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Jüdische Rundschau · 1910-09-02 · Heft 35 (2.9.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jujisclii* Mädchen werden überhaupt nicht Kclauft, mul ״•missen so honmilaiife»"; jüdische Knaben werjen /war auch nicht getauft, dafür aber beschnitten*'. Di Russland Hclilrusslschc Courloislc p.ts V.inisterinin des Innern vcröffcntliclit einen in, e ,M-pat.'che Begriffe unerhörten Befehl, der /eie!• "׳e streue die Rcchtsbcschränktmg gegen alle Juden 1:׳ Rußland gchuiKlhabt wird. Per Befehl I. niu; ״Bas /Ministerium des Innern hat dem;ll״t־: iranischen Botschafter In Kon-!.! .11 1110 p e I Oskar S t r a 11 li, der dem j!nl/>11 "׳ Bekenntnis angchärt, nebst seiner Familie Jen Besuch Petersburgs gestattet!" p,/1 vmciki!las ״B. IV*: ״Roosovclts einstiger li.nu! •minister. der jet/.t sein Vaterland aut Bospan/־ um tritt und eine sehr eifrige Wirksamkeit fiir die ׳iMiib'chc Botätigiing der Amerikaner in der Tn!'־ entfalt'.’i, ist einer der tüchtigsten tmd rührigsteil;tk'iiiatcn. über die die Union verfügt. Br will jci/t 'ni'land kennen lernen und zu diesem Zweck tkk . Kiew. ,Moskau. Petersburg besuchen. Also selb dein jüdischen Vertreter einer befreundeten \,!!1 ist der Besuch Petersburgs ohne besondere frl. :.1s untersagt, Alan kmin sieh denken, welchen Bin k der mittelalterliche Brlali in den Vereinigten <!.!. 1: machen wird." 11 den Eindruck würden wir wenig Reben, wen: er nicht den entsprechenden — Ausdruck beis :ruft, den Selbstbewulitsein in solchem Balle .,K :11 \\!1 1 י Rehen sollte, auch wenn er in keinem Uli: ach des Ruten Tones zu finden ist. Di'm mark 1 »äs Internationale s o /. i a 1 i s t i s e 11 g B 0 eati verwarf einen Antrag der Zionisten, die als 1h•' luicre nationale Sektion neben den bestehenden;׳.ווי, kaum zu werden wünschten. — Diese törichte int!. msigcitz dürfte der ״Internationale" recht teuer zu teilen kommen. Penn, was heute als eine rcsein kie Konzession an den (leist der modernen Zeit .11u:!;a1mt werden würde, wird über kurz oder lang bewilligt werden müsse"», wenn man nicht auf cm starkes und bcReistertcs KontiiiRent im proletnrischeu Kampfe verzichten will. Finnland ״Juden und Zlfleuncr“ \n den vom russischen Ministerrat auSRC-;.rluitctcn BesiinummKcn über die rechtliche Gleichstcllimc der Russen in Biimlaud heilit es: ״Pie speziellem fmnländisehon Gesetze wegen Juden und ZiRcmtcr verbleiben in Kraft bis zu ihrer Revision." IS durfte nicht aller Welt bekannt gewesen sein, 111״ "•1״ eitiiRc jüdisch:!Matter mit uns unablässig d.1r.1, 1:1׳inRewief.cn haben! - dall in dem ״freiheit- I1c!׳ei!deu" Finnland spezielle Gesetze für Zigeuner und Juden existieren, Warum gerade fiir diese l'udci’ Nationalitäten? Welche innere oder äuilerc Verbindung haben sic mit einander? M.melle werden vielleicht darin noch einen gewi'wii Trust erblicken. Sind also die Juden doch nickt die einzigen, für die cs in Finnland, diesem um m!11• Freiheit so schwer kämpfenden Bande, .sp, /idle Gesetze" gibt. Und mag auch die Nachbars.'\ 11 der Zigeuner nicht sehr wohltuend wirken, so ht mc sielleicht besser als die völlige Isoliertheit. II. 1־ man doch wenigstens l.cidcngcnosscn! — Al־׳ Diese ..speziellen finnUiudischen Gesetze wegen b׳ 'vi and Zigeuner verbleiben in Kraft bis zu ihrer R'״• sion,״ pic Worte sind etwas dunkel. Natürlich: cm I miir existiert so lange, bis es vergeht. Mit den ־"ז• .'dien ..Revisionen" ist cs eine eigene Sache.;«. Meilen ja namentlich jetzt auf der Tagesordnung ■ atu sie auch nicht die Judengesetze betreffen, *111 ־*>׳*־ die Diebereien in den Intendanturen etc. RUNDSCHAU DGR PR65S6 Jh'imjrartenu Beter Rosegger, der jüngst unter Hinweis auf einen bei uns erschienenen Artikel gedrängt ■••iir lc, etwas zu dementieren; was kein Mensch bcmnmtet hatte und daran! eine ausweichende Antwort v:׳B. veröffentlicht jetzt in seinem Blatte• einen Notsdu, i, in dem er die Öffentlichkeit bittet, ihm nach eii!!1! arbeitsreichen. Leben den ״Schutz der Vcrl>׳׳r׳RC1ihcit" und den ״Frieden des Unbckanntscins" zu gewähren. Wir willfahren der Bitte um Abdruck ,'•׳eh Mallgabc unseres Raumes durch Wiedergabe eines Auszuges, da sich den unorbetenen Bricfschrci- •»etu ia neuerdings auch einer unserer jüdischen Kol- 11׳1׳'־n ziigcsellt hat mul zu befürchten1 ־ Ist, daß Roseggers Antwort nicht Jedem soviel ״wirkliche l auide" gemacht hat. wie dem genügsamen ■Herrn Geheimrat Uoigcr, und daher noch zu weiterer unerwünshter Nachfrage Anlaß geben könnte: ״Bin grober Wunsch ringt in meinen alten Tagen nach Erfüllung. Ich möchte zu mir kommen, bei mir rein, wie ich es in meiner Jugend gewesen bin. als ich noch nichts wußte von der Weit und die Welt und) nichts von mir. . .. Im Schutze der Verborgenheit! Im Frieden des Unbckaimtseins! Die Popu• laritatsjiigor ahnen nicht, welch ein Gut sie preisgeben. Wer kein leb hat. der kann sieh ja von außen eins zusanimenpappeu lassen. Wer eins hat, der hüte csl Br mag zeitweilig fiir andere loben, aber er soll nicht andere in sieh liincinlebcn lassen. — Hilft alles gemütliche Abweisen nichts, so muH er grob werden - so sehr er die Menschen auch lieb• haben uiag. so gut sie es mit ihm auch meinen. Ich wünschte, dab dieses Willenbckeimtiiis verbreitet würde. Ich Italic eine schwere Krankheit kaum hinter mir. Der Schutz vor den inabloscn Anforderungen ans nah und fern ist fiir meine müde, ruhe- und einsainkcitslicdiirftigc Natur eine Lebensfrage. Ist mein Pichten und Trachten schon eines geringen Lohnes I wert, so gönnt mir die stille Mulle für meine alten | Tage!" ’,Der Tm!", Berlin Pie Interesselosigkeit des deutschen Adels für Kunst und Wissenschaft beklagt der Berliner Kultur■ Historiker I'ruf. Kurt Brcysig: ״Und mm nach eine bittere Klage: Warum sucht der Landadel so viele materielle, so wenig geistige Genüsse auf? Bs ist ihm Schande und Schaden zugleich, dab er darin so weit hinter dem höheren und besitzenden Bürgertum zurück• bleibt. Mir ist es ein schon jahrelanger Ärger, dall die Ausstellungen von Kunstwerken aus Privatbesitz, die in Berlin so guten Nutzen stiften, dem Kunst• sinn unseres Adels ein schlechthin Jammer• volles Zeugnis geben. Und ein Wort im Vertrauen: fangt hierbei nicht an. wie ihr es liebt, auf die jüdischen K<*m tue r z. ien rü tc zu sc 11 c I - teil, sondern tut es ihnen lieber gleich. Und wollte man nach guten Büchereien auf unseren Gütern suchen, man miiliie wohl ebenso weit wandern wie nach niklcrscltiitz.cn." Herr Prof. Brcysig hat, seiner konservativen Grundanseliaiumg gemiill. fiir die Aristokratie ein grobes Faible: um so schwerer wiegt der Vorwurf, den er seinen politischen Gesinnungsgenossen machen imill. Seit Fontane, dem Dichter des märkischen Adels, hat freilich schon mancher darüber geklagt, ohne dall cs was genützt liiittc. Wenigstens haben bisher die Kunstausstellungen und die Buchhand• langen während der berühmten agrarischen Zirkus• Busch-Woche in Berlin noch keinen vermehrten Besuch verspürt. ZIONISTISCfie BCWCGUNG XII. Dclctilcrlcnluq der zionistischen Vereinigung fiir Deutschland am 11. und 12. September 1910 in Frankfurt a. M. Kaufmännisches Vereins 11 aus, Eschenheimer Anlage. Wahlen Guben: Parteisekretär Bhnncnfcld. Delegierter. Insterburg: Parteisekretär Blumcnfcld, Dclc- Riiitcr. Rcf. I'r. Göttlich, Frankfurt a. M., Brsatzdelcgiertvr. Varel: Gustav Schwabe. Delegierter. Bremen: Gustav S c 11 w a l> c Varel. Delegierter. Breslau: Pr. A. Sandler. Frau Adele Sandler, Dr. Walter S teilt itz. Breslau, Pr. Julius Becker, Berlin, I. I״ Gölte in, Frank• furt a. M., Delegierte. — Frau Martini Stcinitz• Breslau. Fräulein Bcltv Frankcnstein-Berlin. Dr. Isaac Straus-München. Rechtsanwalt Pr. Siegfried Schwarzschild-Frankfurt :1. M., Rcdakteur-Gcis-Frankfurt a. M., Brsatzdclegierte. Posen: Rechtsanwalt Dr. M a 11 a ss c - Posen, Pr. Heinrich Luc wc- Berlin. Georg Karcski- Posen, Delegierte. — Max Paradies. Pr. Manasse, SUuoit SeUcrek, Brsat/.delcgiertc. Stettin: Referendar G r e i f c 1111 a g c n Stettin. Delegierter. Hamburg: Leopold Landau. L. Bstcrmann, Rechtsanwalt Bernhard David, Josef Gold- Schmidt, Rcf. Robert G o 11 s c 11 a I c k . Pclegierte. ־־ Referendar Hermann Hirsch, Rcfcrendar Jacob Möller. Leo M. Michael, Ersatzdelegierte. Konstanz: Pr. Meinra 111 •Konstanz. Mnx Roth- Schild- Konstanz-KrcuzUngcn, Delegierte. — Frau Thekla Mcinratli, Brsatzdclegierte. Strußburg I, Bis.: Emil Bickhardt, Referendar Dr. Ludwig Me vcr, Delegierte. — •Dr. Si• mon Weil, Brsatzdclcgicrtcr. Bonn: Dr. Edelstein. Delegierter. Mainz: II. Bloch. L. Fried mann, Delegierte.— S. Lazarus.׳ S. Guggcttlieim, Brsatzdclegierte. Königsberg I. Pr.s Leo Dinesmann, Max Kann, I h. J iillus R o s u 111 e I d, A. I. R o s e u z w c l g, Dr. W, Stein, Delegierte. — Moses Buchr, ״ Josef Salznumii. Brsatzdclegierte. Frankfurt a. M.: Redakteur Sallv Qcis, J. L. Goltcin. S. A. Gold mann. A. Levisoltn. Rechtsanwalt Dr. Siegfried Schwarz• Anlrüjjc Anfriigc de» (kscluilisliilirendeu Ausschusses des Z.-K. 1. Der Delegiertctitag fordert alle deutschen Zionisten auf. einen Jahresbeitrag von mmdostens 5 Mark fiir die Zionistische Vereintgütig für Deutschland zu zahlen. 2. Der Landesbeitrag wird auf 3 Mark erhöht. ״ , . 3. Die Ortsgruppen haften für die Landesbeitrüge ihrer Mitglieder. 4. Das Wahlrecht zum Dclcgicrteittagc ist von der Zahlung des l.andesbeitrages oder eines .laliresbeitragcs abhängig 5. Die Wahl besonderer Delegierter des Zentralburcaus durch den Dclegicrtentag füllt fort. 6. Der Gescliüftsfiilircmle Ausschuü bestellt aus fünf in Berlin wohnenden M i t g I i c dem des Zentralkomitees. 7. Die Sitzungen des Zentralkomitees müssen einberufen werden: a) mindestens einmal in jedem Vicrteliuhr: b) auf Antrag von fünf Mitgliedern des Zentralkomitees. 8. Die Mitglieder des Z.-K. sind berechtigt, sieh bei Sitzungen des Zentralkomitees durch ein anderes Mitglied des Z.-K. vertreten zu lassen. Niemand hat aber mehr als zwei Stimmen. 9. Jeder Misrachist kann gleichzeitig der deutschen Landcsorganisation angeboren, muß aber dann den vollen Landesbeitrag an die Zionistische Vereinigung für Deutschland zahlen. Unabhängig hiervon umfassen die Gruppenverbünde der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sowohl die Ortsgruppen der Zionistisclie» Vereinigung für Deutschland als auch die in ihrem Bezirk liegenden Ortsgruppen der Misracliifüdcration. Antrag der Ortsgruppe Hamburg: ״Die Zionistische Ortsgruppe Hamburg-AIloiia spricht sielt gegen die Erhöhung des jetzigen Lundesbeitrages von 1 Mk. vor der endgültigen Regelung der Finanzen der (lesamtorganisation aus. sic bittet aber den Dclegicrtentag zu erwägen, oh die Mittel der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht in der Weise verstärkt werden können, dab 1. ein Umlageverfahren für die leistungsfähigen Ortsgruppen cingcfülirt wird: und 2. Pic Zuführung von freiwilligen Spenden unter Ausweis in der Jüdischen Rundschau auch für die Zwecke der Zionistischen Vereinigung für Deutesliland ermöglicht wird." Antrag Dr. ,Imiginattn: Bei ieder Veranstaltung eines zionistischen Vereins. Komitees usw.. bei der ein Eintrittsgeld erhoben wird, ist zugunsten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland eine Billcistcucr in Höhe von 10 Prozent des Eintrittspreises zu erheben. Der Ertrag der Billetstcuer darf nicht zu den Kosten der Veranstaltung herangezogen werden. Antrag Davis Trletsch-Berlln: Der Dclegicrtentag wolle die Schärfung eines speziellen Fonds für Propaganda- I u b I i k a t i o ti c n bcsclilicllctu zu Ucni aullc*׳ Einzelnen besonders die Ortsgruppen hcrangezogen werden sollen. Von den hcratiszugcbcndcn oder zu subventionierenden Publikationen soll dann den Ortsgruppen eine cntsorcchendc Anzahl Die Probenummer der neuen Zeitschrift ״Jung Israel׳', die wir vorige Woche in diesem Blatte ankündigten, erscheint Dille nächster Wache. Wir bitten, Bestellungen auf die Probenummer von ״Jung Israel” umgehend an den Verlag ״Jung Israel׳*, Berlin SW. 68, Zimmcrstrassc 77, zu richten. Ebendort ist auch der Prospekt, welcher der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau" beilag, erhältlich.

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