. Stein erinnerte auch daran, daß in den Kreisen der liberalen Vereinigung, deren Mitglieder im wesentlichen ja die Freunde des Prauenchors seien, neuerdings immer besonders betont werde, daß man vor den ״guten, alten, treu an der Tradition hängenden Juden" grollen Respekt hätte, im Gegensatz zu der Abneigung gegen die modern gerichteten Reformgegner, und fragte, warum, wenn diese plötzlieh entdeckte Liebe echt sei. man etwas tun wolle, was gerade diesen Kreisen bekanntermaßen ein Greuel sei, Er betonte, daß das jüdische Bewußtsein, das durch die Ucberzcugung von einer besonderen Eigenart, die wert sei, für uns und die Menschheit erhalten zu werden, zum großen Teil dazu beigetragen habe, uns bis auf den heutigen Tag als Juden zu erhalten, durch diese vielfach bewußte und gewollte Annäherung an fremde Art systematisch ein• geschläfert werde. Dr. Vogels teilt bestritt in seiner Erwiderung, daß der Frauenchor eine Annühcrung an den christlichen Gottesdienst bedeute tmd verwahrte sich lebhaft dagegen, daß er etwas, was jüdiseli sei. aus dem Gottesdienst beseitigen wolle; wenn er die gegenwärtige Vorlage befür- Worte, so geschähe das lediglich, um das Judentum im Sinuc der modernen Entwicklung zu fördern. Ein Antrag auf Schluß der Debatte ging durch und schnitt die weitere Diskussion ab. che der Antrag, wie im Laufe der Verhandlung vorgescltiagen war, dahin eingeschränkt werden koiinte. daß die 4000 Mk. nur unter der Bedingung bewilligt werden sollten, daß zu dem Prauenchor nur jüdische Damen ztigelassen werden würden. Es stimmten für den Antrag 11. gegen ihn 7, bei Stimmenthaltung eines Mitgliedes, der ebenfalls ein Gegner des Antrages war. Dieses Stinimvcrhültnls war eine beredte Illustration für die Bemerkung eines Diskussionsredners, man würde die Gefühle einer starken Minorität nicht verletzen wollen, könne aber nicht auf eine kleine Gruppe von Eigeiibrödlcrn Rücksicht nehmen. Stettin. Unseren jahrzehntelangen Mitbürgern, dem Louis Löwentliul'sclicu Ehepaar, Schulstr. L welches bereits vor 5 Jahren das Pest der diamantenen Hochzeit beging, ist es vergönnt geblieben, mit dem 20. d. Mts. die woltl seltene Feier des eisernen H 0 e 11 z e i t s - J u b i Iä u tu s begehen zu können. - Wenn es dem in steter Eintraclit lebenden Jubelpaare bcschicdcn ist. nach 65 jähriger Ehe, dekoriert mit der goldenen Ehejubilüunts-Mcdaille. dieses herrliche Pest im Kreise von 4 Söhnen und vieler Nachkommen, sorgenlos und In voller Körper- und Ücistcsfrischc begehen zu können, so ist’s wohl angebracht, Ihm auch unsere herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Möge ihm der späte Lebensabend noch viele frohe Stunden bringen. WSR6INS-RUNDSCHA0 1״ftKllcl1*t knnnn zu halten mul sie stet» rechtzeitig etnmemten. Mflnunkrlnto nur aut einer Sehe Itenchrclbcn — dculllcho SchrlUt 61c Schrlfllithrcr der Vereine werden gebeten, die!!erlerne Der Beachlung der Vereinsschriftführer empfohlen Das beginnende Wintersemester hat in diesem Jalir im jüdischen Vereinslebcn eine besonders erfreuliclie Regsamkeit gezeitigt. Unsere Vereinsspalte gibt allwöchentlich ein getreues Bild von dem Eifer, mit dem allüberall tmd besonders in den zionistischen Gruppen für jüdische Interessen gearbeitet wird, uni es ist uns eine besondere Freude, die eingehenden Nachrichten veröffentlichen zu können, soweit sic von Dingen allgemeinen Interesses zu berichten wissen. In diesem Bestreben müssen wir aber unbedingt auf die verständige Unterstützung der Vercinsscliriftfiihrcr rechnen können. Da sind cs zu* nächst drei Forderungen, von denen eine Veiöffent- Hebung, wie sie im Interesse der Einsender liegt, abhängig ist: Deutliche Schrift, einseitig beschriebene Manuskripte und kurz׳: Sachlichkeit. Die beiden ersten Punkte enthalten das Minimum dessen, was von einem jeden im Umgang mit Redaktionen zu erwarten ist. Die dritte Forderung enthalt eine Rücksichtnahme auf unseren Leserkreis und ist gleichfalls kaum als un• billig zu bezeichnen. Nur allzu häufig ist der Lokalberichtcrstatter versucht, das speziell lokale Interesse mit dem allgemeinen eines weit verbreiteten Leserkreises glciehzusctzcn. Vor allem ist cs nicht denkbar, daß ein Referat über eine Rede, die für irgend eine Sache wirbt, die unseren Lesern vertraut ist, jedesmal von neuem Interesse findet. Auch den Referenten, die in solchen Berichten häufig ihre eigenen Worte nicht wiederzuerkennen glauben, ist damit ein schlechter Dienst geleistet. Weit wichtige!• ist beispielsweise die Bekanntgabe von Resolutionen, dem Ergebnis von Sammlungen, der Anzahl der Teilitchmer. der Diskussionsredner tmd ähnlicher sach- Heller Paten. Wir hoffen, daß dieser kurze Hinweis genügen wird, um die so schätzenswerte Mitarbeit der Vereinssehriftfilhrer an unserem lllattc in die rechten Bahnen zu lenken, und daß wir nicht gezwungen sein werden, in den Manuskripten für beide Teile unerwünschte Streichungen in größerem Unifange vorzunehmen. 1)10 Redaktion der ״J. R.“ Berlin. Am Sonnabend, dem 19. November, abends 9 Uhr, veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung im ״Ticrgartcnhof“ einen Vortragsabend, in dem Herr Dr. J. Mayer über ״Zionistische Kernfrage n" sprechen wird. Wir bitten die Mit- «lieüer um vollzähliges Erscheinen. — Berlin. Im Diskussionsabend der Jüdlscli-nutlonalcu Frmienvcrchilgiing am 19. November, abends 8'i Uhr, im Lokal der Fraucnvercinigung, Krausnick- Straße 15, spricht Prl. stud. med. Berta Hcnschcl über das Thema: ״Die letzten Vorgänge in der ak׳tdänischen Frauenbewegung und die jüdische Studentin. Gäste herzlich willkommen, Berlin. Der Verein jüdliclter Mädchen voranstaltet am Sonnabend, dem 19. November, abends?49 Uhr, im Marinchaus (Bahnhof Jannowitzbrückc) eine öffentliche Vcrsamnttttlung. Ansprachen werden halten: Herr Rabbiner Dr. Warschauer, Hert Dr. A. I)i r a in, Fräulein Helene-11 a n 11 a Co 11 n. Gäste, besonders junge Mädchen, herzlich willkommen. Für Mitglieder des Vereins sind folgend: unentgeltlich Kurse eingerichtet: Hebräisch: Beginn: Donnerstag, den 24. November, abends ':9 Uhr. Die Leitung ist der Organisation für hebräische Sprache und Kultur übertragen. Bibelkünde: Beginn: Montag, den 21. November, abends ,.19.׳ Uhr. Leiter: Herr Rabbinutskandidat Siegfried* Alexander. Jüdische Geschichte: Beginn: Montag, den 21. November, abends H9׳ Uhr. Leiter: Herr Rabbinatskandidat Dr. Guertncr, Die Kurse finden in den Räumen der Mädchenschule der Jiidisehen Gemeinde, Kaiserstr. 29/3!), statt. Berlin, Am Mittwoch, dem 23. November, spricht ‘ Herr Redakteur Julius Berger im Jüdischen Jugcndbumi über ״Arthur Schnitzlers Roman: Der Weg ins Freie". Lokal: Lützowrcstaurant, Liitzow- Straße 76. Anfang präzise 9 Uhr. Gäste willkommen.! Berlin. Der erste Vortragsabend des ״Frauenbuitdes fiir Turnen und Sport“ findet am Mittwoch,! dem 23. November, abends 1.׳IO Uhr, im Tiergartenjj hof statt. Herr Dr. Alfred Wolff spricht übern den ״Einfluß des Griechentums auf 1 die Juden Aegyptens und Palästina s". Damen als Gäste herzlich willkommen. Berlin. Organisation für hebräische! Sprache und Kultur, Ortsgruppe Ber- I i n. Hicrdurcli machen wir nochmals auf unsere , hebräischen Kurse besonders in Charlottenj bürg, Bleibtreustr. 43, (Mittwoch von 81L*—10 Uii!) j und in der Religionsschule, Rykestr. 58 (am Dienstag 1' von 8'i—10 Uhr) aufmerksam. Auch an den Kursen j׳ für Vereine können eventuell Außenstehende teil-: nehmen. Die Anmeldung erfolgt in den Kursen selbst oder bei Herrn Paul Michaelis, Berlin. Metzerstraßc 19.; Charlottenburg. Das 3. Stiftungsfest des Jüdischen Turnvereins iindet am Sonnabend, dem 19. d. Mts., nicht, wie ursprünglich angekündet, in den Ausstellungshallen, sondern im Logen h aus, Joachimsthalcrstr. 12a, statt. Ein sorgfältig zusammengestelltes Programm an künstlerischen, turnerischen und humoristischen Darbietungen bürgt für das Gelingen des Festes. Damen und Herren als Gäste herzlich willkommen. Anfang 9 Uhr. Eintrittskarten ä 1,25 Mark an der Abendkasse. Berlin. Die Ruderriege des Jüdischen Jugend-! blindes zu Berlin macht’ darauf aufmerksam, dal! die : Ausbildung ihrer Junioren für die nächste Saison bereits im Dezember beginnt. Falls eine hinreichende Anzahl von Junioren sicli meldet, wird beabsichtigt, auch in diesem Winter wie im vorigen Uebungsabettde im Wasserbassin mit Kasten abzuhalten. ' Die Ausbildung beruht auf streng sportlichen Grundsätzen tmd fördert die Junioren bis zum Frühjahr bereits so weit, daß dieselben dann alsbald Touren fahren1 können. In der verflossenen Saison haben wir an Zahl sowohl wie technisch und in geselliger Be- Ziehung recht erfreuliche Fortschritte gemacht. Unser neues Bootshaus in Niederschönewcide entspricht■ hinsichtlich der Bequemlichkeit allen Anforderungen. Junge, kräftige Stammesgenossen, die zu unserem. Herz und Geist stärkenden Sport Neigung verspüren, wollen sielt bei Herrn Martin Wolff. Michaelkirehstrnße 12. melden. Für kostenlose medizinisch: Untersuchung bezüglich Gesundheit ist gesorgt. Stettin, ln einem vom Jüdischen Turnverein veranstaltctcn Kursus über ״die ludenfragc" sprachen Herr Dr. Baer über ״Das R a s s e n p r 0 h l e m", Herr Referendar Greifen ha gen über ״Ratio- 11 a I e Geschichtsauffassung“. Weiter : Vorträge werden folgen. — Am Donnerstag, dem 11). November, sprach Herr Dr. Heinrich Locwc ans Berlin im ״Verein für lüdisclte Geschichte und Literatur“ über ״Da s Judcntii m i m t>). .1 a 11 1 ~ hundert". S's gelang dem Redner vortreiilich den Zuhörern die guten und schlechten Folgen der Emanzipation vor Augen zu führen. Die Fort- ן Setzung des Vortrags ״Das Judentum im 20. J a h r 11 11 n d c r t" wird der Redner hoffentlich in der ..Zionistischen Ortsgruppe" .geben. Diese wird am Mittwoch, dem 31. November, eine öffentlich•: Veranstaltung veranstalten, in der Herr Dr. Baer über ״Fortschritte des Zionismus im deutschen Judentu m" sprechen wird. A. B. Löcknltz. Am Sonntag, dem 16. Oktober, spracn Herr Referendar G r c i f c n h a g e n - Stettin über ״die Grundlagen des Zionismus": die ganze Gemeinde hatte sieh dank der Bemühungen unseres Gesinnungsgenossen Herrn Salomo n in der Synagoge, wo der Vortrag stattfand, versammelt. Es wurden öSchekei verkauft und mehrere Nationalfondsbüchsen untergebracht. Ein zweiter Vortrag wird im Dezember stattfhidcn. Hamburg. Am Donnerstag, dem 3. November a.c fand eine Mitgliederversammlung der Zionistisch11<׳ Ortsgruppe Hamburg-Altona statt, in welcher an Steile des verhinderten Dr. Richard H u I d s c 11 i n e r ur1״״ *•. ־i,l>urn Uic ״i״Kst erschienet'•: ״Palästina -Nummer der ״Welt" besprach.