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Jüdische Rundschau · 1910-07-01 · Heft 26 (1.7.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 26 (1.7.1910)
Date
1910-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 311. No. 26. AUS'DCN 66M6IMO€N QM Mit•:»*■‘ unitrer User dieser Rubrik Ist besonders Per In» Jahre 1864 gegründete Verein zur Untersiiiuumi hilfsbedürftiger Israelitischer Lehrer. Leh* rcrwltwcti und Walsen In Deutschland ist in der er• frculicliett Lage gewesen, trotz der vermehrten Zahl jer Pensionen die Quote diesmal auf 192 Mark festjusei/ui. first im Jahre!908 wurde die Quote von ISO ML auf 188 Mk. erhöht. Der Verein zählte Ende des Vorjahres •UM aktive Mitglieder, die Zahl der h’lircniiiitela’dcr betrügt jetzt 1352 gegen 1335 im Vort.iiu c. Drei lebenslängliche Mitglieder sind neu ciiieotfcten. Auch eine Anzahl von Vorständen jiulivdicii Gemeinde» sind im verflossenen Jahre dem Vctc!׳ als Ehrenmitglieder bcigctrctcn. Der Verein i« .» die Gewinnung von Ehrenmitgliedern scltr an- ,jew.v 11: nur wem! deren Zahl steigt, können liulierg IV״'• •Minute» verteilt werden. Die Zahl der Penji.m, betrug im vergangenen Jahre 129 gegen 123 j,n v .!;ihre. Die Summe der diesmaligen Jahresnute־■ uungen betrügt 29 52t) Mk. Unter Hinzureell• miue r aus beiden Reservefonds bewilligten, auilcrgewi»! liehen Unterstützungen im Betrage von ]051 ergibt sielt für das Jahr 1909 eine Gesamt-;uiMtai e von .11 •171 Mk. gegen 29 143 Mk. im Vorj.ilire. Das Vcrcinsvermögcn betrügt 316 348 Mk. I: .1111. Am 21. Juni fand im 0 c n c s u n g s h c l m 2h 1 Intitz die diesjiilirige ordentliche General- \crs t.nlung unter zahlreicher Beteiligung der Miteliiv und Freunde des ..Vereins lüdisches Ge« liest״;slielnt Berlin“ statt. Das nunmehr seit zehn .1.110 1. bestellende eigene Heim — so berichtet der \0!';/ende. Herr Sanitütsrat Dr. \V, Bei leitenfei. 1 - hat in dieser Zeit über 3800 weiblichen PiU -mgett Aufnahme gewährt. Auch in dem abge.. ..lenen Geschäftsjahre wurden, wie aus dem Gcsei; ..:!sbcriohi ersichtlich, ca. 500 Pilcgliiigcn üclcgeühcii gegeben, sieh in dem Heime zu crltolen und ihre gesunkenen Kräfte fiir die weitere Tätigkeit zu hclnn. Die Kosten für die Verlegung betrugen im Jahre 1909 ca. 17 800 Mk., die Unkosten ca. 8700 Mk. Wie m den früheren Jahren hat auch im abgclaufcncn Geschäftsjahre eine grolle Reihe von Wohltätern ihr Inte: esse für den Verein durch reichliche Zuwcndüngen bezeugt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils fand eine Besichtigung des Heims statt, an welche sich ein gemütliches Beisammensein der zahlreichen Gäste, die in freundlicher Weise bewirtet wurden, anschloli. Westerburg. Zur Einweihung der hiesigen Synagogc lut ein .J'estaussclniir folgendes ״Pest- Programm" autgestclll: 1. V're'u:.g. den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, ״ Festzug zur Synagoge, ,•.1.0. ..i svl,hellend der Einweihungsakt. י Al'emls 9 Uhr Großes Militär-Konzert. 3. Samstag, morgens Friihgottesdicust um 7 Uhr, 5. Ersuchen des Palästina-Bureaus wegen Verkaufs von Anteilscheinen der P.L.D.C.; 6. Tätigkeit der Obcrschlcsischcn Büchcr-Zcnträte; 7. Neuwahl des Vorstandes und Evcntualia. Die vcrchrlichcn Ortsgruppcn-Vcrbändc werden gebeten, folgende Punkte gefälligst zur Kenntnis zu nehmen und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zu treffen. 1. Bis zu dem Sitzungstermine ist die Ein- Ziehung׳ der Schekel- und Lnndcsbcltrügc unbedingt zutn Abschluß zu bringen und darüber zu berichten, damit die Anzahl der dem Bezirk zustchendcn Mandatc für den Deutschen Dclcgiertcntug fcstgcstcllt werden kann. 2. Es ist zu berichten, ob die von der Ortsgruppe übernommene Leistung zum deutschen Organisationsfonds für das ubgclaufcnc Vierteljahr an die Kasse der Landsmannschaft abgeführt ist. 3. In der Sitzung ist Bericht zu erstatten, ob Ortsgruppcnmitglicdcr zur Teilnahme an dem deutsehen Delcgiertcntagc gewillt sind, damit diese für die Erteilung von Mandaten in Vorschlag gebracht werden können, 4. Es ist seitens der Zweigstellen der Obcrsclilesischcn Büclicrzentrale über den erzielten Umsatz und sonstigen Geschäftsverkehr zu berichten. 5. Da die Dclcgiertcmuamlatc zum Ausschuß des Ciruppen-Vcrluuulcs abgelaufcn sind, werden die Ortsgruppcn-Vcrbändc ersucht, die Bevollmächtigten für das neue Geschäftsjahr zu bezeichnen. Die Anwesenheit von Gesinnungsgenossen als Gastteilnchmcr beiden Beratungen ist s c 11 r erwünscht. Berlin. Die Natlonal-kiiliurclte Vereinigung jiidlscher Akademiker veranstaltet am Sonnabend, dem 2. Juli, abends H9 Uhr im Botel Ruhlanu, Mittel- Straße 60. eine Versammlung, in der Herr Isaak R a ga I s k i über den Jüdischen E m i g זa - tionskongreß referieren wird. Gäste willkommen. Berlin. Die Jüdisch-nationale Fraucnverclnlgung veranstaltet am 5. Juli, abends 9 Uhr, eine gemütliehe Z tt s a m m enkunft im Garten des Tierga r t c n h 0f c s. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Gäste herzlich willkommen. Berlin. Der ,.Jüdische. Jugcndhiind“ veranstaltet am Sonnabend, dem 2. Juli, abends 8'! Uhr, im Garten der ״F ii r s t c n h c r g - S ü 1 c", Roscnthalcr- Straße 38, (direkt am Bahnhof Börse), eine öffentliehe Versammlung, in der die Herren Rabbiner Dr. W a r s c 11 a u e r und Dr. jur. Fritz S i in 0 n über das Thema: ״E in Appell an die jüdische Jugend zum Zusammenschluß" sprechen werden. Bei ungünstiger Witterung findet die Ver- Sammlung im Saale statt. gestaltete sich dadurch besonders eindrucksvoll, daß jeder sich bemühte, den stärksten Inhalt seiner cionistischcn Stimmung den Hörern zu vermitteln, und daß von Anfang an ein enger Zusammenhang zwiselten dem Publikum und den Sprechern unserer Bewegung hcrgcstcllt war. Dr. Emil M a r g u U c s zeigte, wie ihm der Zionismus die innere Freiheit gebracht habe. Dr. Alexander Marmorck sprach zu den Studenten, den zukünftigen Führern des jüdischen Volkes. Gcradc sic seien berufen, Hilter der reinen Idee zu sein. ״Werdet keine praktischen Männer,“ rief er ihnen zu, denn alles Große wird nur durch die Stärke eines reinen Gefühles hcrvorgcbraclit und die Studenten müßten die Träger des Idealismus in unserer Bewegung sein. Die Haltlosigkeit gegnerischer Behauptungcu über die Verwirklichung des zionistisehen Ideales wies Rechtsanwalt Rosenbaum zurück. Eine herzliche Ovation bereitete die Ver- Sammlung Herrn Dr. Magnes, der sein Amt als Rabbiner in New-York nicdcrgclcgt hatte, als er sah, daß man ihn nur dann behalten wollte, wenn er gcsinnungslos genug wäre, seine Ueberzeugung feige zu verleugnen. In seinem Schlußwort forderte Dr. Klee die Versammlung auf. das Gelöbnis der Treue für die erwählten Führer der Organisation zu erneuern. — Die Versammlung war eine der imposarttesten zionistischen Veranstaltungen, die Berlin je gesellen hat. Berlin. Das Arbeitsamt für jüdische Akademiker in Berlin veranstaltete am 16. Juni eine kleinere Propaganda-Versammlung, die im Vcrwaltungsgcbäude der jüdischen Gemeinde zu Berlin stattiand. Die Versammlung wurde von Herrn Geh. Sanitütsrat Dr. M a r c t zk i, dem 1. Vorsitzenden des Annes, eröffnet und geleitet. Das Referat über die wirtschaftiiclie Lage der jüdischen Akademiker hielt Herr Dr.-ing. Max Bcrlowitz. Er legte dar, daß der gesellschaftliche Antisemitismus die Erwerbs- und Fortkommcnsmöglichkeiten der jüdischen Akademiker im höchsten Maße beeinträchtige: diesem Notstände könne wirksam nur durch organisierte Sclbtshilic cntgcgcngctreten werden. Das auf die Initiative des Bundes jüdischer Kornoratioucn durch eine Anzahl prominenter jüdischer Persönlichkeiten gegründete Arbeitsamt für jüdische Akademiker strebe danach, den jüdischen Akademikern in Deutschland vorübergehende Bcschüftigungen. dauernde Stellungen sowie NiedcrlassungsrQöglichkcitcn zu vermitteln und Über alle einschlägigen Fragen Auskünfte zu erteilen; schließlich werde es ein einwandfreies statistisches Material als Grundlage für etwaige Beschwerden und Interpellationen bcschaffen. In der Diskussion, an der sielt unter andem die Herren Professor Philippson. Justizrat Fedor Stern, Sanitätsrat Brauer, Stadtrat Q i m k i e w i c z und Dr. Arthur Kahn beteiligten, Wurde allgemein betont, daß das junge Unternehmen eine laiigentbelirtc Wulfe im wirtschaftlichen Kampfe darstclic und die größte Sympathie verdiene. Es wurde auch beschlossen, zu Beginn des Winters an allen größeren Orten Deutschlands eine umfangreiche Propaganda für das Amt cinzulcitcn. Hauptgottesdienst um 9 Uhr. 4. Samstag, nachmittags von 5 Uhr ab, im Fest* Karten Mllltiir-Konzcrt. י Abends 9 Uhr, Großer Festball. Ihe Musik wird ausgcfiihrt von der Infanterie- Rrameiits-Kapcllc Kaiser Wilhelm No. Hfi in Oiefn•״!׳liier persönlicher Leitung ihres Dirigenten K<׳: sl. Obermusikmeister W. Lüber. Air vermissen dabei die Rummclwiesc mit ATruihiulen, die Jungfrau ohne Unterleib etc. Das hätte der Sache doclt erst die rechte Fcststimmung lil'ge! eil. VSR6INS-RUNDSCHAÜ »'•' •. :■rififitlircr der Vereine werden «elietcn, die Ilcrlctüo '1 ׳'■״ ■< kimi'i» zu linltcii und eie Mets reeliUeltle eliuu'eruten. wini.irliuc nur uni vlm!r Sehe hcuclirelben — deutliche Schritt! Obcrschlcs. Gruppenverband Einladung zur Aiisschußsllzuug des Ohersehl, Gruppen• Verbandes, Sonntag, den 3, Juli er. Nachmittags 101 kleinen Saale des Grand Hotel zu Kattowitz, Schloßstr. Tagesordnung: L Mitteilungen; 2. Der deutsche Dclcgiertcntag zu Frankfurt :1. M. am 11. und 12. September er. Referent der Vorsitzende; «1. Ersuchen des Verbandes zur Verbreitung der hebräischen Sprache um Propaganda In Ober- Schlesien; 4. Ersuchen des Zionistischen Zentralbureaus Cöln wegen Begründung von Frauengruppen; Berlin. Der von der jüdisch * nationalen Francnvercliilgimg eingerichtete hebräische Sprachkursus wird auch während der Sommermonate fortgesetzt. Der Unterricht findet Mittwochs von!;9 10 Uhr in der Heiligegeiststr. 59 im Hotel ,.Goldene Gans" statt. Teiliiclimer mit einigen Vorkenntnissen können noch Auf- :1:111111c finden. Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltete am Montag, dem 27. Juni, abends neun Uhr, anläßlich der Jahreskonferenz eine große Volksversammlung, die nach der Viktoriabrauerci einberufen war. Die Versammlung sollte ursprünglich unter freiem Himmel stuttfiwlcn. mußte aber schließlich wegen des schlechten Wetters im Saal abgehaltcn werden, der nicht imstande war, die Fülle der Besucher zu fassen, da fast 3000 Persotten dem Rufe der B. Z. V. gefolgt waren. Die Versammlung war ein lebendiger Beweis für die Ein- Beit des jüdischen Volkes mul die Größe unserer Uewegung. da zahlreiche Mitglieder der Jahreskonferenz aus allen Ländern sich als Redner zur Vcrlilgütig gestellt hatten. Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden, Herrn Dr. Witkowsky, der den Dank allen denjenigen aussprach, die trotz der anstrengenden Beratungen der Jahreskonferenz das Opfer gebracht hatten, in dieser Versammlung zu erscheinen, nahm als erster Redner, von *dürmisclicm Beifall begrüßt, der Präsident des E.A.C; Herr. David W 01 f f s 01111 das Wort. Er sprach von der Not des Tages. Nie habe die Notwendigkeit des Zionismus in größerer Klarheit erkannt werden können, als jetzt, wo in Rußland wieder unerträgliches Unrecht unseren Brüdern zugefügt werde. Als wcltcre Redner schlossen sich ihm die Herren Dr. Emil Margulies-Prag, Dr. Alexander Marmorek- Paris, Rechtsanwalt Rosenbaum• Minsk; Rabbiner Dr, Magnes-New-York und Rechtsanwalt Dr. Kl ec* Berlin an. Nur wenige Minuten standen jedem Redner zur Verfügung, aber die Versammlung Anfragen und Beitrittserklärungen sind ״8ל riehten an das Bureau des..Arbeitsamtes fiir jüdische Akademiker", Berlin, An der Spandaucr Brücke 15, 1 Tr. Berlin. Im ״Akademischen Verein liir jüdische Geschichte und Literatur“ hielt Rabbiner und Profcssor an der Chicagoer Universität Dr. phil. et thcol. Hirsch einen Vortrag über ״Puritaner und Juden in Nordamerika“. Werden Geist Amerikas erfaßt habe und seine Geschichte kenne, wisse, daß alle Religionen dort die giößtc Freiheit und Entwickclungsmögliclikcit genießen. Der nuritanischc Geist, der den nordumcrikanischcß Freistaat geschaffen habe, weise mit dem jitdisenen eine tiefgehende innere Verwandtschaft auf. Ein nluestamentlichcr Zug sei den Puritanern trotz ihres christlichen Glaubensbekenntnisses eigentümlich. Aus dem Alten Testament schöpfen sic Mut und Trost. Auch äußerlich seien die Schicksale der ersten Bcsicdclcr Nordamerikas denen der Eindringlinge in Palästina vergleichbar. Sie drängten Schritt für Schritt die Urbevölkerung zurück, die es nicht ver- >•••!!״wiviva wiiutr.v m»»u ttutiiiMVil Kräfte für die Gesittung nutzbar zu machen. Aue darin wiederholte sich die palästinische Geschieht׳ daß die neuen Bewohner im Kampfe mit der Natt größeres Selbstgefühl und Pflichlh.cwußtscin lernte Sie bändigten die Natur, indem sic ihr eigenes Wese dem Lande aufdrückten; in beiden Fällen wurde durch der Hände Anstrengung Paradiese hervor«! zaubert in den Urwäldern der Küstenländer w;c a! den! steinigen Boden Kanadas. Wie im alten so g! wann auch im neuen Palästina der Mensch durch d Arbeit höheres Bewußtsein von seinem Wert ur seiner Würde. Die Schlitzung der Arbeit, die sehe bei den alten Hebräern in hohem Ansehen stand i Unterschiede von allen anderen Völker^ der antike Welt, ist der gemeinsame Qr.updzjiß bei Juden ur Puritanern. Durch diese innere Wahlvcrwandtscha wurde cs möglich, daß selbst die ersten russische Juden unter Bewahrung ihrer Sonderart int neue Erdteil sich cinwurzcln und ungestört cntwickc konnten. Gemeinsam ist auch die Qrundansehauun daß Gott nur dem hilft, der sich als Gottes F.benbl entwickelt und in erster Reihe sich selbst hilft Nie! aus dem Verdienste der Ahnen, sondern nus de

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