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Jüdische Rundschau · 1910-08-12 · Heft 32 (12.8.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 32 (12.8.1910)
Date
1910-08-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnomonta ,.1׳ jk> «Achruillcb •re frei• I, -c rochclncnde ״Jodltcha Ka ״In. hau" k«Wt<B btl der II. >1 Jtiion and bei allen PottiiMi'iii vlcrii'iphrllch 1.25 M. j,—e׳l14lb IVuKehUnd» and 0<׳MCimch>Un(arna 2.— M; l״. MiKllcdcr laaiichce Ver• eu.t• im Sammcllicaun durch den Verein I.— M. Vofla« jadlicho Rundicha* 1:, U. m. b. H. Berlin SW. M, Zlramcratr. 77. c lüüo.tundot: 3 bh 7 Uhr ,, ..r Sonnabend und Sonn lag. I I I I I I I ו 1 1 1 I I I I I I I I I I I I 1 Anzolffon koeien IQr die ״«»»'"״ll‘*״• Peiltxelle rter ftttn Kaum 23 PIS•; Siellen-Aneebo 1e und Qetucbe 10«ie v*ffln.!!!i״ teilunsen וי• ..Kleine Ameisen nur 15 PC«. ״ “ ° ״ ״ ° " “ Maniiikriptc werden. ״*״י» Porto bellleil. ••eie «״'“«• geiandl. — Redak1lon"ebl1m Mittwoch vormittags. Redaktion JOdlache Rundtcha* Ilcrlln-CharloilenUur«. DIcIMreuatr. 47. Tel. Ch. 9881. Sutfchetunde« Dietnia* und UoaaeraU« 5—6 oacbtnltun. I I I I I I I I I I I I J AiLGSAdAKKi SydBDSGIrJd SdATÜN® XV. Jahrgang Berlin, den 12. August 1910 — 7. Ab 5670 NiM.mcr 32 Dei i rankfurterDelegierlenlag .v •: längerer Zeit wird zuin ersten Male wiedt ein Delegicrteutag der Zionistischen Ver• cinie . für Dviitschland im Süden des Deut- *clu•;׳ ü iclies siaiil'iiideii, in Frankfurt am Main, der ' alt, die der berühmten ״Mainlinie“ ihren Naiu . eab, und die in der Tat das Einfallstor zu t; m anderen Deutschland ist, als es sich nörd; .1 dieser I.inie darbietet. Wenn am 10. 1 uiul i;. September die gewählte» Vertreter der deut . cn Zionisten sieh in Frankfurt zum zwei.;י■!! Male zu ihrer Tagung zusamtuenfinden.; dürfte ebensowohl die Zusammensetzung der \ י Sammlung wie die Themen der Beratun* gen Augnis davon geben, daß auch wir Juden, ׳ wir /!״nisten mit dieser alle deutschen Verhältnisse charakterisierenden Verschiedenheit zwisclun Nord und Süd — auch zwischen Ost und West zu rechnen haben. Ivr Frankfurter Delegicrtentag wird aber gegmeivr seinen letzten Vorgängern noch eine nmleiv I igcntümlichkcit haben. Fr wird sich mit a 11 g e in e i n * z i o n i s t i s c h e n % Parteil i .igen verhältnismäßig wenig zu ßofassui IiuIhii I >ie J a 11 r e s k o n f e r e n z hat die erschule!'eseitigung der inneren Differenzen ge• brach!, und die zionistische Bewegung hat die rinluü und den Frieden wieder, deren sie zur Fuüalsmig ihrer organisatorischen, agitatorisclun und direkt produktiven Arbeit so dringern! bedurfte. Der Friedensschluß vom 2$. Juni hat denn auch eine fast allgemeine Zusiimnnaig in den Kreisen der Zionisten in aller Weh :,iiiuulen, wenn aneh manche ihre Bedenkm nullt unterdrücken konnten. Der XH. Dolekiciin :ag wird sich daher mit der Diskussion allgim iiwr Fragen nicht lange aufzulialten brau!!an und sieh seiner dringendsten Aufgabe, der < 1g;mi<ation und* der Propagandatätigkeit 11er /׳ nistischen Vereinigung für Deutschland fast m!gc<t״rt widmen können. I hirili die Anstellung eines Parteisek 1 ä!׳ s, der die zionistischen Gruppen beut' < iilaiuls besuchte und vielerorts das Terrain für di künftige Gründung solcher Gruppen vor- Kien, v, ist die Agitationsarbeit der Z. V. f. D. auf eine wesentlich breitere Grundlage gestellt Word».1. Die erfolgreiche Tätigkeit des Parteistkru rs, die sich bisher hauptsächlich auf Nord und Ostdeutschland erstreckte, und die rMu.״hon dabei gewonnenen Frfahrungen nun auch;!!ן■ Siiddeutschlaud in höherem Mäße als bisliu fruchtbar zu machen, wird eine der wesciuiHhsten Aufgaben dieses Winters sein, und i, wird der Frankfurter l>clegiertcntag?.weck. ן!sprechend vorzubereiten haben. V ui Westen und Süden Deutschlands i5ahm der deutsche Zionismus seinen Ausgangs- Punkt, dort fand er seine ersten Kräfte. Köln, •Mannheim, Frankfurt, Mainz sind!יי‘! dm Anfängen der zionistischen Bewegung »n I>tmsclilaud unauflöslich verknüpft. Es ist uiiluimie Ehrenpflicht der deutschen Organisajj״״• natlidein sic im Norden und Osten die Vor- Mingmigcn für eine fruchtbringende Werbeärhcir;•(•schaffen hat, sich mit ganzer Kraft dem ״cutsclicu Süden und Westen zuzuwenden. Auch Süddeutschland muß für den Zionismus wieder dlc z a h I e n in ä ß i g e Bedeutung gewin- *״. (hc ihm sowohl nach seiner Rolle in der 1Jeschichte unserer Bewegung als auch nach der ״Der Zlonlimaa erarrebl fOr das tödliche Volk dl» Schadun* einer OUcntlicb-rcchlllch ecaichcricn Hclmiillle la Pellatlni.“ Daacltr Proerana. Aus dem Inhalt Der Pratikluricr I)etcglerie11tag. — Mosen Monte- Hure, Vun Br. Heinrich l.ocwt. - her Judo In seinem Lande. Vun Dr. Brust Müller (Wien), —• Meine Studienreise In Palästina. (SelilulJ.) Von Dr. Franz Oppenheimer (Berlin). — Zinn XII. Dcleglerteittag: Indirekte Stenern. Vun Dr. M. J uns mann. — Die OrguMlsailoiisfragc. Von Isaak Pc uerring Balhcrsiadt. — Jüdische Museen. — Propaganda In Kurorten. — Aus aller Welt. (Deutschland, Kulilund, Rumänien, Amerika.) — Zionistische IlewcKutig: Präsident Wolifcolm. — XII. Delegiertentag der Z. V. I. I). -- Jüdischer Natlonallnnds. — Aus den Oemeluden. Verelus-Uundseluiu. י ־ Pciilllctoii: Die Widerspenstige. Erzählung .yon A. Weihen he rg. (Scliltill.) Zahl und der Wichtigkeit der süddeutschen Juden für die Gesamtjudenheit gebührt. Heute, wo seihst unsere schärfsten Gegner nicht mehr leugnen können, was der Zionismus allein an moralischen Werten für das Judentum neu erobert hat. kann cs nicht schwer sein, Juden, die in ihrer Mehrheit noch treu an jüdischer Tradition hängen, für eine $0 Put •jüdische.Sache zu gewinnen. Fs wird sich also beim XII. Delegiertenta,׳ auch w e 11 i g e r darum handeln, allgemeine formale O r g a n i s a t i o n s f r a g c 11 zu erörtern — die deutsche Organisation ist ja an sich wohl bewährt — als vielmehr die Orga• nisationsform etwas erweiterten Bedürfnissen lokaler und materieller Art anzupassen. Besonders die Finanzfragt• verursacht ja — wie in der allgemeinen Organisaiion — mich in der Z. V. f. |). seit längerer Zeit grolle Diskussionen, die ihre Fortsetzung und hoffentlieh ihre Erledigung auf der Frankfurter Tagung finden werden. Naturgemäß paßt das alte System der Finanzierung unserer deutschen Organisation jetzt für neue veränderte Vcrhälliii;sc nicht mehr recht. Die Probleme liegen liir.r ja wesentlich anders als bei der Oesamtorganisa* tiou, sowohl hinsichtlich der Einnahmequellen als der Art der Erhebung und der Verwendung der Gelder, so daß cs sich empfehlen wird, die beiden Angelegenheiten nicht miteinander zu verquicken. In Deutschland hat man mit dem System der persönlichen Jahresbciträge, einer Act von Selbstbesteu er u n g, einen erfolgversprechenden Anfang gemacht, und cs dürfte sich vielleicht empfehlen, auf dieser Grundlage weiter zu bauen. Daneben werden dem Delegiertentag gewiß eine Reihe anderer Vorschläge unterbreitet werden, die er auf ihre Verwendbarkeit zu prüfen haben wird und auch darauf, ob sie nicht etwa mit der vom nächsten Kongreß zu regelnden Finanzierung der Gesamtpartei kollidieren. — Ueber unsere Arbeit in Palästina werden in Frankfurt einige wichtige neue Mitteilungen gemacht werden können. Dr. Oppenheimer wird dem Delegierten* tage selbst über die Realisierung seiner Genosscnschaftssicdclung berichten, von der noch an anderer Stelle dieser Nummer die Rede ist. Diese Sache ist aus dem Stadium des Projektes endlich herausgetreten, und an den deutschen Zionisten wird es in erster Reihe mit sein, die Anfänge dieses Unternelimens so verheißungsvoll als möglich zu ge*■ stallen, indem sie die Sammlungen für den Genossenschaftsfonds mit aller Energie fördern. Aus diesen wenigen Andeutungen erhellt bereits, daß der Frankfurter Delegierentag eine Fülle ernster und wichtiger Arbeit zu leisten haben wird. Mögen die Gruppen das bei der Wahl ihrer Delegierten bedenken. Unsere Delegiertentage sind keine Schaustellungen sondern A r b e i t s Versammlungen. Dem XU. Delegiertcutag obliegt die wichtige Arbeit des Ausbaus und der Kräftigung der deutschen Landesorganisation, die ihrer ״roßen Bedeutung innerhalb der zionistischen Weltbewegung auch ferner gerecht werden muß. Moses Montefiore Das jüdische Volk hat cs von jeher vermieden, seinen ()rollen Denkmäler von Stein und Erz zu setzen. Fs hielt die Denkmäler, die sich die Toten in den Herzen des Volkes errichtet hatten, für würdiger und dauernder. Von diesem Brauch ist der jüdische Stamm bis heute nicht;,.bgew ichcn, und seine ()rollen leiten in seinem Andenken fort, und das Andenken dieser Ocrcclucn bleibt zum Segen. Am siebenten des Monats Ab 5670 <\2. August 1910) ist ein Vicrtcljahrhundcrt verflossen, seitdem ein Mann im allerhöchsten patriarchalischen Alter uns entrissen wurde, den unscrcj/atcr und GroHvätcr für das jüdische Volk haben rastlos wirken scher., und dessen seitensreiche und unermüdliche Arbeit für unseren unsteten Wanderstamm bis weit hinein in unsere Tage reichte. Moses Montefiore. der SprülU lins einer Iiochaiigcsehenen Adelsfamilie aus dem spanischen (ialuth, der am א. Cheschwan 5515 (24. Oktober!74א) seinem Volke geschenkt wurde, und der länger als ein Jahrhundert lebte, hat sein Kunzes langes und unermüdlich tätiges l.cbeu der nationalen Arbeit für das indische Volk gewidmet. Wo cs «alt, für die unterdrückte Nation cinzutreten, da war Montefiore zur Stelle, bald im eisigen Rull-!and, bald unter der «lullenden Sonne der Herberei, heute in seiner freien englischen Heimat, morsen in dem von Krisen und Kriegen durehwühlten arabischen Orient. Die Macht seines Namens, der «rolle Hinflull. sein bolics Ansehen und seine rastlosen Bemiilmnuei) waren oft «emi« von Hrfol« gekrönt, und seiht die erfolglos verlaufenen Versuche hauen als Achtungserfolge erheblichen Wert. Montefiore war im vollsten Sinne des Wortes ein Nationaljude. Ihm ging die Ehre und die Wohlfahrt seines Stammes über Mk's. Seihst seine Heirat muH in diesem Sinne betrachtet werden. Als er Judith Cohen heimführte, durchbrach er das Vorurteil der sepliardischen Juden Nordeuropas, die cs bis dahin verschmähten, mit aschkenasischcn Juden eheliche Verbindungen eiiizugchen, H.r hatte es nicht zu bereuen. Denn Judith Montefiore war die würdige und gleichwertige ();min, die ihm fünfzig Jahre lang eine עזר כנגדו, eine ihm gleichstrcbendc (lefuhrtm war. uer nurgcrrecittc tur die ־ dortigen juiu. voll beteiligt. Die Ehren, die ihm zuteil wurden. - er wurde bereits 1837 Sheriff von London mul Middle sex -- nahm er an, indem er nicht bloll sein Juden tum nicht versteckte oder gar vcrlcugnete, soruleri indem er gerade als Jude diese lllire .um.ilmi. durcl die er weniger sich selbst als seinen Stamm gcclir sehen wollte. Im Jahre 1845 eilte er nach Rulilam! um sein gewichtiges Wort für unsere Bruder in di! Wagschale fallen zu lassen. Cr erreichte einen Ukas wonach den Juden gestattet wurde, Liegenschaften .Qrundcigcntum zu erwerben und in die Handels gilden enzutreten. Aber im allgemeinen hatte c hier kaum mehr Erfolg als später, wo er von de katholischen Kirche das seinen Eltern gcwaltsan

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