Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1910-09-16 · Heft 37 (16.9.1910) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 37 (16.9.1910)
Date
1910-09-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2651273-2651657-2651695--07288-2664442
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

w Seite 442 ן UF. Dl SC HE RUND SCHAU No. ־}? Uolihüeln tFr.itikfiiri) erklärte seine Xiistliiiiiiuii^ zu dein Arbeitsprogramm des Ueschültslührenden Ausschusses und beantragte die llrtcllun« der Pecltarge. F.r wünscht die möglichst schleimige Durchführung der Siedhmgs-Oennsscnseliafl nach den Ideen Pr. Oppenheimers. Mit Herrn Pr. Locwe ist er insoweit cinverMamlen, als auch er die Verbreitung der hebräischen Sprache inner den Jmlen Ihr noti-ndiu erachtet. Mit den Füitmz. Vorschlägen des vje• Ausschusses ist Redner wei eiuveru»' V O lt einer halien. Redner ’ a 1׳ scltausiiilu enden M.mdci. Hr. Stahl (Heuthen) ist mit der Art der Agitation nicht einveistanden und tadelt die 111.111gclh.11tc Orgams.uio» der deutschen Landsmannschaft auf den Kongressen. F.r furdert. dull in Zukunft das Zentralkotnitee die Führung der deutschen Koiigreß-Delc* gietlen ubcininum. bis diese selbst sielt eilten I r;i• sidenten fnr die Hauer des Kongresses aus ihrer Mitte gewühlt haben, Kur Vertiefung der Keuutii iintcrlialh der Partei liült er die I'. i n Ml h r 11 n g F n r t b i I d n tt g s k ti r s e 11 für notwendig. Barth (Perlin) ist gegen F.rhöhiing der Lamlesbcttrüge. I'r wünscht, dall das Wahlrecht nur denjenigen gewührt wird, welche in beiden Jahren Kougrcltpcriinlc den l.andesbeitrag gezahlt Redner bittet scbliellliclt Herrn Professor War lutrg um Aufklärung ither einen Passus seiner Rede, der unter den geset/.eMreiien Mitgliedern der zionistischen Partei eine gewisse Petntrnhigung hervorgcruteit hat. . I*miessoi Warliurg (Itctini) gibt die l.rklantug ab, er habe es allerdings abgelehnt. (larantien für die Pcnlnebttutg aller religiösen Vorsehrilten (iir die Zukunft zu geben, er Italic dies aber nur getan, weil er es in aiici Pewegung. die jülitliclt durch Wahlen eilte nette Lenting z.u wählen berechtigt ist. tnr tumi'ighcb halte, eine tiarantie Iur spatere Partcileiuiugeu abzttgebeu. Selbstverständlich ist auch er für die neinlichc Piirehiithrung der nach dieser Richtung aut den Zionistenkongresscn abgegebenen Hrklärungeii. Soweit dies möglich ist. Italic er bei der Gründung aller unserer Institutiuuen Iur die <iewalmmg dieser (i.irautien Suige getragen. |>r. Oppenheimer (Berlin) betont mit Recht, dall die z.ionisüsclte Partei au ihn Iteraugetreten sei und er nicht an sie. Selbstverständlich meinte er damit nur, dall die zionistische Partei wegen der Durchiuhning der Idee der Siedltmgsgenosscnschalt au ihn licuugctrete» ist mul er nicht an sie als Projektenmachet־. Im übrigen nahm er gerne die Gelegenheit wahr, z.u erklären, dall er sieh Jahr für Jahr mehr zur zionistischen Idee hinentwickelt hat. Pr. Hans lleymaim (Herlitt) legt nochmals in 1gehc1ulc1t Attsliiliruugeu das Pinanzprogramm des •schüftsiuhremlcn Ausschusses vor und verlangt ssen volle Durchführung, da nur so eine Ordnung serer litt,inz,teile» Verlüihnisse ntöglich sei. (Die tr eindringlichen und temperamentvollen Ansfültlgen des Redners erwecken allgemeinen Beifall.) Seberek (Posen) verlangt eine Belclmitg der Agitation und richtet wegen der Scheuiittalt-Augclegenheit eine Anfrage an die anwesenden Misracliisten. Wiener (Kaüouitz) fordert zur Fin.mzlrage die Haftung der Oitsgriippcit fitr die l.amlesb.-itragc ihrer Mitglieder und sehliellt sich der Allfrage des Herrn Schcrck an. Rcclttsauwalt David (Hantlntrg) spricht sich gegen die llrholnmg der Landesbeitrüge aus um! vortritt die Resolution der Ortsgruppe Hamburg-Altona. Dr. Göttlich (Frankfurt) tritt im Gegensatz hierzu für die Anträge des (icscliültsfülireiulen Ausschusses in der Finauzfragc ein. Struck (Berlin) berichtet uuf die Anfragen der Herren Selterck und Wiener, dall der Misraehi in der S c 11 c 111 i 11 a h ־ A 11 g c I c g c 1» 11 e i t vermittelnd eingegriffen habe und alles, was in seinen Kräften steht, versucht habe, um die Interessen der Kolonisten zu wahren. Damit sehliellt die Generaldebatte. Dem Gesehühsfiihrciideii Ausschuß wird einstimmig D c e 11 a r g c erteilt. Zur Vorbereitung der Pinanzaturäge wurde eine Kommission aus den Herren Dr. Ilcymann, Rechtsanwalt Block, David, Dr. Hantkc und Arnold Wiener gewühlt. ftonUig, den \2 Scplcm'.)cr 1910 Vormiliugs-Silzung Die Sitzung wurde mit den» Referat des Partei- Sekretärs Blumcnleld über /;ionisllschc ngiic2lionsmc;1:01L*n eröffnet. Der •Referent führte etw״׳ Folgendes aus: Die zionistiseben AgitationMtielhode», die die z.ionistisehc Partei bisher angewandt hatte, sind in Deutschland inzwischen überwunden worden und es ist notwendig, ein neues Programm lür die ■zionistische Agitation zu linden. Man hat bisher den Zionismus in der Agitation allzu sehr des Problematischen entkleidet und dadurch zwar quantitative llrfolge errungen. aber den Wert des einzelnen Zionisten dadurch lieraligciiiimlerl. Vornehmlich hahe die Methode, unter allen Umstünden in jeder Jüdischen Agitation mltziiaibeiten, einmal das Ergebnis gehabt, dall jene Organisationen durch die Aufnahme, der von unseren Gesinnungsgenossen vertretenen zionistischen 1 ermiimlogic gegen den Zionismus Kampf füllig gc winden .seien und dall die Zionisten seihst ln ihrer zionistischen Hetütiguiig matt geworden wüten. Hs kommt darauf an, den Zionisten zum Bewußtsein zu bringen, dall die Wurzeln ihrer zionistischen Kraft und Begeisterung aiisselilicltlieli in dem!ein Jüdischen Nationalismus liegen, zu dem sie sieh ans persönlicher Notwendigkeit bekennen müssen. Dieses Ziel ist zu erreichen, wenn liehen Agitations-Vortrügen dieses Inhalts auch unser Prcllorgan. die ״Jüdische Rundschau", in ihrer gesamten Haltung mehr als bisher eine rein zionistische Färbung hat. Die Durchführung der luitiminleu Propaganda kütuieu uns nur die neu zu organisierenden Gruppenverbände geben. Auf den üruppettverbaudstugen sollen die einzellten Zionisten sieh zusammculmdcn. um sielt tu ihrer Gesinnung durch gegenseitige Aussprache zu stürkcn. Das Referat, über das wir in der nächsten Nun»- mer 11er ״.Indischen Rundschau" eingehender reierieren werden, sclilielli mit der l,.1upiehhmg folgender Thesen: 1. Der Dclcgicrtcntug ist der Ansicht, dall der nationale Charakter unserer Itcwegmig in der Agitation unzweideutig hebmt werden müsse, insbesondere soll entscheidendes Gewicht auf den prinzipiellen Unterschied zwischen dem Zioiiisuiiis, als der jüdischen Volksbewegung, und allen anderen jüdischen Organisationen gelegt werden. 2. Der Delegiertciitng erblickt in den Üruppenvcrbümlen die zuverlässigste Grundlage (iir eine systematische Agitation. Fr bcscliliclU datier die Oigaiiisicriing von Gruppenverbünden überall durcliziiiülireu und macht es den Ortsgruppe!» zur I,iltcht. sieh dem Orupocuvcrband ihres Bezirkes;mziiseliliellcu. Der Delcgiertentag dankte dem Redner mit allgemeinem Beifall für seine klaren Darlegungen. Die I)chatte über die aufgestellten Thesen wurde zunächst vertagt. Dr. Ilcyinaitii erhält das Wort zur IteriehicrMattiing ither die __ Vorschläge des Finanzausschusses? Der Attsselml'. schlägt vor. das Statut wie folgt abzuändern: jj fi. An den Verhandlungen können nur die von den Ortsgruppen gewühlten Delegierten tciluchuicu. Das Wahlrecht zum Delegier,tentag ist abhängig von der Zahlung des l.amleshcliragcs. Jede Ortsgruppe wühlt einen I »elegierten. Ortsgrunuen von mehr als 50 Mitgliedern zwei Delegierte. Ortsgrunuen von mehr als 100 einen Delegierten sür jedes angefangene weitere Hundert.!:!nkiinflc § 20. Die Hinkiniftc der Organisation bestehen aus den l.uiulesbcitrügcn. aus Spenden und Ztiwcttdimgeiu jeglicher Art. S 21. Per! amleshcitrag betrügt für nicht in Ortsgruppen organisierte Zionisten mindestens 5 Mk., für Mitglieder von Ortsgruppen mindestens t Mk. Die Oriippenverhünde bezw. Ortsgruppen sind vor* pflichtet, für jedes Mitglied den l.amlcsheitrag in Hohe von I Mk. mul eine Abgabe von 2 Mk. pro Kopf;m die l.aiulesorgauisation tibzuliefern. Resolutionen Der XII. Delegiertentag der Zionistischen Vervinigmig für Deutschland macht es .sämtlichen der deutschen l.andesorganisation ungehörigen (iesinnmigsgeuosseu zur moralischen Pflicht, gemüll ihrem l'.inkoiinni'ii und ihrem Vermögen Beitrüge für die deutsche l.aiulesorganisutioit beizusteuern. Hs entspann steh eine• längere Debatte, in der die Herren Schvruk-Dosen. Simon-Mannheim, Ooltelu- Frankfurt a. M, gegen die Vorschläge des Finanzausseltusses sprachen, während die Delegierten Wlener-Kattowip/.. Pr. SUdil-Beiitheu. Schnelling• Hannover. IJeltUieliu-HerIm sich Mir die Anträge der Kommission erklärten, SelmelUel-ltreslan wimseht eine Beiüebielititimig der Familienmitglieder (der l'hefr: neu mul Kinder der Ortsgrupncnmitglicdcr) iir die doch nicht auch noch ein erhöhter Landesbeitrag gezahlt werden könne. Goitelii-Franklurt a. M. beantragt in tcilwriscr Abänderung der Vorschläge des Finanzausschusses den Landesheilrag auf 2 Mk. fcstz.usctzen. Zahnarzt' Singer schlolt sich diesem Anträge an. - 11! (|״'r A > .Stimmung wurden die Anträge des I i 11 a n z a 11 s s c I» u s s e s mit 49 g c g c א1 ח Stiin ווו et» a n g c n 0 m tu c n. F.s folgte sodann die Debatte über die Anträge des geseliüftsliihrenden Ausschusses bezüglich Misraehi, die dahin gehen! ״Die Mitglieder des zeitig Angehörige von Deutschland sein, isracit» smmen gleichder '/»»»»»Mischen Verdingung ssen dann aber unsucn , I or•׳״ voll an uns bezahlen. Aus;vjdeia . v Mi." Siimme in unseren Uriippnivctbamk ״ h.,1 Nach einer kurzen Debatte, an dei steh du ||v Seliiielllng-IInnimver und l.evlgard I r.m! uns ,, iteleibgteu, wurden die Anträge aiigemmtuui,. Vorschlag von Herrn Dr. ,lueohstilm w!mR jur den Misraehi vorgeschlagene kV.:. i.> .. ■!״ ו1י1וו0ו1ו.ן׳11״ו'| .msgedelinl. Nnüiti.ighüi eniv: .!!,1! m; 1 treu M. Auf d!c < sieh t/tiile Vor.!;!•er י S, li , K־* v, noch »her diese!,rage eine AiiscuiutnU;s /.wischen den Delegierten Dr. Isaae Strauß Y .. , und Slmon-Maiinliemi einerseits, Herrn Soiiiüicj״״..' (iultelu-Fraiikliirt a. M. und Struck-Berlin .!• Per I »elegiertetit.ig wandte sich sodann ü seid,!gen des geschäftstiihrcmieii Ausschuss. «iie Rechte des Zentralkomitees z.n. In der Debatte sprachen die Delegiert!.!! i anwalt David und Sondhelmer gegen den Y dall die nicht in Berlin wohnenden .Mag; . : Zentralkomitees sieh in den Nt/t1ngv11 du;, m.ichteii vertreten lassen konnten. Nach gesetzten AttMülniingeit des Herrn Schachtel wurden die Vorschläge des gescliaitsiuhrcnd. Schusses angenommen. Hiernach müssen Sitzungen des Zentral;;1111 Antrag voll S Mitgliedern stc(>> embenden und sind die nicht m Berlin wohnenden Mi des Zentralkomitees iiereelitigt, sich durch Mitglieder vertreten zu lassen, doch Im; h'iehstiiis 2 Stimmen. Die Anträge w mit 4ü gegen IS Stimmen angciim Damit seliloh die Vormittagssiizung. V k * Ö.1U 'sie- Wes 1 deli ..!er Jwre .,!er d e r, 1 e n. i.C 1h! ,ml •זי, Mit •!־.. . N des Löst die Roschhaschanahwünsche durch denNationalfonds ab! Nuchmitlags-Silzung Der Vorsitzende Dr. Bodenlieliuer ei י . j,c Sitzung mit der Verlesung des Anlwortsschrcibcn S. des Kaisers aul das Telegramm des Dcleglertcntages: ״S c i n e M a j e s t a t tl1׳,'r K a 1 s e; r, J König lassen für das Gelohnt', ׳,cf Treue vielmals danken. Auf .Hier• 11 o eit stet) Befehl, der Geheime K a 11 i n e 11 s r a t. I. V.: von Strem pcl, <nl׳ R e g. - R a t." Der Delcgiertentag trat soJann in d e Debatte über das Reicrat des Parteisekrci.a^ ein. UartU-Berlm empfiehlt den Antrag des (i!! ..C[.• verhandes fiir Mitteldeutschland auf obhg.1t׳msj;e!hnfiilirung von Gruppen verbanden. Pen ’!!u'.. .:.1 I*arieisekretiirs lümiienfeld sclibeüt er sie!1 duu'.A•.g an und crw.ntc; von diesen eine Vertiefung in der Agitation. Iir. Mnses-Maimhcim liült die Arbeit m den Gentciudvi» und in den amleien (>1g.m1\.1t1«>m!;a Hielt! so wichtig, wie der Iveterent. KVdiui H,!.; sodann auf den Artikel ein. den ..Der Im.!c '• r.:t iiegriilüing der I»elegierten gvsehnei'en lt.it. .4 kommt 1:1! Ansehlull hieran auf die Haltung dei selten Zionisten gegenüber dem ()herrat zu sj'u,!;ei). Die Zionisten liiittvn diesmal keine Ver.tn'avsuiw geliabi.;ds Zionisten 111 den Walilkampf em/1::f.M;. Ihre zionistiseben Forderungen waren erfüllt. V. zionistische Interessen seien seit der letzten M nicht wieder nufgetaucht. Wenn aller wiedn l?ra«en, ssie die Uebetbn^iirage oder die Ausl frage auf tauchen wurden, so wurden die /.. w icdenim mit den konservativen Hiementen g«. sani kämpfen. (Lebhafter Beifall.) Mot/kln-Berlin spricht 1111 AnsJituS! an vIh ,י fnhrimgeii des Referenten eingehend über die kannten Artikel Dr. Oppenheimers. Fr sieht in Standpunkt Oppenheimers iur die Zionisten > Rückschritt. Alles Schöpferische sei national. mau als״ den Nationalismus verwerte, so verscitw. alles Schöpferische aus dem Zionismus. Ruck' zu nehmen auf die Anschauungen anderer m! zipicileu Fragen sei gefährlich. Die Idee des N. ualismus müsse weiter entw.ekelt werden. Pr. Ileymuim betont ebenfalls die wendvgkcü der Stärkung der nationalen Idee ■ d weidet sieh gegen die Ausführungen Dr. Moses!* f die Ueuieiudcpoiitik. Wir dürften nie vergessen. I die Uemeiudet» die einzigen organisierten jadisc.,a Körpcrseltaiten seien. Auch in den nicht ' - sehen Organisationen dürfe immer nur unter W, - rting des nationalen Standpunktes gearbeitet wer״!! Pr. Stahl-Tarmiwitz erklärt die bisherige 's talion jur verfehlt, da sic auf die Ansichten iks Publikums nicht genügend Rücksicht nehme. I r , {ordert Sammlung eines umfangreichen Listen’.״'•.״• rials und allgemeine Verbreitung der ..Judisc!״a! Rundschau". [ Pr. Strauß-München hält die Arbeit in den ande- ׳ ren Organisationen Iur überaus notwendig und 'Gt! vor allen Dingen unsere Tätigkeit nt den Gemeinden; betont wissen. Parteisekretär llnmcnleld geht daun in seiner Sehhillrede auf die geäußerten Ansichten . u Hiiizcliien ein. Hs sei natürlich notwendig, daß die Zionisten z.u entscheidendem Hinflusse in den He* metnden kommen müßten, aber unsere Agitation

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.