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Jüdische Rundschau · 1910-06-24 · Heft 25 (24.6.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 25 (24.6.1910)
Date
1910-06-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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( (/ Abonnomonts *01 JK »ftchcntllch ■m Frei. 1.1( rfjchciiicnüc ,.Jüdltche Kaii.lnhiu" kosten bei Oef nlon »nj bei allen Pott• Ämtern vierirllllirllcH 1.25 M. »invcflulb l'cui\chUnd» und Oc»u-rrelch־UnSArm 2,— Mi f!!r MiislkOcf luoiichcr Vereine Im Sjntmclbcius durch den Verein!,— M. Verl•( Jil'llmcho Rundichau I!. 0. in. b. II. Ilerlln SW. M. Zlramorilr. 77. <U׳Hl1:1h<1׳>l111״len: 3 l>h 7 Uhr utmer Sonnabend und Sonnt•(. •uticr soiinaueiiu und Sonntag.^j r Anzeigen kosten (Sr die (Onlieipallen# Petitzeile oder deren Raum 25 l'lc.; Siellen-Aneeboie und Octucbe towle Verelmmit* Icilunsen 11. ..Kleine Anxclgen״ nur 15 Plg. oaoaoo 0 0 Mannskrlnie werden, wenn Porto beiliegt, stets zurUck• *esandt. — RedaktlonsNChluit Mittwoch vormittags. Redaktion Jüdlicho RumUchia Hcrtln-Charlottenbori(. niclhlrcuilr. 49. Tel. Ch. «SSI. Sprechstunden Dienst» te und Donnerstag 5—6 nadunittagt. nüwuinmtJfti• m .mmmmmmm.rn.0J ALLG€MSIKKI gy@©BS<SM<i gülTUNfS Nummer 25 Berlin, den 24. Juni 1910 —17. Siwan 5670 XV. Jahrgang An unsere Leser! Beim Abschluß der ersten Hälfte dieses J;!l :anges der ״Jüdischen Rundschau“, der mit dic-.r Nuininer erfolgt, treten wir an unsere Lcr mit einer ernsten Bitte heran, deren eir» .•ingliche Beachtung wir von allen unsern f 1* aulen glauben erwarten zu können. Der kürzlich an dieser Steile veröffentlichte ln ein des Oeschäfisfiilirenden Ausschusses der ״/! nisiischen Vereinigung für Deutschland“ k* ne ein erfreuliches Anwachsen des Abon• ih :enstandes der ״Jüdischen Rundschau“ kon* sui ereil. Aber noch immer bleibt die Zahl der Abonnenten der ״Jüdischen Rundschau" weit /Uitick hinter den Erwartungen, die nach 11er Zahl der deutschen Zionisten und dem Einfluß, dui unsere Bewegung auch in Deutschland g־e• wannen hat, berechtigt wären. Das kann mir dvu «inen ürund haben, daß unsere Freunde t. «1! .».׳׳ <|;c Wichtigkeit der V erb re i• יי 1.י ו, o \ ״•es Organ e s unterschätzen oder 1i. : •u 11« 1z richtiger Würdigung der Bedcu* «.':»׳ Her Presse für eine Volksbewegung ׳:׳׳• . es an dem nötigen Eifer, für ׳: -..iviimig der ״Jüdischen Rundschau“ zu wirf,!ן! bedauerlicherweise doch bisweilen fchl.n!.!"Ui, Diese Umstände veranlassen uns, einmal cim'1-e Worte pro domo zu sagen wobei wir im Vorhinein erklären möchten, daß wir die ru!:!j״e Arbeit vieler unserer Freunde, die uns g».:i״lien haben, die ״Jüdische Rundschau“ in la׳ ׳ sinier aber erfreulich stetiger •' 1 1 w i e k 1 u 11 g auf ihren heutigen Stand zu br!11*41׳י, gern und dankbar anerkennen. I *aß ein Part ei blatt es nicht so leicht hat ׳ '״יlurchzusetzen, wie ein mehr oder weniger ian a׳s Blatt, das an seine Leser keinerlei An- •'י׳■ ningen stellt und sie nicht mit allerhand ״”*’•:genehmen und unbequemen Aufforderun* gen 1״u| Mahnungen behelligt, ist klar und wird am• uurch die Erfahrung des täglichen Lebens b* י ,!gl. Doppelt schwer aber ist die Aufgabe, 'יי ' in Publikum ־zu erwerben, für ein j ii d i ־ M es Parteiblatt. Nicht als ob wir Juden ilu in allen uns angehenden bürgerlichen Fra• V■1׳■■ i'artei ergriffen -- wir alle wissen nur zu Kuf, d״ß es daran bei uns nicht fehlt. Aber in jüdischen Fragen ist leider der I n d i f - ^1׳'viitismus in den Reihen gerade der J1 u t s c h e n Juden noch immer er- *־( Weekend groß. Und so mancher, der sich für tinen ״guten Juden“ hält, glaubt seiner jüdisehen Pflicht vollauf genügt zu haben, wenn er sich allwöchentlich einmal in einer jüdischen Zeitung davon überzeugt, daß der Antisemitismus immer noch existiert, und daß trotzdem wieder einmal ein Jude den Roten Adlerordcn 4. Klasse bekommen hat. Nun geben wir ohne weiteres zu, daß die gesamte jüdische Presse heute auf einem wesentlieh höheren Niveau steht als noch vor zehn Jahren — wir geben das um so lieber zu, als wir ein nicht geringes Verdienst daran der vorw ä r t s drängenden Kraft der z i o 11 i• st 1 sc!1 011 Bcweg 111!g und auch der zioni* stischen Presse zuscltrciben dürfen. Aber wenn auch heute schon kein e jüdische Zeitung mehr glauben darf — bei Strafe der eigenen Existenz - ihre Leser nur mit Marlitt-Erzählungcn von edlen Juden und Christen und mit Wehklagen über den bösen Antisemitismus abspeisen zu wollen, so ist darum doch für eine Bewegung wie die unsere eine starke eigene Presse absolut notwendig. Wir haben cs bei den allcrverscliiedenstcn Gelegenheiten ja schon erfahren, daß wir uns auf die I laltung selbst der uns angeblich wohlwollenden Blatter in keiner Weise verlassen diir• feil. Irgend ein Wind, der irgend woher weht, genügt sehr häufig, um alle die alten Märchen von den bösen Zionisten, die ״zwar das Beste wollen, aber durch ihren Uebereifer nur scha• den" wieder lebendig zu machen. Uns kann deshalb nur gedient sein mit einer Zeitung, die von den Grundwahrheiten, auf denen unsere Bewegung beruht, aus denen sie ihre unver• siegbaren Lebenssäfte zieht, in jeder Zeile durch• drungen ist. Nur ein solches ganz und gar zionistisches Blatt kann angesichts der Lauheit und Interesselosigkeit, die allein cigent• lieh unsere wahren Feinde sind, seine Aufgabe ganz erfüllen, die Juden zu aktiver Teil* u a h m e aufrüttcln an dem großen Entscheid u n g s k a 111 p f 11!11 die Existenz des jüdischen Volkes, der in diesen Jahrzehnten geführt werden wird. Man wirft uns Zionisten bisweilen allzu großen Optimismus vor — aber wir sind jeden• falls zugleich auch große Pessimisten, gezwun* geil durch unsere liefe Erkenntnis, daß es eine a n d c r e Möglichkeit als unsere nationale für die Zukunft des Judentums und der Judenhcit nicht gibt, wenn man nicht ein blasses Rc• fonn-Scheinjudentum dafür hinnehmen will, das nur der Ucbergang zum Untergang sein kann. So wie wir starke und überzeugte Kämpfer brauchen, so brauchen wir — ihnen zur Hilfe und unserer Sache als öffentliches Organ ־— eine starke und übarzeugungstreue Presse. l*ür Phrasen und einlullende Ammen* märchen.mitdenenmansichselbst betrügt und berauscht,ist unsere IdeeunddieZeit.in derwirsieverfechten und durchkämpfcn m ü s ■ sc 11, zu ernst! Zum Kampf braucht man heutzutage auch ein Kampfblatt. Und es sollte wahrlich nicmanden wundernehmen, daß in einem solchen Blatt der Ton nicht immer so angenehm friedlich ist, wie cs die Behaglichkeit liebt. Mit Flötentönen erweckt mail Schlafende zumeist nicht, ruft sic wenigstens nicht zu tätigem Leben und mühe• vollem Kampf. Und wenn einer, der uns sonst Freund ist, auch sachlich einmal nicht mit uns einig geht, so soll er doch bedenken, daß G e * s i n n u n g und U e b e r z e u g u n g — so wie nach dem bekannten Worte auch die Be* gcistcrung — nun einmal keine ״Heringsware“ sind, die man auf Abruf haben kann. Die ״Jüdische Rundschau“ hat bisher noch niemandem ein freies Wert verweigert, wenn es nur irgend sachlich war — und sie wird das auch fernerhin so halten. Sie ist nut diesem Prinzip und mit der festen unerschütterlichen Vertretung ihrer Anschauungen allmählich eines der g c 1 e s e n s t e n deutsch• jüdischen Blätter geworden. Sie darf von ihren Lesern und Freunden, mit denen Redaktion und Verlag stets in innigem Kontakt bleiben wollen, aber auch erwarten, daß sie ihr weiterhin in noch erhöhte m M a B c ihre Unterstützung leihen werden. i Wir bitten unsere Freunde auf das Dringendste, uns redaktionell dadurch zu unterstützen, daß sic alle, soweit sie dazu in der 1 age sind, uns Nachrichten, Mitteilungen und Notizen, die für unsere Leser Interesse haben könnten, stets unverzüglich zukommut lassen und uns auch sonst ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit auf diesem oder jenem Gebiet bekannt geben. Alle diejenigen aber, die draußen in unermüdlicher Werbearbeit für unsere Sache tätig sind, wollen den Verlag, der immer steigende Aufwendungen für die ״Jüdische Rundschau“ macht, dadurch unterstützen, daß sie jeden, der dem Zionismus Interesse entgegenbringt, oder der überhaupt jüdische Inter* essen hat, zum Abonnement unseres Blattes lieranziehcn. Wollte uns jeder Leser nur einen einzigen neuen Abonnenten zuführen, so wäre die ״Jüdische Rundschau“ bei weitem die verbreitetste jüdische Zeitung Deutschlands. Die ״Jüdische Rundschau“ dient, wie bekannt, keinem privaten Erwerbsintercssc — wer sich für sie einsetzt, dient nur dem Wohlc unscrer großen Sache und damit der Verwirklichung des idealsten und weitschauendsten Zieles, das sich Juden seit zw:: Jahr*au־enden steckten!

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